Prediger Jens Winkler in der Kirche Guttau/Malschwitz

Bibel - Gottes Wort - Errettung - Gottes Sohn -Jesus Christus -Leben - Glauben

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7.So. n.Trinitatis

Abgelegt unter:Allgemein, Predigten — Jens am 18.07.2010 gg. 06:34

Predigtgottesdienst in Quatitz/Guttau
7.So. n.Trinitatis
Apg 2, 41-47

Haben Sie schon einmal darüber nachgedacht, was eine Gemeinde in ihren Sinn ausmacht?
Da stellen sich Fragen wie:
Was gefällt mir an unserer Gemeinde ?
Wann und vor allen warum fühle ich mich in ihr hingezogen?
Was bringt mich eigentlich dazu, da hinzugehen und dabei zu bleiben?
Wann finde ich Gefallen an einer Gemeinde oder wann findet eine Gemeinde mein Wohlwollen?
Wer Dienst für die Gemeinde tut oder sich durch die Arbeit im Kirchenvorstand mitverantwortlich fühlt, der fragt vielleicht anders herum:
Was könnten wir tun, damit Menschen aus unser dörflichen Umgebung sich von der Botschaft Gottes angesprochen fühlen?
In unserer heutigen Zeit denkt man an große Aktionen wie eine Großevangelisation und an eine entsprechende Werbung für diese Tage.

Aber diese Art der Verkündigung hat nur Sinn, wenn das eigentliche Ziel klar ist,,
wofür ich andere Menschen gewinnen will oder anders gesagt,
was ich mit ihnen im Leben teilen möchte.
Der für heute vorgesehene Predigttext nennt so einige Punkte, die eine Gemeinde Gottes im tieferen Sinn von der Bibel her ausmacht .
Darüber stellt uns Lukas in unseren Predigttext einige Punkt dar.

Der christliche Glaube an Gott und die damit verbundene Nachfolge knüpft als erstes an die eigene Taufe und das damit einhergehende Bekenntnis an.
Der persönliche und bekennende Glaube an Gott und Jesus Christus ist der Schritt,
durch den die Taufe im Glauben bedeutungsvoll wird.
Dieser lebendige Glaube an Gott wird dann im Leben der Gemeinde miteinander praktisch gelebt.
Vier Dinge zeigen, wie in der christlichen Gemeinde der persönliche Glaube Gestalt gewinnt und darin für andere Menschen um uns herum sichtbar wird:

1.
Die ersten Christen “ließen sich regelmäßig von den Aposteln unterrichten”
Es sind die Pfarrer und die anderen Mitarbeiter,
die geschult uns das Wort Gottes,
sei es in der Predigt oder in anderen Weise die Wort der Bibel verkündigen.
Christliche Gemeinde ist der Ort, an dem wir miteinander lernen,
z.B. im gemeinsamen Nachdenken über biblische Texte.
Wir lernen von und aus der Bibel, Gottes inspiriertes Wort.
Dort wird uns von Gott und von Jesus berichtet.
Dazu gehört, dass wir in den Gottesdienst am Sonntag gehen und uns in der Predigt das Wort Gottes in unsere heutige Zeit verdolmetschen lassen,
d.h. sich davon für sein Leben leiten zu lassen.
Es ist wichtig, dass wir persönlich für uns zu Hause in der Bibel, bzw. die Kinder in der Kinderbibel lesen.
Es ist Wichtig jeden Tag unter ein Wort der Bibel zustellen z.B. wie in den Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine.
Richtig lebendig wird es dann,
wenn wir uns treffen und über das Gelesene sprechen und unsere Erfahrungen miteinander teilen
und im Alltag dies erleben..
Zum Beispiel auf einer christlichen Freizeit im Urlaub.
Wir brauchen Gott, der unserem Leben Ziel,
Maß und Richtung gibt,
der uns lieb hat und uns allen einen unendlichen Wert schenkt und zuspricht.
Nun können sich viele hier wahrscheinlich nicht so recht vorstellen,
wie das auf einer Freizeit so ist und zugeht.
Ihnen fehlt die Erfahrung einer solchen längeren Zeit in der Gruppe.
Aber auch schon unsere Gemeindekreise können etwas davon vermitteln, was das heißt:
Mitmenschen zu haben, die für mich da sind und für die ich da sein kann,
Mitchristen, die im gleichen Glauben stehen oder auch die gleichen Zweifel und Schwierigkeiten mit manchen Dingen des Glaubens haben.
Wir lernen durch das Vorbild anderer Christen,
die uns durch ihr Lebenszeugnis zeigen,
wie christlicher Glaube aussieht.
Neben Menschen die hier in Deutschland ihren Glauben leben, sind das auch Menschen in der Mission und anderen Ländern.

Zwei Dinge, die uns helfen im Glauben an den lebendigen Gott weiterzukommen sind unsere verschiedenen Kreise.
Für jung und alt gibt es hier Gruppen, die sich Treffen über die Bibel und den Glauben, über Gott und die Welt reden.
Da ist die Junge Gemeinde, der Altenkreis oder einen Bibelstunde, die einen im Glauben weiterhelfen.
Das hilft uns dann auch unseren christlichen Glauben besser zu verstehen.

2
Die ersten Christen “lebten in brüderlicher Gemeinschaft”
Christliche Gemeinde ist der Ort, an dem Christen sich treffen, Gottesdienst feiern und zu Gott beten.
Wer sagt, ich brauche die Mitgliedschaft der Gemeinde und den sonntäglichen Gottesdienstbesuch nicht,
der gleicht dem Mann, der sagt,
ich brauche die Fußballmannschaft nicht,
ich kann alleine Fußball spielen.
Gerade in der Zeit nach der Weltmeisterschaft ist vielen klar, dass das eben als Alleinspieler im Fußball und im Glauben ebenfalls nicht geht.
Christlicher Glaube ist wie eine Mannschaftssportart.
Nur in der Gemeinschaft kann man bestehen..
Wir treffen uns im Gottesdienst, damit Gott uns für unser Leben Gutes tun und wir miteinander Gott loben können.
Das ist ein guter Start in den Sonntag, ihn gemeinsam mit anderen Christen zu beginnen.
Der Gottesdienst ist die Kraftquelle für den Alltag,
ich kann durch ihn mein Leben durch das Wort auf Gott ausrichten und neue Kraft im Glauben tanken .
Der Sonntag als freier Tag dazu ist das große Geschenk Gottes an uns.
In der Gemeinde gibt es weitere Veranstaltungen damit deutlich wird, dass Gott auch unseren Alltag bestimmen möchte.
Gemeinschaft bedeutet auch miteinander zu reden und sich auszutauschen.
Ohne Kommunikation miteinander gehen Menschen ohne Gemeinschaft zu Grunde.
Vielleicht kennen sie das Experiment, was unter Friedrich II durchführt worden sein soll.
Es ging um die Erforschung der Ursprache des Menschen.
Einige elternlose Säuglinge wurden in einem Haus zusammengebracht, wo für sie jegliche Art von körperlicher Pflege anordnet wurde.
Allerdings verbot man den Pflegern, mit den Kindern zu reden.
So sollte sich herausstellen, welche Sprache sie von sich aus spontan sprechen würden.
Man erwartete, dass es entweder hebräisch, griechisch oder eine andere Sprache sein würde.
Das waren die damals als Urmöglichkeiten betrachteten Sprachen.
Aber es war weder eine dieser Sprachen noch war es die Mundart der Eltern.
Statt zu sprechen waren die Kinder nach kurzer Zeit tot. Ihnen fehlte die Liebe, Nähe und Gemeinschaft der Mutter.
Die Wärme der anderen Menschen.
Aufeinander zugehen, sich wahrnehmen
So wichtig ist Gemeinschaft.
Achtet aufeinander und schaut in unseren gemeinsamen Tun , dass jeder die Nöte des anderen in seiner Gemeinde wahrnimmt.
Da können wir es einüben, was wir im Text unter geschwisterlicher Gemeinschaft lesen.

3.
Die ersten Christen “feierten das Abendmahl”

Bei aller Schwierigkeiten mancher Christen,
die Abendmahlsfeiern in den Gottesdienstes zu besuchen,
wir kommen am Tisch des Herrn wirklich und wahrhaftig mit Jesus Christus, den Sohn Gottes in Kontakt,
Er ist und bleibt der Gastgeber des Abendmahls der Gemeinde,
er ruft uns, er beschenkt uns mit seiner Nähe und der Vergebung unserer Schuld.
Er hat einen Auftrag für uns, wenn wir von seinem Tisch kommen und Gemeinschaft hatten
er sendet uns unter die Menschen, dass wir ihnen zeigen und so leben, dass sie spüren:
Wir sind seine Leute
Das gilt weiter vom Abendmahl, das wir miteinander feiern.
Vier Dinge sind beim Abendmahl ganz besonders wichtig:

a.
die Gemeinschaft derer, die miteinander feiern;
hier wird der zuvor angesprochene Punkt ganz praktisch;
wir bilden einen Halbkreis vor den Altar und zeigen so, das wir als Gemeinde zusammen gehören und uns gemeinsam auf Gott ausrichten.

b.
Jesus,der auferstandene Sohn Gottes
kommt uns im Abendmahl nahe und wir erinnern uns an ihn;
das wir in den sichtbaren Zeichen Brot und Wein für unser Leben ganz greifbar ist

c.
Wir werden gewiss, dass Gott durch seinen Sohnes unschuldigen Tod am Kreuz auf Golgatha unsere Schuld und Sünde vergeben hat.
Hier wird uns die Vergebung für unsere Sünden zugesprochen.
Was wir bei Gott an Verfehlungen abgegeben haben, das ist wirklich weggenommen.
Durch ihn wurde uns die Tür zum ewigen Leben geöffnet.

d.
Es weckt in uns Hoffnung auf das große Festmahl, dass wir mit Jesus im Himmel feiern werden.
Hier haben wir die lebendige Hoffnung, das gibt uns Kraft für unseren Alltag und unseren Weg durch die Höhen und die Tiefen des Lebens.

4.
Die ersten Christen “beteten miteinander”
Christliche Gemeinde ist der Ort, an dem Christen zusammen beten, oder um es anders mit einen Lied zu sagen:
„Beten ist Reden mit Gott und Hören“
In unserer Gemeinde in Malschwitz gibt es eine kleine Gruppen von zwei oder drei Menschen,
die sich am Donnerstag treffen, um miteinander zu beten.
Hier können die Dinge, die für unser Leben und die Gemeinde wichtig sind, mit Gott besprochen werden.
Und es stellt sich in dieser Sache oft die Frage:
„Wann habe ich selbst allein mit Gott das letzte Mal geredet?“

So wie eine Freundschaft vom miteinander reden lebt, so lebt unser Glaube vom Gespräch mit Gott.
Beten ist vielseitig:
Wir können Gott danken, für das was er uns Gutes im Leben geschenkt hat.
Wir dürfen Gott bitten, für das was wir brauchen.
Wir sollen andere Menschen in den Blick nehmen,
weil wir ihnen wünschen, dass Gott ihnen Gutes schenkt.
Und nicht zuletzt dürfen wir Gott loben und preisen, weil er so groß und herrlich ist.

Die Folge von diesen vier Kennzeichen christlicher Gemeinde ist:
“Eine tiefe Ehrfurcht vor Gott erfüllte sie alle.”
Gott prägt dann das ganze Leben.
Durch diese Prägung haben die ersten Christen eine Menge mit Gott im Glauben erlebt.
Lass dein Leben von Gott prägen und du erfährst und erlebst eine getragenen Weg mit dem lebendigen Gott.
Wir brauchen Gott und die Gemeinschaft mit denen, die zu ihm gehören.
Wer die Freude erfahren hat, die in der christlichen Gemeinschaft liegt,
der kann gar nicht mehr von Gott, seiner Sache und seinen Leuten lassen!
Diese alle bitte ich heute,
auch dafür vor anderen Menschen zu zeugen.
Oft fehlt bei unseren Mitmenschen und manchen Mitchristen nur noch ein kleiner Anstoß, dass mitkommen und sich einladen lassen.

Wie schön, wenn das bei uns mehr und mehr wahr würde, was in den Versen der Apostelgeschichte am Ende steht:
“Der Herr aber fügte täglich zur Gemeinde hinzu, die gerettet wurden.”
Ich halte es nicht für übertrieben,
von Rettung zu sprechen,
wenn ein Mensch aus seiner Einsamkeit und Vereinzelung herauskommt und zu Gott und seiner Gemeinde finde

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Kolosser 3, 12-17

Abgelegt unter:Allgemein, Predigten — Jens am 02.05.2010 gg. 07:51

Predigtgottesdienst zu Kantate in Baruth
Kolosser 3,12-17

Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus, die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit uns allen.

„Kleider machen Leute“ so lautet ein Sprichwort aus dem Volksmund.
Auch heißt wegen verschiedener Erfahrungen nach der Wende oft:
„In einem guten Anzug steckt nicht immer ein guter Kerl„
Die Wintermonate sind vorbei, jetzt können wir die dicken Wintersachen endlich wegpacken.
Die meisten von uns haben in den letzten Wochen vor dem Kleiderschrank gestanden und sich beim Anblick des Wetters gefragt, welche Sachen man wohl heute anziehen sollte.
Spätestens wenn man selbst für eine Reise seine Koffer packen muss oder eine wichtige Feier ins Haus steht, dann beginnt ein Problem zu Hause immer wieder von Neuen.
„Was ziehe ich denn an?“ so sagen die Männer und die Frauen erklären im Anblick des vollen Kleiderschrankes: „Ich habe nichts zum anziehen!“
Wer kennt diese Frage nicht?
Hinter diesen schwingt oftmals ein Unterton leichter Verzweiflung mit.
Was ziehe ich denn nur an?
Diese Frage vor so einen Ereignis beschäftigt manche Menschen oft tagelang
Das Blaue mag ich nicht,
mit meinen guten schwarzen Anzug fühle ich mich möglicherweise völlig fehl am Platz in dieser Veranstaltung,
aber die guten Jeans passen auch nicht.
Viele haben es sicher schon erlebt, wie es ist,
falsch angezogen zu so einen Treffen zu kommen.
Es spielt eben einen Rolle, was ich an Sachen anhabe.
So zeige ich mich andern, so werde ich von ihnen gesehen.
Was ziehe ich zu diesen Treffen an?
Wie begegne ich anderen Menschen?
Das sind wichtige Fragen, für andere ebenso wie fdigtgottesdienst zu Kantate in Baruth
ür mich.
Aber eigentlich geht es in unseren Predigttext um ein anderes Thema:
Wie lebt man eigentlich als Christ?
Und das ist natürlich nicht nur eine Frage der Außenwirkung, wie es das Bild vom „Anziehen” vielleicht nahe legen könnte.
Das Erscheinungsbild und die damit verbundene Darstellung kann einen falschen Eindruck vermitteln.
Die Kleidung kann eine Ver-Kleidung sein,
ein Schauspielstück, im Theater,
das die Zuschauer täuscht statt sie gut zu unterhalten.
Die scheinbare „Freundlichkeit” kann sich möglicherweise schnell als frommes Getue erweisen,
die „Demut” als eitle Selbstverrenkung.
Man kennt das zur Genüge, und der schale Beigeschmack davon liegt manchem immer noch spürbar auf der Zunge.

1.
Es hört sich eben so leicht an, was uns heute in den Predigttext zugerufen wird:
„„Ziehet nun an herzliches Erbarmen, Freundlichkeit, Demut, Sanftmut, Geduld.“
Als ob man eine bestimmte Jacke oder eine Hose für eine Feier anzieht und damit sein ganzes Leben lang richtig in der Erscheinung liegt.
Eigentlich stimmt die Formulierung auch nicht ganz , denn es handelt sich hier um innere Qualitäten,
um den inneren Menschen,
um Lebensinhalte und Zielsetzung.
Die kommt nicht von außen und die zieht man nicht leicht und locker an und aus.
Sie befinden sich tief im inneren Leben des Menschen und ist sehr oft die Frucht eines langen und meistens streitenden Glaubenslebens.
Was steckt dahinter? Hat es vielleicht etwas zu tun mit den Kolossern im allgemeinen oder mit der christlichen Gemeinde besonderen zu tun? Vieles wissen wir dazu nicht.
Und noch ein weiteren Gedanken erfahren wir.
Von Liebe redet auch der heutige Text .
„Über alles aber zieht an die Liebe, die da ist das Band der Vollkommenheit.“
Die Liebe wird da verglichen mit einem Band, das alles zusammenhält.
Dazu muss man sich kurz ins Gedächtnis rufen, wie das früher war mit der Kleidung der Menschen. Man hatte ja im Grunde nur große Tücher und Gewänder aus einen Stück gewebt.
Hosen und T-Shirts, Knöpfe und Reißverschlüsse, das alles gab es ja noch nicht.Erst durch ein Band, das über alle Tücher um den Körper geschlungen wurde, bekam die Kleidung Halt .
Und so ist das mit der Liebe auch, sagt Paulus.
Erst durch die Liebe wird das Leben wirklich lebenswert, bekommt es Halt und Formen.
Und ohne Liebe im Leben ist eigentlich alles zum Scheitern verurteilt.
Die besten Gaben und Talente eines jeden Menschen helfen einem persönlich nichts, wenn man nicht geliebt wird oder nicht lieben kann
Auch Reichtum, Geld, viel Macht und „bewundert werden“ in seiner Lebensstellung können diese Liebe nicht ersetzen. Aber wie komme ich an Liebe heran?
Wie erfahre ich sie? Und was versetzt mich in die Lage, sie an andere weiterzugeben und sie mit ihnen zu teilen?
Der Apostel Paulus sagt uns hier ganz deutlich:
Ihr müsst sie ganz einfach anziehen wie ein Kleidungsstück, das für euch parat liegt.
So wie wir morgens Socken, Hose und Pullover überstreift, genauso müssen wir auch herzliches Erbarmen, Freundlichkeit und Bescheidenheit,
Milde und Geduld anlegen.
„Als von Gott Auserwählte, als Heilige und Geliebte zieht an herzliches Erbarmen, Freundlichkeit, Demut, Sanftmut, Geduld; …und über alles zieht an die Liebe.“
Leicht gesagt bei unser heutigen große Auswahl für Lebensinhalten.
Fragt sich nur, wo wir denn diese besonderen Kleidungsstücke für Leben finden.
Im Schrank hängen sie nicht, unterm Bett könnten wir auch lange suchen und zu kaufen gibt es sie nicht.
Wo finden wir Erbarmen, Freundlichkeit, Geduld, Milde?
Wo finden wir Liebe?

2
Unser Bibelwort heute nennt uns zwei Orte, wo wir die lebensnotwendige Liebe finden können.

a) Als erstes nennt es uns das Wort Christi:
„Lasst das Wort Christi reichlich unter euch wohnen“.
Was sich etwas schwierig anhört, bedeutet nichts weiter als das Beschäftigen und mit Gottes Wert.
Sei es zu Hause mit seiner Bibel, in unseren Kreisen der Gemeinde und in den Hören der Predigt in den Gottesdiensten.
Leider ist die Bibel bei viele zu Hause seit der Konfirmation und Trauung gut versteckt im Bücherschrank in der hinteren Ecke unter einer Staubschicht.
Machen wir uns auf, sie neu zu suchen und ihre Wahrheiten für unser Leben zu entdecken.

b) Und ein zweiten Ort wird uns als Quelle der Liebe genannt wird:
„Ermahnt einander“ – oder besser übersetzt – „stärkt und ermuntert einander mit Psalmen, Lobgesängen und geistlichen Liedern.“ V.16
Es gibt natürlich auch noch andere Quellen, wie z.B. das Abendmahl und die Beichte und das Gebet, aber heute besonders an diesen Sonntag Kantate werden wir einmal besonders auf die Lieder und Gesänge hingewiesen
Lieder, die wir miteinander anstimmen, und auf die Worte von Jesus Christus, in denen uns die Liebe Gottes nahe kommt,
können Besitz von uns ergreift.
Dass wir in der Kirche beim Gottesdienst miteinander singen und unsere Orgel erklingen lassen, ist also mehr als nur schmückendes Beiwerk.
Es ist nicht nur ein Teil des Gottesdienstes, damit die Stunde am Sonntagmorgen ein wenig voll wird.
Ohne Musik - und nebenbei, aber deutlich sei gesagt: ohne Kirchenmusiker! - kann ich mir christlichen Gottesdienst und gemeindliches Leben nur ganz schwer vorstellen.

Das Miteinander-Singen und Musizieren geistlicher Lieder dient dazu,
uns gegenseitig mit der Botschaft von Jesus Christus aufzubauen und zu stärken,
uns gegenseitig zu trösten und auf den Weg des Glauben weiter voranzubringen.
Es ist geistliche Anbetung unseres Gottes,eben Liturgie.
Bei Kausualien kann man das oftmals erleben, welche Kraft geistliche Lieder haben.
Ich denke hier ganz besonders an manche Beerdigung und die getragenen Lieder des Trostes und der Hoffnung aus unseren Gesangbuch.
Solche bekannten Lieder wie „ So nimm den meine Hände.., die das ganze Elend und Verzweiflung in dieser schwierigen Situation mittragen.
Und ein zweites Beispiel fällt hier mir ein.
Da sind zwei Gruppen, oftmals im Kirchenvorstand, die um eine ganz bestimmte Entscheidung in einer Sache hart ringen und streiten und sich nicht einig werden können.
Die einen wollen genau das Gegenteil von dem, was die andern wollen.
Und beide haben irgendwie Recht und in diese Sache muss eine Lösung her.
Beiden Gruppen muss man zugestehen, dass sie sich nach bestem Wissen und Gewissen in der Verantwortung vor Gottes Wort halten und daraus ihre Erkenntnis gewonnen haben.
Und keiner ist in der Lage, einen Kompromiss zur Entscheidung finden, so dass man diese dann schließlich ergebnislos auf einen neuen Termin vertagen muss.
Aber statt dann einfach verärgert auseinander zu laufen, wird noch ein Lied aus dem Gesangbuch gesungen und ein Gebet gesprochen.
Daran sieht man, wie wir miteinander umgehen und: man hört es an dem, was ihr miteinander singt!
Diese Aussage unseres Textes bedarf am Sonntag Kantate besonderer Aufmerksamkeit. Das ist ja klar.
Das Singen von Psalmen und Lobgesängen ist ein wesentliches Stück Glaubenspraxis.
Gesang schafft eine neue Atmosphäre, lässt Vertrautes lebendig werden und hebt uns selbst ein Stück über unser eigenes Sein im Leben hinaus.
Singen gehört einfach dazu, nicht nur am Sonntag Kantate, sondern immer wenn Christen in der Gemeinde zusammenkommen.
Im Gesang gewinnt der Glaube eine besondere Gestalt, da wird er erlebbar und verbindet erneut.
Und wie oft hat man schon erlebt, dass diese Menschen danach trotz aller Meinungsverschiedenheit auseinander gegangen sind,
in dem Bewusstsein diese miteinander tun:
Es gibt etwas, das größer ist als all das,
worüber wir uns gestritten haben.
Jesus Christus ist da, der uns gleichermaßen liebt und für unser aller Sünde am Kreuz zu Karfreitag gestorben und am Ostermorgen auferstanden ist.
In ihm sind wir eins, obwohl wir an diesen einem Punkt gerade eben total gegensätzlicher Meinung sind.
Er ist das Band des Friedens.
Er ist die Liebe, die uns über alle Meinungsverschiedenheit und Sachzwänge hinweg verbindet und zusammenhält.
Dann geht man in der guten Hoffnung auseinander, dass man beim nächsten Treffen eine Lösung finden werden.
3
Ja, miteinander singen, miteinander geistliche Lieder anstimmen, wirkt oft wie eine Medizin, die unsere vergifteten Beziehungen heilt.
In geistlichen Liedern werden wir eins und tauchen in die Liebe Gottes ein.
Sie holt uns heraus aus Einsamkeit und Niedergeschlagenheit.
Sie füllen uns an mit Hoffnung und neuer Lebenskraft.
Sie lassen uns eines Geistes und Sinnes werden und machen uns fähig,
einander zu vergeben und mit Milde und Geduld im weiteren Weg des Lebens zu begegnen.
Sie tut das, weil durch sie Christi Worte in Tiefen unserer Seele und unseres Sein vordringen,
wohin menschliche Worte – und seien sie noch so weise und von Geduld getragen - niemals gelangen würden.
In diesen Zusammenhang fällt mir aus der Zeit meiner Jugend etwas ein, was wir in der Jungen Gemeinde oftmals gesagt haben.
„Das gesungene Lied ist auch ein gesprochenes Gebet zu Gott“
Dazu wurde oft das Lied aus den Jugendmappen gesungen: „Beten ist reden mit Gott …
Selbst das Danklied eines großen Brummer im Chor der Gemeinde , wenn es vom Herzen kommt, ist dem Herren wohl gefällig.
Da bin ich ganz zuversichtlich.
Singen ist eben mehr als nur Musikmachen.
Genau dafür hat uns Gott die Musik gegeben.
Sie ist eine wunderbare Gabe seiner Schöpfung.
Sie ist ein besonderes Mittel zur Verbreitung seines Wortes und damit seines Heils und seiner Liebe zu uns Menschen , als seiner gefallenen Schöpfung.

Es sind scheinbar einfache Antworten, die unser Text bereit hält:
aus dem vollen Herzen heraus,
in Achtsamkeit zu einander in der Gemeinde,
mit den Liedern der Dankbarkeit auf den Lippen.
Das ist nicht alles, aber viel.
Wo es in Demut und Liebe,
also im Namen Jesu geschieht,
da leben wir als Christen - uns selbst zum Segen und Gott zur Ehre.

Amen

Der Friede Gottes, welcher höher ist als alle menschliche Vernunft, er bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus unsern Herrn,
Kolosser 3,12-17

Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus, die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit uns allen.

„Kleider machen Leute“ so lautet ein Sprichwort aus dem Volksmund.
Auch heißt wegen verschiedener Erfahrungen nach der Wende oft:
„In einem guten Anzug steckt nicht immer ein guter Kerl„
Die Wintermonate sind vorbei, jetzt können wir die dicken Wintersachen endlich wegpacken.
Die meisten von uns haben in den letzten Wochen vor dem Kleiderschrank gestanden und sich beim Anblick des Wetters gefragt, welche Sachen man wohl heute anziehen sollte.
Spätestens wenn man selbst für eine Reise seine Koffer packen muss oder eine wichtige Feier ins Haus steht, dann beginnt ein Problem zu Hause immer wieder von Neuen.
„Was ziehe ich denn an?“ so sagen die Männer und die Frauen erklären im Anblick des vollen Kleiderschrankes: „Ich habe nichts zum anziehen!“
Wer kennt diese Frage nicht?
Hinter diesen schwingt oftmals ein Unterton leichter Verzweiflung mit.
Was ziehe ich denn nur an?
Diese Frage vor so einen Ereignis beschäftigt manche Menschen oft tagelang
Das Blaue mag ich nicht,
mit meinen guten schwarzen Anzug fühle ich mich möglicherweise völlig fehl am Platz in dieser Veranstaltung,
aber die guten Jeans passen auch nicht.
Viele haben es sicher schon erlebt, wie es ist,
falsch angezogen zu so einen Treffen zu kommen.
Es spielt eben einen Rolle, was ich an Sachen anhabe.
So zeige ich mich andern, so werde ich von ihnen gesehen.
Was ziehe ich zu diesen Treffen an?
Wie begegne ich anderen Menschen?
Das sind wichtige Fragen, für andere ebenso wie fdigtgottesdienst zu Kantate in Baruth
ür mich.
Aber eigentlich geht es in unseren Predigttext um ein anderes Thema:
Wie lebt man eigentlich als Christ?
Und das ist natürlich nicht nur eine Frage der Außenwirkung, wie es das Bild vom „Anziehen” vielleicht nahe legen könnte.
Das Erscheinungsbild und die damit verbundene Darstellung kann einen falschen Eindruck vermitteln.
Die Kleidung kann eine Ver-Kleidung sein,
ein Schauspielstück, im Theater,
das die Zuschauer täuscht statt sie gut zu unterhalten.
Die scheinbare „Freundlichkeit” kann sich möglicherweise schnell als frommes Getue erweisen,
die „Demut” als eitle Selbstverrenkung.
Man kennt das zur Genüge, und der schale Beigeschmack davon liegt manchem immer noch spürbar auf der Zunge.

1.
Es hört sich eben so leicht an, was uns heute in den Predigttext zugerufen wird:
„„Ziehet nun an herzliches Erbarmen, Freundlichkeit, Demut, Sanftmut, Geduld.“
Als ob man eine bestimmte Jacke oder eine Hose für eine Feier anzieht und damit sein ganzes Leben lang richtig in der Erscheinung liegt.
Eigentlich stimmt die Formulierung auch nicht ganz , denn es handelt sich hier um innere Qualitäten,
um den inneren Menschen,
um Lebensinhalte und Zielsetzung.
Die kommt nicht von außen und die zieht man nicht leicht und locker an und aus.
Sie befinden sich tief im inneren Leben des Menschen und ist sehr oft die Frucht eines langen und meistens streitenden Glaubenslebens.
Was steckt dahinter? Hat es vielleicht etwas zu tun mit den Kolossern im allgemeinen oder mit der christlichen Gemeinde besonderen zu tun? Vieles wissen wir dazu nicht.
Und noch ein weiteren Gedanken erfahren wir.
Von Liebe redet auch der heutige Text .
„Über alles aber zieht an die Liebe, die da ist das Band der Vollkommenheit.“
Die Liebe wird da verglichen mit einem Band, das alles zusammenhält.
Dazu muss man sich kurz ins Gedächtnis rufen, wie das früher war mit der Kleidung der Menschen. Man hatte ja im Grunde nur große Tücher und Gewänder aus einen Stück gewebt.
Hosen und T-Shirts, Knöpfe und Reißverschlüsse, das alles gab es ja noch nicht.Erst durch ein Band, das über alle Tücher um den Körper geschlungen wurde, bekam die Kleidung Halt .
Und so ist das mit der Liebe auch, sagt Paulus.
Erst durch die Liebe wird das Leben wirklich lebenswert, bekommt es Halt und Formen.
Und ohne Liebe im Leben ist eigentlich alles zum Scheitern verurteilt.
Die besten Gaben und Talente eines jeden Menschen helfen einem persönlich nichts, wenn man nicht geliebt wird oder nicht lieben kann
Auch Reichtum, Geld, viel Macht und „bewundert werden“ in seiner Lebensstellung können diese Liebe nicht ersetzen. Aber wie komme ich an Liebe heran?
Wie erfahre ich sie? Und was versetzt mich in die Lage, sie an andere weiterzugeben und sie mit ihnen zu teilen?
Der Apostel Paulus sagt uns hier ganz deutlich:
Ihr müsst sie ganz einfach anziehen wie ein Kleidungsstück, das für euch parat liegt.
So wie wir morgens Socken, Hose und Pullover überstreift, genauso müssen wir auch herzliches Erbarmen, Freundlichkeit und Bescheidenheit,
Milde und Geduld anlegen.
„Als von Gott Auserwählte, als Heilige und Geliebte zieht an herzliches Erbarmen, Freundlichkeit, Demut, Sanftmut, Geduld; …und über alles zieht an die Liebe.“
Leicht gesagt bei unser heutigen große Auswahl für Lebensinhalten.
Fragt sich nur, wo wir denn diese besonderen Kleidungsstücke für Leben finden.
Im Schrank hängen sie nicht, unterm Bett könnten wir auch lange suchen und zu kaufen gibt es sie nicht.
Wo finden wir Erbarmen, Freundlichkeit, Geduld, Milde?
Wo finden wir Liebe?

2
Unser Bibelwort heute nennt uns zwei Orte, wo wir die lebensnotwendige Liebe finden können.

a) Als erstes nennt es uns das Wort Christi:
„Lasst das Wort Christi reichlich unter euch wohnen“.
Was sich etwas schwierig anhört, bedeutet nichts weiter als das Beschäftigen und mit Gottes Wert.
Sei es zu Hause mit seiner Bibel, in unseren Kreisen der Gemeinde und in den Hören der Predigt in den Gottesdiensten.
Leider ist die Bibel bei viele zu Hause seit der Konfirmation und Trauung gut versteckt im Bücherschrank in der hinteren Ecke unter einer Staubschicht.
Machen wir uns auf, sie neu zu suchen und ihre Wahrheiten für unser Leben zu entdecken.

b) Und ein zweiten Ort wird uns als Quelle der Liebe genannt wird:
„Ermahnt einander“ – oder besser übersetzt – „stärkt und ermuntert einander mit Psalmen, Lobgesängen und geistlichen Liedern.“ V.16
Es gibt natürlich auch noch andere Quellen, wie z.B. das Abendmahl und die Beichte und das Gebet, aber heute besonders an diesen Sonntag Kantate werden wir einmal besonders auf die Lieder und Gesänge hingewiesen
Lieder, die wir miteinander anstimmen, und auf die Worte von Jesus Christus, in denen uns die Liebe Gottes nahe kommt,
können Besitz von uns ergreift.
Dass wir in der Kirche beim Gottesdienst miteinander singen und unsere Orgel erklingen lassen, ist also mehr als nur schmückendes Beiwerk.
Es ist nicht nur ein Teil des Gottesdienstes, damit die Stunde am Sonntagmorgen ein wenig voll wird.
Ohne Musik - und nebenbei, aber deutlich sei gesagt: ohne Kirchenmusiker! - kann ich mir christlichen Gottesdienst und gemeindliches Leben nur ganz schwer vorstellen.

