Prediger Jens Winkler in der Kirche Guttau/Malschwitz

Bibel - Gottes Wort - Errettung - Gottes Sohn -Jesus Christus -Leben - Glauben

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1. So. n. Trinitatis 5. Mose 6, 4-9

Filed under:Allgemein, Predigten, Archiv — Jens am 25.05.2008 gg. 07:54

Predigtgottesdienst in Guttau
5. Mose 6, 4-9

Kennen Sie noch das Gefühl der ersten jungen Liebe, so richtig verliebt zu sein?
An die erste große Liebe meiner Tochter Christina kann ich mich auf Grund einer Begebenheit noch gut erinnern, denn es ist nicht zu lange her.
Da klingelte es früh in der Woche kurz vor sechs Uhr an der Wohnungstür und niemand stand beim Öffnen davor.
Aber es lag ein großer Blumenstrauß mit einen Zettel “Für Christina“ und ein Liebesgedicht dabei.
Junge Lieben wie sie lebt.
Liebe, wie wir sie selbst in unseren Leben auch erlebt haben.
Da kreisen die Gedanken Tag und Nacht der Liebenden um den anderen Menschen.
Wo ist er jetzt gerade? Was macht sie jetzt?
Wann sehen wir uns wieder? Ruft sie bald an?
Die Zeit wird einem lang bis zum nächsten Treffen.
Die Zeit der Abwesenheit des Anderen fällt einem schwer.
Am liebsten möchte man den anderen gar nicht mehr loslassen oder gehen lassen.
Alle anderen Dinge des Lebens treten in den Hintergrund, egal ob Beruf oder andere Freunde.
Dieser eine Mensch ist mir wichtig und sonst keiner! Wenn man ein Buch liest oder Musik hört, überlegt man, wie es dem anderen wohl gefallen würde.
Entdeckt man ein Gedicht, würde man es dem anderen am liebsten sofort weitergeben und wenn es in einen Strauß voll Rosen versteckt ist am Morgen vor der Wohnungstür ..
Taucht eine Frage, ein Problem auf, denkt man darüber nach, was der andere wohl dazu sagen würde.
Gesprochene Worte und Gedanken des anderen aus einen Treffen bleiben im Kopf und im Herzen und werden immer wieder in Gedanken bewegt.
Das Herz ist voller Gefühle und Zuneigung; man fühlt sich leicht, schwebt wie auf Wolken.
Der Volksmund sagt dazu.“Sie leben auf Wolke Sieben“
Die gelebte Zeit solcher Gefühle ist schön, und man wünscht sich, sie würde immer so bleiben.
Ob man eine solche intensive gefühlte Liebe auch Gott gegenüber empfinden kann?
Die Worte des Predigttext weisen in diese Richtung.

Gott liebt uns
Vers 5: Gott lieb haben, von ganzem Herzen, von ganzer Seele, mit aller Kraft:
Wenn dies so geschieht in einen Leben, sind die Gedanken eines Menschen Tag und Nacht bei Gott.
Seine Worte klingen in den Ohren, setzen sich fest in den Gedanken und Herzen, erfüllen alles Fühlen und Denken.
Denn dann kann man es gar nicht mehr erwarten, wieder neu von ihm zu hören und ihn zu begegnen.
Man freut sich auf die erneute Begegnung, sei es in Wort der Schrift , in der Predigt am Sonntag im Gottesdienst und im Gebet, im Reden an ihm
In allem, womit der Alltag ausgefüllt ist, kann ich nur noch an ihn denken.
Was würde Gott zu dieser Frage, zu diesem Problem im Leben sagen?
Wie wird seine Antwort lauten?
Was erwartet er von mir?
Wie sieht er mich?
Was kann ich für ihn tun?
Ständig möchte ich in seiner Nähe sein und bleiben.
Ein Mensch kann genauso heftig und tief vom Glauben ergriffen werden wie von der großen Liebe seines Lebens.
Wenn die erste große Verliebtheit nicht einfach verfliegt, wird die Liebe irgendwann zum öffentlichen Bekenntnis zueinander führen, zur Hochzeit.
Man möchte es allen sagen und zeigen:
Wir gehören zusammen, und wir möchten unser ganzes Leben lang zusammen bleiben.
Wir bekräftigen dies vor den Menschen und vor Gott. Alle dürfen und sollen es wissen.
Wer von der großen Liebe zu Gott ergriffen wird, wird sicherlich auch zum Bekennen vor anderen Menschen kommen, zum Zeugendienst seines Glaubens.
Alle dürfen es wissen und es sehen, wie mein
Verhältnis zu Gott ist.
Ich gehöre zu ihm, meinen Schöpfer.
Ich habe ihm mein ganzes Leben anvertraut.
Er ist Herr meines Herzens.
Keinen Tag meines Lebens hier auf der Erde möchte ich ohne ihn sein.
Alles, was ich erlebe, möchte ich mit ihm teilen.
Ich versuche, alles in seinem Licht, im Lichte Gottes zu sehen und zu erkennen, im ständigen Gespräch im Gebet mit ihm zu bleiben.
In allen Bereichen meines Lebens ist er gegenwärtig.
Überall steht er an erster Stelle,besonders in meinen Herzen und bestimmt mein Handeln.

