Prediger Jens Winkler in der Kirche Guttau/Malschwitz

Bibel - Gottes Wort - Errettung - Gottes Sohn -Jesus Christus -Leben - Glauben

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3.Advent 2012 Jes 40,1-11

Filed under:Allgemein, Predigten — Jens am 16.12.2012 gg. 12:16

Predigtgottesdienst in Malschwitz am 3.Advent

Jesaja 40,1-11

Was wünscht du dir zu Weihnachten?“ Diese Frage hat jetzt zum 3. Advent nicht nur Symbolwirkung. Bald ist das große Fest.
Dies ist eine Frage, die wir, als wir selbst noch Kinder waren, in diesen Wochen vor Weihnachten nur allzu gern mit vielen Wünschen unseren Eltern und Paten beantwortet haben. Inzwischen sind wir erwachsen und älter geworden und mit uns haben sich natürlich auch unsere Wünsche sehr verändert. Nicht allein in erster Linie sind sie heute von grosser materieller Natur, sondern oftmals sind es kleine Dinge, die man sich wünscht. Was wünschen wir uns also im Jahr 2012 zu Weihnachten? Ganz oben bei vielen ist der Wunsch nach einer weiße Weihnacht und einen schönen Lichterbaum mit Kerzen zu Hause, denn das war früher schon immer so. Ein Rückblick auf die Kindheitserinnerungen, zn den Gerüchen in der Küche beim selber backen mit den Kindern und alten Bräuchen von damals. Ruhe und Muße, ein paar Tage ohne Stress im Beruf. Ein Zusammensein im größeren Familienkreis ohne Zank und Streit, eben „Frieden auf Erden“.
Aber kann man sich das, was wir eben als Predigttext gehört haben, sich wünschen?
Haben wir dieses von Weihnachten zu erwarten, was der Prophet damals vor 2500 Jahren gepredigt hat - oder warum sonst ist dieser Text für den 3. Advent, nicht weit von Weihnachten, ausgewählt worden?
Die Botschaft des Propheten besteht in Trost.
Er hat Grund, solches zu predigen.
Tröstet, tröstet mein Volk”
so beginnt unser heutiger Predigttext.
Und Trost hatte das Volk Israel in jener Zeit bitter nötig. Weggeführt in die Gefangenschaft, lebte es seit vielen Jahren nicht mehr in dem gelobten Land der Väter, sondern an den Ufern von Euphrat und Tigris.
Im Krieg geschlagen und weggeführt von den Babyloniern allein mit dem Ziel, die Identität dieses Volkes zu vernichten, auszulöschen.
Alles, was dieses Volk ausgemacht hatte, wurde ihm genommen oder zerstört. Selbst die anfängliche Hoffnung auf Rückkehr in die Heimat hatten fast alle schon aufgegeben.
Sie fühlten sich nicht nur vom Gegner unterworfen und unterjocht, sondern vor allem auch von ihrem Gott und ihren Glauben verlassen. Weil sie sich nicht auf ihn verlassen hatten, hatte er sie verlassen.Und diese Vorstellung wiegte weit schwerer als alles andere: i Ihr Gott hatte sie verlassen, bestraft und vergessen.
Und mitten hinein steht eine Prophet auf und erhebt seine Stimme - nein, nicht er selber ist es der redet, sondern es ist Gott selber, der hier redet, der eine Aufforderung an die Menschen damals und an uns heute richtet.
“Tröstet, tröstet mein Volk, spricht der Herr. Redet zu Jerusalem freundlich.”
Man könnte diese Stelle auch übersetzen “redet Jerusalem zu Herzen, so dass es die Herzen erreicht, nicht nur den Verstand oder das Gewissen. Wenn dies geschieht, wenn unser Herz erreicht wird, dann ist allein ein bleibender Trost möglich.
Dann kommen wir weg vom bloßen vertrösten und was uns alles als Problemlösung angeboten wird, dies ist dann alles andere als ein Trostpreis.
Aber wir sitzen aber heute nicht an den Ufern des Euphrat und des Tigris, uns wurde auch nicht die Heimat und die Identität geraubt. Und wir sind auch nicht das Volk Israel.
Wir sind Menschen aus Malschwitz und Umgebung, aber Trost im eigenen Leben haben auch wir nötig.
Auch wir brauchen es, dass freundlich zu uns geredet wird, so, dass es uns zu Herzen eingeht.
Natürlich ist es immer ein Wagnis, diese mehr als 2500 Jahre alten Texte in unsereheutige Zeit zu predigen . Aber wenn ich mit offenen Ohren hinhöre, was der Prophet damals gesagt hat, so höre ich aus unseren Predigttext drei Punkte für uns heraus:

1. Gottes neuer Start

Nach der Vertreibung des Menschen aus dem Paradies, dem Vertrauensbruch zwischen Gott und uns Menschen und der dadurch entstandenen Sünde, ist ein ständiges hin und her, auf und ab, zwischen Gott und uns Menschen entstanden. Auf der einen Seite der immer wieder werbende Gott, der auf vielfältige Weise versucht, uns Menschen als der Schöpfer wieder in seine Gemeinschaft einzubeziehen.
Gott hat um uns geworben wie ein Bräutigam um seine Braut wirbt.
Er hat versucht uns auf den richtigen Weg zu führen, wie dies auch Eltern immer wieder mit ihren Kindern versuchen - mit erzieherischen Mitteln.
So könnte man die Beziehung, die zwischen dem Gott Israels und seinem Volk bestanden hat, bezeichnen.
Ein ständiges Ringen, locken und werben einerseits, und auf der anderen Seite immer wieder ein Davonrennen des gelobten Volkes, die von der Vorstellung getrieben waren, ohne ihren Gott leben zu können.
Gott ließ diese Ausreißversuche immer wieder zu und damit sein Volk in das Verderben laufen zu lassen. Und hier erleben wir auch den Gott, der sein Volk straft, um es zur Umkehr zu bewegen. Hier erleben wir den uns eher fremden und unheimlichen Gott. Einen Gott, dem wir lieber aus dem Weg gehen und vor dem man sich in Acht nehmen muss.
Aber all dies hat nichts genutzt. Strafe und Zorn haben nichts bewirkt und Gott hat erkannt, dass er so den Menschen nicht zur Umkehr bewegen konnte. Darum setzt Gott einen Anfang: Gnade statt Zorn!
Tröstet, tröstet mein Volk - ER wendet sich ihnen erneut zu, ER hat sich in seiner Einstellung ihnen gegenüber verändert. Gott macht uns allen ein Angebot, legt es einfach auf den Tisch und sagt damit, ich lasse mich bedingungslos auf dich ein, räume selbst aus dem Weg, was zwischen uns steht.
Wenn wir Weihnachten feiern, dann werden wir daran erinnert, dass dieses Gnadenangebot Gottes auch uns, ihnen und mir jetzt noch gilt.

