Predigtgottesdienst zu Kantate in Baruth
Kolosser 3,12-17
Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus, die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit uns allen.
„Kleider machen Leute“ so lautet ein Sprichwort aus dem Volksmund.
Auch heißt wegen verschiedener Erfahrungen nach der Wende oft:
„In einem guten Anzug steckt nicht immer ein guter Kerl„
Die Wintermonate sind vorbei, jetzt können wir die dicken Wintersachen endlich wegpacken.
Die meisten von uns haben in den letzten Wochen vor dem Kleiderschrank gestanden und sich beim Anblick des Wetters gefragt, welche Sachen man wohl heute anziehen sollte.
Spätestens wenn man selbst für eine Reise seine Koffer packen muss oder eine wichtige Feier ins Haus steht, dann beginnt ein Problem zu Hause immer wieder von Neuen.
„Was ziehe ich denn an?“ so sagen die Männer und die Frauen erklären im Anblick des vollen Kleiderschrankes: „Ich habe nichts zum anziehen!“
Wer kennt diese Frage nicht?
Hinter diesen schwingt oftmals ein Unterton leichter Verzweiflung mit.
Was ziehe ich denn nur an?
Diese Frage vor so einen Ereignis beschäftigt manche Menschen oft tagelang
Das Blaue mag ich nicht,
mit meinen guten schwarzen Anzug fühle ich mich möglicherweise völlig fehl am Platz in dieser Veranstaltung,
aber die guten Jeans passen auch nicht.
Viele haben es sicher schon erlebt, wie es ist,
falsch angezogen zu so einen Treffen zu kommen.
Es spielt eben einen Rolle, was ich an Sachen anhabe.
So zeige ich mich andern, so werde ich von ihnen gesehen.
Was ziehe ich zu diesen Treffen an?
Wie begegne ich anderen Menschen?
Das sind wichtige Fragen, für andere ebenso wie fdigtgottesdienst zu Kantate in Baruth
ür mich.
Aber eigentlich geht es in unseren Predigttext um ein anderes Thema:
Wie lebt man eigentlich als Christ?
Und das ist natürlich nicht nur eine Frage der Außenwirkung, wie es das Bild vom „Anziehen” vielleicht nahe legen könnte.
Das Erscheinungsbild und die damit verbundene Darstellung kann einen falschen Eindruck vermitteln.
Die Kleidung kann eine Ver-Kleidung sein,
ein Schauspielstück, im Theater,
das die Zuschauer täuscht statt sie gut zu unterhalten.
Die scheinbare „Freundlichkeit” kann sich möglicherweise schnell als frommes Getue erweisen,
die „Demut” als eitle Selbstverrenkung.
Man kennt das zur Genüge, und der schale Beigeschmack davon liegt manchem immer noch spürbar auf der Zunge.
1.
Es hört sich eben so leicht an, was uns heute in den Predigttext zugerufen wird:
„„Ziehet nun an herzliches Erbarmen, Freundlichkeit, Demut, Sanftmut, Geduld.“
Als ob man eine bestimmte Jacke oder eine Hose für eine Feier anzieht und damit sein ganzes Leben lang richtig in der Erscheinung liegt.
Eigentlich stimmt die Formulierung auch nicht ganz , denn es handelt sich hier um innere Qualitäten,
um den inneren Menschen,
um Lebensinhalte und Zielsetzung.
Die kommt nicht von außen und die zieht man nicht leicht und locker an und aus.
Sie befinden sich tief im inneren Leben des Menschen und ist sehr oft die Frucht eines langen und meistens streitenden Glaubenslebens.
Was steckt dahinter? Hat es vielleicht etwas zu tun mit den Kolossern im allgemeinen oder mit der christlichen Gemeinde besonderen zu tun? Vieles wissen wir dazu nicht.
Und noch ein weiteren Gedanken erfahren wir.
Von Liebe redet auch der heutige Text .
„Über alles aber zieht an die Liebe, die da ist das Band der Vollkommenheit.“
Die Liebe wird da verglichen mit einem Band, das alles zusammenhält.
