Prediger Jens Winkler in der Kirche Guttau/Malschwitz

Bibel - Gottes Wort - Errettung - Gottes Sohn -Jesus Christus -Leben - Glauben

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Die Wiederkunft - Drittletzter Sonntag des Kirchenjahres

Filed under:Allgemein, Predigten, Archiv — Jens am 08.11.2008 gg. 16:00

Predigtgottesdienst am Drittletzten Sonntag desKirchenjahres in Klix / Halbendorf

1.Thess 5, 1-10

Ich hatte in der vergangenen Woche Urlaub genommen mit den Gedanken, neben den Dingen zu Hause auch öfters mal auf die Jagd zu gehen.
Wer ein wenig Ahnung von der Jagd hat, weiß, das hier das Licht in der Nacht, das Mondlicht wie es genannt wird, eine wichtige Rolle spielt.
Ohne diesen Mondlicht ist es fast unmöglich in der Nacht zu jagen.
Nächsten Woche ist dann auch Vollmond.
Leider hat mir das Wetter und vor allen der Nebel einen Strich durch sie Rechnung gemacht.
Ohne Licht kann man im Dunkel nichts sehen.
Man ist von den Ereignissen im Dunkeln, die da geschehen unvorbereitet und vollkommen überrascht.
Es mag aber auch an der Dunkelheit dieser Jahreszeit, die Tiefe der Nacht liegen, die uns die Nähe zur anderen Welt, die Welt, die uns erwartet, wenn wir sterben liegen, an die wir uns an den Satz aus unseren Predigttext erinnern wo es heißt:
„Der Tag des Herrn kommt wie ein Dieb in der Nacht” -
Wer sich ein wenig in der Bibel auskennt, der kennt auch dieses Wort.
In unseren Ohren klingt diese Formulierungen und Bilder des Predigttextes erst einmal schwierig.
Sie befremden uns doch eher und schrecken uns ab.
So soll die Ankunft Gottes, seine Wiederkunft in unserer Welt sein?
Aber es ist ein Wort, eine Vision, eine Vorstellung, die immer wieder, von den Propheten bis hin zu Paulus und der großen Offenbarung am Ende der Bibel, unüberhörbar und unübersehbar ist.

Die Wiederkunft

Wie ein Dieb in der Nacht…” Ein seltsames Bild.
Ein Gesetzesbrecher, einer, der Angst macht.
Wer einmal Opfer eines nächtlichen Einbruchs geworden sind, erfährt etwas von dem Schrecken, von dem bleibenden Erinnerungstrauma einer solchen Situation.
Und so soll Gott kommen - unser Jesus Christus? -
Wir wissen: Christus kommt zurück!
Paulus spricht hier in Bildern und diese müssen von ihren Inhalt erkannt werden, damit wir verstehen, was es uns zu sagen hat.
Dabei genügt nicht das Verstehen der Bilder, sondern deren Umsetzung in unser eigenes Leben.
Zunächst einmal lehnt Paulus alle Vermutungen vom Ende der Zeiten und den genauen Zeitpunkt ab.
Viele haben schon versucht einen genauen Termin zu errechnen und sich darauf vorzubereiten.
Niemand kann wissen, wann Jesus wiederkommt.
Wie ein Dieb in der Dunkelheit der Nacht.
Plötzlich und unerwartet, für uns Menschen völlig unvorbereitet wird dieses Ereignis geschehen.
Die Menschen können sich auf das Kommen des Endes auch nicht vorbereiten, indem man, wie es menschlich ist, vermeidliche Werte sammelt und Vorräte anlegt..
Paulus hat hier jene Menschen damals und auch heute vor Augen, die davon sprechen, dass Friede sei und keine Gefahr in ihren Leben und der Lebensweise bestehe
Es sind Menschen mit der Meinung, dass sie schon alles im Griff haben in ihren Leben, ihnen nichts passieren kann.
So denken und reden sie und verlieren wichtige Dinge vollkommen aus den Augen.
Das gesamte Leben wird nur aus der Sicht vermeintlicher Sicherheit gesehen und nicht aus der Sicht des Menschen, der sich selber als fehlerhaft im Lichte Gottes ansieht und seine Schuld und Sünde darin erkannt hat.
Es ist nach ihrer Lebenseinstellung alles sicher, wir erhalten die Sicherheit für unser ganzes Leben, niemand braucht sich zu sorgen.
Es ist eine Scheinsicherheit, die uns da vorgegaukelt wird.
Wir mögen wohl Vertrauen haben in den Willen dazu..
Es gibt im menschlichen Bereich zu viel, was schief gehen kann, darum gibt es auch keine letztlich absolute Sicherheit in Lebenplanung.
Die Ehe kann in die Brüche gehen, die scheinbar sichere Arbeitstelle geht verloren, persönliche Probleme gewinnen die Oberhand.
Gerade dann erscheint einen das Gleichnis aus der Bibel von den Bauherren , der sein Haus auf Sand gebaut und den der Sturm es zum Einsturz bringt, im Leben vieler Leute bestätigt zu sein
Wenn man dies erkannt hat, dann gibt es zwei Weisen damit umzugehen.