2. Gottes neuer Weg

Gottes neuer Weg führt in die Wüste (Vers 3)
“Eine Stimme ruft: in der Wüste bereitet den Weg des Herrn.”
Dort, wo man normalerweise nichts zu erwarten ist und wo man eigentlich nicht leben kann, setzt Gott einen neuen Anfang. Dort, wo aus eigener Kraft nichts entstehen kann beginnt Gott seinen Weg und Werk der Versöhnung, auch damit auch unsere eigenen neues Leben.
Und dieser neue Weg Gottes ist an jenen Mann gebunden, dessen Geburtsstunde in jener Krippe zu Bethlehem wir kommenden Sonntag feiern: Jesus Christus von Nazareth.
Jesus Christus ist der Mensch gewordene Weg, das einzigartigste Versöhnungsangebot Gottes an uns,
an dich und an mich.
Gott kommt in diese Welt, wird Mensch, nimmt durch sein tat auf Golgatha die Schuld und Sünde weg, das, was zwischen uns und IHM steht, macht den Weg und die Bahn eben und frei zu unseren Schöpfer ins Vaterhaus. Jesus Christus ist allein der Weg, auf dem wir zu unserem himmlischen Vater gelangen. In Jesus spricht Gott zu und in unsere Herzen.
Möchte uns mit seiner Liebesbotschaft Gottes in unseren Herzen erreichen.
Der neue Weg beginnt dann, wenn ich mich für dieses Angebot Gottes, das in mein Leben gekommen ist, einlasse, umkehre und ihn in meinen Leben den Platz einräume, den ihn als Schöpfer und Herr der Welt gebührt.
Dann, wenn ich mir die Frage stelle, was hat die Taufe mit mir zu tun, mit meinem Leben, mit meinem Alltag, mit meiner Geschichte und mit meiner Zukunft.
Wenn sich jemand mit seinem Leben Jesus anvertraut hat, lässt er sich taufen. Bei uns in der Volkskirche hat Taufe vielfach diesen Charakter verloren. Unsere Situation ist die heutige: Wir taufen meist Kinder, die reine Bekenntnistaufe finden wir nur sehr selten.
Und weil Taufe mehr ist, als nur symbolische Handlung, ein guter Brauch ist die Frage die, was aus Taufe wird?
Hier bin ich bei der zweiten Frage: Was ist Taufe für mich persönlich? Jede Taufe muss einen persönlichen Bezug gewinnen zu dem, der getauft wurde.
Für die Taufe gibt es zwei Bilder, die ich für sehr treffend halte:
einmal können wir Taufe mit einer Fahrkarte vergleichen, das andere mal mit einem Gutschein. Beiden gemeinsam ist, dass sie eingelöst werden müssen damit sich das, was in ihnen steckt, was ihr eigentlicher Inhalt ist, sich entfalten kann. So ist es auch mit der Taufe.
Es muss der Tag kommen, an dem ich meine Taufe als Gottes Zusage und Handeln für mich persönlich annehme. Taufe ist ein Anbeginn etwas Neues. Gott bietet mir an, mein Leben in Ordnung zu bringen, bietet mir an, für mich zu sorgen und mir eine neue Perspektive zu bieten. Entscheidend ist, dass Gottes neuer Weg bei jedem persönlich beginnt. Umkehr von den alten verkehrten Weg, nennt man das. Gott will nicht unsere Gesellschaft verändert und erneuern. Gott will auch nicht moralisieren und Bußpredigten halten.
Gott will uns trösten, will Trost spenden und Gott will zu unseren Herzen sprechen und uns eine neue Zukunft geben.

3. Gottes neues Ziel
Wenn wir uns über diesen neuen Weg Gedanken machen, dann sollten wir das nicht tun, ohne uns auch über das Ziel Gedanken machen, zu dem uns der neue Weg führt. Gottes Ziel ist in seinem Wort der Schrift begründet, hierin offenbart sich Gottes Zukunft mit uns seiner Schöpfung. Alles andere, und scheint es noch zu zuverlässig und zukunftsträchtig, schier unzerstörbar, wird doch mit der Zeit vergehen. Ein Blick in unsere Geschichte, gerade die jüngste mag uns dies vor Augen führen: wer hätte gedacht, dass es einmal zu einer Wiedervereinigung beider deutscher Staaten kommt?
Was aber bleiben wird, ist dieses Wort Gottes. Und das ist nochmals etwas anderes, als wenn wir nur sagen würden, Gott bleibt ewig, Gott wird nicht vergehen.
Aber auch das, was Gott zu uns geredet hat, das, was er uns in seinem Wort zugesprochen hat, wird bleiben, wird nicht Opfer der Vergänglichkeit. Gottes Wort, Gottes Reden,Gottes Handeln sehnt sich nach einer Antwort unsererseits. Gott will nicht nur für sich bleiben, sondern er will uns alle in beziehen in das, was bleiben wird, sein ewiges Reich
Gott möchte uns dabei haben als seine Nachfolger. In unserer Taufe und mag sie noch so weit her sein, sind wir dazu eingeladen, halten den Gutschein und Fahrkarte zu dem in der Hand.
Es ist an uns, diesen einzulösen!
Die Verse schließen mit einem für mich sehr schönen Bild:
Gott selbst wird seine Herde/Gemeinde weiden.
Er selbst wird für sie sorgen und nähren. Dann wird es soweit sein, dass kein Schmerz und kein Geschrei mehr sein wird. (Offenbarung 21, 4).
Gott möchte uns dabei haben, möchte mit uns an seinen Weg gehen, damit wir an sein Ziel bei ihn in der Ewigkeit ankommen.
Und dieser Anfang dieses Weges zu IHM liegt in den Sohn Gottes in dieser Krippe dessen Geburt wir zum Weihnachtsfest begehen. Wir sind alle dazu eingeladen, an seinen Trost für diese Welt teilzuhaben. .
Tröstet, tröstet mein Volk”
Amen.

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