Das Miteinander-Singen und Musizieren geistlicher Lieder dient dazu,
uns gegenseitig mit der Botschaft von Jesus Christus aufzubauen und zu stärken,
uns gegenseitig zu trösten und auf den Weg des Glauben weiter voranzubringen.
Es ist geistliche Anbetung unseres Gottes,eben Liturgie.
Bei Kausualien kann man das oftmals erleben, welche Kraft geistliche Lieder haben.
Ich denke hier ganz besonders an manche Beerdigung und die getragenen Lieder des Trostes und der Hoffnung aus unseren Gesangbuch.
Solche bekannten Lieder wie „ So nimm den meine Hände.., die das ganze Elend und Verzweiflung in dieser schwierigen Situation mittragen.
Und ein zweites Beispiel fällt hier mir ein.
Da sind zwei Gruppen, oftmals im Kirchenvorstand, die um eine ganz bestimmte Entscheidung in einer Sache hart ringen und streiten und sich nicht einig werden können.
Die einen wollen genau das Gegenteil von dem, was die andern wollen.
Und beide haben irgendwie Recht und in diese Sache muss eine Lösung her.
Beiden Gruppen muss man zugestehen, dass sie sich nach bestem Wissen und Gewissen in der Verantwortung vor Gottes Wort halten und daraus ihre Erkenntnis gewonnen haben.
Und keiner ist in der Lage, einen Kompromiss zur Entscheidung finden, so dass man diese dann schließlich ergebnislos auf einen neuen Termin vertagen muss.
Aber statt dann einfach verärgert auseinander zu laufen, wird noch ein Lied aus dem Gesangbuch gesungen und ein Gebet gesprochen.
Daran sieht man, wie wir miteinander umgehen und: man hört es an dem, was ihr miteinander singt!
Diese Aussage unseres Textes bedarf am Sonntag Kantate besonderer Aufmerksamkeit. Das ist ja klar.
Das Singen von Psalmen und Lobgesängen ist ein wesentliches Stück Glaubenspraxis.
Gesang schafft eine neue Atmosphäre, lässt Vertrautes lebendig werden und hebt uns selbst ein Stück über unser eigenes Sein im Leben hinaus.
Singen gehört einfach dazu, nicht nur am Sonntag Kantate, sondern immer wenn Christen in der Gemeinde zusammenkommen.
Im Gesang gewinnt der Glaube eine besondere Gestalt, da wird er erlebbar und verbindet erneut.
Und wie oft hat man schon erlebt, dass diese Menschen danach trotz aller Meinungsverschiedenheit auseinander gegangen sind,
in dem Bewusstsein diese miteinander tun:
Es gibt etwas, das größer ist als all das,
worüber wir uns gestritten haben.
Jesus Christus ist da, der uns gleichermaßen liebt und für unser aller Sünde am Kreuz zu Karfreitag gestorben und am Ostermorgen auferstanden ist.
In ihm sind wir eins, obwohl wir an diesen einem Punkt gerade eben total gegensätzlicher Meinung sind.
Er ist das Band des Friedens.
Er ist die Liebe, die uns über alle Meinungsverschiedenheit und Sachzwänge hinweg verbindet und zusammenhält.
Dann geht man in der guten Hoffnung auseinander, dass man beim nächsten Treffen eine Lösung finden werden.
3
Ja, miteinander singen, miteinander geistliche Lieder anstimmen, wirkt oft wie eine Medizin, die unsere vergifteten Beziehungen heilt.
In geistlichen Liedern werden wir eins und tauchen in die Liebe Gottes ein.
Sie holt uns heraus aus Einsamkeit und Niedergeschlagenheit.
Sie füllen uns an mit Hoffnung und neuer Lebenskraft.
Sie lassen uns eines Geistes und Sinnes werden und machen uns fähig,
einander zu vergeben und mit Milde und Geduld im weiteren Weg des Lebens zu begegnen.
Sie tut das, weil durch sie Christi Worte in Tiefen unserer Seele und unseres Sein vordringen,
wohin menschliche Worte – und seien sie noch so weise und von Geduld getragen - niemals gelangen würden.
In diesen Zusammenhang fällt mir aus der Zeit meiner Jugend etwas ein, was wir in der Jungen Gemeinde oftmals gesagt haben.
„Das gesungene Lied ist auch ein gesprochenes Gebet zu Gott“
Dazu wurde oft das Lied aus den Jugendmappen gesungen: „Beten ist reden mit Gott …
Selbst das Danklied eines großen Brummer im Chor der Gemeinde , wenn es vom Herzen kommt, ist dem Herren wohl gefällig.
Da bin ich ganz zuversichtlich.
Singen ist eben mehr als nur Musikmachen.
Genau dafür hat uns Gott die Musik gegeben.
Sie ist eine wunderbare Gabe seiner Schöpfung.
Sie ist ein besonderes Mittel zur Verbreitung seines Wortes und damit seines Heils und seiner Liebe zu uns Menschen , als seiner gefallenen Schöpfung.

Es sind scheinbar einfache Antworten, die unser Text bereit hält:
aus dem vollen Herzen heraus,
in Achtsamkeit zu einander in der Gemeinde,
mit den Liedern der Dankbarkeit auf den Lippen.
Das ist nicht alles, aber viel.
Wo es in Demut und Liebe,
also im Namen Jesu geschieht,
da leben wir als Christen - uns selbst zum Segen und Gott zur Ehre.

Amen

Der Friede Gottes, welcher höher ist als alle menschliche Vernunft, er bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus unsern Herrn,

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1.Petrus 2. 21-25

Abgelegt unter:Allgemein, Predigten — Jens am 18.04.2010 gg. 06:52

Predigtgottesdienst in Malschwitz /
Guttau
Misericordias Domini

1.Petrus 2. 21-25

Viele Dingen in einen Leben verändern sich, manche müssen neu geordnet werden und manchmal wird ein kompletter Neuanfang gemacht.
Meistens geschieht dies, wenn ein neues Jahr beginnt und viele Menschen diesen Anbeginn mit vielen neuen Vorsätzen und Gedanken beginnen.
Das Jagdjahr, der Beginn der neuen Jagd und damit des Jägers beginnt am 1. April eines Jahres.
Mit diesen Jahr hat vor allen für mich als Jäger ein Neuanfang begonnen.
Ein Revier zur Pacht wurde übernommen und damit auch eine Menge Arbeit damit.
Vergangenen Dienstag habe ich mit Jagdfreunden begonnen, dieses Revier mit jagdlichen Einrichtungen auszustatten.
Die Sonne lacht und eigentlich war es sehr schön als wir Kanzeln errichteten.
Gemeinsam sind wir über eine Wiese gelaufen und plötzlich war da unter der Grasnabe alles weich und unter Wasser.
Man versank regelrecht in die Erde an den nassen Stellen.
Ohne die Stiefel und mancherlei Erfahrungen der Alten für den weiteren Weg wäre ein weiterkommen dort nicht möglich.
Einer nach den anderen ging in der Fußspuren des Vordermannes, weil eben kein anderen Weg durch diesen Sumpf möglich war.
Auch unser heutiger Predigttext redet von solchen Fußspuren und nimmt ein in den Neuen Testament bekanntest Bild vom guten Hirten und der Schaftsherde auf.

1.
Dieses Bildnis vom Hirten mit seiner Herde ist auch heute in unserer Heimat für uns noch eingängig, denn das ist ein Vergleich, mit dem viele etwas anfangen können.
Schafe und Hirten kommen in unserem Umfeld noch vor .
Es hat etwas bestechendes, wenn wir unser Verhältnis zu Gott, wenn wir die Gemeinde mit dem Motiv Hirte und Schafherde umschreiben:
Gott als der Hirte, der seine Schafe behütet und weidet. Ja, so ist es.
Der 23.Psalm, den wir gemeinsam gebetet haben,
ist für viele Menschen in schweren Zeiten im Leben ein wichtiges Wort, dass ihnen in diesen Ausnahmesituationen Trost, Halt und Hoffnung gibt.
Auch mir hat der Psalm in so mancher Lebenssituation mit seinen Trost geholfen..

Dieses Bildgleichnis nimmt wichtige Einsichten und Erfahrungen mit fürs Leben auf.
Der Hirte ist einer, der sich um seine Schafe kümmert. Nicht nur Schafe, sondern auch um in diesen Bild zu bleiben, um die Menschen, um die sich keiner kümmert, die sonst in ihrer Situation verloren gehen.
Der Hirte gibt der Herde Orientierung und ein Ziel:
Er geht voran, die Schafe folgen ihm.
So wie der Altjäger auf dieser nassen Wiese seinen Weg kannte, dessen Fußstapfen wir dann alle gefolgt sind.
Die Schafe haben sich den Hirten anvertrauen, denn er hat den Überblick und weiß, wo es saftige Weiden gibt.
Unter vielen Menschen unserer heutigen Zeit ist die Orientierungslosigkeit im Leben und die Frage nach den Sinn des Lebens ein weit verbreitetes Problem.
Wonach sollen man sich denn noch richten?
Wozu lebe ich eigentlich überhaupt?
Welche Werte gelten noch in einer sich ständig verändernden oft menschlich kalten Welt ?
Wer sagt uns, welcher Weg der richtige im Leben ist?
Ohne Halt und Orientierung kommen selbst mündige Zeitgenossen nicht aus, und es passiert immer wieder, dass man sich auf seinen Lebensweg vollkommen verirrt – eben wie Schafe, die keinen Hirten und damit keine Führung haben.
Und wenn wir einen Hirten haben, dem wir uns voll im Leben anvertrauen können,
mit dem wir gute Erfahrungen gemacht haben,
dann vermittelt das diese Geborgenheit:
Hier sind wir richtig, hier gehören wir hin,
hier sind wir mit unseren Leben gut aufgehoben.

2.
Das Bedürfnis nach einem guten Hirten für Leben scheint mir sehr groß zu sein.
Die Sehnsucht nach einem Helfer,
der mich anspricht und an die Hand nimmt,
der sich um mich kümmert und rät in meiner scheinbar ausweglosen Situation,
der mich leitet und tröstet, spüre ich immer wieder im Umgang mit den Menschen, sei es im Beruf und hier im Predigtamt, eben wie ein Hirte um seine Herde.

Schon Jesus beauftragt seine Jünger für ihren Dienst in der Verkündigung und damit der Gemeinde:
Weidet meine Schafe!
Es ist durchaus verständlich, wenn das Bild vom Hirten mit seiner Schafherde so manchen Menschen aus der
Erwartung seines tiefsten Inneren im Leben spricht.

Dieses gängige Bild ist aber nur ein Vergleich, und Vergleiche hinken, wenn sie überstrapaziert werden.
Dieses Bildgleichnis hat auch seine Grenzen,
ja es kann sogar gefährlich werden,
wenn wir diese überschreiten und Dinge hinein interpretieren..
Die größte Gefahr darin ist eine Erfahrung, die die Menschheit in der Geschichte immer wieder gemacht haben und auch heute noch machen:
Wie oft haben sich angeblich “gute Hirten” als Wölfe im Hirtenmantel erwiesen und die Schafe ins Verderben und in den Tod geführt anstatt auf grüne Weiden.
Wie oft wurde alle Ansprüche dieser oft selbsternannten Führer ohne eine Prüfung des Gesagten und Geforderten übernommen und so mitgegangen.
Wenn ich nur selbst wie ein Schaf sein soll und will, dann verbinde ich damit eine Unmündigkeit im Leben.
Anstatt meinen eigenen Verstand zu benutzen und selbst auf den Weg zu achten, vertraue ich mich mehr oder weniger blind einer Führergestalt an und laufe ihn nach..

Und es ist auch bequem, Verantwortung,
die ich selbst wahrnehmen könnte,
auf einen anderen abzuwälzen:
Soll der doch den Hut aufhaben und Chef sein!
Ich laufe ja nur mit. Und wenn es dann schief läuft, habe ich einen Sündenbock:
Er hat entschieden, wo es langgeht.
Ich bin nur meinem Hirten nachgegangen.
Ich habe nur meine Pflicht getan.
Wenn irgendwo in der menschlichen Gesellschaft und auch in der Kirche das Bild vom Hirten und seiner Herde als Vergleich herangezogen wird, sollten wir wachsam sein und manches in Frage stellen.
Wer benutzt dieses Bild?
Zu welchem Zweck wird es verwendet?
Wer wird als Hirte und wer als Schafherde eingeordnet?

Es ist natürlich auch eine Erfahrung, dass es ohne Führungsverantwortung in der Gemeinde und Kirche nicht funktioniert.
Auch die Erfahrungen in der Welt und ihren unterschiedlichsten Gesellschaftsformen haben uns gezeigt, das ohne einen Führung nur das Chaos reagiert.
Eine Leitung und Führung muss bestehen , sonst geht alles in ein ungeordneten Chaos unter.
Wenn sich so manche selbsternannten “Führer” als Verführer erweisen, bedeutet das nicht, dass Führung an sich schlecht ist.
Und es gibt viele Hirtenämter in unseren Leben:
Eltern sind Hirten für ihre Kinder.
Lehrer für ihre Schüler
Vorgesetzte sind gewissermaßen Hirten für ihre Untergebenen.
Dazu sollen wir stehen.
Aber es haben sich auf Grund der Erfahrungen in der Geschichte Strukturen herausgebildet, die die verschiedenen Hirtenämter nicht unkontrolliert lassen sollen.

In der Bibel sind die Texte, die das Bildnis vom Hirten mit seiner Herde aufgreifen, sind kritische Texte.
Der Prophet Ezechiel greift massiv die Hirten an, die ihr Mandat und Stellung missbrauchen und sich selbst weiden, anstatt sich um die Herde zu kümmern,
die ihnen anvertraut ist.
Und Jesus unterscheidet zwischen einem echten Hirten und einem Mietling, der lediglich seine Arbeit ausübt, aber nicht weiter an den Schafen interessiert ist und sie in einer Notsituation im Stich lässt..

Die Erfahrung mit schlechten Hirten wird also realistisch fürs Leben angesprochen.
Immer, wenn es um menschliche Hirten und tiefgreifende Veränderungen im Leben und unserer Gesellschaft geht, ist Vorsicht geboten.
Auch die Hirten der Kirche sind da nicht ausgenommen.
Wenn die Bibel das Bild vom Hirten positiv aufgreift, dann kennt sie im Grunde nur einen einzigen Hirten:
Gott selbst, bzw. sein Sohn Jesus Christus.
Der 23. Psalm sagt zu Beginn ganz deutlich, wer der Hirte ist:
Der HERR ist mein Hirte, sonst niemand.
Und Jesus sagt von sich selbst: Ich bin der gute Hirte.

3.
Was einen guten Hirten ausmacht, hat Jesus gezeigt: Er hat sich selbst für die Schafe geopfert.
ER hat seinen Weg zum Kreuz auf Golgatha für unsere Schuld und Sünde getan
Jesus sagt:
Ich bin der gute Hirte. Der gute Hirte gibt sein Leben hin für die Schafe.
Der Predigttext aus dem 1. Petrusbrief drückt das auf seine Wiese aus:
Christus hat für euch gelitten und euch ein Beispiel gegeben, damit ihr seinen Spuren folgt. .
Oder anders wie im Wald den Fußstapfen des Führer..
Er hat unsere Sünden mit seinem Leib auf das Holz des Kreuzes auf Golgatha getragen,
damit wir, die wir tot waren durch die Macht der Sünden und der Schuld Gott gegenüber, leben.
Er, der Sündlos war,
ist für unsere Sünde ein für alle mal gestorben.
Durch seine Wunden und Blut sind wir geheilt.
Das macht einen guten Hirten aus.
Er denkt so sehr an seine Schafe, dass er selbst ganz unwichtig wird.
Das Leben der Schafe ist wichtiger als sein eigenes. Das ist natürlich ein Anspruch, dem kaum ein menschlicher Hirte gerecht werden kann.
Damit hat sich Jesus aber als ein glaubwürdiger Hirte erwiesen.
Er kennt die Tiefen und finsteren Täler im Leben,
durch die er seine Herde führt.
Was er ihr mitunter zumutet, hat er selbst erlebt.
Dass wir trotzdem bei ihm gut aufgehoben sind, kommt in den letzten Worten des 23. Psalms zum Ausdruck: „Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang, und ich werde bleiben im Hause des Herrn immerdar.“
Und der 1. Petrusbrief spricht davon, dass der gute Hirte seine Herde wieder sammelt und ihr eine Heimat gibt:
Denn ihr hattet euch verirrt wie Schafe, jetzt aber seid ihr heimgekehrt zum Hirten und Bischof eurer Seelen.
Bei Jesus als Führer sehe ich nicht die Gefahr des falschen Hirten.
Wer zu seiner Herde und seiner Gemeinde kommt, muss nicht befürchten, ein unmündiges Schaf zu werden, denn Jesus macht dies nicht:
Er nimmt uns nicht unsere Verantwortung und Entscheidungskompetenzen ab.
Er fordert von uns Entscheidungen und Bekenntnisse.
Im Gegenteil:
Die Bibel enthält keine genauen Vorgaben und Regeln für die Praxis der Nachfolge oder auch für die Organisation des Gemeindelebens.
Da müssen wir schon unsere Verantwortung wahrnehmen und um vernünftige Entscheidungen ringen.
Und manchmal vermissen wir auch unseren Hirten und fragen:
Herr, wo bist du in meinen Leben?
Kannst du uns nicht einfach mal sagen, was wir in unserer Situation machen sollen?
Und wer gehen will, kann gehen.
Jesus ist wie der Vater, der seinem Sohn das Erbteil auszahlt und ihn ziehen lässt, obwohl er weiß,
dass es seinem Kind schlecht gehen wird.
Der sich aber trotzdem riesig freut, wenn der Sohn wieder zurückkommt.
So freut sich Gott über jeden Sünder, der seine Schuld und Sünde erkennt, bekennt und mit seinen „ JA“ zu ihm, den Vater und Hirten umkehrt zum Leben und einen Sinn.

Einen Hirten, der mich behütet und mir trotzdem den Freiraum der Entscheidung lässt
– so einen Hirten möchte ich haben.
Und wir haben ihn:
Unsern Herrn, der uns den Weg vom ewigen Tod zum ewigen Leben durch sein Tod und Auferstehung geebnet hat.

Amen
Das gesprochene Wort gilt!

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Eph 3,14 – 21

Abgelegt unter:Archiv — Jens am 16.04.2010 gg. 08:23

Predigtgottesdienst in Guttau
Exaudi

Eph 3,14 – 21
Wie groß ist die Welt?
Können wir begreifen, welches die Breite
und die Länge und die Höhe und die Tiefe ist?
In ganz alter Zeit war eine Reise nach Berlin von wegen der Entfernung mehrerer Tage Dauer ein großes Sache, die einen lange im Gedächtnis geblieben ist..
Heute wird es für viele nur noch ein Tagesauflug, wenn eine Besuch und eine Dienstreise dorthin ansteht.
Die meisten Reisen haben trotz der Entfernung für uns einen messbaren Zeitraum
Wer aber kann die Welt in ihrer Gesamtheit ausmessen?
Vorstellen jedenfalls können wir uns das oft auch heute in unseren erlebbaren Dimensionen nicht.
Was uns die heutige Wissenschaft darüber an Zahlen liefert, ist so unfassbar, dass es uns wenig hilft.
Die Welt im Großen wie im Kleinen, der
Nebel im Weltraum und das Wasserstoffatom – beides für viele von uns unvorstellbar.
Das Staunen darüber kommt an kein erfahrbares Ende.
Hier ist kein Gegensatz von Glaube und Naturwissenschaft.
Im Staunen können sich beide treffen.
Das Staunen, so haben schon die alten Griechen
gewusst, ist der Anfang aller Erkenntnis und des Treibens.
Und vielleicht auch das Ende:
Wenn alles ausgeschöpft ist, was menschlicher Verstand durchdringen und erforschen kann, bleibt das Staunen über die großen unerklärlichen Dinge immer noch.
Und doch gibt es etwas, das größer ist als die Welt und noch erstaunlicher:
Die Liebe.
Die Liebe Gottes umfasst und umgibt
alles, was ist, die fernsten Sternhaufen und die kleinsten Elementarteilchen.
Ohne die Liebe Gottes wäre das alles nichts, eine unendliche Leere.
Und ohne die Liebe Gottes wären auch wir nichts.
Nur eine Zusammenballung von Atomen, etwas Physik, etwas Chemie – nichts Nennenswertes.
Das macht uns noch nicht zu Menschen.
Zu Menschen macht uns, dass die Liebe Gott, unseres Schöpfers, in uns wohnt.
Etwas, das größer ist als die ganze Welt und trotzdem erlebbar für jeden einzelnen Menschen ist , hat in einem festen Platz in unseren Sein und Herzen
Das ist das Geheimnis der Liebe.
Was bleibt uns da als Antwort auf alle ungelösten Fragen?

1.
„Ich beuge meine Knie.“
Ich beuge meine Knie vor all dem großen staunen darüber.
Das Knien im Alltag der Gesellschaft und in unserer Kirche ist fast außer Übung gekommen.
Früher haben die Menschen bei ihren Gebeten zu Gott am Tage zu Hause und auf den Feld gekniet. Es war die Ehrfurcht vor dem, mit den sie im Gebet verbunden sind.
Dieser Brauch ist heute fast vollkommen verschwunden, vielen unbekannt.
Im Seminar in Falkenberg wurde in der Gemeinschaft in knien gebetet.
Heute gilt es als sehr katholisch, wenn man bei der Feier eines Gottesdienst in einer ev. Kirche kniet.
Nur ganz einige Anlässe gibt es, wo das Knien mancherorts in Kausualien noch üblich ist.
Die Brautpaare knien zum Segen bei der Hochzeit vor dem Altar ,
die Konfirmanden bei der Einsegnung nach dem Ja-Wort und die Aufnahme in die Gemeinde ,
die kirchlichen Mitarbeitende bei ihrer Einführung in ihren neuen Amt in der Gemeinde und Kirche.
Für die unter uns, welche bei meiner Einführung in das mir übertragene Amt des Prädikanten hier zu Lichtmess in unserer Kirche mit dabei waren, können sich sicher auch daran erinnern, dass ich ebenfalls vor diesen Altar gekniet und durch die anwesenden Brüder gesegnet worden bin.
Beim Knien, ganz gleich aus welchen Anlass,
begeben wir uns in eine offene Haltung,
in der wir nichts tun können,
in der wir offen sind für das, was für uns und an uns getan wird.
So ist es, wenn wir gesegnet werden.
Dazu können wir nichts tun.
Der Segen Gottes in solchen Handlungen ist ein Geschenk, das wir nur empfangen können.
Ein Geschenk ist einen einseitige Willenserklärung, dass nur unserer Annahme bedarf.
„Ja“ sagen zu dem, was dort passiert.
Manchmal ist das Niederknien auch ein Ausdruck der Ehrfurcht bei einem Erlebnis, das einen Menschen in dieser Situation ganz bewegt und beeindruckt.
Ein großartiges Naturerlebnis vielleicht,
die Geburt des ersten Kindes
ein Sonnenaufgang am Meer oder der Anblick des Gebirges.
Das ist so groß und so überwältigend, dass mancher vielleicht denkt:
„Da könnte man niederknien. „
Hier wird das Menschenleben in seiner Niedrigkeit der Schöpfung in einen weiten Raum gestellt.
Und der Raum, der sich uns öffnet, ist nicht leer, er ist
erfüllt von Gott, unseren Schöpfer.
Da kann man niederknien,
aber da kann man sich auch aufrichten,
sich recken und strecken.
Da kann man frei atmen und sich entfalten.
Sicher sind wir immer ganz klein in diesem
großen Raum.
Und man kann fragen, wie es der Psalm 8 tut:
Wenn ich sehe die Himmel, deiner Finger Werk,
den Mond und die Sterne, die du bereitet hast:
was ist der Mensch, dass du seiner gedenkst,
und des Menschen Kind, dass du dich seiner annimmst?

Sind die Menschen unbedeutend in diesem großen Raum?
Sind sie Bewohner eines Planeten, der nur ein Staubkorn im Weltall ist?
Der Dichter des 8. Psalms kommt zu einer anderen Antwort:

Du hast ihn wenig niedriger gemacht als Gott, mit Ehre und Herrlichkeit hast du ihn gekrönt.
Du hast ihn zum Herrn gemacht über deiner
Hände Werk, alles hast du unter seine Füße getan.

Was macht den Menschen so besonders, was hebt ihn so heraus?
Es ist die Liebe Gottes, die in ihm wohnt.
Es ist die unverdiente Gnade, mit der Gott uns in unseren Leben begegnen will, mit seiner oftmals grenzenlosen Liebe zu uns.

2.
Die Liebe ist nicht teilbar.
Man kann Liebe in ihren scheinbaren Ausmessungen nicht vermessen,
es gibt keine Maßeinheit dafür – und kein Messinstrument.
Sie ist entweder ganz oder gar nicht vorhanden..
Man kann nicht halb lieben oder ein bisschen oder mit zehn Prozent der vorhandenen Kräfte.
Die Liebe Gottes ist größer als die Welt – aber sie ist nicht in kleine Portionen aufgeteilt.
Wo die Liebe Gottes in uns ist, da erfahren wir die ganze Fülle ihrer Kraft an uns in unseren Leben.
Im Predigttext aus dem Epheserbrief wird auch noch ein anderes Bildgleichnis von Gott dafür gebraucht:
Dass wir in der Liebe eingewurzelt und gegründet
sind.
Die Bilder wechseln in der Beschreibung dazu, aber keins ist groß genug, um die ganze Fülle aufzunehmen.
Aber jedes beleuchtet einen anderen Aspekt dieser auf uns zugehenden Fülle.
Die Liebe ist wie das Erdreich.
Ein Nährboden, auf dem wir
wachsen können, in den wir unsere Wurzeln tief eingraben können und damit fest verankert sind.
Damit die Stürme des Lebens uns nicht umwerfen können und fest stehen, wie die alten Eichen in unserer Heimat.
Und so wie Pflanzen ihre Kraft aus dem Boden ziehen,
ziehen wir unsere Kraft zur Veränderung und Durhchhalten aus der Liebe.
Und indem die Pflanze fest im Boden verankert und verwurzelt ist, hat sie einen Halt gegen die Stürme des Lebens.
Gott ist Liebe – und wer in der Liebe bleibt,
der bleibt in Gott und Gott in ihm
1. Johannesbrief.
In der Liebe bleiben – das kann ich mir gut im Bild eines Baumes vorstellen, der fest im Boden wurzelt.
Die Liebe ist von langer Dauer – die Liebe hört niemals auf, heißt es im Hohellied der Lieb im 1. Kor 13.
Und zugleich ist sie in jedem Augenblick ganz da.
Die Liebe hat unendlich viele Gestalten, im Großen und im Kleinen.
Sie ist so vielfältig wie die Welt.
Und doch ist sie nur eine einzige wahre Liebe..
Wenn wir ihr wahres Wesen erkennen wollten, müssten wir uns die Liebe an sich vorstellen können,
ihr Gesicht sehen.
Die Liebe Gottes hat ein menschliches Gesicht, das Gesicht des Jesus aus Nazareth, der Christus genannt wird.
In ihm ist die Liebe Gottes anschaubar, erfahrbar und für jeden einzelnen von uns auch erlebbar.
In seinen Handeln an uns Menschen erfahren wir sie ganz persönlich.
ER, der ohne Sünde und Schuldlos im Leben war,
ist für unsere Sünde und Schuld am Kreuz auf Golgatha gestorben.
ER, hat damit ein für allemal vor Gott für unsere Schuld ihm gegenüber bezahlt.
Er, hat den Tod die Macht genommen und uns durch seine Auferstehung zu Ostern unseren Leben ein Sinn und einen Zuversicht gegeben,die über unseren Tod hinaus reicht und bei Gott, unseren Vater in Ewigkeit endet.
Seine ewige Lieb hat aus aus der Macht des Todes errettet, wenn wir sein Angebot der Gnade im Glauben annehmen und ihn in unseren Herzen einlassen.
So ist Gott, so ist die Liebe.

3.
Und so kommt der Predigttext zur tiefsten und geheimnisvollsten Beschreibung von Liebe:
Liebe bedeutet, dass Christus in unseren Herzen wohnt.
Christ sein heißt:
Die Liebe, die in Christus Gestalt gewonnen hat, lebt in uns.
Wir sind dadurch sein Eigentum bis in Ewigkeit.
Paulus sagt an anderer Stelle:
Ich lebe – und Christus lebt in mir.
Das ist die feste Kraft, die wir zum Leben brauchen.
Kraft,die nicht aus uns kommt, sondern aus der Liebe Gottes, die in uns wohnt.
Die Kraft, den Mitmenschen zu lieben – auch den unbequemen, unsympathischen Mitmenschen.
Die Kraft, schwere Zeiten im Leben zu bestehen, wie Not, Krankheit, Trauer.
So werden wir stark von innen heraus,
am inneren Menschen in unseren Glauben an Gott.
Das ist ein seltsamer Ausdruck:
Der innere Mensch.
Es gibt wohl auch einen äußeren Menschen:
Das Gesicht, das wir den anderen zeigen, wie wir gesehen werden und gesehen werden wollen.
Ein Stück Fassade, manchmal
vielleicht notwendige Fassade, aber oft auch eine vorgespielte Fassade, manche sagen auch Masken,
die oft unter Schmerzen nur aufrechterhalten werden kann.
Wir wollen ja nicht jeden in unser Herz blicken lassen.
Denn oft genug ist dieses eine Mördergrube.
Ein Stück Fassade aber auch manchmal vor
uns selbst, die Art, wie wir uns selbst gern sehen möchten.
Da schirmen wir manches in unseren Leben ab, was uns nicht an uns gefällt und was nach unserer Meinung auf keine Fall nach außen dringen soll.
Der innere Mensch hat es nicht immer leicht!
Manchmal meldet er sich.
Mit plötzlicher Traurigkeit vielleicht oder auch mit ganz unvermuteter Freude.
Der innere Mensch, das bin ich, wie Gott mich sieht, so, wie er mich kennt bis ins Innerste meines Herzens.
Ein Mensch abgefallen von Gott und unter der Macht der Sünde, verloren bis in Ewigkeit ohne Gott.
Und da ausgerechnet will er mit seiner Liebe wohnen. Daher kommt alle Liebe, die ich spüre und weitergebe. Dadurch wird der innere Mensch stark.
Liebe ist und bleibt ein Geschenk, nichts,
was wir von uns aus hervorbringen können und nichts , was man kaufen kann.
Alle damit gemachten Versprechungen sind nur kurzzeitige Illusionen..
Man kann Liebe nicht einfach einplanen im Leben
und wie selbstverständlich voraussetzen im sein..
Liebe ist immer etwas Besonders, das den Alltag durchbricht.
Wir können sie nicht einplanen, aber wir können darum bitten, dass die Liebe Gottes im Glauben auch zu uns kommt und uns erfüllt.
Indem wir Gott in unser Leben lassen und von ihn dieses bestimmen lassen.
Dann können wir erfahren, dass Gott wirklich viel mehr tun kann, als wir bitten oder verstehen.

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3.Sonntag in der Passionszeit Okuli