Dazu muss man sich kurz ins Gedächtnis rufen, wie das früher war mit der Kleidung der Menschen. Man hatte ja im Grunde nur große Tücher und Gewänder aus einen Stück gewebt.
Hosen und T-Shirts, Knöpfe und Reißverschlüsse, das alles gab es ja noch nicht.Erst durch ein Band, das über alle Tücher um den Körper geschlungen wurde, bekam die Kleidung Halt .
Und so ist das mit der Liebe auch, sagt Paulus.
Erst durch die Liebe wird das Leben wirklich lebenswert, bekommt es Halt und Formen.
Und ohne Liebe im Leben ist eigentlich alles zum Scheitern verurteilt.
Die besten Gaben und Talente eines jeden Menschen helfen einem persönlich nichts, wenn man nicht geliebt wird oder nicht lieben kann
Auch Reichtum, Geld, viel Macht und „bewundert werden“ in seiner Lebensstellung können diese Liebe nicht ersetzen. Aber wie komme ich an Liebe heran?
Wie erfahre ich sie? Und was versetzt mich in die Lage, sie an andere weiterzugeben und sie mit ihnen zu teilen?
Der Apostel Paulus sagt uns hier ganz deutlich:
Ihr müsst sie ganz einfach anziehen wie ein Kleidungsstück, das für euch parat liegt.
So wie wir morgens Socken, Hose und Pullover überstreift, genauso müssen wir auch herzliches Erbarmen, Freundlichkeit und Bescheidenheit,
Milde und Geduld anlegen.
„Als von Gott Auserwählte, als Heilige und Geliebte zieht an herzliches Erbarmen, Freundlichkeit, Demut, Sanftmut, Geduld; …und über alles zieht an die Liebe.“
Leicht gesagt bei unser heutigen große Auswahl für Lebensinhalten.
Fragt sich nur, wo wir denn diese besonderen Kleidungsstücke für Leben finden.
Im Schrank hängen sie nicht, unterm Bett könnten wir auch lange suchen und zu kaufen gibt es sie nicht.
Wo finden wir Erbarmen, Freundlichkeit, Geduld, Milde?
Wo finden wir Liebe?
2
Unser Bibelwort heute nennt uns zwei Orte, wo wir die lebensnotwendige Liebe finden können.
a) Als erstes nennt es uns das Wort Christi:
„Lasst das Wort Christi reichlich unter euch wohnen“.
Was sich etwas schwierig anhört, bedeutet nichts weiter als das Beschäftigen und mit Gottes Wert.
Sei es zu Hause mit seiner Bibel, in unseren Kreisen der Gemeinde und in den Hören der Predigt in den Gottesdiensten.
Leider ist die Bibel bei viele zu Hause seit der Konfirmation und Trauung gut versteckt im Bücherschrank in der hinteren Ecke unter einer Staubschicht.
Machen wir uns auf, sie neu zu suchen und ihre Wahrheiten für unser Leben zu entdecken.
b) Und ein zweiten Ort wird uns als Quelle der Liebe genannt wird:
„Ermahnt einander“ – oder besser übersetzt – „stärkt und ermuntert einander mit Psalmen, Lobgesängen und geistlichen Liedern.“ V.16
Es gibt natürlich auch noch andere Quellen, wie z.B. das Abendmahl und die Beichte und das Gebet, aber heute besonders an diesen Sonntag Kantate werden wir einmal besonders auf die Lieder und Gesänge hingewiesen
Lieder, die wir miteinander anstimmen, und auf die Worte von Jesus Christus, in denen uns die Liebe Gottes nahe kommt,
können Besitz von uns ergreift.
Dass wir in der Kirche beim Gottesdienst miteinander singen und unsere Orgel erklingen lassen, ist also mehr als nur schmückendes Beiwerk.
Es ist nicht nur ein Teil des Gottesdienstes, damit die Stunde am Sonntagmorgen ein wenig voll wird.
Ohne Musik - und nebenbei, aber deutlich sei gesagt: ohne Kirchenmusiker! - kann ich mir christlichen Gottesdienst und gemeindliches Leben nur ganz schwer vorstellen.