Gottes Weg mit uns

Vielleicht denken Sie jetzt:
Und wie geht es dann weiter?
Die Liebe, die es zwischen zwei Menschen entsteht, bleibt doch nicht immer so überschwänglich wie in der ersten Zeit ihrer Beziehung.
Bei Christina war die erste große Liebe nach einigen Monaten vorbei.
Es tritt Gewöhnung und Alltag ein, die Gefühle verändern sich im Laufe von Jahren.
Es gibt vieles, was die Liebe stören und gefährden kann.
Steht die Liebe zu Gott auch in einer stetigen Gefährdung?
Kühlt sie vielleicht mit den Jahren ab?
Leider gibt es eine ganze Reihe von Menschen, die das so etwas in ihren Leben erleben und deren Ursprung sie selbst sind.
Andere werden auf jeden Fall spüren, dass sich ihre dauerhafte Liebe mit den Jahren verändert;
sie muss nicht abnehmen, aber sie wandelt sich, sie verändert und lässt reifen.
Man kann auf gemeinsam zurückgelegte Wegstrecken zurückblicken.
Man erinnert sich an die entgegengebrachte Zuwendung, man hat Geborgenheit und Zuneigung erfahren, Hilfe und Kraft in schwierigen Situationen.
Man hat erfahren, dass man sich aufeinander verlassen konnte.
Vertrauen in diesen Miteinander ist gewachsen und nicht enttäuscht worden.
Vieles konnte man gemeinsam schaffen.
Man wächst und reift im Miteinander dieser Verbindung.
So befinden wir uns im Laufe unseres Lebens auch mit Gott unterwegs, der Glaube verändert sich, er kann wachsen und reifen.
Vielen ist da Buch „Die Pilgereise“ von John Bunyan sicher ein Begriff.
Dort werden die verschiedenen Stationen und Gefährdungen eines Glaubenslebens dargestellt.
Dort kann man auch die einzelnen Folgen sehen
Natürlich kann es in jeder Liebe auch Störungen und
Gefährdungen geben.
Jeder Mensch macht Fehler, jeder hat seine Schattenseiten.
Manchmal drängt sich etwas zwischen diese Liebe, sowohl in die Liebe zwischen zwei Menschen als auch die Liebe zu Gott.
Wir können das ganz nüchtern sehen, wie es tatsächlich im Leben so ist.
Für solche Fälle bietet Gott uns in seiner Liebe eine ganz große Chance:
Buße, Vergebung und Neuanfang.
-Er wartet auf uns, auf Umkehr und Rückkehr zu ihm.
- Er wartet darauf, dass wir erkennen:
- Etwas stimmt in unserer Beziehung mir ihm nicht.
- Er hat uns die Möglichkeit eröffnet, das wieder in Ordnung zu bringen.
Buße und Umkehr nennt dies die Bibel.
a) Die Beziehung kann wiederhergestellt werden.
b )Sie kann wieder heil werden.