Abgelegt unter:Allgemein, Predigten — Jens am 07.03.2010 gg. 09:06

3.Sonntag in der Passionszeit Okuli
Predigtgottesdienst in Guttau
Eph 5,1-8a

„Kunst kommt von Können“ so lautet ein oft gebrauchter Satz im Volksmund.
Das war mein erster Gedanke nach den ersten Lesen .
Ich wurde gleich an die Jagd im Walde erinnert.
Zwei Dinge sind dort ganz wichtig.
Die Erfahrung im Umgang mit der Natur und den Tieren und das entsprechende Licht, meist Büchsenlicht in der Jägersprache genannt..
Erfahrung und Licht, beide Inhalte kommen in unseren heutigen Predigttext als Hilfestellung für den Glaubensweg vor.
Wer etwas wirklich mit seinen Leben erreichen will, der muss allerhand beachten, sei es auf der Jagd im Walde oder in seinen gesamten Lebensweg als Gläubiger.
Und darum geht es den Schreiber in unserem Predigttext.
Dieser sieht sich zwar auf den ersten Blick wie eine scheinbares altes Relikt mit verstaubten Inhalt aus vergangener Zeiten an.
Aber dieser erste Eindruck täuscht und die Empfänger dieses Textes haben da wahrscheinlich ganz andere Dinge in ihren Umfeld gehört und erlebt.
Denn bei genauerem Hinsehen stellen wir fest, dass hier um die Kunst, als Christ und Gläubiger in dieser Welt zu leben geht.
Und das in einer Art und Weise, die heute nicht weniger aktuell und wichtig ist als vor rund 2000 Jahren, als der Epheserbrief geschrieben wurde.
I.
Es geht hier um die Kunst als Christen, oder als „Kinder des Lichts“, wie es in unserem Text heißt, in dieser uns umgebenden Welt zu leben.
Und jede Kunst hat ihre Regeln und braucht ihre Regeln im Umgang . Denken wir nur einmal an die Heilkunst der Ärzte – was wäre die ohne Regeln.
Aber auch andere wichtigen Dinge im Leben bestehen aus Regeln, mit denen sie sich in ihren Handeln leiten lassen. Doch gibt es sie auch und braucht es auch Regeln für die Kunst, als Christ in der Gemeinde Gottes zu leben.
Und wenn hier in unserem Predigttext eindringlich vor „Unzucht, Habsucht, dummem Geschwätz, leeren Worten“ und anderem mehr gewarnt wird, dann könnte man das alles auf die einfache Regel im Leben bringen:
„Hütet Euch vor Schmutz und Schund dieser uns umgebenden Welt!“
Der Zielsatz des Predigttext verlangt, dass man sich von diesen genannten Dingen im Leben fern hält.
Das ist eine erste Regel für die Kunst, als Christ in dieser Welt zu leben.
Und es ist in der Tat eine Kunst, dem ganzen Schmutz und Schund in dieser vor Gott gefallenen sündigen Welt zu entkommen, die an vielen Orten in vielen Dingen auf uns wartet und einwirkt.
Ein Beispiel ist das heutige digitale Fernsehen mit seiner Vielfalt der unterschiedlichsten Programme und den verschiedensten Inhalten. Ich weiß auch, dass das Fernsehen auch seine guten Seiten hat, denken wir an Bibel-TV und die damit einhergehende Ausstrahlung.
Es liefert uns jeden Tag Nachrichten und Informationn.
Aber es liefert eben auch jede Menge Schmutz und Schund, die einen dort beim Zappen der Programme begegnen.
In verschiedenen Gewinnspielen kann man Habsucht und Gier nach Geld von Menschen live miterleben.
In Talkshows legen Menschen ihr ganzes Leben bis in alle Einzelheiten vor den Publikum offen – nach dem Motto: je ausgefallener, je scheinbar unglaubwürdiger desto besser sind die Chancen sich dort darstellen zu dürfen.
Und dann dazu noch: Dummes Geschwätz und leere Worte am laufenden Band und ohne Ende.
Obwohl vieles im täglichen Fernsehen nichts weiter als Schmutz und Schund ist, üben gerade dieses scheinbare inhaltslose Programm eine eigenartige Anziehungskraft auf Menschen jeden Alters aus.
Die Einschaltquoten der einzelner spezieller Sender zeigen das.
Mit guten, bildenden Sendungen ist im Blick auf die Zuschauerzahlen und damit der zahlenden Werbeindustrie für den eigenen Umsatz recht wenig zu machen.
Aber je mehr Intimitäten über das eigene Leben öffentlich ausgebreitet werden, je mehr Schadenfreude eine Sendung auslöst, desto mehr Menschen schauen zu.
Und wer unter uns schaltet denn ab, wenn da auf dem Bildschirm ein Mensch scheinbar sinnlose Reden über sein Leben erzählt?
Wir wollen ihn immer wieder sehen, diesen Schmutz und Schund aus der gefallenen Welt..
Wir wollen es immer wieder hören, das dumme Geschwätz und die leeren inhaltslosen Worte.
Und so schalten wir ihn dann auch selbstverständlich immer wieder ein, unseren Fernseher.
Denn nur wenige unter uns beherrschen die Kunst - und es ist wirklich eine Kunst! - ohne Schmutz und Schund zu leben und den roten Knopf zu drücken.
Das Problem daran ist, dass unsere ganze Gesellschaft darin zu versinken droht.
Wir leben in einem Zeitalter der Geschwätzigkeit.
Und wo bei uns noch Wichtiges und Wesentliches gesagt wird, da droht dies in der allgemeinen Oberflächlichkeit der Beziehung von Menschen unter zugehen. „Smalltalk“ ist das Zauberwort dazu.
Das gilt auch für unseren Glauben:
Der hat es oft recht schwer anzukommen, gegen den großen Strom der Meinungen und scheinbaren Lebensweisheiten vieler Zeitgenossen um uns herum. Die großen Freiheiten dieser Zeit sind die neuen Umgangsformen und Gesellschaftstrukturen.
Und so sind die Mahnungen unseres Predigttextes heute noch so aktuell wie damals, als er geschrieben wurde.
II.
Als erste Regel für die Kunst, als Christen zu leben, habe ich genannt: „Hütet Euch vor Schmutz und Schund!“
Eine zweite Regel für die Kunst, als Christ zu leben, finden wir gleich im ersten Vers unseres Predigttextes. Da heißt es: „So folgt nun Gottes Beispiel als die geliebten Kinder und lebt in der Liebe, wie auch Christus uns geliebt hat.“
Folgt Gottes Beispiel und lebt in der Liebe – so könnte man die zweite Regel für die Kunst, als Christ zu leben, kurz wiedergeben.
Und ich habe auch schon angedeutet, dass einer, der eine Kunst erlernen will, gewisse Regeln erlernen muss. Nur ein Arzt, der die Regeln der Heilkunst kennt, kann nach den Regeln der ärztlichen Kunst praktizieren.
Wer eine Kunst erlernen will, der sollte aber noch ein Zweites tun, der muss auch am Beispiel anderer, am Beispiel von Vorbildern lernen, so wie auch ein angehender Arzt am Beispiel von anderen Ärzten am Krankenbett lernt.
Welche Vorbildern im Leben haben wir denn?
Von welchen Vorbildern, an welchen Beispielen lernt die Jugend?
Unser Predigttext sagt uns, an welchem Beispiel wir lernen sollen.
Er fordert uns auf, am Beispiel Gottes zu lernen, am Beispiel Gottes die Kunst, als Christ zu leben, zu lernen. Ich will hier nur zwei Möglichkeiten nennen, die uns zeigen, was wir am Beispiel Gottes lernen können und sollen .
a)
Am Beispiel Gottes können wir Vergebung lernen. Indem Gott uns unserer Schuld an ihn durch seinen Sohn vergibt oder indem wir einander vergeben, wird wieder in Ordnung gebracht, was in der Vergangenheit schief gelaufen ist.
Wenn wir einander vergeben, dann ändert das die Vergangenheit.
Denn durch Vergebung können wir aus einer schlechten Vergangenheit eine gute Vergangenheit machen.
Wenn wir mit einem unserer Mitmenschen Streit hatten, dann sind wir oft nachtragend. Nachtragend sein im Leben ist keine Kunst!
Es ist jedoch eine Kunst, sich dann wieder miteinander zu versöhnen und damit aus dem Weg zu räumen, was trennt, sich zu vergeben und wieder zu einem Miteinander im Leben zu finden. Denken wir an Machen Ehestreit.
Und weil das eine Kunst ist, deshalb fällt uns das auch so schwer das Vergeben,
deshalb fällt es uns leichter nachtragend im Leben zu sein.
b)
Gott hat uns versprochen, uns eine gute Zukunft zu schenken.
Er hat uns versprochen, uns auf unserem Lebensweg zu begleiten, uns zu behüten und zu bewahren und für unser Wohl und unser Heil zu sorgen.
Ganz unaufgefordert hat Gott versprochen, für uns da zu sein.
Und auch hier können wir am Beispiel Gottes lernen. Wir können am Beispiel Gottes lernen, anderen etwas zu versprechen, etwas Gutes zu versprechen, ohne dass uns dazu irgend jemand auffordern muss.
Wie aber sollen wir am Beispiel Gottes das Vergeben und das Versprechen lernen?
Wie können wir lernen, Gottes Nachahmer zu werden?
Die Antwort ist einfach:
Durch das Hören auf Gottes Wort in der Predigt im Gottesdienst und in seiner Gemeinde .
Das Hören und Lesen der Heilige Schrift ermöglicht es uns, Gottes Nachahmer zu werden, und seinem Beispiel folgend, zu vergeben und zu versprechen.
Denn die Bibel sagt uns keine leeren Worte, kein dummes Geschwätz, sondern Worte, die uns die Kunst lehren, als Christ zu leben und die Verheißungen Gottes in unseren Leben wahr zu nehmen.
III.
Wer eine Kunst erlernen will der muss erstens gewisse Regeln erlernen und zweitens am Beispiel anderer, am Beispiel von Vorbildern lernen.
Wer eine Kunst erlernen will, der muss aber noch ein Drittes tun, der muss sich auch in der Kunst des Umgangs üben.
Dementsprechend betonen übrigens die Befehlsformen im unseres Predigttextes die Dauerhaftigkeit des geforderten Tuns .
Eine erfahrbare Kunst will geübt sein.
Und das gilt auch für die Kunst, als Christ in dieser Welt zu leben.
Denn die Gefahr für uns Christen ist ja nicht nur, dass wir die Regeln vergessen, die mit unserem Glauben verbunden sind, und dass wir uns an die falschen Vorbilder halten.
Sondern wir stehen auch immer in der Gefahr, aus der Übung zu geraten und den Glauben einschlafen zu lassen.
Und so möchte ich Sie gerne ermuntern, sich ein wenig zu üben - in der Kunst als Christ zu leben.
Versprechen Sie doch einfach dafür zu sorgen, dass er es in in einer Sache besser hat als bisher.
Freilich müssen Sie selbst herausfinden, wie so ein Versprechen für Sie persönlich nun genau aussehen könnte.
Wenn Sie vielleicht recht wenig Zeit für die Familie haben, dann könnten Sie beispielsweise versprechen, für sie bestimmte Zeiten für Gemeinsames freizuhalten.
Üben Sie sich doch einfach einmal ein wenig im Vergeben. Sagen Sie doch dem Nachbarn oder Kollegen, mit dem Sie einen Streit hatten, dass es Ihnen leid tut und das Sie gerne wieder zu einem guten Miteinander finden wollen,
Und üben Sie sich in der Vermeidung von Schmutz und Schund.
Gehen Sie dummem Geschwätz und leeren Worten aus dem Weg und schalten Sie Ihren Fernseher rechtzeitig ab.
Sie werden dann mehr Zeit haben für Ihre Mitmenschen, für die Familie, mehr Zeit für das Wesentliche und für Gott,
für das, was wirklich zählt und bestand hat im Leben ,
mehr Zeit für die Kunst als Christ zu leben - mehr Zeit für Gott.
Passionszeit ist Zeit darüber nachzudenken:
„Wo steh ich in meinen Glauben an Gott“
Dieser Text ist zugleich Frage und Antwort zugleich.
„Wandelt als Kinder des Lichtes“
Amen! Das gesprochen Wort gilt!
.

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1. Sonntag der Passionszeit (Invokavit)

Abgelegt unter:Allgemein, Predigten, Archiv — Jens am 21.02.2010 gg. 08:06

Predigtgottesdienst in Klix/Halbendorf
1. Sonntag der Passionszeit (Invokavit)

Text: Hebr 4,14 – 16
Christus ist unser Hoher Priester
14 Da wir nun einen großen Hohen Priester haben, der durch den Himmel gegangen ist – Jesus, den Sohn Gottes -, wollen wir an unserem Bekenntnis zu ihm festhalten.
15 Dieser Hohe Priester versteht unsere Schwächen, weil ihm dieselben Versuchungen begegnet sind wie uns, doch er wurde nicht schuldig.
16 Lasst uns deshalb zuversichtlich vor den Thron unseres gnädigen Gottes treten. Dort werden wir Barmherzigkeit empfangen und Gnade finden, die uns helfen wird, wenn wir sie brauchen.

Liebe Gemeinde, vielleicht kennen das mit ihren Lebenserfahrungen von sich selbst.
Sie hören eine Geschichte - und bei einem Satz oder einen Vergleich, der vielleicht für andere Zuhörer und Teilnehmer ganz unbedeutend ist, schweifen ihre Gedanken ab.
Sie kommen über diese einen Sache ins Nachdenken und hören den Rest der Geschichte gar nicht mehr bis zu Ende zu.
Oder sie sehen einen Film im Fernsehen und auf einmal drängen sich vor dem Bildschirm Bilder und Erlebnisse ihres eigenen Lebens.
Es verfolgen sie nicht mehr Film, sondern die Szenen, die sich in ihrem Kopf abspielen erhalten eine neue Lebendigkeit in ihren ganzen Geschehen.
Und manchmal ist das auch während einer Predigt im Gottesdienst so, wenn man dort eine bestimmten Ausdruck hört oder eine Parallele zum Leben zieht.
Das alles ist auch gar nicht schlimm, weil es das beste Zeichen dafür, dass etwas bei den Zuschauern oder Hörern und damit bei einen selbst gut und treffend ankommt und damit für mein Leben und dessen weiteren Verlauf zu mir spricht.

1.
Mir ging es heute so mit den Versen aus Predigttext aus dem Hebräerbrief.
Ich bin an diesem einen Satz daraus sofort hängen geblieben beim ersten Lesen.
„Lasset uns festhalten an den Bekenntnis'’
Meine Gedanken waren, was denn dieses Bekenntnis ist, das wir in diese Aufforderung festhalten sollen als Gläubige, als Gemeinde und als Kirche als ganzes.
Und dazu fiel mir dann in der weiteren Betrachtung doch eine ganze Menge ein:

Persönlich für mich würde ich es so formulieren, wie Martin Luther, unser großer deutscher Reformator
es in seiner Erklärung zu den Glaubensartikeln,
die wir in unseren Gesangbuch zum Teil finden ausgedrückt hat.
Es sind Worte, an die ich mich aus meiner Zeit als Konfirmand im Unterricht erinnert habe:
Ich glaube, daß Jesus Christus, wahrhaftiger Gott vom Vater in Ewigkeit geboren und auch wahrhaftiger Mensch von der Jungfrau Maria geboren,
sei mein Herr, der mich verlorenen und verdammten Menschen erlöset hat, erworben, gewonnen von allen Sünden, vom Tode und von der Gewalt des Teufels; nicht mit Gold oder Silber, sondern mit seinem heiligen, teuren Blut und mit seinem unschuldigen Leiden und Sterben; auf daß ich sein eigen sei…

Viele von uns, besonders die älteren unter uns, könnten dies auch so sagen im Rückblick an ihren Unterricht.
Meine Mutter kann selbst sechzig Jahre später noch bestimmte Passagen auswendig aufsagen, die sie in diesen Unterricht auswendig gelernt hat.
Ein Schatz fürs ganze Lebens, wenn man so will.
Bei den jüngeren Leuten sind diese Worte vielleicht so nicht mehr im Gedächtnis und Erinnerung.
Aber sie könnten die davon ausgehende Botschaft trotzdem unterschreiben.
Aber es liegt nicht alles daran, dass es nun diese Worte sind und dieses umfassende Bekenntnis ist.
Ich will es so ausdrücken:
Wenn alle aus ihrer Konfirmandenzeit und den Unterricht nur das mitnehmen würden:
“Gott liebt mich. Jesus Christus ist für mich gestorben und hat meine Sache mit Gott in Ordnung gebracht und mir das ewige Leben verdient. Darum soll und kann ich jetzt so leben, wie er es mir vorgelebt hat.”
Wenn es nur der einzige Gedanke wäre, es wäre genug für unser ganzes Leben!
Jetzt kommt das Andere, das “aber”…, jetzt kommt der Grund in neuen Bildern, warum mir das so lange zu denken gegeben hat, was wir im Brief an die Hebräer lesen:
Laßt uns festhalten an dem Bekenntnis.
Viele Menschen unserer Tage halten nicht mehr fest am Bekenntnis, wie es uns gegeben worden ist durch unsere Kirchenväter und zu welchen sie sich mit ihren Eintritt in der Kirche bei der Konfirmation bekannt haben
Dieses ist bis heute das Fundament der Kirche.
Für sie zählt es in ihren Leben nicht mehr.
Gott liebt diese Menschen wohl, aber es interessiert sie nicht.
Und Jesus Christus hat ihre Sache von Schuld und Sünde mit Gott ins Reine gebracht,
aber sie nehmen es in ihren Leben nicht für sich in Anspruch, da ihnen die persönliche Gottesbeziehung fehlt.
Und darum leben sie auch ganz und gar nicht so,
wie Gott der Schöpfer es will und uns in seinen Geboten gegeben hat..
Sie kreisen in ihren Leben und Gedanken nur um sich selbst. Schlagwörter wie „Selbstbestimmung“ und „Selbstverwirklichung“ bestimmen es.
Sie schaffen, arbeiten und nehmen alles erdenkliche mit in ihren Leben , was geboten wird, nur für sich ohne es zu hinterfragen. .
Sie lieben weder Gott noch den Nächsten, den Nachbarn und Arbeitskollegen, der neben ihn in Not ist und Hilfe braucht.
Ja, sie lieben im Grunde auch nicht sich selbst, denn Eigensucht und Selbstliebe ist zweierlei.
Und sich selbst lieben kann nur der, der auch Gott und den Mitmenschen liebt.
2.
Aber meine Gedanken gingen noch weiter, viel weiter: Mit diesem Bekenntnis zu Gott und seinem Sohn Jesus Christus fallen auch alle anderen Bekenntnisse dahin: Das Bekenntnis zur Wahrheit zum Beispiel.
Auch das auf die Bibel, wie es bei einen Treueeid oft so leichtfertig ablegen, wenn sie nach der Eidesformel sagen“ So wahr mit Gott helfe,,“

Und das Bekenntnis zu einem Freund oder dem Ehepartner vor Traualtar..
Ich gebe darauf bei denen auch nicht viel,
die das erste, das Bekenntnis zu Gott, oft so leichtfertig aufgeben!
Ich weiß durchaus, was ich damit sage.
Ich will auch erklären, was und warum ich das meine:
Wer den Gott seiner Kindheit und Jugend aufgibt,
wer das Bekenntnis, das er bei der Konfirmation gesprochen hat, abtut, wie ein aufgebrauchtes Gegenstand,
und auch wer im Laufe seines Lebens die Bindung an Gott und das eigene Gewissen für Geld, Macht und Erfolg preisgibt,
der gibt das wichtigste auf, was ein Mensch überhaupt hat und tritt es mit Füßen!
Und es ist nicht anders sein, als dass mit dieser Bindung alles andere, was den Menschen in seinem Herzen bindet und hält, verloren geht.
Solche Menschen haben keine Wurzeln mehr,
sie haben keine Mitte, keinen Halt und Trost in ihren Leben mehr, da der Sinn des Lebens ihnen verloren gegangen ist.
Können sie dem Klassenkameraden, der einmal mit ihnen gemeinsam vorm Altar konfirmiert worden ist
und heute Gott leugnet, ja verflucht, glauben, wenn er sagt, er wäre ihr Freund?
Ich habe dies, weil wir dies gemeinsam getan haben.
Hätten sie nicht die Befürchtung im Herzen:
Wie er Gott weggeworfen hat, so wird er auch mich einmal wegwerfen, wenn ich ihn scheinbar nichts mehr nütze?

Und wenn ihnen ein Anderer fast beschwörend entgegen tritt,
die Wahrheit in einer bestimmten Sache zu sagen,
von dem sie doch wissen, dass er den Glauben an Jesus Christus längst mit dem Geldmammon dieser Welt vertauscht hat,
würden sie da sehr viel auf das geben, was er ihnen schwört?
Warum sollte ihre Wahrheit mehr wert sein, als Christus?
Und umgekehrt: Warum soll einer an der Wahrheit festhalten, die doch nur ein Wort ist, wenn er doch nicht einmal an Jesus festhält, der doch der lebendige Herr und Heiland dieser Welt ist?
Es ist schon so in den Erfahrungen des Lebens:
Wer die oberste, wichtigste, ja heiligste Bindung seines Lebens löst, der hat alle Bindungen gelöst!
Alle Bekenntnisse eines Menschen sind nur glaubhaft, wenn das größte, höchste Bekenntnis wahr ist und bleibt:
“Gott liebt mich. Jesus Christus ist für mich gestorben und hat meine Sache mit Gott in Ordnung gebracht und mir das ewige Leben verdient.
Darum soll und kann ich jetzt so leben, wie er es mir vorgelebt hat.”

3-
Das waren die Gedanken, zu denen mich dieser eine kleine Satz angeregt hat:
Lasst uns festhalten an dem Bekenntnis.
Zurück bei den Worten aus den Brief an Hebräer war ich dann an dieser Stelle:
…damit wir Barmherzigkeit empfangen und Gnade finden zu der Zeit, wenn wir Hilfe nötig haben.

Und mir wurde da auf einmal sehr, sehr traurig zumute: Was ist denn, wenn ein Mensch sein Bekenntnis, seinen Glauben und seinen Gott aufgegeben hat?
Wie soll er das denn wiederbekommen?
Wo ist der Punkt, an dem der Mensch, wenn er das erst alles verloren, ja mutwillig verworfen hat, anknüpfen kann, um es wieder zu erhalten?
Gewiss, es geht in einen jeden Leben..
Es geht, weil Gott,d er Schöpfer gnädig ist und weil er uns als seine Kinder liebt.
Aber von uns aus, können wir nichts machen. Menschen, die ein ganzes Leben ohne Gott gelebt haben, die seine Sache verlacht und lächerlich gemacht haben, die gläubige Menschen verspottet und den Glauben verunglimpft haben,
Menschen deren Bekenntnis immer nur das war,
dass man nichts auslassen darf im Leben und dass ein angemessener Preis jeden Gewinn im Leben rechtfertigt und man getrost, wenn es sich lohnt, auch über Leichen gehen kann, solche Menschen haben nur die eine Chance:
Dass Gott ihnen dennoch verzeiht und sie annimmt - und wenn es in der Stunde des Todes wäre.

Mir fällt dazu das Wort ein:
Was nützt es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt, dabei aber sich selbst verliert und Schaden nimmt an seiner Seele? -
Ich möchte auf diese gestellte Frage antworten , die dieser Satz stellt:
Es nützt ihm nichts, überhaupt nichts,
denn er kann selbst nichts tun, um seine Seele auszulösen.
Er ist allein angewiesen auf Gottes Erbarmen und seine Gnade, wie wir das unser ganzes Leben schon sind. .

Denn oft ist inzwischen jegliche Beziehung dieser Menschen zu Gott den Schöpfer und Retter dieser Welt kaputtgegangen,
von diesen Menschen selbst zertreten worden in jungen, erfolgreichen Jahren,
in denen vermeintlich alles zum Besten stand und man so stark war und so überlegen und in denen man die, denen die Sache mit den lebendigen Glauben an Gott wichtig war, als fanatische Kirchgänger abgetan hat.
Das Leben geht weiter, man erreicht die Mitte und geht zur Neige.
Wir werden schwächer, hilfsbedürftig,
suchen nach einen festen Halt und einer Antwort auf die Frage nach den Sinn des Lebens , was dann mit uns wird, wenn die Lebensuhr abgelaufen ist.
Schwierig, wenn dann nichts mehr da ist, was unsin dieser oft so trostlosen Welt trägt.
Schrecklich, wenn wir dann den nicht mehr kennen, der unser Gebet hört.
Oft wissen die Menschen dann nicht einmal mehr wie das geht, das Beten und um seine Macht wissen sie schon gar nicht.

Darum noch einmal: die ‘Worte aus unseren Predigtext: Lasst uns festhalten an dem Bekenntnis.
Lasst uns festhalten an Gott, wenn wir ihn gefunden haben in unseren Leben.
Lasst uns den Glauben bewahren als das Wertvollste unseres Lebens.
Und lasst uns auch an und in Gottes Gemeinde, Gottes Kirche bleiben.
Keiner kann allein leben. Keiner kann allein glauben. Wir sind auf einander angewiesen, dass wir uns stützen, helfen und auch mahnen!
Es werden für uns alle Zeiten im Lebenskreis kommen, da muss es sich bewähren, ob wir am Bekenntnis festgehalten haben.
Und es wird uns nichts wichtiges entgangen sein,
wenn wir nur den Trost unseres Glaubens haben,
und wir werden Barmherzigkeit und Gnade finden zu der Zeit, wenn wir Hilfe nötig haben.
Wenn wir das wissen und glauben - sagen wir es den Mitmenschen um Gottes Willen weiter!
Passio0nszeit ist Zeit des Nachdenkens über unser Leben, nehmen wir uns in Anbetracht der Leiden Christi am Kreuz dafür Zeit.

Amen!
Das gesprochen Wort gilt!

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Sexagesimae Hebr 4,12+13

Abgelegt unter:Allgemein, Predigten — Jens am 07.02.2010 gg. 08:50

Predigtgottesdienst in Guttau
Sexagesimae

Als ein Jäger, der fast jeden Tag mehr und weniger lang in den Wald geh, bin ich Besitzer von Waffen.
Nicht jeder darf eine Waffe besitzen. Dazu gehört eine besondere Genehmigung
Es gibt es die unterschiedlichsten Waffen, von einen Gewehr bis zu speziellen geschliffenen langen Messer, die zur Jagd und die damit verbundenen Tätigkeiten dienen
In unseren heutigen Predigttext ist auch von so einer Waffe, einen Schwert die Rede, das auf beiden Seiten der Klinge scharf geschliffen ist.
In der Hand von falsche Leute gelegt, kann es eine Menge Schaden anrichten, zum Beispiel einen Menschen verletzten.
Richtig verwendet kann es Schutz und Hilfe bieten und Menschen vor dem Verderben bewahren.
Es kommt also darauf an, wer und wozu so ein Schwert eingesetzt wird.
1.
Dieses Bildgleichnis, das hier der Schreiber dieses Briefes verwendet, soll uns etwas besonderes deutlich machen.
Das Gottes Wort ist eine scharfe Waffe, doch in den falschen Händen mit einer falschen Kombination kann damit enormer Schaden angerichtet werden.
Ein Beispiel dafür finden wir in zwei Bibelverse aus dem neuen Testament-
Die erste: „Er ging fort und erhängte sich.“ (Matthäus 27, 3) die zweite: „So geh hin und tue desgleichen.“ (Lukas 10, 37)
Wenn ich die beiden miteinander kombiniere komme ich zu einer völlig falschen Aussage.
Ist nun Gottes Wort so gefährlich und gehört deshalb in den Waffenschrank, wie meine Jagdwaffen, um sie vor unbefugten Gebrauch zu schützen?
Auch wenn es viele Menschen heute um uns herum so praktizieren und die Bibel, die sie zur Konfirmation und Hochzeit geschenkt bekommen haben, im Bücherschrank verstaubt steht und damit so verschlossen ist, wie in einem Waffenschrank, ist dem so nicht.
Es gab eine lange Zeit im Christentum, in der die alte Kirche das Lesen der Bibel den einfachen Menschen verboten hatte, einfach aus Angst.
Seit der Reformator Martin Luther vor über 500 Jahren die Bibel ins Deutsche übersetzt hat, ist dies anders. In diesen Zusammenhang hat Martin Luther uns einen guten Ratschlag gegeben, was den Umgang mit der Bibel angeht gegeben.
Wir sollen die Bibel von dem her verstehen,
„was Christum treibet.“, d.h. das wir durch Gottes Wort in der Bibel immer näher und inniger zu einem Glauben an Jesus Christus hingeführt werden.
Es kommt also darauf im Umgang mit der Bibel an, wer und wozu Gottes Wort eingesetzt wird.
Ein weiterer wichtiger Punkt im Umgang ist auch der:
Mit einem Schwert als Kämpfer muss man üben, damit man in richtiger Weise damit umgehen kann.
Vergangenen Woche war ich mit meine Jagdgewehr auf den Schiessplatz in Oberprauske um dies wieder einmal zu tun, um sicher zu werden beim Schuss auf der Jagd und im Umgang mit der Waffe..
„Übung ist das halbe Leben“ so lautet ein Spruch, den meine Mutter mir immer beim Erledigen meiner Hausaufgaben zu Hause als Kind gesagt hat.
Auch mit dem Wort Gottes muss ich üben, indem ich mich damit beschäftige.
Eine gute Übung ist es, jeden Tag im Wort darin zu lesen. Denken wir an die tägliche Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine für den Tag am Morgen, die fortlaufende Bibellese und die Andacht mit den Gebet.
Noch besser ist der daraus entstehende bleibende Halt für mein Leben, wenn ich mich wöchentlich mit anderen in einem Bibelkreise oder einer kleine Gebetskreis treffe und mich im Umgang mit Gottes Wort für mein Leben übe.
2.
Auch der zweiten Satz unseres Predigttexts sagt uns:
„Und kein Geschöpf ist vor ihm verborgen, sondern es ist alles bloß und aufgedeckt vor den Augen Gottes, dem wir Rechenschaft geben müssen.“
An diesem Satz zeige sich ein zweites Beispiel, wie das Wort Gottes als verletzendes Schwert missbraucht wurde.
Aus dieser Aussage wurde der Erziehungssatz vieler Eltern „Der liebe Gott sieht alles“ abgeleitet und mit erhobenem Zeigefinger auf unzählige Kinder angewendet.
Die an sich richtige Aussage über Gottes Allwissenheit bekommt hier als Erziehungsmethode einen andersartigen Geschmack.
Richtig angewendet am und im Leben, ist diese Aussage jedoch von gewaltigem Trost.
An drei Beispielen will ich es zeigen:
a) „Der liebe Gott sieht alles“, auch das schwierige Gespräch in der Firma wegen der Arbeit und die schwierige Situation im Leben , die vor mir liegt, er sieht es und geht mit mir.
Ich darf alles, was mich in meiner scheinbar hoffnungslosen Situation bestimmt, alles was mir Angst macht und alles was meine Möglichkeiten übersteigt, getrost in Gottes Hand legen, mit der Gewissheit seiner Hilfe..
b)„Der liebe Gott sieht alles“ auch wenn ich morgens die Zeitung lese, mit all den schwierigen Nachrichten, die eine so oft negativen Inhalt haben.
Hier ist das letzte Wort noch nicht gesprochen, sondern Gott wird hier einmal sein Urteil sprechen.
Das ist keine Drohung, sondern die logische Konsequenz, das der Schöpfer dieser Welt einmal von seinen Geschöpfen Rechenschaft fordern wird.
c)„Der liebe Gott sieht alles“
Auch das was nicht so perfekt läuft in meinem Leben, die dunklen Ecken und schwierigen Charakterzüge.
Und in dieses nicht perfekte Leben will er hinein kommen und Gemeinschaft mit mir haben.
Das wird gleich ganz deutlich werden, wenn wir miteinander das Abendmahl im Gottesdienst feiern. Hier ist Gott mit dabei und spricht uns von unserer Schuld frei, wen wir ihn diese bekennen und bereuen
Drei Beispiele, wie wir den Satz: „Gott sieht alles“ richtig verstehen
3..
Und doch bleibt es gefährlich sich mit Gottes Wort, sei es mit der Bibel und der dem gehörten Wort der Predigt zu beschäftigen.
Es ist ein Unruhestifter in unseren Leben. Es fordert mich in meinen ausgetretenen Wegen neu heraus. Er zeigt seinen Wege zum Leben an.
Es deckt die Sünde und Schuld in unseren Leben auf. Wer ehrlich ist, der weiß dass in seinem Leben nicht alles in Ordnung ist.
Gottes Wort deckt diese dunklen Stellen auf und will uns helfen, sie zu beseitigen.
Es ist lebendig und nicht lebensfeindlich.
Es gibt Stellen in der Bibel, von denen glauben wir, dass wir sie eigentlich in der Tiefe verstanden haben.
Wir lesen sie und plötzlich merken wir, das noch mehr dahinter steckt, als wir bisher begriffen haben.
Das ist das Leben, das in der Bibel steckt.
Es ist ewig und bleibend..
Dass das alles so geschieht, hat Gott sich selber uns geschenkt, geschenkt durch sein Wort und Tat,
das uns gesucht und gefunden hat, denn dazu ist der Sohn Gottes in die Welt gekommen, für uns gestorben und auferstanden, darum schenkt er uns den Heiligen Geist und die Gemeinschaft der Heiligen ist seine Gabe. Wer wollte sich dem Wort entziehen?
Doch so eindeutig ist die Antwort nicht, die wir da geben, denn wir leben in einer überladenen Welt, leben angefochten von außen und von innen .
Und so sind es nicht nur die anderen, die sich in ihre eigenen Gedanken verwickeln und verstricken und deren Lebensfaden sich verliert,
sondern auch wir stehen in der Gefahr, nicht hin zuhören auf sein Reden zu uns , unsere Herzen eng zu machen und Ohren und Augen zu verschließen.
Wir verlieren das Brot des Lebens, wenn wir die Grundnahrung unseres Lebens verachten und ständig Ausschau nach neuen Rezepten halten, wo doch kein Lebensbrot mit ihnen gebacken werden kann.
Der Herr ist nahe, er ist da, er ist in unserer Mitte, wir dürfen zu ihm kommen und wo wir merken, dass wir schon am Rand des Weges gehen und in Gefahr sind, gar vom Weg zukommen, ihn anrufen.
Denn Gottes Wort, Jesus Christus, ordnet unser Leben neu.
Es geht um die rechte Ordnung, wie sie Gott der Herr für uns in seinem Wort geschenkt hat,
um die Ordnung, die der schöpferische Geist Gottes wirkt, der sich unser auch so annimmt und uns auf hilft.
Dazu ist Gottes Wort allein imstande, die wirren Knoten in unseres Lebens wieder zu entwirren und zu verwandeln, in Verstehen, Glauben, Hoffnung und Liebe.
Auf diesem Grund ist die Gerechtigkeit des neuen Lebens, mit dem uns der Herr beschenkt.
Wie gut, dass Gottes Wort das schafft, dass es wieder Ordnung in unser Leben bringt,
es ordnet, denn Gott ist ein Gott nicht der Unordnung, sondern des Friedens,
Wir wollen uns da der Schärfe des Wortes nicht entziehen.
4.
Es trennt, es scheidet, und indem es das tut, schafft es Klarheit, die Klarheit des Herrn, die wir brauchen, um zu leben.
Wie entscheide ich mich?
Wie entscheide ich mich heute?
Wenn ich mich das frage, dann entziehe ich mich der Antwort Gottes.
Darum höre ich auf Gottes Wort, lese in de Schrift, die von Jesus Zeugnis gibt, spüre seinem Geist und Klarheit, die er in mein Leben bringt.
Und wir haben es nötig, wir, die wir so viel zu tun haben, wir, die wir so viel bewegen müssen wir, die wir so viel mit uns herumschleppen wir,
die unter den Lasten der Gesellschaft stöhnen wir,
die schließlich was vom Leben haben und mitnehmen wollen.
Was wollen wir tun als Gemeinde?
Was sind die Aufgaben von denen Gott will, dass wir sie anpacken und wo lädt er uns ein, die Steine nicht aufzuheben, sondern liegen zu lassen?
Gottes Wort scheidet das Licht von der Finsternis. Wo es in uns dunkel ist, gibt der Herr sein Licht. Wir haben uns zu entscheiden, von Augenblick zu Augenblick.
Wir gewinnen Klarheit für den Weg und Einsicht dazu, wenn wir unsere Ohren zum Hören öffnen, wie Jünger hören.
Dann schenkt uns der Herr Einsicht und zum Wollen schenkt er gerne das Vollbringen.
Aber ohne Gottes Wort geschieht das nicht.
Ohne Jesus gibt es keinen Weg. Er ist der Weg.
Ohne Jesus gibt es keine Wahrheit, er ist die Wahrheit. Ohne Jesus gibt es kein Leben, er ist das Leben, das ist in Wahrheit der Weg des Lebens, die der treue Gott uns schenkt.
Wir sollten keine Angst vor der Schärfe des Gotteswortes haben, seine durchdringende und aufdeckende Kraft nicht fürchten, denn das sind alle heilsame, gute Seiten des Wortes.
Sie bewahren uns in der Gemeinschaft der Liebe Gottes und sie zeigen den Weg, der von dem geschenkt ist, der Weg aller Wege hat und dem es nicht an Mitteln fehlt.

Fehlt uns aber die Klarheit?
Wissen wir nicht, wohin unser Weg gehen soll?
Wird Gott für unser Leben zu uns reden?
Ganz bestimmt, wenn wir uns ans Wort halten,
das alles andere ist als toter Buchstabe,
sondern Geist und Leben für uns ist,
auch das gepredigte Wort und das geschriebene erst Recht, die Heilige Schrift, Bibel, Gottes Wort.
Da werden wir uns wieder zurechtfinden in unserer Welt und Zeit, Entscheidungen treffen,
die uns bewegen und doch auch Anteil an dem Frieden und der Ruhe in Christus Jesus geben.
Das haben wir doch bitter nötig, denn auch unsere Seelen sind in diesen Tagen aufgescheucht. Wir aber sollen Ruhe finden und in ihr die Kraft, dem Wort Gottes zu folgen, denn das kostet Kraft.. Schließlich hängt daran auch die Zukunft, denn
Gottes Wort, Jesus Christus, bleibt die Wahrheit
unter dessen Augen wir alle leben und deren Urteil sich kein Mensch entziehen kann und wird.

Wir brauchen und müssen uns nichts vormachen. Indem wir aufschauen auf Jesus, den Anfänger und Vollender des Glaubens, sehen wir ins Angesicht der Wahrheit.
Da heißt es wirklich, uns die Augen sich öffnen lassen, darum zu ihn beten, dass uns Gottes Wort nicht entgeht,
dass es nicht an uns vorübergeht, dass es sich uns nicht verbirgt oder fremd macht.
Gerade um unserer Zukunft, um der Ewigkeit bei ihn willen, um der Freude der Nähe des Herrn und der Herrlichkeit des Reiches Gottes wollen wir uns Gottes Wort gefallen lassen und uns nicht die Ohren verstopfen.
Dann verantworten wir vor diesem Wort unser Leben und werden Jesus Christus, dem das Gericht vom Vater übergeben ist und der wahrer Gott ist, Rechenschaft geben. Das mag manchem ein wenig ängstlich stimmen. Wen denn überhaupt und ganz und gar nicht? Ich kann mir das nicht vorstellen.
Der lebendige Herr wird uns nicht mit ganz neuen Fragen und Herausforderungen überraschen.
Er hält sich an sein gegebenes Wort, schon deswegen, damit wir uns an ihn halten können.
Es könnte auch feinste Theologie sein mit tiefen Gedanken und hohen Aussichten,
es könnte pietistische Frömmigkeit ,es könnte das treueste Kirchenchristentum sein im Volk, es kann ich sein, mit meiner Art von Christentum .
Wir werden nicht übereinander zu Gericht sitzen.
Darum sollten wir es auch hier unterlassen uns in den verschiedensten Dingen die Schuld zu zuweisen.
Gegenüber dem einmal vernommenen Wort Gottes gibt es keine Neutralität, auch keine Gleichgültigkeit,
auch keine unterschiedslos Gleichgültigkeit mehr angesichts der scharfen, alles durchdringenden Unterscheidung.
Die Toleranz geht der Wahrheit nicht voraus, sondern folgt aus ihr.
Denn erzwungene Wahrheit, erzwungener Glaube, das ist nichts anderes als – Lüge und wird zur Lebenslüge.
Wir können die Wahrheit nicht erzwingen, aber wir bleiben ihr verpflichtet im Gehorsam des Glaubens. Dazu gibt uns Gott sein Wort, Jesus, unseren Heiland und Herrn.
Reden wir auch davon vor anderen Menschen? .