Die Lebenseinstellung

A ) Zum einen könnte man sich resigniert zurückziehen und sagen, das dies Leben und diese Welt in ihren Verlauf nicht mehr zu retten sind.
Voller Angst geht man von einer Katastrophe zur nächsten, gibt dieser Welt keine Chance mehr.
Dann entstehen dann solche Meinungen wie diese:
In diese Welt kann man doch kein Kind mehr setzen. Wir Menschen haben diese Welt so kaputt gemacht, dass ein Leben darin sich nicht mehr lohnt.“
Das war und ist die Sicht vieler Menschen nicht nur in unser heutigen Zeit, die diese Welt als Unheil erleben, die keine Hoffnung mehr haben können für sich und andere. Sie vergehen im eigenen Mitleid mit sich selbst und können ihren Zustand oft nicht beschreiben.
Es sind Menschen, die sich gefangen nehmen lassen, von ihren eigenen Gedanken und Beweggründe zum Ende der Welt und in dieser Hoffnungslosigkeit versinken.
B ) Die andere Herangehensweise ist die, dass wir solche Lebensgedanken sehr ernst nehmen, dass wir die Menschlichkeit von uns allen sehr ernst nehmen.
Zu dieser Menschlichkeit tritt unser eigene Erkenntnis , dass wir um die Fehler und die Schuld von Menschen in ihren Leben wissen und erkennen.
Vor Gottes Angesicht fehlte uns das Bestehen vor ihm, sind wir seit Adam und Eva von Schuld und Sünde belastet und dadurch auf die Gnade Gottes im Glauben angewiesen sind.
Wir Menschen sind, wie Luther sagt,
„Allzumal Sünder, von Gott getrennte Menschen, und wir bedürfen der Vergebung.
Die Macht der Sünde trennt uns von Gott, trennt uns vom Schöpfer, trennt uns vom wahren Sinn unseres Lebens.
Hier liegt der Kern des hoffnungsvollen christlichen Glaubens, der zentrale Punkt des Glaubens an Gott..
Nicht unser eigenes Tun, Streben und Handel,
nicht wir selber können uns vor Gott gerecht machen, nicht wir selber haben das Heil der Welt in der Hand, sondern Gott, der Schöpfer bringt uns durch sein Handeln in der Welt zurecht, macht uns gerecht vor ihm durch das Erlösungswerk seines Sohn.am Kreuz auf Golgatha.
Er hat die Welt und deren Zukunft in der Hand als Schöpfer.
Gott hat uns nicht dazu bestimmt, zugrunde oder verloren zu gehen in de Gottes ferne, schreibt Paulus, sondern dazu gerettet zu werden.