Eine Beziehung kann aber auch in die Brüche gehen. Ein Mensch kann sich von einem anderen Menschen abwenden, ein Mensch kann sich auch von Gott abwenden.
Anders als in der menschlichen Beziehung will Gott sich aber nicht von einem Menschen abwenden.
Immer bleibt er zugewandt, wartet, hofft auf Umkehr und Rückkehr, gewährt Zeit, gibt neue Chancen.
Dazu ist eine übermenschlich große Liebe nötig.
Gott hat sie für uns als seine Geschöpfe.
ER steht zu seinen Zusage, die er an uns gemacht hat.
An seiner Liebe zu uns als Menschen kann sich unsere Liebe orientieren und erneuern.
In einer Beziehung, in der Ehe dient der Ehering als Zeichen.
Er erinnert täglich und ständig an das Bekenntnis, das einmal vor den Traualtar gegeben wurde
Jeder kann es sehen, dass man mit einem anderen Menschen fest verbunden ist
Der Predigttext empfiehlt auch solche Zeichen im Glauben, solche Erinnerungszeichen, die den Menschen ständig an die intensive Beziehung zu Gott erinnern.
Einerseits wird man selbst stets erinnert, andererseits können die Menschen, denen ich begegne und die mich erleben, erkennen, wie wichtig mir meine Beziehung und Glauben zu Gott ist.
Man kann in ganz vielen Situationen seines Leben davon sprechen.
Man kann die eigenen Glaubenserfahrungen an andere Menschen wie Nachbarn und Arbeitskollegen, an die eigenen Kinder und Verwandte beispielsweise,
bezeugen und weitersagen.
Man kann aber auch besondere Erinnerungszeichen verwenden.
Der fromme Jude hat solche Erinnerungszeichen an der Stirn das Stirnband, ums Handgelenk, am Mantel sogenannte Quasten und am Haus oft den Stern.
Welche Erinnerungszeichen können wir verwenden?
Kann man an uns oder in unseren Häusern erkennen, dass wir Christen sind, der Kirche am Ort angehören und mit Gott unser Leben führen?
Finden sich bei uns Erinnerungszeichen?
Da gibt es viele solcher Möglichkeiten:
Eine bewusst getragene Kreuzkette, Bibelworte, die uns wichtig sind, auf christliche Kalender oder Plakaten an der Wand, Fotos von Kirchen, die uns etwas bedeuten.
Haben Sie auch solche Erinnerungszeichen?
Ich habe so ein großes Foto von der Kirche hier Guttau in meinen Wohnzimmer hängen seit meinen Einführungsgottesdienst hier in der Kirche.
Gemeindeglieder als meine Nachbarn haben mir dies als Erinnerung geschenkt

Gottes Antworten für uns

Nun gibt es natürlich auch Menschen, die haben in ihrem Leben ihre große Liebe nicht gefunden.
Es gibt viele, die noch nie eine so tiefe Berührung und Erfahrung durch den Glauben an Gott erlebt haben.
Was können sie tun?
Gott ermuntert uns an anderen Stellen der Bibel
dazu, ihn zu suchen.
Und er gibt dem Suchen auch die Verheißung des Findens.
Wo können wir ihn finden?
In seinen Wort der Schrift, der Bibel und in unseren Predigten und den Erleben und Feiern des Gottesdienstes am Sonntag in unserer Kirche.
Da will er uns begegnen.
Da will uns seine Liebe für uns als seine Kinder zeigen.
Wer ihn von ganzen Herzen sucht, der wird ihn auch finden..
Wichtig ist, im Suchen zu bleiben und nicht aufzugeben.
Wichtig ist sich selbst im Lichte Gottes zu erkennen und die Frage nach den gnädigen Gott zu stellen.
Für uns Christen gibt es einen besonderen Weg, den einzigen Weg zu Gott:
Der Weg ist Jesus Christus, der auferstandene Sohn Gottes.
Der hat im Johannes-Evangelium von sich selbst gesagt:
„Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich.“
Wir werden Gott finden, wenn wir versuchen, diesem seit Golgatha offenen Weg des Glaubens nachzufolgen.
Wir können in Erfahrung bringen, wer Jesus
Christus war, was er getan hat für uns Menschen am Kreuz auf Golgatha, wie er von Gott gesprochen hat und wie er uns den Weg zu Gott, seinen Vater, durch seine Auferstehung bereitet hat.
Jeden Tag dürfen wir ein Stück auf diesem Weg mit ihm gemeinsam im Leben gehen.
Wir dürfen uns durch die Kraft des Heiligen Geistes im Glauben stärken lassen, durch seine Liebe anstecken lassen und falls notwendig, einen Neuanfang im Glauben und im Leben wagen.
So kann die Liebe zu Gott stets wachsen und sich erneuern.

Amen.

Das gesprochene Wort gilt!

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