Das gesprochene Wort gilt.

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Septuagesimae 1.Kor. 9, 24-27

Abgelegt unter:Allgemein, Predigten — Jens am 31.01.2010 gg. 09:06

Predigtgottesdienst in Malschwitz
Septuagesimae 1.Kor. 9, 24-27

Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heilgen Geistes sei mit euch allen. Amen

Als ich den Text für den heutigen Sonntag bei der Vorbereitung des Gottesdienstes gelesen hatte, wurde ich an meine Jugend erinnert.
Damals, als ich noch jünger und schlanker war, haben wir auf einer Rüstzeit mit den damaligen Jugendwart Norbert Wiemer, der im selben Haus wie ich heute wohnte,
im Sommer den Urlaub in der Sächsischen Schweiz bei einer Kletterrüstzeit verbracht.
Neben der Beschäftigung mit der Bibel haben wir dort die Felsen in der Umgebung bestiegen.
Für mich als Neuling war das jeden Tag eine neue Herausforderung bei der Besteigung der Feksen..
Das Ziel war der Gipfel, der Weg dorthin war klar.
Trotzdem muss diesen Weg sich jeder Einzelne aus unserer Gruppe erkämpfen.
Und es waren Kämpfe um den Sieg bzw, die Besteigung.
Am Anfang der Woche bin ich neben anderen manches Mal in halber Höhe des Felsen nicht weiter gekommen und konnte dadurch das Ziel und Eintrag in das Gipfelbuch nicht vornehmen.
Wie ruft uns Paulus hier uns zu:
„Lauft oder kämpft, dass ihr ihn (Sieg) erlangt.
Paulus benutzt dieses Bildgleichnis für uns, um uns den Weg des Glaubens deutlich zu machen.
Schon der Apostel Paulus Paulus hat den Christen damals in Korinth, als Empfänger dieses Briefes,
den Sport in einer Bildfunktion vor Augen gehalten.
Er hat wohl dieses Bild gewählt, weil den Korinthern sportliche Großereignisse durchaus bekannt waren. Hintergrund waren nicht die olympischen Spiele, aber sportliche Betätigung als Ausdruck von Lebenskraft und Stärke war in der damaligen Griechisch geprägten Gesellschaft bekannt.
Dieses Bildgleichnis hat über die vielen Jahrhunderte nichts von seiner Aussagekraft verloren.

Damals wendet sich Paulus mit diesem Bild an eine Gemeinde, die alles andere als eine Vorzeigegemeinde
für die andere jungen Gründungen von Christen auf den Missionsreisen des Apostels war.
In Korinth lief damals so ziemlich alles schief, was im Leben einer Gemeinde von Christen schief laufen konnte.
Es fehlte an einer klaren Linie , einem klaren Konzept des Gemeindebaus und klaren Ansagen zu den Missständen, die hier in ihr entstanden sind.
Die Einstellung zur Gemeinde und zum Reich Gottes von vielen Mitgliedern entsprach dem Prinzip von meiner damaligen Kletterei in der Säch.Schweiz von
„dabei sein ist alles“!
So schön dieses Motto scheinbar heute auch immer wieder ist, bezogen auf unser Leben und Lebensziel als gläubiger Christen trifft es allerdings nicht zu.
Der Apostel Paulus gebraucht das Bild vom Wettkampf im Sport, um gerade diesem Motto zu widersprechen und um sein Anliegen im Wandel als Gläubiger den Korinthern in ihrer Gemeinde damals, und uns heute näher zu bringen und zu veranschaulichen.
Der erste Gedanke gerade im Bezug auf Glaube und Sport kam mir in folgenden Satz.

1. Christsein bedeutet Kampf

Zunächst habe ich mich etwas gescheut, diesen Begriff
„ Kampf“ n der Predigt zu verwenden.
Wörtlich schreibt Paulus „Wettkämpfer sein“.
Er bleibt also näher an dem Bild aus dem Bereich des Sports.
Gescheut habe ich diesen Begriff aus dem Grund, weil Christen oft in der Versuchung stehen, diesen Begriff falsch zu verstehen, und dies in zweierlei Hinsicht.
Zum einen, weil wir uns oft als Märtyrer verstehen, die von der „bösen“ Welt um uns herum immer Verachtung und Spott erdulden müssen wegen des Glaubens.
Die Welt, die uns scheinbar in allen verfolgt, ist Schuld an allem, was uns auf unserem Lebensweg an Unangenehmen und Schwierigem begegnet.
Uns zur Hilfe stellen wir uns solchen Situationen als besonderen Dienst dar, in dem wir uns als Märtyrer sehen und ziehen uns oft immer mehr in unser frommes Schneckenhaus zurück.
Andererseits begegne ich immer wieder Christen,
die fest behaupten, in ihrem Leben gäbe es keine Schwierigkeiten und ihr Leben verlaufe in geordneten Bahnen.
Seit sie mit Jesus im Glauben leben, sorgt er für sie und räumt alle Hindernisse aus dem Weg.
Früher, als junger Mensch hat mir solche Sätze erhebliche Kopfzerbrechen bereitet und großen Widerspruch gerade bzgl. meines eigenen Glaubensweges in mir ausgelöst.
Heute gelingt es mir zusehends,
mich über solche überheblichen Aussagen zu stellen und sie einfach im Raum stehen zu lassen und nicht als Anfrage an mein eigenes Glaubenslebens zu sehen.

Weder das eine noch das andere scheint mir die richtige Einstellung zu sein.
Vielmehr bin ich der Überzeugung, dass Schwierigkeiten und damit Kampf im Leben ,
was nichts anderes bedeutet als Auseinandersetzung mit dem allen, was sich in meinem Leben alles ereignet und nicht glatt an mir vorbei geht,
zum Leben eines jeden Menschen gehören,
ganz gleich ob er Christ ist oder nicht.
Leben ist Kampf.
Und dass sich die Frage, wie ich damit umgehe,
ob ich schlaflose Nächte habe oder fröhlich meine Lebensweg weiter gehe,
davon abhängt, welche Charakterstruktur meinem Wesen und Gemüt zu Grunde liegt.
Ein Satz über solche Situationen von einen Gemeindeglied,der sich in meiner Erinnerung gebrannt hat, lautet:
„Ich habe keine schlechten Stunden bisher in meinen Leben gehabt, denn ich bin dankbar für jede Lebenssituation“
Hut ab, war da mein erster Gedanke.
Das kann ich so nicht für meine Leben sagen.

Kampf, oder im Bild aus dem Sport zu bleiben, der Einsatz als Wettkämpfer gehören zu unserem Leben dazu.
Das heißt eigentlich nichts anderes, als eine ständige Auseinandersetzung mit meiner unmittelbaren Umgebung in den verschiedensten Formen des Lebens.

Veleicht sollten wir in unseren Vorstellungen von einen Kampf des Lebens nicht den Rückschluss zu einen
Krampf im Leben verwechseln.
Beim Krampf geht es ums gegeneinander, da muss ich mich gegen den anderen durchsetzen.
Verkrampfung bedeutet im übertragenen Sinn,
ein starres Festhalten an meiner Situation im Leben,
eine Erstarrung in meiner Lebenssituation ohne einen Ausweg daraus zu sehen und ihn zu akzeptieren.

Beim Kampf aber geht es um Freiheit:
ich muss nicht alles haben,
muss nicht alles essen, alles trinken, …
muss nicht um jeden Preis recht haben.
Um an einem Wettkampf im Sport teilnehmen zu können und darin auch zu bestehen, setzt dies voraus, dass ich mich darauf vorbereite, Übungen absolviere und darin trainiere.
Gerade damals auf unser Rüstzeit habe ich mich mit meinen Freund Knollo ein wenig auf diese Geschichte Bergsteigen vorbereitet.
Das Abseilen, das Anlegen und Binden von Knoten wollte im Vorfeld gelernt sein.
Und was diese Vorbereitung im Glaubensweg unter anderem bedeutet, ist ein weiterer Punkt:

2. Christsein bedeutet Verzicht

Ein schwieriger Ausdruck in einen Satz in Zeiten von Selbstfindung und Selbsttbestimmung in dieser gottesfernen Gesellschaft.
„Verzichten“-
Eher höre ich das Andere:
„Ich nehme und brauche alles, was mir und meinen Körper gut tut,“ so ein häufig gehörter Satz.
„Verzicht“ - in der Geschichte der Kirche spielte Verzicht immer wieder ein Rolle.
Nicht nur der Glaube allein, sondern auch ein Leben in Enthaltsamkeit diente dem eigenen Heil, davon war man immer wieder überzeugt - bis hinein in unsere Tage.
Aus dieser Überzeugung heraus entstanden viele Mönchsorden in der Kirche ,
bei denen die Enthaltsamkeit beim Sprechen und Essen auf den unterschiedlichsten Gebieten eine wichtige Rolle spielte.
In unseren heutigen Sprachgebrauch oder auch Neudeutsch „Termini“ würden wir wahrscheinlich nicht mehr von Enthaltsamkeit reden, sondern den Ausdruck „Heiligung“ eher für diese Lebensform dafür gebrauchen .
Bezogen auf unseren Predigttext wäre es aber wohl völlig fehl am Platz, diese Stelle im Blick auf eine lebensfremde Gesinnung des Paulus interpretieren zu wollen.
Die vom ihm gebrauchten Ausdrücke lassen bei schnellem hinsehen einen Rückschluss in diese Richtung zu,
sollten aber auf keinem Fall zum richtigen Verständnis aus dem Zusammenhang gerissen werden.

Paulus versteht unter einen Verzicht oder Heiligung, wem dieser Ausdruck besser gefällt, nicht als ein Muss für die Gemeinde,das uns auferlegt ist.
Sondern er sieht dies im Zusammenhang mit der Freiheit,
zu der wir als Christen berufen sind.
Diese Verse stehen in engem Zusammenhang mit dem was Paulus weiter vorne in diesem Kapitel (1. Kor. 9,19ff) über die Freiheit geschrieben hat.
Mit dem Bild vom Wettkämpfer, der sich auf einen sportlichen Wettkampf vorbereitet, verdeutlicht uns der Apostel Paulus in anschaulicher Weise, wie wichtig eine gute Vorbereitung und Einstellung auf den Wettkampf ist.
Wie viele Schweißtropfen werden in Fitnesscentern und Sporthallen vergossen um den Körper für einen Wettkampf zu trainieren oder einfach nur um fit zu bleiben.
Und das alles geschieht ja in der Regel freiwillig, ohne Druck von außen und von anderen Menschen.
Einzig, was Menschen dazu antreibt,
ist das Ziel und die Aussicht, beim anstehenden Wettkampf den Sieg zu erreichen oder eine Idealfigur zu haben.
Und all diese Vorbereitung für diese Anforderungen fordert Verzicht.
Auch wenn es nur die Zeit ist, die ich opfere, die mir für andere Dinge im Leben nicht mehr zur Verfügung steht.
Sich vorbereiten heißt also immer auch, einen entsprechenden Lebenswandel zu führen,
die übrigen Lebensbereiche mehr oder weniger darauf abzustimmen.
Verzicht geschieht nie um seiner selbst willen,
Verzicht ordnet sich immer einem höheren Ideal unter.
Wenn wir uns in dieser Weise Verzicht auseinandersetzen, und das verdeutlicht das von Paulus gebrauchte Bild, kommen wir nicht umhin, uns mit der Frage der Konsequenz auseinander zusetzen.
Nur eine konsequente Vorbereitung,
ein konsequenter Lebensstil schafft die Voraussetzung für einen erfolgreichen Wettkampf.
Und um konsequent zu sein, bedarf es nicht moralisierender Appelle, von denen allen Unkenrufen zum Trotz, in diesen Versen wirklich nichts zu hören ist,
sondern etwas anderes.

3. Christsein bedeutet das Ziel zu halten

Alles Training und aller damit verbundene Verzicht dient nie einem Selbstzweck.
Der Sportler hat das Ziel und das Siegerpodest vor Augen, wie wir damals als Gruppe den Gipfel vor Augen hatten.
Die Aussicht, das Ziel auf Ehre und Anerkennung treibt ihn an.
Und dieser Antrieb wirkt sich in einem konsequenten Lebensstil aus.
Das ganzes Leben wird auf dieses Ziel abgestimmt und das bedeutet in vielem „Verzicht“.
Auch wenn es immer wieder betont wird,
dass es nur um den Geist des dabei sein geht,
würde ich doch einmal die Behauptung aufstellen dass dies nur bedingt zutrifft.
Aus der eigenen Erfahrungen , die ich wohl mit vielen von uns teile,
hat doch jeder Kämpfer den Wunsch und das Ziel doch als Sieger aus einem Wettkampf hervor zugehen.
Ich kann mir nicht vorstellen, dass jemand mit dem Ziel trainiert und sich vorbereitet, um Verlierer zu werden.
Mit Paulus teile ich vielmehr die Überzeugung, dass nur das Ziel den Siegeskranz zu gewinnen,
einem Wettkämpfer die Chance einräumt so zu kämpfen, dass er auch als Sieger aus dem Wettkampf hervorgeht.
Und dieses Ziel prägt die Zeit vor dem Wettkampf und liefert die Motivation und Kraft im Wettkampf selbst.
Lassen wir nun einmal diese Bild vom Kampf des Lebens und den Kampf im Sport hinter uns.
Gerade in Betrachtung dieser Ziele stellt sich mir die Frage:
Habe ich ein festes Ziel in meinem Leben?
Und haben sie auch Ziele, ganz persönlich und auch als Gemeinde?
Haben sie sich schon einmal Gedanken darüber gemacht, wo sie zur Jahresmitte oder am Jahresende stehen wollen? Ich denke, keiner von uns geht in im Lauf diesen Leben ohne Ziele.
Das Problem dabei ist, selbst wenn uns diese Ziele nicht bewusst sind, sie dennoch unser Leben bestimmen.
Ein Grundsatz im Leben, den ich bejahen kann lautet
„Lebensziel prägt Lebensstil.“
Vieles und damit viele Menschen in unserer Zeit versucht uns Ziele im Leben aufzudrücken und durch Manipulation unter zujubeln
Denken sie hier nur an die Werbung und deren Botschaft die uns auf vielfältiger Weise in den Medien begegnet..
Auch der Umkehrschluss des Satzes gilt:
wo keine Ziele sind, wird auch kein Stil zu finden sein.
Da bewegt sich möglicherweise alles irgendwie ohne ein konkretes Ziel dahin, ohne konkrete Formen anzunehmen.
Da bleiben die Auswirkungen in unserem Leben aus.
Auch wenn ihnen jetzt nichts einfällt, was sie sich als Ziel vorstellen könnten, so sei doch an dieser Stelle festgehalten, dass wir als Christen sozusagen ein Ziel auf jeden Fall mit in die „Wiege“ gelegt bekommen haben:
Einmal in der Ewigkeit bei Jesus zu sein,
das ewige Leben zu erben.
Und um dieses Ziel bei Gott zu erreichen gilt es, sich für den Weg dorthin vorzubereiten

„Ich laufe nicht so wie ins Ungewisse“ - Vers 26
so hat es Paulus an die Korinther formuliert,
so haben wir es heute im Text gehört.
Ich weiß, was ich will,
ich kenne das „große Ziel“,
aber ich kenne auch meine kleinen Etappenziele.
Diese Ziele, so sagt Paulus, bewahren mich davor,
ins Ungewisse zu laufen zum bloßen Mitläufer zu werden.
Die Frage nach den Zielen in unserem Leben und in unseren Gemeinden halte ich für die wichtigste Frage in unseren Leben.
Für uns alle, die wir heute hier im Gottesdienst sind.
Aber ich habe mir gedacht, ob es nicht eine Chance wäre, am Anfang dieses Jahres einmal seine Ziele zu überdenken - die persönlichen und die unseren Kreisen, Gruppen oder die der ganzen Gemeinde.

Ich lade sie dazu ein und verspreche ihnen, es wird nicht ohne Auswirkungen auf ihr Leben bleiben.

Und der Friede Gottes, welcher höher ist als alle unsere Vernunft, er bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus unsern Herrn.

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Predigtgottesdienst in Quatitz

Abgelegt unter:Allgemein, Predigten — Jens am 24.01.2010 gg. 12:18

Predigtgottesdienst in Quatitz
2. Kor 4, 6-10

Mit dem heutigen Sonntag, dem letzten Sonntag nach Epiphanias, dem ältesten christlichen Fest der Geburt Jesu, schließt sich der weihnachtliche Festkreis im Kirchenjahr.
Eigentlich jetzt erst kann man den Weihnachtsbaum, als Zeichen des Lichtes, welches mit Jesus Christus in die Welt gekommen ist, aus den Wohnzimmern entsorgen werden.
Der Wochenspruch aus dem Jesaja(60, 2) ruft uns noch einmal das wunderbare Kommen Gottes zu diesen Fest in Erinnerung:
Über dir geht auf der HERR,
und seine Herrlichkeit erscheint über dir.
Gottes Kommen in unsere Welt wird hier im Bild von der aufgehenden Sonne angesagt.
Im Evangelium hörten wir, wie Petrus, Jakobus und Johannes Jesu Angesicht wie die Sonne leuchten sahen.
Und der Apostel Paulus spricht vom “hellen Schein”, den Gott “in unsere Herzen gegeben” hat.
Durch ihn, den Apostel, durch all seine Zeugen, will Gott die Erleuchtung entstehen lassen, um sich selbst in Jesus Christus zu erkennen.
Im Gesicht Jesu, in seiner von bedingungsloser Liebe und geprägten Zuwendung zu uns Menschen,
möchte Gott der Schöpfer der Welt sich zu erkennen geben.
Der von Gott kommende helle Schein in den Herzen seiner Boten. gleicht dem Licht am ersten Schöpfungstag, als Gott sprach:
“Licht soll aus der Finsternis hervorleuchten”.

Predigttext noch einmal

2.
Der Apostel Paulus schreibt in dem Text:
Gott sprach einst: Licht erstrahle in der Dunkelheit.
Und er hat uns nun zu Weihnachten,der Geburt des Sohnes Gottes, einen hellen Schein gebracht für unsere Herzen.
Das, was Gott am Anfang der Schöpfung getan hat,
nämlich die Welt geordnet,
dem bedrückenden Chaos ein Ende setzen,
der totalen Finsternis ein Licht entgegensetzen,
dass ist auch zu den Geschehnissen zu Weihnachten mit dieser Geburt in der Krippe passiert.
Da ist ein Licht entzündet, das uns Menschen im Herzen mit seiner ganzen Kraft des Schöpfers berührt,
da ist ein Licht aufgegangen, das uns tiefer mit seiner großen Liebe berührt als alle anderen vergänglichen Lichter dieser Welt,
da ist ein Licht erschienen, dessen Leuchtkraft und ganzen Ausstrahlung kein Ende hat,
so dunkel es auch um uns in dieser vergehenden Welt sei.
Diese erschienene Licht in dieser verlorenen Welt trägt den Namen Jesus Christus, der Sohnes Gottes..
Das menschliche Gesicht Jesu ist das Geschenk Gottes an Weihnachten für die Schöpfung,
er ist das Licht, das alle Dunkelheit durchdringt
und alles sichtbar macht, was im verborgen liegt.
Diese Licht ist in der Welt und kann durch nichts und niemanden mehr beiseite geschoben werden,
weil Gott in ihm seinen Plan zur Rettung von uns Menschen beginnt.
Paulus sagt, das dies ein Schatz für unser Heil ist.
Ein Schatz, den wir aber nicht in aller Pracht und Herrlichkeit wie manche Mussen ihre Schätze präsentieren können, sondern den wir nur in irdenen Gefäßen haben, wie es uns der Predigttext sagt.
Ich empfinde dies als ein schönes Bildgleichnis,
so ungeheuer nahe an der Lebenswirklichkeit von uns Christen.
Denn so ist es doch auch in der Wirklichkeit.
Die schönen Worte in der Kirche, die oft so starken, so großartig, so ungeheurer mächtig wirkenden Worte,
sind oft so weit weg von der Wirklichkeit des eigenen erlebten Lebens,
die der einzelne an jeden Tag neu erleben und erfahren muss.
Worte wie
Herrlichkeit Gottes, Morgenglanz der Ewigkeit,
Reich Gottes, Gnade und Güte Gottes
bleiben dann in ihrer gesamten Wirkung verborgen.
Wie oft werden wir Christen, die sich zu seiner Gemeinde halten, für solche Worte auch angegriffen,
weil sie mit dem Leben von vielen Menschen in dieser Welt scheinbar so wenig zu tun haben,
weil sie eben für solche nur großartig klingen.
Nun hören wir, dass diese Großartigkeit nicht in sich selber sichtbar ist, so als könne man dieser Herrlichkeit direkt uns gegenübertreten.
Nein, in irdischen Gefäßen will Gott sichtbar werden.
In irdischen Gefäßen.
Tongefäße, hat Paulus vor Augen.
Tongefäße die als Massenware bei den Händlern zu haben sind.
Heute zu finden auf den Wühltischen, scheinbar von ihrer Art nichts wert,
für den schnellen Verbrauch, ohne großes Ansehen,
ohne große Bedeutung.
Aber genau das ist der Platz, wo Gott wirksam wird,
wo sein Licht aufleuchtet, wo es wichtig für das Leben von Einzelnen ist.
In irdenen Gefäßen liegt der Schatz der Herrlichkeit Gottes, liegt die Wahrheit von Weihnachten verborgen.
Schon da bietet uns die Bibel eben ein Bild dieses irdenen Gefäßes an.
Die Krippe im Stall zu Bethlehem, die armen Hirten ,
kein hoheitlicher Tempel und eines großen Hauses, keine besonderen reichen und mächtigen Menschen,
kein herausgehobener großer Platz in der Welt,
ist der Ort, wo Gott sein uns Angesicht der unbegreiflichen Liebe zeigt
und damit den Weg der Rettung beginnt.
Irdisch, menschlich, sehr nahe und doch mit einer Kraft und Ausstrahlung seines Willens ,
dass wir noch nach 2000 Jahren das Geburtsfest feiern und uns davon faszinieren lassen,
dass diese verlorene, gottesferne Welt auch noch ein anderes Gesicht zeigt.
Erlebbar und im eigenen Leben erfahrbar für einen jeden Einzelnen von uns, weil diese verändernde Kraft Bestand hat in dieser verlorenen Welt.
Die Jünger, die er sich aussuchte und die ihn am Anfang begleiteten , was waren das für einfache Leute.
Fischer, Zöllner, daher gelaufene Leute.
Diese nahm dieser Jesus mit und sagte, ihr könnt etwas weitergeben von diesem Licht, das Gott in die Welt gebracht hat.
Ihr könnt etwas weitergeben von der Liebe Gottes für die Menschen.
Irdene Gefäße für einen unendlich wertvollen Inhalt zum Leben .
Oder Jesus am Ende seines Lebens.
Was für eine scheinbar sinnloses Ende seines Lebens .
Von ein paar mächtigen Leuten auf Grund fadenscheiniger Gründe ans Kreuz gebracht.
Und dort starb dieser dann scheinbar ein so machtlose Mensch, verhöhnt, verspottet, weil er festgehalten hat an seinem Glauben,
festgehalten hat auf den Weg des Vaters.
Und dieser Tod ist das wichtigste Zeichen geworden für uns gläubige Christen.
In seinen Tod für uns an diesen Kreuz auf Golgatha liegt Leben und Hoffnung zugleich.
Ewiges Leben und lebendige Hoffnung auf den Weg, den er damit freigemacht hat zum Vater.
Er hat die Macht der Sünde und des Todes überwunden.
Göttliche Macht im irdenen Gefäß.
Paulus selber, ein Mann der am Anfang die Christen verfolgt hat, der alles daran gesetzt hat, diese Menschen zu vernichten.
Er wurde selber einer von ihnen, wurde an Nachfolger dieses Mannes, von Jesus Christus.
Er war oft krank, wurde angefeindet, saß im Gefängnis, musste sich vielen Verleumdungen aussetzen.
Wahrlich kein glorreiches gutes Leben,
wirkliche ein irdenes Gefäß für herausragende geistliche Gedanken.
Ich könnte die Reihe derer, die das Licht von Weihnachten in die Welt tragen weiter fortsetzen,
mit vielen Menschen, die sich für das Evangelium eingesetzt haben und es in ihren Leben bezeugt haben.
Sie haben versucht mit ganz menschlichen Mitteln diese Botschaft von Gottes Nähe zu den Menschen zu vermitteln.
Überall könnten wir deutlich machen, mit welch menschlicher Schwachheit alle ausgestattet sind,
wie wenig Heiligenschein in ihren Leben zu erkennen war und ist,.

3.
Und es schließt auch unsere eigene Lebenserfahrung und den damit verbundenen Glaubensweg mit ein.
Nicht unsere Kraft, nicht unser Können,
nicht unser Vermögen machen es aus,
dass Menschen teilhaben an dem ewigen Licht des Lebens,
sondern Gott selber, und das Licht, das von Weihnachten ausgeht ist das Fundament.
Selbst in den ausweglosesten Situationen kann noch etwas von dem Licht Gottes scheinen.
Gerade da, wo die innere und äußere Not am größten bei uns Menschen ist.
Diese ganze Hilflosigkeit, die dort zu erleben ist ,
unsere menschliche Ohnmacht dazu,
unser tiefes Schweigen in diesen Situationen,
unsere Vergeblichkeit aller Bemühungen zur Änderung,
all das sind ganz menschliche Erfahrungen und Erlebnisse.
Irdisch, menschlich.
Und dann werden in diesem irdenen Gefäß des leidenden Menschen Bilder sichtbar, die dann doch Licht in das Dunkel dieser Stunden bringen.
Das Kreuz, an dem Jesus unschuldig und ohnmächtig hängt.
Gott ganz hilflos, und doch eben gerade darin so ganz nah, so unendlich menschlich in all dieser so bedrückenden Hilflosigkeit.
So festgenagelt, so war auch Gott in Jesus Christus und ist uns dadurch ein Licht in dieser Situation,
weil wir darauf vertrauen können, dass Gott,
das die Macht des Lebens, dass die Zukunft mit gegenwärtig ist.
Es ist nicht offenbar, es liegt nicht oben auf,
das irdene Gefäß des Lebens sieht oft so gott-los aus,
und doch ist da der helle Schein der Weihnacht,
der helle Schein von Karfreitag und Ostern in unseren Herzen und kann uns helfen.
Wie hat Paulus es noch einmal beschrieben:

Wir sind von allen Seiten bedrängt,
aber wir ängstigen uns nicht.
Uns ist bange, aber wir verzagen nicht.
Wir leiden Verfolgung, aber wir werden nicht verlassen.
Wir werden unterdrückt, aber wir kommen nicht um.

Er war mitten drin in der Wirklichkeit unseres Lebens.
Er beschreibt auf sehr deutliche Weise,
wie sehr unser Leben eines ist,
das von dem Bilder der Herrlichkeit weit weg ist.
Und wir können davon ausgehen, dass er dies auch selbst in all seiner Tiefe durchlebt hat, so wie wir es durchleben.
Er hat diese Erfahrungen nicht fromm überspielt
und es soll hier auch mit seinen Worten nichts fromm überspielt werden.
Die Bedrückungen und Bedrängnisse in uns sind da,
und sie sind bedrängend, sie sind ängstigend,
sie machen uns verzagend in unseren Sein.
Aber sie entfalten ihre zerstörende Kraft in unseren Sein bis ins Letzte nur dort,
wo wir unseren Glauben beiseite schieben,
wo wir dem Wirken Gottes in dem Irdischen nichts zutrauen.
Licht soll leuchten in der Finsternis, spricht Gott.
Es ist ein Licht in der Dunkelheit aufgegangen,
da war dieses Weihnachten, dieser Stern,
diese neue Hoffnung für uns Menschen,
da war dieses Licht von Ostern,
das dem Kreuz seine bedrohende Macht genommen hat.
Mitten im menschlich, irdischen leuchtet etwas auf, wird etwas sichtbar, was unsere eingeengten Gedanken aufbrechen kann.
Jesus Christus bietet viel von diesem Licht,
er vermag vieles aufzubrechen von den irdischen Beengtheiten unseres Lebens.
Wenn wir davon sprechen, wenn wir davon hören,
dann klingt das oft nach sehr wenig, nach großer Hilflosigkeit.
Es ist auch oft sehr wenig, es ist oft Ausdruck unserer Hilflosigkeit, weil wir gerne als Menschen mehr machen wollen.
Aber gerade in dieser irdischen Hilflosigkeit wird dann sichtbar, dass die Macht Gottes in unseren Leben und in dieser Welt größer ist als alle menschliche Macht.
Dass es eben nicht unser eigenes Vermögen ist,
das unser Leben hoffnungsvoll macht,
sondern dass Gott selber es ist in seinen Handeln an uns Menschen.
Wir sind die Gefäße des Lichtes, wir geben diesen Schatz weiter, aber wir haben ihn nicht in der Hand.
Das ist auch der Grund, warum wir Weihnachten nicht eingrenzen können
nur auf eine kurze Zeit am Ende des Monats Dezember.
Weihnachten und das Licht Gottes wird an so vielen Stellen des Lebens sichtbar und wirklich.
Irdisch, menschlich und doch ganz göttlich.
Wie Jesus eben, menschlich göttlich, retten.
Amen

Das gesprochenen Wort zählt!

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Röm 12. 4-16

Abgelegt unter:Allgemein, Predigten — Jens am 17.01.2010 gg. 08:08

Predigtgottesdienst in Malschwitz
Röm 12. 4-16

Liebe Gemeinde, wer schon etwas älter ist, kann sich sicher noch gut an die Einzelbauern in unserer Heimat erinnern.
Das war die Zeit der LPG Typ 1, als zu Hause noch die Viehwirtschaft allein betrieben wurde,
Wir haben damals mit meine Freund zusammen auf den Bauernhof seines Vaters mithelfen müssen bei den täglichen Arbeiten wie z,.B. Kartoffeln entkeimen und Futter holen vom Feld.
Die Technik damals war zum Teil ganz anders als heute. Es gab so gut wie keine Stahlseile, sondern für die verschiedensten Arbeiten zum Schleppen wie z.B. Holz im Wald wurden Ketten verwendet.
So eine Kette war damals ein wichtiges Arbeitsmittel und wurde, wenn sie gerissen war, beim Schmied unseres Dorfes mit einen neuen Glied zusammen geschmiedet.
Ketten haben die unangenehme Eigenschaft, wenn sie unter starker
Zuglast stehen, an ihren schwächsten Glied auseinander zu brechen..
Die stärkste und längste Kette ist nur so gut, wie ihr schwächstes Glied.
Das ist nicht nur einen Erfahrung der Bauern damals, sondern auch eine Erfahrung die wir heute noch machen können.
Unser heutiger Predigt handelt von so einer Kette mit Gliedern, die sich aber Gemeinde Gottes nennt und in der Nachfolge steht.