Die Errettung

Und der uns rettet, das ist unser Herr, Jesus Christus, der für unser Schuld am Kreuz auf Golgatha gestorben ist und dafür bezahlt , damit wir mit ihm leben, jetzt - und dann, wenn dieses Leben hier vorüber, ist bei ihn in der Ewigkeit.
Hier liegt der Kern des Glaubens und der Hoffnung angesichts des Nachdenkens über das Ende der Welt. Ich glauben, dass Gott für dich und mich jetzt und hier Heil bereit hat.
Der Tod Jesu am Kreuz auf Golgatha hat alles Trennende der Sünde zum Gott Vater überwunden, mit ihm sollen wir jetzt leben.
Und wir können und sollen Leben als Menschen, die im Licht Gottes stehen und seine Liebe ausstrahlen, die wir im Leben, in unseren Glaubensleben selbst erfahren. Klar und wach sollen wir sein und nicht im Finsteren umher irren.
So, wie es im Augenblick im Wald in der mondlosen Nacht bei der Jagd es ist.
Was bedeutet dies angesichts der Gedanken von vorhin.
Als Christen, so wird mit gerade an diesen Worten des Paulus immer wieder deutlich, können wir offen mit unserer Sündhaftigkeit, unserer Fehlerhaftigkeit umgehen.
Wir brauchen sie nicht zu verstecken, wir brauchen sie nicht im Finstern zu belassen.
Vor Gott dürfen wir sie offen legen, dürfen ihn unsere Schuld offen in der Buße bekennen., die uns in seinen Licht deutlich geworden ist.
Gott hat die Schuld längst auf sich selbst genommen in Christus. D.h., ein Leben im Licht ist ein offenes Leben, dass ehrlich mit sich umgeht, bis in die Schattenseiten hinein.
Wir dürfen seinen Ruf zur Umkehr heute noch folgen.
Damit kann christliches Leben kann offen mit sich umgehen, weil wir im Angesicht Gottes keine Angst haben müssen verloren zu gehen.
Gott will unser Heil, als Menschen die ihn in seiner Gemeinde nachfolgen , als Christen.
Das ist wichtig für unser ganz persönliches Leben vor Gott, aber sicher auch für das gemeinschaftliche Leben in der Gemeinde, hier im Gottesdienst.
Ein solches Leben im Licht, ermöglicht auch im Großen einen offeneren Umgang mit den Menschen.
Wenn ich mein Leben anschaue, bedeutet das, nüchtern und wachsam zu sein im Glauben.
Glaube, Liebe und Hoffnung, das sind dann die Motoren, die uns von den negativen Gedanken des Endes, aus der Finsternis herausführen.
Nüchterner und wachsamer Glaube lässt sich nicht entmutigen von den Verhältnissen dieser Welt.
Er nimmt sie ernst, wie sie sind, aber er gibt die Hoffnung nicht auf, dass sich etwas verändern kann, dass der Wille Gottes für ein sinnvolles Leben auf dieser Welt uns Menschen auch verändern kann.
Gott ruft auch heute zur Umkehr zu IHM nach Menschen in seinen Wort der Schrift und der Predigt.
Wenn Gott nicht das Verderben will, dann gibt es immer auch Wege Gottes aus dem Verderben.
Jesus Spricht im Johannes-Evangelium
„Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben.“
Nur oft genug sind diejenigen, die damit befasst sind, so in der Finsternis der eigenen Gedanken oder der sogenannten Eigendynamik gefangen, dass das Licht und des Weg des Heiles, den Gott mit ihnen gehen will, nicht sehen können.
Wer so lebt, dass er im Licht des Glaubens das wirkliche menschliche Wesen anerkennt, dass er gleichzeitig um die Gnade Gottes weiß, der kann sehr getrost und hoffnungsvoll die Aufgaben in dieser Welt wirklich bis zum Ende durchführen.
Sie kennen sicherlich alle das Wort, das Martin Luther zugeschrieben wird:
„ Wenn ich wüsste, dass morgen die Welt zugrunde geht, so würde ich heute einen Apfelbaum pflanzen.“ Dieses Wort beschreibt auf seine Art und Weise,
was es heißt, den Tag des Herrn vor Augen zu haben, das Ende der Welt als etwas anzusehen,
das jeden Tag hereinbrechen kann, und im Glauben seine Verantwortung für die Welt und in der Welt wahrzunehmen.
Wenn wir am Ende des Kirchenjahres im Angesicht der Volkstrauertages und des Totensonntages nachdenken über uns selbst , dann eben nicht so, dass wir resignieren und nur noch auf das Ende starren - so wie es die Menschen tun, die dieser Welt keine Zukunft mehr geben -, sondern dass wir ganz hoffnungsvoll in unseren gelebten Glauben von Gott her die Aufgaben angehen, die es gilt anzugehen für ein Leben aller.
Im Math.-Evangelium sagte Jesus zu uns:
„ Darum gehet hin und verkündigt allen Völkern und Taufet sie im Namen des Vaters und des Sohnes und des hlg.Geistes.“
Gerade weil wir unseren Lebensweg und das Ende ganz in Gottes Hand legen, gerade weil wir das Heil von Gott erwarten,
nicht von Menschen, weil wir darauf bauen, dass Gott das Ende ist und nicht das Handeln von Menschen, haben wir Hoffnung auch in hoffnungsloser Zeit der Finsternis.
Weil wir als Christen im Licht des Heiles stehen, können wir diese Hoffnung auf Gottes gemachten Zusagen in seinen Wort haben.
Vielleicht ist das der Grund, warum wir das Ende so wenig bedenken, warum es bei uns oft bedeutungslos ist.
Aber dann wollen wir es doch so sehen, als bewussten Akt des Glaubens an Gott.
Wenn Gott der Anfang ist, dann steht er auch am Ende da.
Und wenn sein Tag kommt, dann wollen wir dem vertrauensvoll
in unser gelebten und erfahrenen Glauben entgegengehen
als hoffnungsvolle Menschen, die seine Gnade im Glauben erlebt und erfahren haben.

Amen!

Das gesprochene Wort gilt!

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