1.
Dieser Vergleich vom Leib und den Gliedern als Bild für die christliche Gemeinde ist uns allen aus den Predigten geläufig.
Es steckt auch viele Wahrheit in diesen Bildvergleich bezüglich der Haltbarkeit und Stärke.
Der Apostel Paulus benutzt es nicht nur hier in unseren Predigttext , sondern auch im Korintherbrief immer wieder .
Es scheint ihm ein ganz wichtiges Bild dabei zu sein, wenn es um die bildliche Darstellung zum Thema Gemeinde geht.
Und wir selbst haben uns daran auch gewöhnt, dass es immer dann zur Sprache kommt, wenn es um das Zusammenleben in der Gemeinde geht oder wenn jemand eine neue Aufgabe nach seiner Begabung in der Gemeinde übernimmt.
Jeder ist ein Glied in einem großen Ganzen. wie bei einer Kette , getragen durch den gemeinsamen Glauben an Jesus Christus und die Erfahrungen seines Wirkens in unser Leben..
Es scheint für uns alle nach diesen Aussagen so einfach zu sein , mit dem zusammenleben und handeln in der Gemeinde..
Aber so einfach es scheinbar ist, sieht doch die Realität in unserer Gemeinde ganz anders aus..
Sehen wir uns doch mal unsere Gemeinden an.
Sind unsere Gemeinden denn wirklich so, dass wir füreinander als Glieder da sind, wie bei einer Kette, die alle in die selbe Richtung ziehen.
Dass wir im Frieden und Eintracht uns begegnen im Leben?
Ich habe es viel eher erlebt, dass es da immer wieder zu neuen Verstimmungen und Unstimmigkeiten untereinander kommt.
Das fängt oft bei Kleinigkeiten an:
Warum wird das so in der Kirche gemacht?
Woanders wird das doch ganz anders angepackt!
Können die den Gemeinderaum denn niemals aufräumen nach der Jungen Gemeinde?
Wenn die Konfirmanden zusammen sitzen, ist es nie still im Gottesdienst am Sonntag
Ich denke, Ihnen fallen ganz viele Punkte ein, wo Gemeindegruppen, Gemeindeglieder aneinander Kritik üben und eben nicht Anteil an den Anderen nehmen.
Und sehen wir uns selbst doch mal an.
Sind wir wirklich ganz frei von Neid und können uns an den Gaben und Fähigkeiten der anderen wirklich freuen, die sich damit in das Gemeindeleben mit einbringen?
Und verteilen wir unser Lob wirklich gleichmäßig oder erkennen wir nicht doch manches höher an als anderes? „Der ist doch im Kirchenvorstand“ oder
„Die verteilt doch nur den Gemeindebrief im Dorf“, sind Sätze, die ich gut kenne und die eben durch kleine Wörter deutlich machen, dass wir eben nicht alle Glieder in der Gemeinde für gleich wichtig halten.
Außerdem erlebt man es immer wieder , dass in der Gemeinde eben nicht alle Gaben und Fähigkeiten vorhanden sind.
Zum Beispiel fehlt es oft an Menschen, die wirklich zuhören können und vielleicht mal den einen oder anderen Besuch bei Kranken und Einsamen, bei Trauernden übernehmen können.
Was machen wir denn, wenn bei Gemeindeglieder solche wichtige Gaben fehlen?
Bringt man sich mit seiner Zeit und Kraft wirklich ein oder zieht man sich oftmals enttäuscht nach vergeblichen Mühen zurück?
Das alles macht uns eines deutlich:

2.
Der Apostel Paulus zeichnet in den Predigttext ein Idealbild als Beispiel für die Gemeinden damals und auch für uns heute.
Das Idealbild einer Gemeinde, in der alle Glieder eben so gut zusammenarbeiten wie die Körperteile eines Körpers und wie die einzelnen Glieder einer Kette.
Das kann ja verschiedene Gründe haben:
Entweder, es gab wirklich mal so eine ideale Gemeinde oder aber es gab zur Zeit des Paulus schon dieselben Schwierigkeiten in den gemeinsamen Leben wie heute.
Wie sah es denn nun mit dem Leben aus in Rom, soweit wir das heute wissen?
Kurz gesagt: Nicht viel anders als heute bei uns.
In der Gesellschaft Roms gibt es unterschiedliche und sich widersprechende Strömungen .
Die kulturelle Vielfalt bietet natürlich viele Möglichkeiten, aber lässt auch Konkurrenz zwischen den einzelnen Gruppen entstehen und eine gewisse Beliebigkeit. Fremde Religionen kommen nach Rom, sie werden in privaten Zirkeln außerhalb des gewöhnlichen Alltags gelebt.
Vom Staat wird gleichzeitig Kaiserverehrung gefordert.
Vermutlich hatten die Menschen in Rom dieselben Schwierigkeiten wie viele heute in unserer Gesellschaft.
Viele Menschen erleben täglich,
dass sie austauschbare Nummern oder verkäufliche Ware sind, das sie nur wegen ihres jugendlichen Alters in Lohn und Brot genommen werden
dass sie nicht aufgrund ihrer Fähigkeiten geachtet werden, sondern einzig und allein nach dem Ansehen und der Macht, die sie scheinbar in ihrer Position haben.
Viele erleben das wahrscheinlich auch damals wie heute innerhalb der Gemeinde und Kirche.
Und da stellt sich den Apostel Paulus die Frage, was Menschen in der christlichen Gemeinde eigentlich miteinander verbindet.
Das Verbindende, und darauf kommt es Paulus vor allem an, das Verbindende in den ganzen allen ist die Liebe.
Es ist die Liebe Gottes zu seiner Schöpfung als Herr der Welt.
Die Liebe, mit der Jesus Christus jeden von uns liebt, eben nicht als austauschbare Nummern, sondern durch die jeder einzelne Mensch etwas Besonderes ist.
Jeder Einzelne ist unentbehrlich, sie sind in den Augen Gottes des Schöpfers etwas Besonderes, eben ein geliebtes Wesen mit ganz speziellen Fähigkeiten und Gaben.
Jeder einzelne ist vor Gott wichtig. Deshalb hat Gott seine Sohn auf die Erde gesandt zu uns, um uns den Weg zu ihm, den Vater und Schöpfer, freizumachen.
Deshalb ist Jesus,der Sohn Gottes am Kreuz auf Golgatha für uns alle unschuldig gestorben, zur Vergebung unser Schuld Gott gegenüber.
Darin ist der Grundstock für unser Gemeinde und Kirche gelegt, in der wir Glieder untereinander sind.
Damit kann der Einzelne dem Nutzen aller dienen, nicht mit seiner Rolle oder Funktion., sondern in seiner Einzigartigkeit.
Wir sollen und dürfen uns mit den Augen der Liebe sehen, das ist das, was Paulus uns von einer idealen Gemeinde zeigen möchte
Und wer sich mit diesen Augen sieht, der kann dann eben auch gastfreundlich sein, der kann Anteil nehmen aneinander, füreinander beten und jeden gleich achten.
Wie geht das nun in der Praxis?
Ich denke, das erste, was wir lernen können, ist uns gegenseitig als Glieder ohne einer Abstufung wahrzunehmen.
Ich wohne meines ganzes Leben fast auf einem Dorf.
Da sollte man eigentlich meinen, dass jeder jede kennt.
Aber auch da war es schon so, dass sich die Gottesdienstbesucher nicht mehr alle kennen.
Oft ist es ja auch so, dass die Kritik aneinander, das Unverständnis dadurch entsteht, dass wir gar nicht genau wissen, in welcher Lebenssituation der Andere eigentlich steht und was die anderen denn da so machen.
Und wie oft kann man erlebten, dass Menschen, die sich jahrelang vom Sehen her kannten, erst in einer schwierigen Situation erfahren haben, dass der Andere etwas konnte, was einen aus dieser oft ausweglosen Situation weiter brachte. Darüber hatte man eben bisher noch nie geredet.
Wenn ich Sie jetzt fragen würde, wie es in der Gemeinde so aussieht, ich weiß nicht, was da für Antworten kämen:
Was wissen Sie über die einzelnen Gruppen und Kreise in unserer Gemeinde?
Den Menschen der Bibelstunde zum Beispiel.
Wer gehört alles dazu? Was bringt Leute dazu sich dort zu treffen?
Und wenn Sie jetzt in Gedanken noch ein Stück weiter überlegen:
Gehen Sie mal in Gedanken in Ihre Dorf und ihre Straße.
Wissen wir eigentlich immer, wer jetzt da wohnt und ob der Nachbar krank ist und vielleicht Hilfe braucht?
Und selbst in so einer kleinen Dorf kann es passieren, dass jemand lange krank ist und keiner es weiß, weil man sich eben nur ab und an mal auf der Straße beim Einkauf trifft.
Wir leben häufig nebeneinander, aber nicht miteinander.
Und manch einer scheut sich auch etwas Persönliches aus dem Leben zu fragen.
Warum eigentlich? Ich empfinde es als sehr angenehm, wenn beim Bäcker jemand sagt:
wenn der Nachbar sagt: „Ich habe Sie lange nicht gesehen: Waren Sie krank oder hatten Sie Urlaub?“ Das zeigt doch: da nimmt mich jemand wahr. Ich bin nicht austauschbar.
Aber es fällt uns allen oft schwer, auf andere Menschen auch ohne konkreten Anlass zuzugehen.
Selbst ich, der jeden Tag mit vielen Menschen zu tun hat, hat seinen Schwierigkeiten bei einen nichtangekündigten Besuch bei Menschen.
Vielleicht sind Sie ja nach dem Gottesdienst mal ganz mutig und gehen einfach mal auf jemanden zu, mit dem Sie noch nie geredet haben und wechseln ein paar Worte.
Das ist nicht einfach, ich weiß, aber wie schön, wenn Sie sich dann demnächst mal wieder treffen und nun wissen: das ist Frau und dann den Namen sagen können und die wohnt da und da.
Und dann gehen Sie vielleicht beim nächsten Mal auf jemanden anderes zu.
So, stelle ich mir vor, kann deutlich werden, dass uns die Liebe Christi verbindet.
So kann Gemeinde wachsen und so können wir auch neue Talente und Fähigkeiten entdecken zur Bereicherung aller.
So kann auch Zeugnis von den eigenen erlebten Glauben gegeben werden, das einen Anderen in ihrer eigenen schwierigen Situation weiter helfen kann.
Eine Idealgemeinde wird es wohl nicht geben.
Wir sind eben trotz unseres Glaubens Menschen mit Schwächen und Fehlern.
Und es wird vielleicht auch immer die eine oder andere Gabe fehlen, aber entdecken können wir sie nur, wenn wir aufeinander zugehen.
Dennoch können unsere Gemeinden gastfreundlicher und fürsorglicher sein, wenn wir uns darum bemühen, die Anderen zu sehen und ihnen zu helfen.
Vielleicht überlegen Sie ja auch mal, wenn Sie einer Gruppe oder einem Kreis in der Gemeinde angehören, ob Sie nicht mal eine andere Gruppe einladen, um sich kennen zulernen, um vielleicht etwas gemeinsam zu machen.
Ein kleiner Anfang, der dann dazu führen kann, das nicht mehr alle sagen:
” Die Bibelstunde oder Altennachmittag oder die Bibelwoche,”
sondern dann sind es plötzlich Menschen mit Namen, Gesichtern und Fähigkeiten, die wie wir alle auch Gemeinde Jesu Christi sind und den Weg des erlebten Glaubens gehen.
Dann ist es vielleicht auch einfacher, Aufgaben zu verteilen oder Hilfe anzunehmen und so ein Leib mit vielen Gliedern zu werden, auf das unsere Kette der Gemeinschaft nicht zerrissen wird und bleibenden Bestand hat und dadurch Kraft für den Alltag bietet.

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Titus 2, 11-14 Christnacht in Malschwitz

Abgelegt unter:Allgemein, Predigten — Jens am 24.12.2009 gg. 19:05

Heiliger Abend/Christnacht in Malschwitz 2009

Titus 2, 11-14

Für viele von uns war bis gestern oder gar noch heute ein ganz normaler Arbeitstag.
Viele haben sich so auf den heutigen Tag gefreut, und irgendwie ist es doch wieder einiges anders, als wie wir es uns gewünscht haben.
Manchen fehlt heute ein lieber Mensch und Freund , der letztes Jahr zu Weihnachten noch unter den geschmückten Baum dabei war und jetzt nicht mehr ist.
Manche sind bedrückt von den Ärger auf der Arbeit und der Not innerhalb der Familie, die sich wieder einmal nicht hat vermeiden lassen.
Manche von uns belastet die viele Arbeit in Küche und Haushalt. die in den nächsten Tagen auf sie zukommt und vor den es ihnen graut.
Sie alle dürfen sich hier jetzt zusammen mit denen freuen, die schon glücklich sind.
Die den Heiligen Abend und seine Botschaft schon jetzt so richtig genießen, die glücklich über Geschenke sind und die erlebte Freude und die sich auf die ihnen kommenden freien Tage freuen.

1. Das Weihnachtsfest
Kürzlich habe ich einen interessanten Satz gelesen:
“Wir sind alle anfällig für das Weihnachtsfest.”
Ich stimme dieser Aussage vollkommen zu!
Während meiner Dienstzeit in der Armee waren dies die Tage, wo selbst die sonst „coolsten“ Kameraden auf der Stube bei der angesetzten gemeinsamen Feier an diesen Tag zu weinen anfingen.
Dieses Fest zieht uns alle in eigentümlicher Weise an.
Es begleitet uns in den Gedanke schon die ganze Adventszeit bei den Gottesdiensten und den Weihnachtsmärkten, die man besucht.
Wir lassen uns davon in seinen Bann ziehen.
Was erwarten wir von diesem Fest?
Es gibt eine Menge verschiedenster Erwartungen:
Die einen freuen sich auf festliche Stunden und freien Tage, die uns aus dem Alltag und seinen Dingen herausnehmen.
Andere sehnen sich einfach nach ein wenig Ruhe von der Hetze der Zeit.
Nicht wenige gehen in die Gottesdienste - vielleicht aus dem Gefühl heraus, ohne diesen Besuch der Kirche wird es nicht Weihnachten. Viele kommen auch mit einer seltenen Bereitschaft in die Gottesdienste, auf die verkündigte Botschaft vom Gott zu hören.
Und doch gibt es heute viele Menschen, die erwarten wenig oder nichts von diesem Fest.
Was kann uns dieses Fest bieten? Oder anders formuliert: „ Was habe ich in meinen Leben davon?“
Weihnachten - so will ich es grob formulieren - ist das große Angebot Gottes an unser Leben zum Leben:
Gott will uns nahe sein. Gott will sich mit uns verbinden. Mit uns, die wir so fern von ihm sind, die wir oft nicht wissen, warum und wozu wir leben; die wir uns hin- und her gerissen fühlen zwischen Glück und Unglück oder herausgefordert sind von dem täglichen Stress in unser aller Alltag
Mit uns, die wir älter werden und nicht wissen, wohin der Weg des Lebens mit uns noch gehen wird, worin der eigentliche Sinn des Lebens besteht.
Mit uns will sich Gott verbinden.
Aber wie sollen wir das für das Leben erkennen und verstehen?
Ist Gott für uns nicht oft die große Unbekannte des Lebens? So wie bei einer Mathematikaufgabe mit mehren Unbekannten?
Lassen wir ihn nicht in unser Leben, weil wir alles selbst bestimmen wollen?
Selbstbestimmung und Selbstverwirklichung sind die große Schlagwörter der heutigen von Egoismus bestimmten Gesellschaft
Viele Menschen leiden darunter, dass sie Gott in ihren Leben so wenig kennen, ihn erkennen können, weil sie nicht wissen, wo sie ihn suchen sollen.
Ich habe folgende jüdischen Geschichte gelesen:
Ein Religionsschüler kommt zu einem Rabbi und fragt:
“Früher gab es Menschen, die Gott von Angesicht zu Angesicht gesehen haben. Warum gibt es die heute nicht mehr?” Darauf antwortet der Rabbi: “Weil sich heute niemand mehr so tief bücken will.”
Treffender kann man das eigentlich es nicht erklären, was Weihnachten in seiner Bedeutung ist.
Du musst dich ganz tief bücken, weit nach unten gehen, um ihn zu entdecken.
Du musst oft neue Wege gehen, um Gott in deinen Leben zu erkennen und zu erleben.
Wie oft suchen wir Gott in der falschen Richtung, schauen nach oben in den Himmel oder suchen ihn in großen Ereignissen der Welt und wundern uns, wenn wir Gott da nicht finden.
„Es gab hier keine Spur von Gott.“ - Juri Gagarin, der erste Kosmonaut im Weltall soll dies nach seinen Flug über seine Erlebnisse gesagt haben.
Die Hirten von Bethlehem aus unser Weihnachtsgeschichte wurden nicht auf einen heiligen Berg geschickt, um Gott dort zu suchen, sondern in einen einfachen Stall ihrer Heimatstadt.
Und was sie fanden, war nichts weiter als ein Kind, wie es tausendfach geboren wird in der Welt .
Und da war Gott! In Niedrigkeit ist er auf diese Erde zu uns, seiner Schöpfung gekommen.I
In seinen Sohn Jesus Christus.
So sollen auch wir ihn nicht “oben” suchen, auch nicht in spektakulären Ereignissen in der Welt.
Da hat schon mancher vergeblich auf Gott gewartet. Gott kommt ganz anders: in den kleinen Dingen des Alltags, vielleicht auch in einem Kind, das mir begegnet, das mich freundlich anlächelt oder auch weint.
Vielleicht in einem unscheinbaren alten Menschen, den ich auf der Straße sehe oder der neben uns wohnt und den man so leicht übersehen kann. Der meine Hilfe braucht.
Das ist das Überraschende, das Große der Weihnachtsgeschichte, dass Gott so menschlich, so niedrig begegnet und darin seine neuen Weg mit uns Menschen beginnt.
Als das Kind geboren wurde in der Krippe in Bethlehem, da haben Kaiser Augustus und die Mächtigen der Welt nichts gemerkt; wie sollten sie auch?
Die Weltgeschichte kann sich doch um die Geburt eines einzelnen Kindes nicht kümmern.
Die läuft nach anderen Kategorien und Maßstäben. Was zählt da der Einzelne? Was zählen da zwei unbekannte Menschen, die ein Kind in der Fremde in einen Stall bekommen?
Doch gerade hier liegt das Einzigartige der Weihnachtsgeschichte, dass sie die großen Maßstäbe beiseite lässt und etwas erzählt, das täglich unter uns geschieht.
Da kommen wir vor. So will uns Gott persönlich eine jeden von uns heute Abend hier in der Kirche begegnen.
Er will mit uns eine in einen bleibenden Kontakt treten. Und vielleicht ist er uns viel öfter begegnet, wir haben nur nicht gemerkt.
Wir haben Gott im falschen Maßstab gesucht, nach oben geblickt, in die Ferne geschaut, und dabei ist er längst bei uns! Heute, hier in den Worten der Weihnachtsgeschichte aus der Bibel, in der Predigt und in der Gemeinschaft mit anderen Christen.

2 . Was will nun Gott?
Er will das, wonach wir uns Menschen sehr oft sehnen:
Er will unser Leben sinnvoll machen. Er will unseren Leben den ursprünglichen Sinn,der seit der Schöpfung bei Gott liegt und mit den Sündenfall verloren ging, uns wieder neu erlebbar machen.
Er will uns den Weg zurück zu ihn, unseren Schöpfer ermöglichen, der seit der Macht der Sünde und des Todes uns Menschen versperrt ist. Er will die Tür zum Vaterhaus uns öffnen.
Unser Bibelwort aus den Predigtext sagt:
“Erschienen ist die heilsame Gnade Gottes allen Menschen.”
Gnade, ist das nicht ein Begriff aus längst vergangener Zeit?
Wir reden in unser heutigen Zeit manchmal von “Gnade vor Recht”, von Gnadengesuch und Begnadigung in der Rechtssprechung der Justiz.
Dies Wort steht für viele Menschen in irgendeiner Beziehung zu Unrecht, zu Schuld und Strafe.
Das biblische Wort Gnade meint etwas ganz anderes.
Darin steckt Leben, Bewegung, Bejahung.
Das Wort in seinen Ursprung kommt von freuen, von Freude. Freude geht oft einher mit einer festliche Feier.
Wenn jemand ein besonderes Fest feiert, dann will er nicht allein sein mit seiner Freude, er lädt die anderen ein.
Festlich, aufgeschlossen, fröhlich - das ist die Atmosphäre der Gnade, die Gott uns schenken will.
Gott lädt uns zum Fest ein, zur Freude am Leben, das er uns gab, zur Freude am andern, den er uns gibt, zur Freude an der Geburt dieses Kindes, Jesus Christus.
Wer möchte nicht hineingezogen werden in diese Atmosphäre der Gnade, die Gott uns umsonst, aus seiner unermesslichen Liebe und freien Stücken anbietet!
Oder wollen wir darauf in unseren Leben verzichten; nicht aus der Gnade Gottes leben?
Es gibt Menschen, die das für sich kategorisch ablehnen;
sie wollen aus sich selbst leben; aus ihrer eigenen Kraft
wollen empfangen, was sie verdienen,
wollen beurteilt werden nach dem, was sie geleistet haben in ihren Leben, wollen nichts umsonst geschenkt bekommen.
“Ich möchte nichts geschenkt haben! Ich will es erarbeiten”, Sie wollen nur Recht und Ordnung, Verdienst und Leistung beurteilt werden.
Dann ist das Leben wie bei einen Rechenexempel, das übrigens in den seltensten Fällen im Leben aufgeht, weil zu viele unbekannten Größen darin vorkommen.
Außerdem kommt da eine weiter Erkenntnis des Leben:
Wer nicht aus Gnade leben will, der ist auch mit anderen Menschen ungnädig und misst sie nach seinem eigenem Maßstab und nach ihrer Leistung und gibt ihnen, was sie nach seinen Maßstäben “verdienen”.
Wie viele Unmenschlichkeit und Unheil entspringen dieser Lebenshaltung.

3. Gott will heilen

“Erschienen ist die heilsame Gnade Gottes allen Menschen.”
So ist Weihnachten für die heil-lose Welt gedacht, für ein Leben, das nicht heil ist nach den Maßstäben des Schöpfers, nach den Maßstäben Gottes.
Wer jetzt meint: ‘Das betrifft mich nicht’, der mag dies ruhig denken für sein Leben.
Dann ist Weihnachten für ihn im Augenblick oder wenigstens in diesem Sinn nicht akut in seinen Leben.
Denn Weihnachten ist nicht Glanz über einer heilen Welt.
Wie oft ist dies Fest so falsch verstanden worden von Menschen ohne geistliche Bindung..
Das Fest der Liebe und der Geschenke….
Und daher kommt ja der Verdruss vieler ernster Menschen an dieser Feierei, weil ihr Leben oft anders ist.
Und daher kommt der Irrtum, Weihnachten sei nur von glückliche Menschen zu feiern.
Und gerade umgekehrt:
für die Traurigen zuerst ist es, für die Machtlosen, für die Einfachen, für die Suchenden , für alle, die sich danach sehnen, dass ihr Leben einen richtigen Sinn bekommt und es wieder heil wird.
Wie soll das geschehen?
Unser Bibelwort sagt dazu: “Die Gnade Gottes erzieht uns”. Luther übersetzt schärfer: “Sie nimmt uns in Zucht”. Das sind sehr seltsame Worte an einen Heiligabend.
Sind wir auf Erziehung oder sogar Zucht eingestimmt? Das klingt so nach Armee und Disziplin.
War da nicht zuerst von Fest und Festlichkeit, von der Atmosphäre der Freiheit und der Freude die Rede?
Ein gutes Fest zieht seine Kreise.
Das Weihnachtsfest ist in drei Tagen vorbei. Aber wenn es etwas wert war, dann arbeitet es in unseren Leben weiter.
Und genau darum geht es:
Gottes Gnade will an uns, will in uns arbeiten.
Weihnachten, das Fest Christi Geburt will bei uns: einen Lernprozess, ein Neubeginn in Gang setzen;
unserem Leben mit all seinen Seiten zum Heil Gottes hin verändern.
Dass wir uns nicht auf falschen Wegen auf den Lebensweg verirren, die uns von Gott weg führen, sondern ein Ziel haben, dass bei Gott unseren Schöpfer liegt.
Es könnte soviel Gutes in unseren Leben daraus werden!
Vielleicht sind wir solchen Veränderungen gegenüber heute bereiter, als wir das in früheren Zeiten für möglich hielt. Früher hatte man mit 18 Jahren in der Regel in den Beruf ausgelernt. Da war man fertig für sein Leben.
Man konnte etwas, man war für Beruf und Leben fertig ausgebildet.
Und blieb dann ja auch meistens in diesem Beruf ein Leben lang.
Heutzutage müssen wir alle viel öfter umlernen, dazu lernen, umschulen, bereit sein, neue Wege gehen.
Ich meine, dass dies auch auf unser Christsein und unseren Glauben seine Auswirkung hat:
Wir lassen Gott an uns arbeiten und sind bereit neue Wege mit ihn zu beschreiten und dem Ziel entgegen zugehen, das Gott für uns in seinen Reich in der Ewigkeit bereithält.
Dies Weihnachtsfest kann dazu der Anfang eines Neubeginns sein.
Und der Friede Gottes, welcher höher ist als alle Vernunft, der bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus unsern Herrn.

Das gesprochene Wort gilt!

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Christvesper in Guttau

Abgelegt unter:Allgemein, Predigten — Jens am 24.12.2009 gg. 14:22

Kurzandacht Kirche Guttau 24.12.2009

Denn Euch ist heute der Heiland geboren!
Lukas 2,11a

Die Kinder haben uns wie jedes Jahr ein Krippenspiel in unserer Kirche gezeigt.
Damit wird uns die ganze Geschichte von der Geburt Jesus Christus noch einmal sichtbar und erlebbar vor Augen geführt, wie sie uns in der Bibel berichtet wird.
Der Engel verkündigt den Hirten die frohe Botschaft der Geburt.
In eine Stall ist es geschehen.Warum hat Gott einen Stall ausgesucht? Die Frage bewegt viele Menschen wirklich.
Es geschah in einen Stall, um auf die Niedrigkeit hinzuweisen, in die Gott sich selbst begibt, durch seinen Sohn für uns.
Die Hirten vom Felde gehen nach Bethlehem und sehen nach, ob das stimmt, was die Engel ihnen gesagt haben.
Und darin liegt das bis heute das Entscheidende:
Wir können viel über den christlichen Glauben reden , hören und diskutieren.
Wir können viel über die Geschichte, wie sie damals geschehen ist wissen und die Bibel sogar als ganzes Buch gelesen haben.
Wir können den Glauben als eine verändernde Kraft erkennen im Leben .
Allein es fehlt unser „Ja“ zu dem ganzen Angebot.
Wenn wir den Weg des Glaubens trotzdem nicht gehen, bringt es uns für unser Leben und dessen Sinn persönlich gar nichts.
Es reicht nicht aus für unsere Gottesbeziehung ,
dass Jesus Christus in Bethlehem geboren ist,
dass Gott auf diese Erde gekommen und in Jesus Mensch geworden ist, dass er für unser aller Schuld Gott gegenüber am Kreuz auf Golgatha starb und auferstanden ist.
Es fehlt die Annahme dieses Angebotes.
Wenn Jesus Christus nicht in uns geboren wird und Gestalt gewinnt
und wir keine persönliche Beziehung zu ihm findest,
so haben wir keinen Anteil an ihm und den von ihn gemachten Zusagen für unser Leben von Reiche Gottes und den Weg zu ihm.
Jesus Christus steht dann vor uns,
aber er lebt nicht in uns und unseren Leben,
weil er keinen Platz in unseren Herzen darin finden kann.
Darum ist Gott hier her gekommen und als Mensch geboren, damit jeder Mensch,
der auf dieser Erde geboren wird,
sein Weihnachtsfest haben kann,
an dem Christus auch in ihm ge­boren wird und ihm in seinen Leben verändert..
Denn was hilft es denn uns in unseren Leben , wenn Jesus Christus, der Sohn Gottes tausendmal in Bethlehem geboren und nicht in dir, in deinen Herzen?
Dein Weihnachtsfest ‑ das ist die Geburt Jesu in deinem Herzen.
Die Botschaft der Engel war:
„Heute ist euer Retter geboren, Gottes Sohn“
So haben wir es gehört in den Spiel.
Aber: „euch ist heute der Retter geboren“,
das verstehen nur die, in denen Christus,
das Kind in der Krippe geboren ist, wiedergeboren ist,
und die Jesus als ihren Retter im Glauben ergriffen haben.
Machen wir uns ein jeder persönlich auf auf Grund der gemachten Zusagen Gottes wie die Hirten , den aufgezeigten Weg des Glaubens zu gehen.
Finden wir den aufgezeigten Weg.
Dann wird Jesus Christus auch in uns geboren und unser Herz zur Krippe.
Dann hat er einen festen Platz in unsern Leben.

Amen!

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4. So. im Advent Philipper 4, 4-7

Abgelegt unter:Allgemein, Predigten — Jens am 20.12.2009 gg. 08:52

Predigtgottesdienst in Malschwitz am 4. Advent
Philipper 4, 4-7

Gnade sei mit Euch und Frieden von Gott unseren Vater und unseren Herrn Jesus Christus. Amen.

Freut Euch in dem Herrn alle Wege, und abermals sage ich Euch, freuet Euch ! Der Herr ist nahe !

Wie ein vertrauter Glockenklang unserer Kirche hier in Malschwitz so will uns diese frohe Botschaft aus unseren Predigttext zum vierten Advent erreichen.
Sie möchte in unseren Herzen einen festen Platz haben.
Sie will in uns Leben weiter klingen und unsere Herzen froh und freundlicher machen.

Oftmals sind wir in der Zeit vor dem Weihnachtsfest, den Fest von Christi Geburt, durch die ganzen Vorbereitungen gestresst, unruhig oder einsam.
Manchmal sind wir wegen der Feiertage richtig unsicher auf Grund unser Lebenssituation ,
wie es in diesem Jahr mit unseren Verwandten und lieben Menschen zum Fest werden wird.
Vielleicht sind wir auch einfach voller Vorfreude auf den Heiligen Abend.
Besonders die kleineren Kinder fiebern diesen Tag wegen der Bescherung entgegen.
Auf jeden Fall klingt die Botschaft zum Weihnachtsfest gut, dass durch Jesus Christus Gott selbst in diese Welt gekommen ist.
Leben, Sinn und etwas Glanz will uns in unseren Sorgen und Nöten des Lebens erreichen.
Der Gottessohn Jesus kommt und will uns in unserem Alltag, in unserem Sorgen und unseren Probleme, aber auch in unseren Wünschen und Sehnsüchten und Verzweiflungen im gelebten Glauben begleiten.
Er kommt als unser Freund, und wir sind nicht allein.

1.
Freut euch in dem Herrn, und abermals sage ich euch: Freut euch!
Was für eine Ermunterung für so viele geprüfte Menschen heute am 4. Advent.
Was für ein Zuspruch so kurz vor der
Geburt des Christuskinds zu Weihnachten.
In mir kommen zwei sehr unterschiedliche Gedanken hoch, wenn ich diese Aufforderung der Bibel des Apostels Paulus lese, mich mir ihr auseinander setze..
Zum einen spüre ich eine wirklich echte und tiefe Freude, die da weitergegeben wird auf Grund von persönlichen Erfahrungen mit Gott und Glaube.
Der Apostel Paulus meint es ernst, was er hier sagt.
Er trägt diese erlebte innere Freude in sich und will sie weitergeben.
Und bei uns kommt sie auch nach über 2000 Jahren noch an.
Und es stellt sich dadurch die Frage:
Warum kommt sie an?
Vor allem natürlich dadurch, dass man weiß, in welcher Situation Paulus diese Worte geschrieben hat.
Er saß nämlich im Gefängnis.
Er musste damit rechnen zu sterben, wegen seines Bekenntnisses zu Glauben an Jesus.
Ein Urteil, das aus heutiger Sicht sicherlich völlig unangemessen ist, allein dafür, dass er christliche Gedanken verkündet.
Doch damals war das eben so.
In dieser Situation hatte er die Möglichkeit einen Brief an Gemeinde in Philippi zu schreiben.
Vielleicht war es für ihn so etwas wie eine Art Testament, das er hinterlassen seinen auf den Missionsreisen gegründeten Gemeinden hinterlassen wollte.
Eine Botschaft, die den Glauben der damaligen Gemeinden stärken sollte.
Heute wissen wir, dass er frei kam, dass er später noch andere Gedanken in Briefe an Gemeinden schreiben konnte.
Aber in diesem Moment war es für ihn wie bei einer Endzeitstimmung, weil das Ende seines Lebens scheinbar greifbar war und kurz bevor stand.
Doch diese mögliche Todesahnung auf das nahe Ende seines Lebens war nicht bestimmt von Verzweiflung und Angst,
von Hoffnungslosigkeit und Resignation,
sondern es war zutiefst bestimmt von Freude und Hoffnung.
Manche Menschen sind in solchen Situation ganz anders mit ihrer Ausstrahlung im Bezug auf das Ende ihres Lebens, können überhaupt nicht damit umgehen.
Warum ist bei den Apostel Paulus so anders, so werden wir uns fragen?
Nun, weil Paulus und mit ihm viele andere Christen in der damaligen Zeit sind davon ausgingen, dass die Wiederkunft Christi und damit die Veränderung der Welt im Sinne Gottes direkt bevorstand.
Die Wiederkunft wurde innerhalb kurze Zeit nach dem Kreuzestod und Auferstehung gesehen.
Wenn zu diesem Zeitpunkt auch Leiden zu ertragen waren, so war das nichts gegen die Hoffnungen,
die die Christen im Herzen trugen und die das Leben in einem ganz anderen Licht erscheinen ließen.
Insofern spricht aus den Worten:
Freut euch im Herrn allezeit, eine wirkliche, tiefe empfundene Freude, die bis heute hin spürbar ist.
Sie strahlt aus, vom Gefängnis des Paulus im 1. Jahrhunderts bis heute in unsere Herzen hinein..
Von solcher Freude möchte ich auch erfüllt sein, eine Freude, die durch alle schwierigen Seiten des Lebens hindurch trägt, die über alle Tagesereignisse und Schwierigkeiten des kleinen und großen Lebens hinaus reicht.
Eine Freude, die im gesamten Lebensweg eines gläubigen Menschen mit Gott einen festen Halt dafür bietet.

2
Und hier stellt sich dann der zweite Gedanke bei diesen Versen ein.
Kann man eine solche Freude im Leben befehlen,
kann man äußerlich dazu andere Menschen im Leben ermutigen?
Ist Freude nicht so etwas wie Liebe, die sich einfach einstellt, sondern die sich ergibt und bekannt wird?
Die Liebe zwischen zwei Menschen und auch untereinander mit anderen kann ich nicht einfordern und auch Freude kann ich nicht einfordern.
Entweder ich freue mich an einer Sache oder in einer Situation oder ich freue mich nicht.
Einfordern oder befehlen können wir nicht, aber wir können zur erlebbaren Liebe ermutigen und sie dadurch für den Einzelnen erlebbar machen..
Und wir können einander zur Freude ermutigen.
Ich kann Hinweise geben, warum es richtig ist, Liebe zu entwickeln.
Denn dies ist auch ein Prozess des Lebens .
Ich kann Gründe aufzeigen, warum wir Grund zur Freude haben, warum die Freude das Grundelement unseres Lebens sein kann.
Freut euch im Herrn allezeit,
In diesem kurzen Satz steckt schon ein ganz wichtiger Hinweis.
Es geht bei der christlichen Freude, um den Weg Gottes mit mir und Glauben an ihn,
nicht um ein allgemeines sich Freuen, sondern um ein sich Freuen im Herrn.
Christliche Freude besteht nicht darin, dass unsere Lebensumstände freudig sind, dass wir also ein Leben führen, das freudvoll ist.
Das Leben hat für jeden Einzelnen genug Mühe und Aufgaben, die uns sich in den Weg stellen und gemeistert werden müssen.
Der Apostel Paulus hatte nun wahrlich keinen Grund zur Freude mit seinen Leben im Gefängnis und doch war er voller innerer Freude.
Allerdings in einer Art, die für uns nicht mehr so möglich ist.
Für ihn war die baldige Ankunft Jesus, Gottes Sohn der für uns am Kreuz auf Golgatha gestorben ist, eine Tatsache, die in seinen Leben einen festen Platz hat.
Uns fällt das nach über 2000 Jahren Gemeinde Gottes und Christentum schon ein wenig schwer, diese Aussage mitzutragen und als Ereignis im Leben zu erhoffen und sich darauf zu freuen.
Der Herr ist nahe!
Das war für Paulus noch ein Ruf dafür, sein Leben auf dieses zwei8te Kommen Jesu auszurichten.
Und wir heute als Gemeinde?
Für uns klingt es eher nach:
Weihnachten und damit Christi Geburt ist nahe am 4. Advent.
Aber vielleicht dürfen wir eben diesen Satz auch nicht einfach zeitlich verstehen, wie es Paulus getan hat, sondern wir müssen ihn personal verstehen.
Jesus Christus, der Sohn Gottes kommt uns nahe,
Gott ist uns Menschen, einen jeden Einzelnen in seiner Lebenssituation, nahe.
Er will mit uns im Leben den Weg des Glaubens an ihn gehen
Er ist wohl nicht direkt greifbar, nicht vorzeigbar.
Aber er ist nahe, er ist gegenwärtig in unseren Leben,
seine Wahrheit, seine Wirklichkeit ist mitten unter uns.
Er ist in den bekennenden Glauben spürbar für jeden Einzelnen von uns erlebbar.
Die Menschlichkeit Gottes ist unter uns, sie ist wirksam. Darum geht es auch am 4. Advent, dem letzten Sonntag vor dem Weihnachtsfest.
Daran will erinnert werden, wenn Paulus zur Freude im Herrn allezeit erinnert.
Die biblischen Geschichten, die wir erzählen, dienen nicht allein dazu, längst Vergangenes in Erinnerung zu rufen.
Sie sollen eine andauernde Wirklichkeit beschreiben, die unabhängig ist von irgendwelchen Festen, die Menschen einmal festgelegt haben.
Und eine der bedeutendsten Wahrheiten und Wirklichkeiten ist eben, dass Gottes Gegenwart unter uns Menschen lebendig ist.
Wenn wir uns in unsren Leben in der Situation der Nacht befinden,
wenn wir auch unser Leben mehr im Finsteren als im Hellen sehen mögen,
ist die Mitternacht überschritten, es geht dank unseres Gottes immer auf den Tag zu, auf das Licht Gottes..
Selbst mitten in den Geschehnissen des Karfreitags scheint schon das Licht von Ostern hindurch,
mitten in der Dunkelheit der Trauer, des Leides und der Not scheint doch auch das Licht des Advent,
das Licht des Kommens Jesu Christi.
Noch manche Nacht wird kommen und das Leid von geprüften Menschen in Not wird da sein.
und doch wandert schon mit allen der Stern der Gotteshuld.
Die dunklen Zeiten begleiten uns weiter und auch so kurz vor diesen Weihnachten da spüren wir sie besonders.
Da werden wir jetzt auch gerade sehr aufmerksam für dieses Zeiten.
Und doch ist das eben nicht alles.
Es gibt diesen Stern von Bethlehem, es gibt dieses Licht in der finsteren Nacht und dieses Wort des Engels:
Fürchte dich nicht.
Es wandert nun mit allen der Stern der Gotteshuld, der Stern der Geburt Jesu anzeigt und den die Weisen auf ihren Weg gefolgt sind.
„Beglänzt von seinem Lichte,
hält euch kein Dunkel mehr,
von Gottes Angesichte
kam euch die Rettung her.“

so schreibt der Liederdichter EKG 16

Darum feiern wir ja auch Weihnachten, darum gehen wir mit kleinen Schritten,
Kerze für Kerze an unseren Adventskranz auf Weihnachten zu,
dass wir dies erkennen und begreifen für unser Leben:
Es gibt ein Licht in jedem Dunkel, wir können trotz aller Finsternisse dieses Lebens dennoch Freude empfinden und erleben.
Und das gilt dann auch nicht nur in der Adventszeit, das gilt jeden Tag unseres Lebens, das ganze Jahr hindurch.
Der Herr ist nahe.
„Sorgt euch um nichts, sondern in allem lasst eure Bitten in Gebet und Flehen mit Danksagung vor Gott kund werden. „

3.
Das ist dann die Lebensseite dieser so freudvollen Gedanken, die uns heute vor Augen gestellt werden. Wir werden aufgefordert, unser Leben zu betrachten, es anzuschauen darauf hin,
wo wir denn für dieses Leben Danke sagen können.
Bitten, beten, flehen, das sind Lebensäußerungen, die Gott suchen, die wahre Leben und den darin gelegten Sinn des Lebens suchen.
Aber das ist nur die eine Seite des Lebens.
So sehr wir auch bei Gott Hilfe und Beistand suchen und von ihm her auch brauchen,
so sehr gilt sicher auch immer:
Wir sind nie ganz am Ende, es gibt so vieles wofür wir auch inmitten des Beten und Flehens zu Gott dankbar sein können.
Ein Leben und der Sinn in diesen,
das sich selber von Jesus Christus, den auferstandenen Sohn Gottes her versteht,
von diesem menschlichen Zeichen der Zuwendung Gottes bis in den Tod hinein,
das wird diese Dankbarkeit auch immer wieder spüren, wird sie zum Ausdruck in seinen Reden mit Gott zum Ausdruck bringen.
Darin wird dann auch Glaube sichtbar, ein Glaube, der das ganze Vertrauen auf den setzt, der uns zugewandt ist, denen, die verloren sind.
Diese Dankbarkeit lässt uns immer wieder nach vorne schauen, lässt uns Freude und Lebenshoffnung erfahren und erleben.
So wie Paulus auf die Wiederkunft Jesus Christi gewartet hat, so auch mögen wir auf eine bessere Welt, die bei Gott ist und uns zugesagt ist,
warten und hoffen in unseren Glauben.
Aber wir dürfen schon heute so leben, als gäbe es sie schon.
Wir leben nämlich unter dem Stern Jesus.
Das macht uns dankbar, das macht uns freudig. Amen

Das gesprochene Wort gilt!

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3. Advent 1. Kor 4, 1-5

Abgelegt unter:Allgemein, Predigten — Jens am 13.12.2009 gg. 06:15

Predigtgottesdienst in Guttau zum 3.Advent
1.Kor 4,1-5

Es kommt oftmals im Leben so, wie es kommen muss.
Einmal oder mehrere Mal im Jahr heißt es dann bei uns zu Hause in der Familie.
„Papa fährt wieder zum Lehrgang“
Manche Lehrgänge haben mit den Beruf zu tun, manche Lehrgänge mit meinen Predigtamt.
Dann heißt es für einen oder mehre Tage von zu Hause weg zu sein.
Da das Zusammenleben bei zwei fast gleichaltrigen Kindern oft etwas schwierig ist, muss ein Ersatzchef für diese Zeit ernannt werden.
Diesen obliegt dann die täglichen Arbeiten im Haushalt zu koordinieren, ein Hausverwalter eben.
Nachher kommt dann die Abrechnung und ein Bericht über die entstandenen Schadensfälle.
Dann merken die Kinder oftmals, wie viele Arbeit in einer solchen Tätigkeit liegt
Das birgt oft Zündstoff für kleine Reibereien, wie sie unter Geschwistern üblich sind
Der Satz vieler Menschen „ Das bisschen Haushalt macht sich von allein“ trifft bei näherer Betrachtung im Leben eben nicht zu.
Auf den Verwalter einer Sache kommt es eben l an.
Um eine ähnlichen Situation geht es in unseren Text.
In der jungen Gemeinde der Hafenstadt Korinth gärt es. Der Apostel Paulus hatte diese Gemeinde einst auf seinen Reisen gegründet.
Die Gemeinde in Korinth war aber jetzt gespalten. Verschiedenen Gruppierungen in ihr hinderten den weiteren Wachstum.
Fragen nach des Apostel Vollmacht wurde laut und schnelle Urteile gesprochen.
Einzelne Gruppen hatten sich längst von Paulus losgesagt und gingen ihren eigenen Weg
Worum es den Parteien in ihrem Streit genau ging, lässt sich nur noch erahnen.
Wahrscheinlich – so beschreibt es Paulus – fühlten sich die Wortführer so im Recht, dass ihr Verhalten nur einen Tenor hatte:
Wir sind die wahren Apostel.
Wir sind die wahren Christen.
Klar ist:
Die Autorität und wahrscheinlich auch die Legitimation des Apostels wurde in Frage gestellt.
Größe war gefragt.
Mit Urteilen und Wertungen war man schnell zur Hand. Mit Urteilen ist man immer schnell zur Hand in
Kennen wir dies nicht auch in unseren Leben so.
Müssen wir ich auch einmal für unsere eigenen Taten vor dem Gericht Gottes zu verantworten .
Darum: Richtet nicht vor der Zeit!

1) Wir sollen treue Haushalter sein.

Das Wort “Treue” zählt heute nicht gerade zu den großen Modewörtern in unserer Gesellschaft.
Diesen Wort wird heute oftmals nur mit einer zeitliche Bedeutung angewandt. Treue ein Leben lang gehört zu den Ausnahmen.
Die Treue in Partnerschaft wird nur noch als ein „alter Stiefel“ im Zopf der etablierten Gesellschaft gesehen.
Und doch ist es eine Sache, die unbedingt bleibt.
Treueschwüre gab und gibt es viele bei Menschen.
Denken wir in der Zeit der DDR, die viele von uns allen hier geprägt hat, an das Gelöbnis der Pioniere, der Jugendweihe und später der Armee.
Vertrauen auf diese Schwüre mag heute keiner mehr nicht mehr so recht.
Was hat es also mit diesem Begriff „Treue“ auf sich, der aus der Vergangenheit so belastet und in der Gegenwart so wenig belastbar fürs Leben scheint,
seine Bedeutung für den Einzelnen scheinbar verloren hat?
Paulus definiert diesen Begriff nach zwei Seiten hin:
Die eine Seite:
Treue ist kein Selbstzweck.
In der Offenbarung des Johannes lesen wir:
„ Sei getreu bis an den Tod, so will ich dir die Krone des Lebens geben.“
Offensichtlich ist die Treue eine Eigenschaft, die zum Glauben an Gott notwendig dazugehört.
Ein Mensch ohne Grundsätze für sich in seinen Handeln und damit ohne die Treu dazu, wird mit seinem Glauben in seinen Leben und den Zeugnis dazu nicht viel ausrichten.
Ich finde diese Forderung nach der Treue angemessen. Paulus sagt nicht:
Ihr sollt die besten von allen Haushaltern sein.
Die Streben nach solchen Perfektion in unsern Leben würde außer automatismus ohnehin nichts bringen.
Die Treue aber liegt im Bereich des Machbaren, denn Gott fordert von uns nur soviel, wie wir als Einzelne im Leben ertragen können..
Wer also mit dem Wort “Treue” seine ernsten Schwierigkeiten hat, der kann zu dieser Forderung sagen:
Wir sollen verlässliche Haushalter in den uns gestellten Aufgaben sein, wie z.B. mein Ersatzchef in meiner Abwesenheit..
Eine geordnete Wirtschaft und ein Betrieb kann nirgends funktionieren, wenn kein Verlass auf die Verwalter ist.
So wie bei meinen Kindern, wenn Vater nicht zu Hause ist . Dann erst kann ich beruhigt wegfahren.

Der Apostel Paulus aber ist kein Lagerverwalter einesBetriebes, der es mit alltäglichen Dingen zu tun hat.
Vielmehr ist er - und wir als Gemeinde mit ihm - Haushalter über Gottes Geheimnisse.
Da geht nun ein ganz anderer neuer Horizont der Sicht auf, der nicht mit kleinlichen Streitigkeiten zu tun hat.
Hier ist von dem Höchsten die Rede, dem die Welt ihr Dasein verdankt, hier ist von Gott die Rede.
Nicht um persönliche Qualitäten des Menschen geht es.
Auch nicht um Paulus.
Es geht um Jesus Christus, den auferstandenen Sohn Gottes..
Es geht darum, Jesus Christus zur Hand zu gehen in seinen Auftrag, seine Zeugen zu sein und sein Werk zu verkündigen..
Mehr noch geht es darum, „Haushalter über Gottes Geheimnisse“ zu sein.
Der Haushalter, das war der Herr über das ganze Anwesen, der Verwalter des Betriebs.
Der Haushalter verwaltete das Eigentum seines Herrn. Seine Arbeit hielt den ganzen Betrieb zusammen.
Wie bei einer Abwesenheit der Haushalt in meiner Familie weiter läuft
Eine Position mit großer Verantwortung.
Eine Position, die großes Vertrauen voraussetzt.
Nun fordert man von den Haushaltern, dass sie sich als treu erweisen.
er treue Haushalter weiß, was zu tun ist.
Was nötig und wichtig ist. Das bisschen Haushalt.
Das funktioniert nicht im Kleinen.
Das weiß jeder, der schon einmal mit anderen in einer Wohngemeinschaft gewohnt hat.
Das funktioniert auch nicht im Größeren.
Der treue Haushalter übernimmt Verantwortung hier und jetzt, weil er weiß:
Mir ist viel anvertraut.
Das macht die zweite Bestimmung dessen, was Treue meint, deutlich:
Haushalter über Gottes Geheimnisse:
Ein ungewöhnlicher Begriff nicht nur in unserer heutigen Zeit, der der genauen Erklärung bedarf.
Was hinter dem Geheimnis Gottes steht, hat Paulus am Anfang seines Briefes ausführlich beschrieben.
Um Jesus Christus, den auferstandenen Sohn Gottes geht es.
Es geht um das Geheimnis des Kreuzestodes
Jesu auf Golgatha, darum, dass er für eine jeden Einzelnen von uns und unserer Sünden gestorben und auferstanden ist.
Es geht um dich und um mich, um unser Leben.
Schon dass Gott in Jesus Christus Mensch wurde, ist ein großes Geheimnis.
Nicht minder, was Paulus hier betont:
Jesus Christus, der Sohn Gottes wird wiederkommen.
Und er wird von uns und der Treue zu ihm Rechenschaft fordern.
Es wird in einen Gericht darüber entschieden werden, wie wir unser Leben eben gestalten haben.
Nach allen Abwägen wird ein Urteil gefällt.
Wir haben hier mit unseren Leben noch nicht alles erreicht.
Der Apostel Paulus geht da noch weiter.
Hier ist noch mehr Bescheidenheit nötig, als beim Richten und Urteilsfällen.
Paulus setzt denen, die für sich im Glauben scheinbar
schon alles erreicht haben, ein Noch-Nicht entgegen. Das, was in Jesus Christus begonnen hat, ist noch nicht vollendet.
Seine Wiederkunft steht noch aus.
Dieses Noch-Nicht, das heimlich auch über jeder Adventszeit so kurz vor der Geburt des Sohnes Gottes liegt, diese innere Erwartung auf sein zweites Kommen.
Ja, das das ganze Leben in dieser Haltung zur Adventszeit macht.
Es gehört zu den Glaubenserfahrungen, dass auch Christen dies Spannung zwischen dem Schon-Jetzt und dem Noch-Nicht nicht auszuhalten vermögen.
Paulus gibt auch hier die Richtung vor:
»Mir macht es nichts aus, wenn ihr oder ein menschliches, Gericht mich zur Verantwortung zieht; ich urteile auch nicht über mich selbst. Ich bin mir zwar keiner Schuld bewusst, doch bin ich dadurch noch nicht gerecht gesprochen; der Herr ist es, der mich zur Rechenschaft zieht.
Treue Haushalter der Geheimnisse sollen wir sein.
Und sind es doch oft nicht.
Hier wird unsere menschliche Erkenntnis immer vor einem Geheimnis stehen bleiben.
Aber wir können uns entschließen, in den Dienst dieses Geheimnisses Gottes zu treten, es anzunehmen und in unseren Leben und Herzen dafür Platz zu machen.
So, das andere Menschen es bei uns merken.

2) Gott spricht das Urteil über uns.

Der Advent, die Zeit vor Weihnachten und damit auch die Zeit vor dem Fest von Christi Geburt, ist auch die Zeit des Urteils.
Und manchmal auch des viel zu schnellen Verurteilens.
Der biblische Predigttext wirkt da wie eine heilsame Bremse in unseren Leben.
Richtet nicht vor der Zeit. Zum Beispiel mit einen schnellen Urteil über einen Menschen bzgl. seinen Glaubens und seines Lebenswandels.
Wartet bis der Herr kommt.
Ihr wisst doch gar nicht, wie es im Verborgenen, in seinen Herzen aussieht.
Ihr wisst doch gar nicht, wie es um die Absicht der Herzen bestellt ist.
Behaltet Weihnachten, die Zeit des kommenden Königs fest im Auge.
Behaltet im Auge, dass der Herr wieder kommt.
Denn dann wird jeder sein Lob von Gott erhalten.
Was für eine wunderbare Perspektive.
Lob, das rare Gut.
Das wonach sich alle Menschen in ihren Leben und in ihren Handeln sehnen.
Lob, das ist Anerkennung, Bejahung.
Gott sagt Ja am Ende.
Gott ist das Ja am Ende im Gericht über unser Leben mit all seinen Fehlern und Vergehen.
Advent – die Ansage der Gegenwart Gottes in die Unvollkommenheit unserer Tage.
Wartet, bis der Herr kommt.
Denn dann wird jeder sein Lob von Gott erhalten.
An dieser Ansage festzuhalten und dies weiter zusagen, das ist unsere Aufgabe als treue Haushalter.
Das bisschen Haushalt.
Von wegen. Es ist eine Riesenaufgabe.
Dieser Gedanke hat etwas Befreiendes an sich.
Mit anderen Worten:
Wir sind nicht abhängig davon, was andere von uns halten und wie sie über uns urteilen.
Wir können uns leisten, unseren eigenen Weg im Leben gehen ohne ständig nach rechts und links zu sehen. Wer mit diesem Wissen durch die Welt geht, muss nicht überall die Meinung anderer Menschen fürchten.
Aber mit einer solche Lebenshaltung ist nicht leicht im Leben.
Gerade junge Menschen werden von den Urteilen anderer eingeengt.
Viele machen sich selber abhängig von anderen Meinungen.
Immer wieder steht dann die Frage im Hintergrund: Was halten denn meine Freunde von meiner neuen Beziehung sagen?
Oder was sagen denn die Arbeitskollegen dazu?
Der Apostel Paulus hätte sicher auf den Tisch gehauen, wenn er solche Überlegungen gehört hätte.
Mit solchen Nichtigkeiten hat es der Glaube nicht zu tun.
Wenn Gott das Urteil über uns spricht, geht es um ganz andere Dinge.
Da wird es dann auch kein Herausreden mehr geben. Denn Gottes Klarheit bringt alles ans Licht, auch das, was wir im Finsteren verborgen halten.
Wollen wir hoffen, dass dann noch ein wenig Lob für unser Handeln im Leben übrig bleibt.
Hier wird Mut gemacht.
Hauptsache treu! Hauptsache glaubwürdig.
Hauptsache nahe an dem, der den Auftrag erteilt hat.
Denn am Ende steht das Lob Gottes.
„Und dass ich meinem Schöpfer auf Knien danken kann …“
Amen.

Das gesprochene Wort gilt!

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Ewigkeitssonntag in Malschwitz

Abgelegt unter:Allgemein, Predigten — Jens am 22.11.2009 gg. 07:49

Predigtgottesdienst in Malschwitz
Joh 5, 24-29 Ewigkeitsssonntag

Was verbindet uns mit den Verstorbenen, deren Namen in diesem Gottesdienst noch einmal genannt
werden beim Glockenklang?
Es ist gewiss die Trauer über den Verlust eines geliebten Menschen, eines Angehörigen, eines Freundes.
Es ist vielleicht auch dankbares Erinnern an
gemeinsame Jahre, an Freude und miteinander getragenes Leid im Leben.
Möglicherweise ist es auch der Glaube an Gott, dass mit dem Tod und nach dem Tod die Verbindung zu unseren verstorbenen Verwandten und Freunden nicht einfach abgebrochen ist.
Das ist kein vage Aussage, so, als wüssten wir es nicht genau, aber erhofften es.
Es ist vielmehr genau das, was Kirche mit den Glauben und damit wir als Gemeinde in jedem Gottesdienst bekennt.
Die Verstorbenen sind nicht einfach weg.
Sie sind nur von unseren Augen gewichen, haben das Leben hier auf der Erde vollendet.
Das bedeutet nicht, dass sie aus unserem Leben weg sind, dass wir keine Gemeinschaft mehr mit ihnen haben.
Im gelebten Glauben mit Gott bleibt die Gemeinschaft zu ihnen bestehen.
Im Glauben sind die Toten zwar in einer anderen Welt und Wirklichkeit, aber in einer, die von Gott her in unsere Welt und Wirklichkeit hineinreicht und uns, die Lebenden, durchaus auch betrifft.
Wir gedenken in diesem Gottesdienst der Verstorbenen unserer Gemeinde, der Menschen, denen viele von uns nahe standen, die Ihnen viel im Leben bedeutet haben.
Wir wollen uns daran erinnern, was sie einem jeden von uns gewesen sind, und wir wollen uns in unserem Schmerz und unserer Trauer begleiten lassen von einem Wort der Heiligen Schrift:
Lesung
Joh 5
Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer mein Wort hört und glaubt dem, der mich gesandt hat, [der] hat ewiges Leben und kommt nicht ins Gericht, sondern er ist aus dem Tod in das Leben übergegangen.
(25) Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, daß die Stunde kommt und jetzt da ist, wo die Toten die Stimme des Sohnes Gottes hören werden, und die sie gehört haben, werden leben.
(26) Denn wie der Vater Leben in sich selbst hat, so hat er auch dem Sohn gegeben, Leben zu haben in sich selbst;
(27) und er hat ihm Vollmacht gegeben, Gericht zu halten, weil er des Menschen Sohn ist.
(28) Wundert euch darüber nicht, denn es kommt die Stunde, in der alle, die in den Gräbern sind, seine Stimme hören
(29) und hervor kommen werden: die das Gute getan haben, zur Auferstehung des Lebens, die aber das Böse verübt haben, zur Auferstehung des Gerichts.

1.
Viele haben in den letzten Wochen und Monaten, Abschied genommen von einem nahen Menschen.
Richtiger Weise nimmt nur von einem geliebten Menschen Abschied.
Von einem Menschen, den man nicht liebt, geht man einfach davon.
Wir haben von den Verstorbenen Abschied genommen:
manche am Sterbebett zu Hause,
am Grab auf der Feier , und dann immer wieder am Friedhof oder in Gedanken.
Oft werden wir mit diesen Abschiednehmen nicht fertig,
können die neue Situation des Lebens nicht verkraften.
Gott sei Dank.
Wir dürfen damit nicht fertig sein:
nicht mit dem Tod, aber vor allem nicht mit den uns vertrauten Menschen,
den Menschen, die uns lieben.
Wir dürfen nicht fertig sein mit den Menschen, die uns geliebt haben.
Fertig sein mit so einen wichtigen Ereignis im Leben ist etwas menschlich schwierig.
Wer mit einem Menschen fertig ist, hat diesen Menschen in seinen Leben endgültig verloren.
Wer so mit Menschen fertig werden will, verliert seine eigene Menschlichkeit.
Deshalb wollen wir uns in diesem Gottesdienst erinnern, bewusst und getragen,
um nicht alte Wunden der Trauer aufbrechen zu lassen,
sondern weil das Sich-Erinnern an den Anderen unserem menschlichen Leben Tiefe und Würde verleiht.
Wer sich nicht erinnern will in seinen Leben, bleibt Außenstehender und Teilnahmsloser.
Er wird Fremder. Wer sich erinnert, wird zum Freund.
Ein sicheres Zeichen der Erinnerung ist die Pflege des Grabes der Verstorbenen auf den den Friedhof.
„Ihr seit es uns in unserer Erinnerung wert.“
Wer sich erinnert, schenkt Nähe und Wärme und bekommt selbst Menschlichkeit geschenkt.
Erinnern hat etwas mit unserem Inneren zu tun:
Woran wir uns erinnern, das nehmen wir in unseren Gedanken und Gefühlen auf.
Auch die Menschen,an die wir uns erinnern, nehmen wir in unser Inneres auf.
Und weil wir unsere Verstorbenen mit ins Gebet nehmen, die wir in der Gemeinschaft mit Jesus Christus im Himmel glauben,
bekennen wir zugleich, dass Christus, der Sohn Gottes auferstanden ist von den Toten.
Sie werden zu einem Teil von uns selbst.
Gewesenes ist nicht einfach verschwunden:
Es ist da. Erinnern verleiht Gegenwart.
Ich kenne Menschen, die gehen auf den Friedhof und sprechen dort am Grab mit ihren verstorbenen Angehörigen, erzählen, was sie erlebt haben, wo Nöte oder Sorgen sie drücken oder auch, was sie erfreut und was sie gern teilen und mitteilen möchten.
„Ich war beim Vater und habe mit ihm geredet“ sagt eine Mutter ihren Sohn, in dessen schwieriger Lebenslage
Und alle diese Menschen tun das in der festen Überzeugung, dass ankommt, was sie sagen, dass die Toten sie hören.

In unseren Predigttext heißt es:
„…das die Toten hören werden die Stimme des Sohnes Gottes , und die sie hören werden, die werden leben.“

Um wie viel mehr aber werden die Toten, die die Stimme des Menschensohnes hören,der sie aus dem Grabe ruft?
Sie hören die Stimme dessen, der nach seinem Kreuz und unschuldigen Tod für uns Menschen selbst in das Grab gelegt wurde.
Durch Gedenken und Erinnern an Gottes Handel aus unergründlicher Gnade für uns Menschen,
an sein unschuldiges Leiden und Sterben am Kreuz auf Golgatha, treten wir in seine Gegenwart, in seinen Antwort für unser Leben.
Durch seine Auferstehung hat das wahre Leben mit Gott eine lebendige Hoffnung über den Tod hinaus.
Durch das Erinnern wird Gottes Gegenwart unsere Gegenwart, unsere Hoffnung und unsere Zukunft.
Menschen, an die wir uns erinnern, sind eben nicht weg und verschwunden, sondern sie erhalten Gegenwart und wir erhalten mit ihnen zusammen Gegenwart und Zukunft.
Vor Gott sind wir mit ihnen zusammen gegenwärtig.
Wir wissen sie bei ihm geborgen.
2.
Es gibt keinen Ort auf dieser Welt, der so entfernt und abgelegen ist, auch kein Grab scheint auch vergessen zu sein, als dass es Gott nicht aufsuchen und erreichen würde.
Und Gott sucht auch heute noch Menschen, die mit ihren Lebenweg in die Gottesferne gehen.
Er spricht sie konkret an in ihrer Situation.
Es gibt keinen Menschen auf dieser Erde, der
so einsam ist, auch keinen von uns hier in diesem Gottesdienst, als dass Gott ihm nicht seine Nähe und seine Antworten auf die Fragen des Lebens schenkt.
Es gibt keinen Schmerz in dieser Welt, der so groß ist, dass Gott ihn nicht zu seinem eigenen Schmerz macht.
Und Gott ruft uns gerade hier in unseren Predigtext zur Umkehr zu ihm, dem auferstandenen Sohn auf,
So spricht Christus in unserem Predigttext:
„Wahrlich, wahrlich, ich sage euch:
Wer mein Wort hört und glaubt dem,der mich gesandt hat, der hat das ewige Leben und kommt nicht in das Gericht, sondern er ist vom Tode zum Leben hindurch gedrungen.“
Das sind große Worte, vielleicht zu große Worte für manche von uns, die noch sehr nahe an der Todesstunde des geliebten Menschen stehen,
deren Augen noch gefüllt sind von den Tränen des Schmerzes und der Trauer.
Vom Tode zum Leben hindurch gedrungen,
das ist ein langer Weg, ein sehr langer Weg des Glaubens an den Auferstandenen,
auf dem immer wieder neue Tränen vergossen werden und immer wieder neue Schmerzen empfunden, erlitten, aber auch geheilt werden kann.
Das heißt, die Gnade Gottes für meine Leben zu akzeptieren und seine Vergebung dadurch zu spüren.
Gottes „ Ja“ für mich in meinen Leben zu erkennen und meinen bereiteten Platz in dieser Welt zu erleben.
Es heißt aber auch auch mein „Ja“ zu Gottes Plänen.
Vom Tode zum Leben hindurch gedrungen bedeutet für unsere Verstorbenen bei Gott einen Platz haben,
dass sie eben nicht in ein schreckliches Nichts und der ewigen Gottesferne gehen, sondern dass sie bei Gott geborgen sind.
Wir möchten im Blick auf das, was nach dem Tode kommen wird,nur allzu gern sehr genau wissen und wir haben viele Fragen:
Aber in der Beantwortung dieser Fragen von der Bibel her merken wir, dass wir über das, was nach dem Tode kommt, wir nur aus der Schrift her Antwort geben können.
So heißt es in Schrift::
„ Es kommt die Stunde, in der alle, die in den Gräbern sind, seine Stimme hören werden, und werden hervorgehen, die Gutes getan haben, zur Auferstehung des Lebens, die aber Böses getan haben, zur Auferstehung des Gerichts. Danach soll es also einmal ein Endgericht geben und der Sohn Gottes wird der Richter sein.“
Die letzten, tiefen Rätsel unseres menschlichen Lebens und unserer Welt können nicht durch vordergründige Fragen und erst recht nicht durch vordergründige Antworten gelöst werden..
Es geht vielmehr darum, dass wir erkennen, dass für die tiefen, letzten Fragen unseres Lebens keine vorschnellen Antworten ausreichen, sondern dass es in den entscheidenden Fragestellungen um
unseres eigenes Lebens geht.
Konkret geht es um die Antwort auf die Frage nach den Sinn des Lebens, um den langen Atem des Glaubens,
der Liebe und der Hoffnung an Gott geht.
Konkret geht es um meine Antwort auf Gottes Angebot.
Können wir auf diese Frage für unser Leben eine Antwort geben, die in ihren Bestand über den Tod hinaus reicht?
Es ist heute kein eigentlich Tabu mehr, über den Tod zu reden, und das ist, so meine ich, auch gut so.
Manchmal, so scheint es mir , wollen Menschen je älter sie werden, sich trotzdem nicht damit beschäftigen und blenden es für ihr Leben aus.
Und so deutet sich sogar ein neues Verständnis zum Thema Todes an:
der Tod nicht als der absolute Gegensatz des Lebens, sondern als ein Teil des Lebens, der über über Ende hinaus weist.
Viele von uns haben den Tod als ein Ereignis in ein jeden Leben schon erlebt..
Es muss uns dabei jedoch bewusst bleiben, dass jeder seinen eigenen Tod stirbt,
und auch jede Trauer ist ganz persönliche,
eigene Trauer, ganz persönlicher, eigener Verlust.
Die Sterbende begleiten, ist eine ganz wichtige Aufgabe, die heute wieder neu ernst genommen wird.
Was ist es doch für eine tiefe Erfahrung, den Mann, die Frau, die Mutter, den Vater oder einen
anderen nahe stehenden Menschen beim Sterben begleiten zu können.
Es sollte kein Mensch einsam, allein sterben müssen.
Es ist nicht nur wichtig, Sterbende zu begleiten.
Es ist ebenso wichtig, Trauernde zu begleiten in den ganz unterschiedlichen Situationen und Phasen ihrer Trauer:
Diejenigen begleiten, die ihre Eltern verloren haben und die sich dabei in ihrer Trauer bewusst werden, dass sie nun zur endgültig erwachsenen Generation
geworden sind;
einen Menschen begleiten, der oder die den Partner verloren hat; oder Eltern begleiten, die die ungemein schmerzliche Erfahrung machen müssen, dass ihr Kind stirbt.
Trauernde begleiten bedeutet, Menschen zu begleiten angesichts von Schuldgefühlen, angesichts von innerer und äußerer Leere und Einsamkeit,
aber auch Menschen begleiten im Horizont von Hoffnung und neuen Lebensanfängen.
Wir haben als Christen eine einzigartige Botschaft und eine einzigartige Hoffnung.
Auferstehung und ewiges Leben ist bei Gott ist eine einzigartige Botschaft.
Auferstehung ist keine verschwommene Ewigkeitsvorstellung.
Auferstehung ist neue Schöpfung Gottes.
Das ist unsere Hoffnung und Zuversicht auf Gott mit seinen gemachten Zusagen, die über den Tod hinaus reicht.
Sie hat Bestand in einer Welt, wo Hoffnungslosigkeit und Haltlosigkeit sich ausbreitet.
Wenn christlicher Glaube von Hoffnung über den Tod hinaus spricht, dann ist das keine Verharmlosung des Todes.
Der Tod bleibt der letzte Feind, aber der Tod hat nicht das letzte Wort, weil seine Macht seit Golgatha durch Jesus Christus den auferstandenen Sohn Gottes , gebrochen ist.
Auferstehung heißt, dem Lebenswillen Gottes Raum geben, und zwar des Gottes, der diejenigen nicht dem Tode überlässt, deren er sich in Liebe bis in den Tod und über den Tod hinaus annimmt.
Auferstehung ist die große Verheißung Jesu Christi, mit
der wir leben und mit der wir sterben können.
Auferstehung ist der Sieg über den Tod.
„Es kommt die Stunde und ist schon jetzt“ heißt es im Text.
Schon jetzt erklingt die Stimme des Lebens über den Tod
schon jetzt wendet sich Jesus mit seiner Kraft der Hoffnung und des Lebens uns zu
Schon jetzt kommt er uns entgegen in seiner neuen Welt, die vor unseren Augen verschlossen ist,
die im verborgenen aber schon lebendige Gegenwart ist.
Er macht uns das Angebot des Glaubens .
Jetzt ist noch Zeit der Gnade, ist Zeit des Heils von ihm.
Nehmen wir Gottes Angebot für unser Leben mit seiner Vergänglichkeit angesichts der Gräber ernst.
Lassen sie Jesus hinein in ihr Leben.
Unsere Verstorbenen und irgendwann später wir selbst – gehen ins Leben oder – um es noch einmal in
einem Bild zu sagen – wir gehen in die ausgebreiteten Vaterhände Gottes.
Lasst uns dies für unser Leben bedenken.

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Jägergottesdienst in Guttau 2009

Abgelegt unter:Allgemein, Predigten — Jens am 25.10.2009 gg. 07:07

Jägergottesdienst in Guttau 2009

„Denn Gott sah, dass alles, was er geschaffen hatte, sehr gut war.“ 1. Mose 1, 31
Als Jäger, der Zeit und Lust dazu hat , ist eigentlich bei jede Jahreszeit Gelegenheit, der Jagd und damit der Hege und Pflege des Wildes nachzugehen.
Von einen solchen Jagdansitz an einen Abend in diesen Jahr will ich berichten..Bei besten Büchsenlicht tritt Rotwild aus den Wald auf das Feld heraus. Eins, zwei drei,vier.. es wurden immer mehr . Zuletzt waren es 8 Stück Rotwild ,
Ich hatte in meine Zeit als Jäger so etwas noch nie bei einen Ansitz erlebt. Hirsche, Alttiere , Schmaltier und Kalb.
Beim Ansprechen des Wildes war schnell klar, welches der Tiere zum Erlegen überhaupt in Betracht kommen könnte.
Solch einen Anblick von Gottes Schöpfung bei den „König des Waldes“ hat mich aber dort auf der Jagdkanzel zur Bewegungslosigkeit verfallen lassen. Ich konnte einfach meine Waffe nicht zum Schuss ansetzen, so hat mich dieser Anblick getroffen.
Im Nachgang beim Überdenken der Situation hat mir dann der Altjäger gesagt, das solch eine Reaktion normal sein.
Eine , aus seiner Sicht, ganz normale Situation
Die Möglichkeit, einen solchen Tier zu erlegen, und diese Chance scheinbar so vergeben.
Später, wieder zu Hause, beim nochmaligen Überdenken dieser Situation ist mir wieder die Lebensgeschichte von Hubertus, den Jagdheiligen eingefallen.

1.
Hubertus, so berichtet die Geschichte, ist verheiratet.
Er ist begütert und geht wie andere der Jagd nach.
Er ist ein glücklicher Mensch und seine Frau ist schwanger. Hubertus erwartet den Erben.
Wie jeder werdende Vater umsorgt er seine Frau, träumt bereits davon, wie er seinem Sohn - eine Tochter als Nachwuchs konnte er sich nicht vorstellen - das Reiten beibringen würde und zusammen auf die Jagd ziehen würde.
Aber dann kommt alles ganz anders:Seine Frau stirbt in der Geburt. Und sie reißt den erhofften Erben mit in ihren Tod.
Hubertus fühlt, wie seine Träume platzen.
Er stürzt ins Freie. Luft. Freiheit.
Wenigstens hier weiß er, wo es langgeht.
Hubertus sieht sich dem Schicksal ausgeliefert.
Er ist am Ende - und will all dem entfliehen: in der Jagd.
Denn dort ist er der Herr über Leben und Tod.
Wenn er das Wild waidgerecht geschossen hätte, wäre nichts Nachteiliges über sein Jagd zu berichten.
Oft soll er aber mitleidslos die Tiere mit seinem Hund oder gar mit mehreren Hunden so lange gehetzt haben, bis sie einen qualvollen Tod starben.
Als er wieder einmal wie ein Besessener an einen Karfreitag zu bester Kirchgangszeit jagte, erschien ihm mitten im dunklen Walde urplötzlich ein mächtiger Hirsch.
Hubertus sieht das Tier, heftet sich an seine Spuren.
Vergessen die Frau und das tote Kind, die enttäuschten Hoffnungen - und zugleich sind sie doch ganz da, untergründig schwelt die Enttäuschung, die Wut, das Gefühl des scheinbaren ausgeliefert Seins für die Wege des Lebens.
Er weiß: ich schaffe es: diesen Hirsch, dieses Tier.
Ich werde es erlegen. Ich, selber dem Tod ausgeliefert bin zugleich Herr über Leben und Tod, wenigstens in der Jagd.
Doch dann sieht er den Hirsch endlich in Schussentfernung vor sich stehen.
Und sieht zwischen den Stangen des mächtigen Geweihs ein strahlendes Kreuz..
Dieser Anblick trifft ihn ins Herz. Von diesem Augenblick an wurde Hubertus sein schlimmes Jagen bewusst und von Tag zu Tag versuchte er nur noch waidgerecht zu jagen, so, dass kein Tier mehr qualvoll sterben musste, so die Geschichte.
Er erkannte das Zeichen des Kreuzes als Hinweis auf sein Leben. Hubertus verändert sich in seinen Wesen.
Das wichtigste, was in dieser Geschichte von Hubertus auch uns vor Augen gestellt wird, ist, dass das Kreuz Jesu mit der Schöpfung verbunden ist.
Als ein wichtiges Geschehen für Menschen, war das Kreuz in seiner Bedeutung damals bekannt und war und wurde als ein Zeichen fürs Leben gesehen.
Man wusste, es geht hier um Gottes Handeln an uns als Schöpfer, es geht um mich persönlich, um mein Leben.
Die Legende des Hubertus machte deutlich, dass das Kreuz, das Zeichen des Leidens,
das Zeichen des zerbrochenen Lebens, aber auch das Zeichen der Hoffnung auf neues auch über der Natur, über da Leben und damit der Schöpfung ausgesprochen wird.
In unserer heutigen Zeit ist dieser Gedanke bei vielen Menschen erst so richtig lebendig geworden.
Er trägt nur einen anderen Namen:
Naturschutz, Bewahrung der Schöpfung,
Umweltschutz sind die modernen Namen für das,
2.

Da steht der Mensch mit seinen oft schwierigen Handeln der Schöpfung Gottes gegenüber.
Er will sich nehmen, was ihm scheinbar alleine zusteht.
Die Welt und alles darin steht ihn scheinbar offen, der Mensch als Krone der Schöpfung darf sich nehmen, was er will.
Machet euch die Erde untertan, herrscht über die Fische im Meer und über die Vögel unter dem Himmel und über das Vieh und über alles Getier, das auf Erden kriecht.
So heißt es doch im ersten Schöpfungsbericht in der Übersetzung Martin Luthers.
Und so haben die Menschen ja über viele Jahrhunderte hinweg in ihren Leben gehandelt, oft erbarumgslos.
Die Geschichte des Hubertus macht eines sehr deutlich:
wo wir Menschen der Schöpfung gegenüber stehen,
stehen wir dem Angesicht Gottes gegenüber.
Unser Handeln an den Tieren des Waldes steht in Beziehung zu Gottes Handeln an uns, dass im Kreuz Jesu auf Golgatha seinen bedeutsamsten Höhepunkt für unser Heil hat.
Was heißt das für uns, die wir scheinbar niemand verantwortlich sein müssen in unseren Leben und Handeln?
Hubertus musste sich plötzlich in seinem Handeln nicht mehr nur sich selber gegenüber verantwortlich, sondern auch Gott, den Schöpfer.
Sein Wunsch, dieses Tier für sich zu haben, wurde durch die Begegnung mit dem Kreuz bei den Hirsch in Frage gestellt.
Es war gleichsam eine Begegnung mit sich selbst, mit der Frage nach den Lebensinhalt und der Frage nach den Sinn des Lebens.
Bin ich allein der Herr der Welt als Mensch?
Kann und darf ich mir nehmen, was ich mir nehmen kann, darf ich tun, was ich tun will in meinen Leben ohne über mein Handeln Rechenschaft ablegen zu müssen?
Ist die Kreatur, die Tiere des Waldes, ist die Natur nur ein Objekt, über das ich als Mensch frei verfügen kann?
Das Kreuz im Geweih und auch das Kreuz hier in der Kirche ist Botschaft und Antwort zugleich auf so viele scheinbar ungelöste und nichtbeantwortete Fragen.
Es zeigt uns die Grenzen der scheinbar alleinigen Macht des Menschen auf und stellt damit Richtlinien in unseren Leben dar.
Es zeigt die Liebe Gottes, die der ganzen Schöpfung zugewandt ist.
Es zeigt, wer der wahrhaftige Herr und Schöpfer ist in dieser Welt ist.
Das bisherige Leben des Hubertus, mit all sein egoistischen Tun und Handeln wurde angesichts dieser Begegnung mit dem Kreuz im Geweih in Frage gestellt,
Seine gesamte Lebenseinstellung wurde in Frage gestellt und hinterfragt.
Es wurde umgekrempelt und verändert.
Vor dieser Frage des Hubertus nach den Lebensinhalt stehen alle Menschen, die den Sinn ihres Lebens von Gott her erfragen.
Die nach der Antwort auf die Frage für ihr eigenes Leben suchen. Kennen wir das nicht auch von uns?

3.
Und noch wichtiger ist die Frage:
Haben wir diese auch für uns beantwortet oder lassen wir sie offen?
Hubertus fand die Antwort für die Lebensfrage nach dem Sinn.
Er kehrt von seinen verkehrten Weg und falschen Handeln in seinen Leben.
Hubertus wurde später Bischof in seiner Kirche und erzählte von seiner Weg zu Gott, von seinen Glauben.
Umkehr nennt das auch heute die Bibel, wenn Menschen auch heute noch von den Weg der in die Gottesferne geht, umkehren auf den Weg Gottes, ihn suchen, erkennen und ihn in weiteren Leben gehen.
Und darin liegt etwas, dass bis heute seine Bedeutung für uns Menschen nicht verloren hat.
Wir alle, die wir Menschen sind, haben in diesen Leben in allen Bereichen in der Verantwortung vor Gott zu leben und sollen seinen Geboten halten.
Ich denke, es wäre gut, wenn wir Jäger dies auch immer in unserem Leben so sehen würden.
Besonders wenn es auch um das Ziel unseres Lebens und den Weg dorthin geht.
Der Jäger schaut bei seiner Jagd immer wieder durchs Visier des Zielfernrohres seiner Waffe, um sein Ziel bei der Jagd zu erkennen.
Und im Visier befindet sich ein Fadenkreuz, mit der Mitte als den Zielpunkt.
Wenn wir dieses Kreuz in den Visieren unseres Lebens nicht nur als Mitte des Zielpunktes verstehen würden, sondern als der stete Hinweis darauf, dass auch dieses Ziel mit Christus, den auferstandenen Sohn Gottes in Verbindung steht, dann würde unser Leben wie bei Hubertus eine andere Wendung nehmen.
Wie oft wollen wir Ziele schnell erreichen, z.B. indem wir das Wild schnell erlegen wollen, ohne es genau anzusprechen
Das Kreuz im Visier unseres Handeln, es würde uns verändern in unseren Leben..
Das Kreuz im Visier unseres Lebens, das Kreuz als Zeichen der Hinwendung Gottes zur Natur , es ist nötig in unserer Welt,
Es war immer nötig und es bleibt nötig, um uns Menschen daran zu erinnern,
dass wir nicht die Herren dieser Welt sind,
dass unsere Wünsche und Möglichkeiten keinen Freibrief sind, so dass wir tun und lassen können, was wir wollen.
Die Geschichte des Hubertus erinnert uns daran.
Sie macht das deutlich, dass das Kreuz nicht nur zwischen den Enden des Geweihs eines Hirsches steht, sondern dass es über allem steht und wir Menschen deshalb in der Verantwortung diesem Kreuz gegenüber in unseren Leben zu handeln haben.
Das ist dann lebendiger Ausdruck eines Glaubens, der von diesem Kreuz her lebt,
der sich selber als von Gott angenommen und geliebt weiß und diese Liebe eben nicht als nur eigenen Besitz versteht, sondern als allen Menschen und der Natur mit ihren Tieren eigen ansieht.
Soll das das nun mit den Aufgeben der Jagd einhergehen, so werden sich manche sicher fragen.
Mein Antwort lautet erstmal:“ Nein“
Und wenn es um die Wälder unserer Umgebung, unserer Heimat geht, dann muss man darüber doch etwas anders urteilen.
Wenn Jagd zum Bestandteil menschlicher Machtausübung wird, wenn eigener Machttrieb, Gier und Besitztum den Umgang mit der Waffe bestimmt, dann ist das Zeichen des Kreuzes ein wichtiges Zeichen der Umkehr.
Das Zeichen des Kreuzes aber zeigt uns auch, dass wir nicht mehr zur Zeit der Schöpfung im Paradies leben.
Das menschliche Leben ist bestimmt von dem Leben außerhalb des Paradieses Gottes , von dem Leben der eigenen Gestaltung der Lebensräume.
Kultur nennen wir das heute. Und diese Kultur wird in unserer Heimat seit Jahrhunderten betrieben, indem die Wälder und Auen gezielt angelegt werden.
Wenn der Mensch Kulturräume schafft, und Felder, Wiesen und Wälder sind unsere Kulturräume, dann bezieht die Pflege dieser Kulturlandschaft auch die Jägerei mit ein.
Und der verantwortungsvolle Jäger sieht auch genau dies als seine Aufgabe an. Jäger sind Naturschützler.
Es geht um Pflege und Hege des Wildes, um das Bebauen und Bewahren der umgebenden Schöpfung, die von Menschen genutzt wird.
Es gibt bei uns keine unberührte Natur, keinen natürlichen Schutzraum, auch wenn andere dies anders sehen wollen und die Zeit Jahrhunderte dazu zurückdrehen wollen.
Der Mensch hat die Natur kultiviert und daher trägt er auch seine Verantwortung für diese kultivierte Natur. Insofern ist die Jagd heute kein Überlebensmittel, sondern ein wichtiges Instrument der Gestaltung der Umwelt durch den Menschen, die er selbst so geschaffen hat.
Das Zeichen des Kreuzes im Visier dieses Handelns ist dann die Hilfe, diese Aufgabe in der bewussten Verantwortung für die Natur und für die menschlichen Belange wahrzunehmen.
Es wehrt eigenes Machtstreben ab, führt zu einer Hinwendung zur Schöpfung und setzt die Grenzen für das menschliche Handeln.
Für mich hat es damals bei diesen Ansitz bedeutet, diese Zukunftshirsche nicht zu erlegen.
Es wäre sicher schöner, wenn wir der Natur ihren Lauf lassen könnten, doch wenn der Mensch Natur kultiviert muss er auch seine Verantwortung darin wahrnehmen, auch gegenüber den Tieren des Waldes.
Wer die Legende des Hubertus in diesem Tun vor Augen hat, wird das verantwortlich tun und das hoffentlich nicht nur als Jäger, sondern überhaupt im Umgang mit dieser Welt und , mit den Menschen.
Das Kreuz Jesu steht über allem, wir müssen es nur wahrnehmen und danach handeln.
Und dazu gebe uns Gott offene Augen und Herzen.
Amen
Das gesprochene Wort gilt!

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16.So.n.Trinit. Joh 11, 1-45

Abgelegt unter:Allgemein, Predigten — Jens am 27.09.2009 gg. 07:09

Predigtgottesdienst in Klix / Halbendorf
16.So.n.Trinit.
Joh 11 ,1-45

Wie gut kennen Sie eigentlich ihr Gesangbuch,
aus dem sie seit vielen Jahren im Gottesdienst die mehr und weniger bekannten Lieder singen?
Neben den kleinen Katechismus von Luther finden wir dort Auszüge aus den Heidelberger Katechismus.
Die erste Frage aus diesem lautet:
„Was ist dein einziger Trost im Leben und im Sterben?“
Sie steht in unseren Gesangbüchern und hat an Aktualität auch mehr als 400 Jahre später nach ihren Entstehen keineswegs etwas für unser Leben verloren.
Diese Frage begegnet uns nicht nur am Ende des eigenen Lebens, sondern auch mitten im Leben immer wieder neu, im ständigen Lauf von Geburt, Leben und Tod in dieser Welt.
Denn mitten im Leben sind wir vom Tod umgeben.
Leben und Tod gehören fest zusammen.
Auch wenn viele Menschen dies bis an das Ende ihres Lebens vollkommen ausblenden wollen, an den Ereignis „Tod“ als ein Lebensabschnitt kommt niemand vorbei
Denn es gibt immer wieder Situationen, in denen wir todtraurig sind über einen erlittenen schweren Verlust.
Und deren erlebt der Einzelne sehr viel.
Eine langjährige Partnerschaft und Ehe bricht auseinander.
Ein Lebensplan, bis ins Detail inszeniert und geplant , scheitert endgültig an unvermeidbaren Dingen.
Besonders hilflos sind wir, wenn wir einen nahe stehenden Verwandten oder Freund verloren haben.
Die dazu entstehenden Fragen zum „Warum“ brechen immer wieder neu auf.
Das Grab auf den Friedhof wird dazu zu einer Erinnerung und Mahnung für das eigenen Leben und seinen Sinn.
Menschen brauchen in dieser Situation Trost. Vor allen von Anderen, die den Zurückbleibenden Trost spenden können.
Von zwei Frauen, die gerade ihren Bruder verloren haben, erzählt der Predigttext.

1.
Die Situation der beiden trauernden Frauen Maria und Marta war nicht ganz trostlos.
Zum einen standen sie einander sich in dieser Situation bei , zum anderen hatten Freunde und Bekannte aus Jerusalem die halbe Stunde Fußweg nicht gescheut,um bei den Trauernden in ihren Schmerz nahe zu sein.
So waren die beiden Schwestern nicht allein mit ihrem Leid und ihrem Schmerz.
Menschen standen ihnen zur Seite. .

Und dennoch hatten sie Schwierigkeiten mit dieser Situation .
Schließlich hatten Marta und ihre Schwester Maria Jesus doch rechtzeitig von der Krankheit ihres Bruders und seines Freundes Lazarus in Kenntnis gesetzt.
„Siehe, den du lieb hast, ist krank“ so heisst es in unseren Text.
Sie hatten ihn um Hilfe gerufen und nun bei
der Ankunft Jesu ist Lazarus schon vier Tage tot.
Lazarus war wirklich Tot.
Da ist aus menschlicher Sicht und Erfahrung war nichts mehr zu machen.
Wärest du hier gewesen,dann wäre mein Bruder nicht gestorben,
sagt Marta zu Jesus,ihrem Freund und dem Freund ihres Bruders Lazarus.
Da wusste sie noch nicht, dass Jesus ihren Bruder wieder lebendig machen würde.
Hat sie nicht Recht, die Marta mit ihrem Satz?
Jesus hätte sich mit seinen Kommen auch beeilen können.
Der Weg von Jerusalem war nicht so weit.
Wenn man so einen Freund hat, dem man alles zutraut und mit ganzem Herzen vertraut,
erwartet man schließlich, dass dieser Freund nicht zögert, sondern umgehend kommt!
Das erwartet man von Arzt, dass er bei schwerer
Krankheit so schnell wie möglich zur Stelle ist, wenn man ihn ruft.
»Wären Sie bloß zehn Minuten früher da gewesen . . .«
Immer wieder müssen Ärzte und Helfer als scheinbar Schuldige für Begründungen herhalten, in denen man die Schuld für jenes furchtbare Ereignis ihnen zuschiebt.
Auch die Überlebenden sterben eine Art Tod, durchleben ihre Situation als Hilflose immer wieder neu
und erleben damit ihre Trauer..
Es ist schon Bemerkenswert, das sich die Schwestern daher nicht von Jesus abwendet, der sie in ihrer Not scheinbar allein gelassen hat
Viele Andere tun diesen Schritt, wenn die endgültige Trennung erfolgt ist.
Oftmals hört man dann:
„Ich konnte mit der Situation nicht umgehen.“
Die Endgültigkeit des Todes im Leben eines Menschen ist erschreckt tief, eine enge Beziehung ist auf einmal zu Ende.
Insgeheim wissen viele Zurückgebliebenen, dass nicht nur Ärzte etwas falsch gemacht haben könnten, sie spüren, dass auch sie dem Verstorbenen etwas schuldig geblieben sind.
Man sucht in dem Schock, den der Tod auslöst, Verantwortliche, Schuldige, um irgendwie mit diesem erschreckenden Ereignis zu Recht zu kommen und Antworten auf drängende Fragen zu haben.
Manchmal will man die eigene Schuld auf Andere komplett abschieben, um evtl eigenen zu verdecken.
Und doch liegt in all den Handeln der Plan Gottes.
Und doch waren die Ereignisse von Gott gewollt.
Marta sucht keine Schuldigen für diesen Tod.,
ihr Satz ist kein Vorwurf, sondern Ausdruck schmerzlichen Bedauerns.
Sie hat das Vertrauen und das Zutrauen in Jesus nicht verloren.
Sie weiß, dass ihr Freund, der Freund ihrer Familie eine innigere Beziehung zu Gott hat als andere Menschen. Jesus ist für sie kein Heiler, der magische Kräfte hat und scheinbar eine Möglichkeit zur Änderung anbietet, sondern einer, der aus der Kraft des Gebets lebt und und im Auftrag Gottes handelt.
An ihn hält sie sich in ihrer Not.
Wärest du hier gewesen, dann wäre mein Bruder nicht gestorben, sagt Marta.
Es dauert oftmals eine sehr lange Zeit bis Trauernde und Zurückgelassene die neue Situation im Leben akzeptieren, annehmen können,dass ein nahe stehender Mensch tot ist.
Sie brauchen Zeit,bis sie verstehen:
»Du bist nicht mehr da!«
Selbst die Frage des „Warum“ des Ganzen tritt nach einer Weile in den Schatten.

Erst dann stellt sich die Frage:
Wie geht es weiter?
Gibt es eine Zukunft für den Verstorbenen?
Was wird aus ihm? »Wo ist er jetzt?«
Wenn jemand gestorben ist, dann kann man nur auf ein neues Leben hoffen.
Für viele glaubende Menschen gehört zum Trost in der Trauer die Hoffnung, die über den Tod hinaus reicht..
Es ist dann die Gewissheit, dass ihre Angehörigen nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.
So sagt Jesus:

2.
Dein Bruder wird auferstehen.
Die Auferstehungshoffnung war auch Marta nicht fremd.
Zur Zeit Jesu war im Judentum die Vorstellung weit verbreitet,dass Gott am jüngsten Tag, wenn Himmel und Erde vergehen, alle Menschen auferwecken wird.
Doch diese Hoffnung auf die Auferstehung am jüngsten Tag kann Maria in ihrer jetzigen Trauer über den Tod nicht trösten.
Das ewige Leben in dieser Situation ist dann in ferne Zukunft gerückt.
Zu weit weg für Marta, die im hier und jetzt,
mitten in dieser vergänglichen Welt, um ihren Bruder trauert.
Das ewige Leben erscheint ganz weit weg gerückt von der Gegenwart voll Trauer und Leid.
Jesus dagegen holt es ganz nahe, heran an die Gegenwart:
„Ich bin die Auferstehung und das Leben,“
spricht Jesus in diese Trauer hinein.
Hier vor Marta steht das ewige Leben, in der Person Jesus Christus, des Sohnes Gottes .
Er ist gesandt vom Vater den Weg den verlorenen Menschen zu Ihm, den Schöpfer der Welt bereiten.
Mitten in ihrer Trauer um ihren Bruder begegnet sie ihm.
In einem Menschen aus Fleisch und Blut tritt ihr das ewige Leben entgegen.
Denn in diesem Mann Jesus von Nazareth ist Gott selber da.
Er möchte Gemeinschaft haben mit allen Menschen, die er sich zum Gegenüber, zum ansprechbaren Du geschaffen hat.
Er spricht Menschen in ihren Leben selbst an.
Weil Gott mit den Menschen nahe sein will, kommt er in diese Welt als Schöpfer zu seinen gefallenen Geschöpfen, die unter der Sünde leben.
in der Gemeinschaft unter Menschen so oft misslingt,
in der Gemeinschaft immer wieder zerstört wird und Menschen todtraurig sind., zu erretten.
Gott kommt und wird ein Mensch unter Menschen.
Er kommt zu suchen, was eigentlich verloren ist, um es zurück zu bringen, um ihnen eine Umkehr zu schenken..
Er schenkt das wahre Leben aus, wie ein guter Gastgeber Wein ausschenkt und unter die Gäste verteilt.
Er macht Kranke gesund und Trauernde fröhlich.
So steht Jesus nun vor Marta und bietet sich ihr als ewiges Leben an, als ein Leben in und mit Gott, das durch nichts und niemanden erschüttert werden kann.

Glaubst du das?
So lauter seine Frage auf das Angebot von ihn an Marta.
Glaubst Du das?
Nimmst du dieses Leben an, das dir angeboten
wird? Ewiges Leben?
Marta erkennt in Jesu Person die Gegenwart und Gabe des Lebens.
Sie erkennt ihn als den an, der dazu in die Welt gekommen ist, damit wir im Glauben an ihn das Leben haben.
Glaubst du das?
Die Frage von Jesus an Marta ist in der Tiefe der Entscheidung auch an uns persönlich gerichtet.
An einen jeden einzelnen von uns.
Auch uns bietet sich Jesus Christus als ewiges Leben an in der Nachfolge.
Und erwartet von uns eine Antwort an ihn.
In jedem Gottesdienst, aber auch in vielen unscheinbaren Erlebnissen auf unseren Lebensweg ,
die uns Gewissheit schenken, dass wir das ewige Leben haben.
Können wir an dieses Leben glauben, das Jesus Christus anbietet?
Verlassen wir uns darauf, dass wir dieses Leben in ihm jetzt schon haben – trotz des drohenden Todes und trotz aller schmerzhaften Erfahrungen von Verlust?
Der Glaube an den auferstanden Jesus Christus lässt uns im Grunde unseres Herzens gewiss werden, dass wir leben, auch wenn wir sterben.
Denn das ewige und erfüllte Leben, das Jesus Christus uns anbietet, stößt nicht an die Grenzen unserer Zeit, unseres Raumes.und unseres Seins.
Es ist ein Geschenk der Gnade des lebendigen Gottes, der mit uns bis in Ewigkeit zusammen sein will.
Er will Herr unseres Lebens sein.
Er will Herr unseres Herzens sein.
Er will unseren Leben den wahren Ziel und Inhalt geben, der bei ihn als Schöpfer von uns Menschen liegt.
Er will ein „Ja“ auf die Frage.
Was bedeutet das für uns angesichts unserer Erfahrungen,
dass Beziehungen zerbrechen, dass Lebenspläne scheitern und geliebte Menschen oftmals viel zu früh vor uns gehen?
Dass wir in Christus das ewige Leben haben, bedeutet nicht, dass wir nie mehr traurig sein werden oder gar sein dürfen.

Ein Verlust schmerzt und es braucht Zeit, bis wir mit diesem Verlust leben können.
Und es ist gut, wenn wir uns diese Zeit gönnen.
Das gilt auch im Blick auf unser eigenes Sterben,
auch das wird schmerzlich sein.
Denn wir müssen vieles los lassen,
von lieb Gewordenem Abschied nehmen.
Schmerz gehört auch zu unserem Leben als
Christen dazu.
Problematisch wird es, wenn wir uns an Vergängliches, an Irdisches Dinge klammern, wenn wir vom irdischen Leben alles verlangen.
Dann geben wir dem Begrenzten Ewigkeit.
Auch unser irdisches, begrenztes Leben ist ein Geschenk, das wir empfangen,
Tag für Tag aus der Hand des lebendigen Gottes, der mit uns zusammen sein will bis in Ewigkeit.
Darum lasst uns unser Leben dem anvertrauen, der die Auferstehung und das Leben ist!
In Wort der Schrift und in der Predigt und Tat des Handelns begegnen wir ihm, der die Auferstehung und das Leben für uns Menschen ist.
Unser „JA“ soll die Antwort auf sein Angebot zum Leben mit ihn bis in Ewigkeit sein.

3.
Wohin führt uns diese Begegnung:
Führt sie uns heraus aus dieser trostloses, verlorenen Welt mit ihren Verlusterfahrungen und ihrem Schmerz?
Werden wir jetzt schon in die Ewigkeit erleben,
in der kein Leid und kein Geschrei mehr ist?
So ist es nicht mit dem Glauben.
Die Begegnung mit dem Auferstandenen
führt uns nicht aus unserer erlebten heutigen Welt heraus, sie führt uns tiefer in die Welt hinein: dahin, wo Jesus Christus bereits auf uns wartet,
zu den Menschen, die nichts nötiger brauchen als ein Wort des Trostes, als ein Wort von dem, der von sich sagt:
Ich bin die Auferstehung und das Leben.
In diesem Wort begegnet uns das ewige Leben mitten im Leben in dieser verlorenen Welt.
Das ewige Leben erscheint uns Glaubenden oft ganz weit weg gerückt von der Gegenwart voll Trauer und Schmerz.
Im Wort kommt das ewige Leben zu uns, ganz nah heran an unsere Gegenwart.
Lasst uns dieses Wort aufnehmen und ihm Vertrauen schenken.
Mit ihm können wir uns jetzt schon in unser irdisch begrenztes Leben einlassen mit seinen Freuden und seinem Schmerz,
Vertrauen zu unseren Mitmenschen wagen und uns dabei ganz Gott überlassen.

»Was ist dein einziger Trost im Leben und im Sterben?« So ist die Frage aus dem 16. Jahrhundert vom Anfang der Predigt.
Die Antwort liegt im ersten Satz:
„Dass ich mit Leib und Seele, im Leben und im sterben nicht mein, sondern meines getreuen Heilands Jesu Christi eigen bin…
Heute wie damals sind Menschen eingeladen, sich in allen Lebenslagen an Jesus Christus zu halten:
Hier ist das unverbrüchliche Leben, das durch nichts und niemand erschüttert werden kann.
Der lebendige Gott schenkt uns dieses Leben, weil er mit uns bis in Ewigkeit zusammen sein will.
Amen.

Das gesprochene Wort gilt!

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Lukas 17, 11-19 Gottesdienst in Quatitz

Abgelegt unter:Allgemein, Predigten — Jens am 13.09.2009 gg. 07:50

Gottesdienst in Quatitz
14.So.n.Trin.
Lukas 17, 11-19

Vor kurzem hatte ich Geburtstag und wurde wieder ein Jahr älter.
Da kommen die Freunde und Verwandten und gratulieren einen dazu.
Wissen sie eigentlich, was der am meisten verwendete Glückwunsch zum Geburtstag ist?
„Vor allen Gesundheit“ wünscht man sich einander.
Von Gemeindegliedern hört man da noch „ Gottes Segen zum Geburtstag“
„Vor allem Gesundheit“.
Dass dieser Wunsch so weit oben auf der Liste steht, was wir einander an einen solchen Tag wünschen steht, ist nicht verwunderlich.
Jeder von uns kennt Menschen in seinen Umfeld und Freundeskreis, die krank sind und nicht sehnlicher wünschen, als wieder gesund zu werden.
Wer einmal selbst ernstlich krank war und eine Operation oder Behandlungstherapie über sich ergehen lassen musste, um wieder gesund zu werden, der wird die Neuen aus unseren heutigen Predigttext verstehen, die alles Elend und Not, was sie in ihrer Zeit der Krankheit erlebt, so schnell wie möglich hinter sich lassen, um sich wieder voll Freude ins Leben zu stürzen.
Wie sehr werden sich die Aussätzigen, aus der Familie und der der Gesellschaft ausgeschlossenen, sich nach einen gesunden Leben gesehnt haben.
Da waren nicht nur die Kennzeichen der Krankheit, unter der sie litten, sondern ganz besonders die Isolation und Ausgrenzung, die ihnen zu schaffen gemacht haben.
Nicht selten wurden sie verdächtigt, mit ihrer Krankheit für schwere Sünden gestraft zu werden.
Und Jesus erbarmt sich ihrer und heilt sie von ihrer Krankheit.
Aber wie immer , wenn uns die Bibel von einen solchen Ereignis berichtet, steht etwas tieferes in ihren Sinn
Aber nur einer der Geheilten, und dem damit das Rückkehr ins Lebens ermöglicht wurde, kehrt um und dankt Jesus

1
Was will uns das Evangelium mit dieser Geschichte deutlich machen.
Der Schlüssel zum Verständnis dieser Heilungsgeschichte ist das Wort “Glaube”.
Es geht hier vor allem um den Glauben.
Gleich am Anfang des Textes wird das deutlich.
Die 10 Aussätzigen haben etwas von Jesus gehört.
Vielleicht in einer Zeit, als sie noch nicht von der Krankheit befallen waren.
Vielleicht haben sie ihre Kenntnisse von anderen Israeliten erworben, die Jesus bereits kennen gelernt haben.
Als sie nun hören, dass Jesus in das Dorf kommt, in dem sie früher wohnten, da machen sie sich auf und hoffen auf seine Hilfe und Heilung .
Sie vertrauen ihm, alle Zehn.
Sie glauben, dass er sie gesund machen kann.

Der Schlüssel zum Verständnis dieser Heilungsgeschichte ist das Wort “Glaube”.
Das wird auch im weiteren Verlauf deutlich:
Jesus stellt alle Zehn auf die Glaubensprobe.
Er fordert ihr ganzen Vertrauen auf das Gehörte von Ihnen heraus.
Er fordert sie auf :
“Geht hin und zeigt euch den Priestern!”
Es war in der damaligen Zeit Sache der Priester, einen geheilten Aussätzigen öffentlich für “rein” zu erklären.
Damit wurde er wieder in die Gemeinschaft der Gesunden, in die Gesellschaft aufgenommen.
Damit konnte er wieder am religiösen Leben teilhaben.
Darum schickt Jesus sie zu den Priestern.
Aber in dem Moment, wo er das tut, sind sie ja noch nicht geheilt.
Sie machen sich als Kranke auf den Weg.
Ausdrücklich heißt es in unserer Geschichte: “Und es geschah, als sie hingingen, da wurden sie rein.”
Wenn sie also auf Jesu Geheiß als Kranke losgehen, dann haben sie die Glaubensprobe bestanden, die Jesus ihnen zumutet.
Im Vertrauen auf sein Wort gehen sie los.
Im Vertrauen auf sein Wort werden sie unterwegs rein.
Sie kommen zu den Priestern und werden für geheilt erklärt.
Ist dies nicht auch oft so in unseren Leben, das wir erst im Nachgang erkennen dürfen, das der eingeschlagene Weg der richte Weg war,d er Weg Gottes mit uns Menschen:
Sein Angebot des Glaubens annehmen, uns auf sein Wort verlassen, ist genauso wie es damals mit den zehn Aussätzigen gewesen war.

2.

Dass es hier um den Glauben geht, zeigt auch der Fortgang der Geschichte.
Genauer: Es geht um den christlichen Glauben.
Christlicher Glaube ist der Glaube an Christus, den Sohn Gottes.
Das hört sich sehr einfach, scheinbar zu einfach, doch ist es das offenbar nicht.
Denn 10 Aussätzige und Kranke wurden geheilt, doch nur einer fand zu einem lebendigen Glauben an Christus.
Manche von uns denken vielleicht:
Früher,damals bei sein Wirken in Israel, muss es einfacher gewesen sein, an Jesus zu glauben.
Jesus zog mit seinen Jüngern durch das Land, predigte und tat Wunder.
Da sahen die Leute doch etwas konkretes.
Da war ein Erleben und Erfahren.
Da konnten sie danach dies glauben.
Eine ähnliches Denken steht hinter dieser Überzeugung von suchenden Menschen heute:
Wenn Gott heute Wunder täte, dann würden wir auch glauben können.
Wenn er Unfrieden, Kriegen und der Ungerechtigkeit in aller Welt ein Ende bereiten würde,
wenn er das weltweit verbreitete Hunger der Menschen beseitigen würde,
wenn er den krebskranken Angehörigen gesund machen oder einen geliebten Menschen nicht sterben lassen würde, also:
wenn Gott heute offenbare, jedermann erkennbare Wunder täte, dann würden wir glauben können.

Aber das Ergebnis und Ende unserer Geschichte sagt uns:
Das stimmt so nicht.
Wunder führen nicht zu einem lebendigen Glauben an Christus und Gott.
Oder ist nicht an zehn Aussätzigen ein großes Wunder geschehen, als sie auf dem Weg zu den Priestern gesund wurden?
Doch nur einer von ihnen findet zu Christus zurück,
nur einer findet zu einem lebendigen Glauben an Christus.
Vertrauen auf die Zusage Jesu hatten alle Zehn, die hin gingen, um sich den Priester zu zeigen.
Aber zum christlichen Glauben gehören noch zwei weitere Schritte dazu.
a)Zum einen die Erkenntnis:
Der zehnte Aussätzige er erkennt, als er geheilt wurde:
Dieser Jesus von Nazareth, dieser Prediger ist mehr als ein Mensch wie ich einer bin.
b) Er steht mit Gott im Bunde und in seinen Dienst.
Als er mich heilte, da wirkte Gott durch ihn an mir.
Es war für ihn ein spürbares und erlebbares Ereignis.
Und diese Erkenntnis führt dann beim Samaritaner zum Bekenntnis, dem dritten Schritt des Glaubens.
c) Er kehrt um von seinen Wege und geht zu Jesus zurück.
Er “preist Gott mit lauter Stimme”, dass er ihm durch Christus geholfen hat.
Er fällt Jesus zu Füßen und dankt ihm.
Er “gibt” - so sagt es unser Predigttext - mit seinem Bekenntnis “Gott die Ehre”.

Das Vertrauen auf das Wort Jesus,
die Erkenntnis, dass Gott durch Jesus, seinen Sohn wirkt und das Bekenntnis zu Jesus und Gott: diese drei Schritte machen den christlichen Glauben aus.
Von 10 Aussätzigen, denen das Wunder der Heilung zuteil geworden ist, hat nur einer zu einem solchen lebendigen Glauben an Christus gefunden.
Die übrigen Neun sind im Vorfeld des Glaubens stecken geblieben.
Vertrauen hatten sie.
Doch das Heilungswunder hat sie nicht zu einer lebendigen Christusbeziehung geführt.
Wunder schaffen also keinen Glauben!
Und es stellt sich für uns einen weitere Frage.
Sicher haben sie sich auch in ihren Leben des öfteren gefragt, wie es denn heute bei uns mit einem lebendigen Glauben aussieht.
Oder mit Wundern Gottes.
Oder mit der Dankbarkeit Gott gegenüber.
Ist es bei uns im Leben so ähnlich, wie es in dieser Geschichte zum Ausdruck kommt?
Tut Gott heute keine Wunder?
Unsere Antwort wird davon abhängen, was wir unter Wundern und Erleben von seiner Führung verstehen.
Sind Wunder nur Ereignisse, die wir nicht erklären können? Etwas völlig Außergewöhnliches?
In der Bibel sind Wunder immer Zeichen der gütigen Nähe Gottes, Zeichen des Erbarmes Gottes.
Etwa wenn Jesus Kranke heilt.
Die Kranken - wieder gesund geworden - erfahren dann:
Gott hat sich unserer erbarmt, er hat sich unserer angenommen.
Und passiert das heute nicht?
Ist es nicht ein starkes Zeichen der erbarmenden Liebe Gottes, dass er seiner Menschheit im Laufe der Jahrhunderte medizinische Erkenntnisse großen Ausmaßes geschenkt hat, die uns zugute heute eingesetzt werden?
Die Leprakrankheit z.B. war noch im Mittelalter in unserem Land verbreitet.
Heute gibt es sie bei uns nicht mehr.
Ist es nicht wunderbar, dass bei uns heute die Säuglingssterblichkeit oder der Tod der Mutter bei der Geburt auf ein Minimum reduziert werden konnten, wenn man es mit früheren Jahrhunderten vergleicht?
Ein letztes Beispiel: Herzinfarktpatienten, die früher gestorben wären, kommen heute auf die Intensivstation, machen anschließend eine Rehabilitationskur und können danach bei entsprechendem Lebenswandel noch lange leben.
Ist das alles nicht wunderbar, ist das kein Wunder, kein Zeichen der Liebe Gottes zu uns, seinen Menschenkindern?

3.
Es kommt eben darauf an, was wir unter Wundern Gottes verstehen.
Wer von uns schon einmal richtig krank war - hatte sie oder er nicht Angst um ihr oder sein Leben?
Haben wir - von unserem Gottvertrauen getragen - nicht vor der Operation darum gebetet, dass Gott uns helfen möge, dass Gott den Ärzten die richtigen Maßnahmen treffen lassen und ihnen sichere Hände schenken möge?
Und dann wurden wir wieder gesund.
Wie war es danach?
Waren wir Gott dankbarer für unsere wiedererlangte Gesundheit als vorher?
Erkannten wir in der geglückten Operation Gottes Hilfe für uns?
Bekannten wir uns danach zu unserem Gott, der uns half, etwa indem wir unseren Glauben mehr pflegten als vorher?
Wir haben doch gehört:
Vertrauen, Erkenntnis der Güte und Nähe Gottes und schließlich dankbares Bekenntnis zu Gott - diese drei Schritte machen gemeinsam den christlichen Glauben aus.

Das Bekenntnis zu Gott und der Besuch des Hauses, wo wir über ihn nachdenken, wo er uns etwas sagen will in den Wort der Schrift und der Predigt ,
wo wir in der Gemeinschaft mit anderen mit ihm sprechen, ihn loben und ihm danken - gehört das nicht zusammen?
10 Aussätzige wurden geheilt, doch nur einer fand zu einem lebendigen Verhältnis zu Gott.
Viele unserer Gemeindemitglieder waren schon einmal ernstlich krank, haben Gottes Hilfe erfleht und erfahren, doch nur wenige finden danach den Weg in Gottes Haus, um ihr Verhältnis zu Gott zu pflegen und ihren Dank für seine Fürsorge auszusprechen.
Es ist heute nicht anders als zur Zeit Jesu.
Im 103. Psalm heißt es darum nicht ohne Grund:
“Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat!”

Wir müssen jedoch nicht erst krank werden, um Gottes Güte zu erfahren.
Ist nicht unsere Gesundheit ein ebensolches Wunder wie die Genesung von schwerer Krankheit?
Wir wollen nicht vergessen, wo immer, wann und wie oft wir schon “gesund” geworden sind.
Unser Dank wird uns helfen, fröhlich und getrost in die Zukunft zu gehen, weil Gott an unsererr Seite ist, wenn wir uns zu ihn bekennen.
Unser Dank kann uns zuversichtlich die nächste Strecke Wegs schreiten lassen:
Was soll mit denen geschehen, die von Jesu Hilfe und Kraft wissen?
Unser Dank lässt uns dieses ganze Leben bestehen: Dankbare Leute wissen, dass sie immer geborgen sind in Gottes Hand - in dieser und der ewigen Welt.
Ich wünsche uns, dass wir werden können wie der eine geheilte Aussätzige, wie der Dankbare aus unserer Geschichte.
Und wenn wir bisher auch all unsere Lebensjahre mehr den neun anderen geglichen haben - heute kann es mit Dank, mit Lob und Preis Gottes beginnen!
Und Jesus sprach zu ihm:
“Steh auf, geh hin; dein Glaube hat dir geholfen!”

Rechter Glaube ist dankbar!

Amen.

Das gesprochene Wort gilt!

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Jeremia 17, 7+8

Abgelegt unter:Allgemein, Predigten — Jens am 23.08.2009 gg. 06:10

Predigt Malschwitz/ Milkel
Jeremia 17, 7+8

Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit uns allen.

Predigttext:

7 Gesegnet aber ist, der sich auf den HERRN verlässt und dessen Zuversicht der HERR ist.
8 Der ist wie ein Baum, am Wasser gepflanzt, der seine Wurzeln zum Bach hin streckt. Denn obgleich die Hitze kommt, fürchtet er sich doch nicht, sondern seine Blätter bleiben grün; und er sorgt sich nicht, wenn ein dürres Jahr kommt, sondern bringt ohne Aufhören Früchte.
(Jeremia 17,7-8)

Als ich für den heutigen Gottesdienst die Anfrage zum Dienst hier im Zelt erhalten habe, war mein erster Gedanke sofort , „Ja“ zu sagen.
Schließlich habe ich hier im Schloss Milkel vor fast 25 Jahren sechs Monate hier in der damals ansässigen Sorbischen Sprachschule gewohnt und und das Schloss und den den Schlossgarten bereits kennen gelernt.
Ich bin immer wieder von der Anlage des Parks bis heute fasziniert.
Am meisten habe es mir die alten Bäume angetan, die hier im Park zu sehen sind.
Manches Mal bin ich nach dem schwierigen Unterricht hier in den Park gegangen um Ruhe zu finden.
1.

Lieben Sie auch die Bäume? Ich finde, dass die Bäume in ihrer Art ganz besonders von der Schöpfung geprägt sind.
Ein Baum kann sich nicht selbst pflanzen.
Er wird in einer gewisser Art und Weise entweder von der Natur selbst oder von Menschen gepflanzt.
Sie beginnen ganz klein und werden größer als wir Menschen es selbst sind.
Sie sind meist genügsam und werden doch von Jahr zu Jahr stattlicher von Wuchs je nach ihrer Art.
Sie sind richtige „Wegbegleiter“ – und ein großer Eiche, wie wir sie überall finden in unserer Heimat, kann ein richtiges Stück von uns selbst werden.
Oft wird zur Geburt eines Kindes im eigenen Garten so ein Baum gepflanzt als Erinnerung an den Tag.
Viele der Bäume bringen Früchte hervor, welche die unterschiedlichsten Tiere im Wald ernähren.
Die Früchte vieler Bäume sind für uns Menschen äußerst schmackhaft – und es ist herrlich, im Frühsommer Kirschen, im Spätsommer Äpfel und Birnen, Pflaumen zu ernten und zu essen.Was für ein Überfluss uns da beider Ernte oft geschenkt wird!
Ihr Holz ein wertvoller Rohstoff und ein Möbelstück hat man nicht nur 10 Jahre hat, sondern sein ganzes Leben lang… Das Holz verändert sich im Laufe der Jahre, wie sich die Menschen mit den Jahren verändern
„Gesegnet der Mensch, der auf den Herrn sich verlässt und dessen Hoffnung der Herr ist.
Er ist wie ein Baum, der am Wasser gepflanzt ist und am Bach seine Wurzeln ausstreckt.“
In der Bibel wird der Baum oft für ein Bildgleichnis für den Menschen verwandt, der aus dem Vertrauen auf Gott, den Schöpfer lebt.
Prächtig gedeihen die Bäume, die an einem Bach oder See gepflanzt sind und Wasser haben können.
Voller Kraft stehen sie an den Ufern.
Auf die Quelle des Lebens kommt es bei den Bäumen und bei uns Menschen eben an. Davon kann die Kraft für unser Leben und dessen Sinn bezogen werden.
Die Bäume sind tief in der Erde verwurzelt und können damit die Hitze des täglichen Lebens und der Lasten des Alltages, die auf sie einwirken, bestehen.
Tiefe Wurzeln, die bis zum Leben spendenden Quelle reichen, die brauchen wir Menschen auch allemal angesichts der Gebrechlichkeit und Vergänglichkeit vieler Dinge in dieser Welt um uns herum, die scheinbar Sicherheit für uns bedeuteten.
Wie zerbrechlich das Leben um uns herum wirklich ist, erfahren und erleben wir immer wieder neu.
Gerade in der jetzigen Zeit, wo man den Zerfall scheinbar sicherer Werte oft genug erleben kann.
Ein festen und sicheren Stand und Halt im Leben ist mehr und mehr lebensnotwendig.
Ein Sturm, und deren erlebt man im Leben viele, kann sie so schnell nicht umwerfen.
Ist uns eigentlich gewusst, dass das unsichtbare Wurzelwerk eines Baumes oft größer ist als seine sichtbare Baumkrone?
Ein Bild der Lebensfreude, was wir hier bei den Bäumen erleben und erfahren können.
So ist es wie bei einen Mensch, der in allem, was er tut und lässt in seinen Leben, auf Gott vertraut.
Er hat Zugang zu Lebensquellen im Glauben , die nie versiegen wird, weil sie von Gott kommt.
Er hat Anschluss ans Leben, sogar dann, wenn er mit unüberwindbaren Sorgen und Nöten belastet ist.
Vielleicht kennen Sie Menschen, die Ihnen wie Bäume hier im Park vorkommen, die an Wasserbächen gepflanzt sind und die immer wieder Kraft bekommen und Kraft ausstrahlen.
Es müssen nicht immer die bekannten Christen sein, von den wir Bücher über ihr Leben lesen können.
Da würden mir sofort viele Glaubenszeugen unserer Kirche einfallen.
Es sind die viele Glaubende an Gott aus unseren Gemeinden , deren Leben und deren Zeugnis davon ein Hinweis auf die unerschöpfliche Kraft Gottes geworden ist.
Gott sei Dank gibt es auch die vielen Menschen, über die niemals ein Buch geschrieben werden wird – und deren Leben aber doch ein Beispiel für die Kraft sind, die aus dem Glauben an den lebendigen Gott kommt.
Manchmal denken wir in unserer schwierigen Lebenssituation:
„Das schaffe ich nicht mehr.“
Wieder krank und einsam – woher soll ich die Kraft nehmen, diese Zeit zu bewältigen und zu bestehen?
Oder ein Schicksalsschlag – und es sieht aus, als ginge es nicht weiter und das Leben wäre jetzt sinnlos und man selbst Ende seiner Kräfte..
Oder es ist eine schwierige Lebensphase, weil die Kinder groß geworden sind und es die Familie so nicht mehr gibt, wie sie einst gewesen war.
Ob das Leben dann noch lebenswert und schön ist?
Oder: Eine schwierige Phase in der Ehe.Man streitet sich viel und oft wegen Kleinigkeiten. Dann rennt der Ehepartner ohne Worte weg und geht seiner Wege.
Damit kann man Menschen ziemlich leicht täuschen. Aber was steht wirklich dahinter?
Oder besser gefragt: Was ist unter der Oberfläche?
In der Krise des Seins im Leben ist mancher blühende Baum ganz schnell abgestorben.
Wer ein Garten hat, kennt das bereits.
Bäume, von denen man es nie gedacht hätte, die jedes Jahr ihre Frucht gebracht haben, die keinerlei Anzeichen einer Krankheit hatten, sterben ab und fallen um.
Genauso kann ein blühender Mensch von heute auf morgen in eine Lebenskrise geraten.
Und dann ist auf einmal diese Frage da:
Worauf habe ich mein Leben gebaut?
Was sind meine Wurzeln?
Es ist dann manchmal zum Davonlaufen. Wie sollen wir das aushalten?
2.
Die Antwort darauf ist nicht einfach.
Lange Zeit der Hitze und Trockenheit setzen einem Baum in der freien Natur zu.
Dürre Jahre und Trockenperioden sind ein Problem. Sie sind ein Problem für Bäume, die nicht tief genug verwurzelt sind.
Und wenn dann bei uns Menschen die dürre und schwierigen Zeiten kommen:
Krankheiten, Misserfolge,
zerbrechende Freundschaften, Stress in der Familie, Unzufriedenheit mit sich selbst –
dann ist sie auf einmal da, die Frage nach den Wurzeln, die Frage nach dem festen Stand.
Gibt mir die Familie Halt?
Geben mir meine Freundinnen und Freunde Halt? Finde ich einen Halt bei Gott?
Ja, ihr findet Halt bei Gott, sagt der Prophet Jeremia in unseren heutigen Text.
Ihr müsst es nur ernsthaft wollen und euch zu ihm, den Schöpfer, bekennen.
Wir müssen ihn und seine Quelle des Lebens nur ernsthaft suchen für uns.
Wie gut es dann, wenn ein Mensch in solchen Situationen nicht nur auf seinen eigenen Kräfte vertraut!
Wenn ein Mensch dann zu Gott, unseren Schöpfer beten kann und seine Sorgen und Not mitteilen kann..
Wenn wir dann sagen können:Guter Gott, gib mir jetzt bitte die Kraft, die ich brauche in dieser Situation und ein Neubeginn mit Dir in meinen Leben.
Gib mir bitte Geduld und Liebe für meine Kindern, für meinem Mann, für meine Frau, für mein alt gewordenen Eltern, für meine schwierige Arbeitskollegin.
Schenke mir neue Hoffnung, und lass mich tief in meiner Seele deinen Trost und Liebe spüren!
Mit solchen Worten beginnen wir – im Bild des Baumes gesprochen – mit unseren Wurzeln noch weiter zu gehen und an die tiefer gelegenen Wasservorräte und Nährstoffe heran zu kommen und neue Kraft für unser Leben zu schöpfen..
Mit unseren Gebeten sind wir ,wie ein Baum im Boden fest verwurzelt, stemmen wir uns gegen den Wind und bleiben im Sturm des Lebens stehen..
„Hilf mir, Gott“! „Bleib bei mir, Herr Jesus Christus!
Lass mich nicht allein!“
Und dann gibt es Bäume – sicher haben Sie schon solche gesehen oder wenigstens Bilder davon –, die unter schwierigen Bedingungen wachsen.
An der Küste, vom unablässigen Wind ganz zur Seite gebogen – aber doch gewachsen und sich bewährt, ein Zeichen für die Kraft des Lebens gegen alle Belastungen und Schwierigkeiten.
In den Lagen des Gebirge, ab einer bestimmten Höhe, finden wir Bäume wie die Krüppelkiefern zum Beispiel, die extrem wenig Boden unter sich hat. Im Hang fest verwurzelt, klein gewachsen, aber voller Leben.
Ein bisschen knorrig und gedreht, aber immer noch da, weil er alle Nährstoffe und jeden Regentropfen verwertet.
Schon erstaunlich, was Bäume können!
Schon erstaunlich, was Menschen in ihren Leben oft aushalten und wie sich gerade in schwierigen Situationen bewähren, in denen man sich aufgeben könnte!
Auf das Fundament des Lebens kommt es in diesen Situation an.Gerade hier in Milkel ist uns da ein gutes Beispiel gegeben.
Das ganze Gelände und das Schloss steht eigentlich richtig im wahrsten Wasser. Eigentlich kein Platz zum Bau eines solchen Gebäudes..
Aber die Fundament für diesen großen Bau sind gelegt bzw. hinein geschlagen.In Eichenstämmen vor vielen hundert Jahre, die das Fundament bilden und die im Wasser stehen müssen. Dadurch verrotten sie nicht, weil keine Luft an sie heran kommt und bilden den Halt. Ohne Wasser verrotten sie und das Fundament fällt in sich ein.
Daher wird es hier zu einen „Lebendigen Wasser“ für alle, im übertragenen Sinn.
Beides, die Bäume hier im Park und die Verbindung mit den Wasser haben es durch die Stürme der Zeit und der Gesellschaft getragen und bleiben auch weiter in ihren Lauf ein tragfähiges Fundament.
Ein Fundament für die Ewigkeit, das lange Zeit bereits stand gehalten hat und es auch noch lange Zeit tun wird.
3.
So sollte es auch mit unseren persönlichen Glaube an Gott sein.
Der Glaube an den einen Gott, der mein Leben in der Hand hat, bei dem geborgen bin und der mich liebt, ganz gleich, was ich kann und was ich bin.
Der Glauben an Jesus Christus, der das Leben der Menschen am eigenen Leibe und an der eigenen Seele erfahren hat und sich in allen Anfechtungen an seinem Vater festgehalten hat, und uns darin zum Maßstab geworden ist - dieser Glaube hilft zum Leben.
Er ,der von sich selbst sagt.:
„ Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich.“
ER, der mit seinen Tod am Kreuz auf Golgatha und seiner Auferstehung uns die Tür und den Weg zu Gott frei gemacht hat.
Wenn wir uns zu ihn bekennen und sein Angebot der Gnade in unseren Leben annehmen als sein Weg..
Wen wir „Ja“ zu ihm im Glauben sagen.
Weil wir uns auf sein Wort der Schrift und in der Predigt verlassen können, wissen wir um unser Sein und unser Ziel als seine Geschöpfe.
Und dann gibt es noch andere Bäume. Sie stehen auch nicht gern allein.Sie wachsen neben uns. Sie gehen mit uns gemeinsam den Weg.
Es sind Menschen, an denen wir uns festhalten können in schweren Zeiten, auf die wir uns verlassen können in der Not.
Schwestern und Brüder im Glauben, die Gemeinde der Gläubigern. Menschen, die mir Schutz und Halt geben, wenn mir der Sturm im Leben zu stark entgegen bläst und ich zu verzweifeln scheine.
Menschen, stark im Glauben wie Bäume, die mit mir eine große Gemeinschaft bilden, in der ich nie allein bin.
Baum und Baum, Schwester neben Bruder, eine Gemeinschaft derer, die sich auf Gott verlassen, die mit ihm leben wollen.
Die Gemeinschaft der Kirche, die Gemeinschaft der Kirche vor Ort – über die Grenzen der Konfessionen hinweg.
Gemeinsam wachsen wir, wachsen wir unter dem Segen Gottes, werden selbst zum Segen für andere Menschen durch unser Leben. Wie die Bäume hier im Park uns Zeugnis von den überstandenen Stürmen des Lebens geben.
Gott, unseren Schöpfer entgegen und mit anderen herzlich verbunden auf einen Fundament und einer Quelle, die ewig hält und trägt.
Und der Friede Gottes, welcher höher ist als all unsere Vernunft. Er bewahre unserer Herzen und Sinne in Christus Jesus, unseren Herrn.

Amen

Das gesprochene Wort gilt.

Vier Freundefür ein Halleluja

Der Schlossparkfest-Gottesdienst am 23.August in Milkel war für alle Besucher eine reine Freude. Rund 500 Gäste, auch viele Freunde des Schlosspflegers Hermann Fuchs, die aus Segnitz in Unterfranken 440Kilometer angereist waren, genossen das besondere Ambiente und die Veranstaltungen der „etwas anderen Art“. Die Predigt von Herrn Winkler und die musikalische Form, gestaltet von den „Four Friends“, ließen ein spontanes Empfinden der großen Gemeinschaft entstehen. Tanzbegeisterte und Freunde der Rockmusik aus drei Jahrzehnten kamen am Sonnabendabend auf ihre Kosten. Orientalisches Flair erzeugte die Bauchtanzgruppe aus Malschwitz mit ihrem herrlichen Programm.

Alles in Allem ein gelungenes Wochenende. Hermann Fuchs, Milkel

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8.So.n.Trinit. Matth. 5, 13-16

Abgelegt unter:Allgemein, Predigten — Jens am 02.08.2009 gg. 06:50

Predigtgottesdienst in Milkel/Malschwitz
8.So.n.Trinit. Matth. 5, 13-16

„Nichts ist nützlicher als Salz und Sonne”
So schreibt Plinius der römische Schriftsteller, Militär und Wissenschaftler in seinen Buch der als Knabe zur Zeiten Jesus gelebt haben soll.
Fehlendes Salz oder zu viel Salz
hinterlässt einen Nachgeschmack beim Essen. .
Sollten sie auch Kinder haben, die den Eltern gerne etwas zu Essen kochen, haben sie dies sicher auch schon erleben können.
Auch die Sätze in unseren heutigen Predigttext sind schwierig für uns, die wir uns Christen nennen und zur seiner Gemeinde uns halten.
„Ihr seid das Salz der Erde.“
„Ihr seid das Licht der Welt“
Menschen, die sich als Christen bekennen, stehen im Blickpunkt ihres Lebensumfeldes , ob sie wollen oder nicht.
Christen stehen mit ihrem Verhalten untereinander im Blickpunkt der Kritik:
„Seht, die sind auch nicht besser als die anderen!“
„ Das darfst du mit deinen Glauben überhaupt nicht.“
heißt es dann oftmals.
Wenn wir so etwas gesagt bekommen oder auch an uns selber spüren dann merken wir , dass wir nicht
besser als die anderen sind,
Vergleiche mit anderen Menschen und das Streben im Leben nach dem „Besser Sein“ wirken wie Gift für den Glauben dieser Menschen.
Wenn dann durch dieses Gift die eigene Atmung gelähmt wird und das Aufatmen aussetzt, so können das Einatmen des Glaubens und das Ausatmen der Liebe matt gesetzt werden.
Als eine Arznei und Heilmittel gegen alle Lähmungserscheinungen im Glauben so scheint es, predigt Jesus sein Evangelium vom Berge, die Bergpredigt wie sie genannt wird..
Wie bei einer Wiederbelebung eines Kranken verschafft er den Hörern Luft und einen langen Atem zum durchhalten auf diesen Durststrecken.
Luft zum Glauben und ein langer Atem zum Hoffen geht von Jesu Predigt aus:
„Selig seid ihr, wenn euch die Menschen schmähen und Schlechtes über euch reden…“
und „Ihr seid das Salz der Erde…“
Wir hören darin seine Seligpreisungen und gleich dahinter die Worte vom Salz, von der Bergstadt und von dem Licht auf dem Leuchter.
Als Worte des Wachstums im des Glaubens und zum Atemholen der Liebe wollen Jesu Worte gehört sein.
Wer unter den schnellen Urteilen über andere, wie sie von Menschen sehr oft gefällt werden, bedrängt wird, der soll vom Bergprediger Jesus das richtige Urteil hören:
Ihr seid das Salz der Erde,
seid die Stadt auf dem Berge,
seid Licht für die Welt.

1.
Man könnte meinen, solche leuchtenden Worte passten zu den Besseren, zu denen, die mit ihrem Einsatz für den Glauben scheinbar in einen besseren Licht stehen als man selbst..
Doch Jesu Predigt richtet sich gerade nicht an die frommen Schriftgelehrten und Pharisäer, nicht an die Meister der Frömmigkeit damals.
Sie geht an die einfachen Hörer um ihn herum, die bei ihn damals waren.
„!Ihr seid das Salz.“
Und hören wir das heute, dann sind wir nicht auf unseren Einsatz und auf unsere Anstrengungen hin angesprochen, sondern auf die Sendung hin, die von Jesus, den Sohn Gottes kommt und von ihm aus in die Welt geht.

„Ihr seid das Salz der Erde“.
Dieses Bildwort vom Salz haben die Menschen damals besser verstanden als wir es heute können.
In Zeiten der Tiefkühltruhen und der Konservierungsstoffen müssen wir uns in Erinnerung rufen, dass Salz einmal das einzige Mittel war, um verderbliche Nahrungsmittel für längere Zeit zu erhalten.
Vielen ist das Pökelfass und der Schinken im Rauch sicher noch in Erinnerung von zu Hause auf den Bauernhof.
Fleisch oder Fisch konnte da nur mit einer Portion Salz konserviert werden.
Ohne Salz war alles bald dahin und verdorben.
Entdecken wir das Salz!
Salz ist dazu da Würze zu geben.
Das Salz der Erde macht vieles geniessbarer.
Salz ist zum Würzen da.
Es wird in die Speise gestreut, um sie zu durchdringen und zu verfeinern.
Sie soll zu ihrem guten Geschmack kommen.
Salz taut auf und bringt Eis zum schmelzen.
Jeden Winter wird es von uns zum Auftauen von Straßen und wegen benutzt.
Das Salz der Welt ist dazu da, Härte und starre Strukturen aufzuweichen.
Frostig Festgefrorenes aufzutauen, Lebloses zum Leben zu bringen.
Ohne Salz könnten auch Menschen für das Himmelreich nicht erhalten werden, so predigt Jesus.
„Ihr seid das Salz der Erde.“
Ihr seid es, die in eurer Umgebung, in eurem Alltag auf
Menschen einwirken können.
Ihr wirkt auf sie wie Salz für das, was erhalten werden soll.
Menschen in eurer Umgebung sollen für das Himmelreich erhalten werden.
Wo Salz am Werk ist, da wird dem Verderben und Verfall gewehrt, das seit Asdam und Eva in der Welt herrscht, die Sünde die uns in das Verderben stürzt.
Jesus nimmt die Hörer seines Evangeliums dafür in voll Anspruch.
Denn, wo sie sein Wort hört, bleibt die Umgebung in Verbindung mit dem lebendig machenden Gott.
Manchmal kaum hörbar erscheint Gottes Lebenswort in einer Welt von Geschäften, Gedränge und wo der Kampf ums Fortkommen nahezu alles übertönt, da wo der Ellenbogen für machen das Vorwärtskommen im eigenen Leben sichern soll
Und die Zahl der Angebote für ein scheinbar sicheres Leben im Überfluss scheint heute übergroß
Dagegen erscheint das Wort Gottes oftmals gering und klein in der Gesellschaft, wie eine Kinderstimme am Rande einer stark befahrenen Autobahn.
Wenn man ganz dicht dran ist, kann man die zarte Stimme gegen den Strassenlärm noch hören.
Aber genau da hat die Gemeinde Jesu ihren Ort.
Wir sind als Hörer am Straßenrand der Welt damit betraut, für viele andere mit zu hören.
Denn wir können es bezeugen, dass der lebendig machende Gott durch sein Wort der Predigt und der Bibel zu uns spricht und uns verändert.
Wir hören es aus Jesu Mund und damit auch seine Verheißung für uns Menschen, dass die ganze Welt in ihren Lauf nicht ihrem Verfall ausgeliefert ist, sondern dass unser Gott ein Sucher und Finder der Verlorenen bleibt.
Wir sind die Hörer, wir sind das Salz der Erde.
Nun hat Salz die Eigenschaft und Bestimmung, sich für das herzugeben und da zu sein für das, was zu salzen bleibt.
Die Größe eines Salzkorns ruft uns in Erinnerung, wie wenig es braucht.
Würde es aber fehlen, wäre diese Welt in ihren Wirrnissen und Verfehlungen einfach ungeniessbar.
Unser Würzen und Erhellen ist nichts anderes als die konsequente Weiterführung der Menschlicherwerdung dieser Welt.
Sie hat nichts anderes zum Ziel, als dass das Geheimnis Gottes darin sichtbar wird.
Salz im verschlossenen Behälter salzt nicht.
Wenn sich das Salz vom Fleisch fern gehalten würde, es würde nicht salzen.
Jesus zeigt auf dieses nichtsnutzige fernhalten.
Salz, das sich nicht zum Salzen gebrauchen lässt, wird weg geschüttet.
Es wird wie Sand oder Staub aus der Wohnung gekehrt.
Es landet auf der Straße, wo alle darüber laufen.
Es ist verkehrtes Salz, „dummes Salz“ hatte Luther übersetzt, ein Salz, dass zu nichts mehr taugt.
Niemals darf die Gemeinde Gottes so salzlos werden. Das wäre der Fall, wenn sie sich nur um ihre eigenen Interessen kümmert und ihren Auftrag vergißt.
Solche Eigeninteressen, Kampf um eigene Standpunkte, Zurückziehen um der Selbsterhaltung willen wäre nur noch Salz, das nicht mehr salzt.
Jesus predigt hier aber das Gegenteil.
Er ruft uns zu unserer neuen Eigenschaft und Bestimmung, dass wir uns für unsere Umgebung hergeben und unseren Glauben bezeugen sollen.
Die Zuwendung zu den Menschen unserer Zeit und Umgebung hält damit nicht hinter dem Berge, dass Gott am Werk ist, seine Welt für sich zu erhalten und ihr seine Gemeinschaft zuzuwenden.

2.
Und genau das spricht uns Jesus mit den beiden anderen Bildworten auf den Kopf zu,
mit den Worten von der Stadt auf dem Berg und von dem Licht auf dem Leuchter.
In einem Haus damals in Israel gab es gegen die früh hereinbrechende Dunkelheit ein einziges, kleines Öllämpchen.
Es wurde im Flur angezündet.
Es leuchtete, bescheiden genug, das ganze Haus aus. Es leuchtete ausreichend genug, dass man sich zurechtfinden konnte.
Es bewirkte, dass die Leute im Haus sich nicht gegenseitig umrannten oder stießen, und dass man Gefahren und Kanten rechtzeitig aus dem Wege kam. Einen solchen Lichtpunkt nennt Jesus seine Zuhörer. So ein wenig Helligkeit wird jeder verbreiten, der seinen Glauben in dieser Welt offen lebt..
Der Glaube aus dem Evangelium wird immer die Wirkung haben, sich besser zurechtzufinden, dass nicht einer den anderen umrennt und dass Gefahren erkannt werden.
Wie dumm, wenn man diesen kleinen Lichtpunkten in den Häusern verdecken würde.
Das macht doch niemand vernünftiges..
Jesus lehrt uns das Leuchten-Lassen von Güte, Glauben und dass wir Vergebung und Geduld, Hoffnung und Vertrauen als ganz natürlich hervor scheinen lassen.
Dieses Licht ist nicht wie ein Scheinwerfer, mit dem ganze Häuserfronten angestrahlt werden.
Es darf leuchten wie das Licht im Flur der Häusern damals.
Es leuchtet frei und offen.
Alle, die sich drinnen in der Dunkelheit befinden,werden ein wenig Licht davon abbekommen.
Was wir Christen an Güte und Geduld,
an Vergebung, Zuwendung und Zuversicht von unserem himmlischen Vater angezündet bekommen haben, darf in unserer Umgebung leuchten.
Wir können diese Lichtwirkung nicht speichern.
Wir können sie nur so haben, dass sie anderen um uns herum scheint.
Jesus ruft uns zum einfachen Leuchten in unserer Umgebung, zum Lichtschein dahin, wo es dunkel ist.
So leuchten wird ein gutes Wort an Menschen, die wenig gute Worte hören.
Leuchten werden die kleinen Opfer an Zeit und Geld, wo sonst die Menschen nur sich selbst die Nächsten sind.
Anderen soll zugute kommen, was wir in der Gemeinde tun und mit der Gemeinde aufbringen.
Und das wird nach Jesu Zusage geschehen,
wo Menschen die unbegrenzte Liebe Gottes,
die auch sie erreichte, für ihre kleinen Verhältnisse ebenso unbegrenzt gelten lassen.
So will der Jesus Christus seine Leute haben:
Einfach als aufgesteckte Lichter ohne Scheffel darüber, ohne Hintergedanken im Geben und Vergeben,
ohne Vorbedingungen beim Lieben und beim Hoffen.

3.
Deshalb gleicht seine Gemeinde schließlich auch der Stadt auf dem Berge.
Die ist nicht zu übersehen für jedermann.
Denken sie an Dörfer in den Bergen. Sie leuchten weit mit ihren Licht in der Nacht.
Unübersehbar, so hatte schon der Prophet Jesaja von der Gottesstadt auf dem Zion zu künden, wird das Volk Gottes inmitten der Völkerwelt dastehen.
Es wird schließlich die weithin sichtbare Stadt auf dem Berg sein, weil der lebendige und herrliche Gott mitten in der Welt dort seine Wohnung nimmt.
Die Christenheit, aus lauter verstreuten Steinen zu einem Bau der Gemeinde gesammelt,
wird zur Bergstadt werden, die der ganzen Welt nicht verborgen bleiben kann, weil der lebendige Gott darin wohnt.
„Gott ist bei ihr drinnen“, darum wird diese Stadt zum Ort der Hoffnung und der rettenden Zukunft für die ganze Welt um sich herum.
Wo Christus als Retter und Heiland der Welt gepredigt wird, da ist der höchste Punkt der Zukunft erblickt.
Und die ihn hören, wachsen zur Gottesstadt,
finden ihr Zuhause und ihre Zukunft in der Stadt auf dem Berge,
die um des Wohnens Gottes willen nicht im Verborgenen bleiben kann.
Salz der Erde, Stadt auf dem Berge, Licht der Welt, - aus diesen Bildworten dürfen wir Hörer des Evangeliums Anschauungen für unseren Glauben und Hoffen nehmen, dürfen wir unseren Glauben danach ausrichten.
Unsere kleine Kraft und unser zaghafter Glaube stehen ja nicht zur Debatte, wenn Jesus uns so seine Predigt schenkt und unsere Zukunft aufschließt.
Er weiß um unsere kleine Kraft, wenn er uns auf die Prise Salz oder den Lichtschimmer im dunklen Haus anspricht.
Er predigt aber von der großen Sendung, in die wir als die Seinen hineingestellt sind, predigt uns von seinem himmlischen Vater her:
Das Licht und Leben wird er ohne Ende austeilen.
Damit sollen wir wissen, dass wir für die anderen um uns herum mehr als notwendig sind.
Die brauchen Salz und Licht und den Blick auf die Wohnung Gottes.
Ja, wir stehen im Blickpunkt, und das soll man an uns sehen, dass wir Hörer des Evangeliums sind und bleiben und aus der Versöhnung leben und uns an Jesus Christus, den auferstandenen Sohn Gottes halten, der mit uns die Welt für Gott aufschließt und uns den Weg zum Vater bereitet hat..

Und der Friede Gottes, welcher höher ist als all unsere Vernunft, er bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus unserer Herren.

Amen.

Das gesprochene Wort gilt!

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