Das Miteinander-Singen und Musizieren geistlicher Lieder dient dazu,
uns gegenseitig mit der Botschaft von Jesus Christus aufzubauen und zu stärken,
uns gegenseitig zu trösten und auf den Weg des Glauben weiter voranzubringen.
Es ist geistliche Anbetung unseres Gottes,eben Liturgie.
Bei Kausualien kann man das oftmals erleben, welche Kraft geistliche Lieder haben.
Ich denke hier ganz besonders an manche Beerdigung und die getragenen Lieder des Trostes und der Hoffnung aus unseren Gesangbuch.
Solche bekannten Lieder wie „ So nimm den meine Hände.., die das ganze Elend und Verzweiflung in dieser schwierigen Situation mittragen.
Und ein zweites Beispiel fällt hier mir ein.
Da sind zwei Gruppen, oftmals im Kirchenvorstand, die um eine ganz bestimmte Entscheidung in einer Sache hart ringen und streiten und sich nicht einig werden können.
Die einen wollen genau das Gegenteil von dem, was die andern wollen.
Und beide haben irgendwie Recht und in diese Sache muss eine Lösung her.
Beiden Gruppen muss man zugestehen, dass sie sich nach bestem Wissen und Gewissen in der Verantwortung vor Gottes Wort halten und daraus ihre Erkenntnis gewonnen haben.
Und keiner ist in der Lage, einen Kompromiss zur Entscheidung finden, so dass man diese dann schließlich ergebnislos auf einen neuen Termin vertagen muss.
Aber statt dann einfach verärgert auseinander zu laufen, wird noch ein Lied aus dem Gesangbuch gesungen und ein Gebet gesprochen.
Daran sieht man, wie wir miteinander umgehen und: man hört es an dem, was ihr miteinander singt!
Diese Aussage unseres Textes bedarf am Sonntag Kantate besonderer Aufmerksamkeit. Das ist ja klar.
Das Singen von Psalmen und Lobgesängen ist ein wesentliches Stück Glaubenspraxis.
Gesang schafft eine neue Atmosphäre, lässt Vertrautes lebendig werden und hebt uns selbst ein Stück über unser eigenes Sein im Leben hinaus.
Singen gehört einfach dazu, nicht nur am Sonntag Kantate, sondern immer wenn Christen in der Gemeinde zusammenkommen.
Im Gesang gewinnt der Glaube eine besondere Gestalt, da wird er erlebbar und verbindet erneut.
Und wie oft hat man schon erlebt, dass diese Menschen danach trotz aller Meinungsverschiedenheit auseinander gegangen sind,
in dem Bewusstsein diese miteinander tun:
Es gibt etwas, das größer ist als all das,
worüber wir uns gestritten haben.
Jesus Christus ist da, der uns gleichermaßen liebt und für unser aller Sünde am Kreuz zu Karfreitag gestorben und am Ostermorgen auferstanden ist.
In ihm sind wir eins, obwohl wir an diesen einem Punkt gerade eben total gegensätzlicher Meinung sind.
Er ist das Band des Friedens.
Er ist die Liebe, die uns über alle Meinungsverschiedenheit und Sachzwänge hinweg verbindet und zusammenhält.
Dann geht man in der guten Hoffnung auseinander, dass man beim nächsten Treffen eine Lösung finden werden.
3
Ja, miteinander singen, miteinander geistliche Lieder anstimmen, wirkt oft wie eine Medizin, die unsere vergifteten Beziehungen heilt.
In geistlichen Liedern werden wir eins und tauchen in die Liebe Gottes ein.
Sie holt uns heraus aus Einsamkeit und Niedergeschlagenheit.
Sie füllen uns an mit Hoffnung und neuer Lebenskraft.
Sie lassen uns eines Geistes und Sinnes werden und machen uns fähig,
einander zu vergeben und mit Milde und Geduld im weiteren Weg des Lebens zu begegnen.
Sie tut das, weil durch sie Christi Worte in Tiefen unserer Seele und unseres Sein vordringen,
wohin menschliche Worte – und seien sie noch so weise und von Geduld getragen - niemals gelangen würden.
In diesen Zusammenhang fällt mir aus der Zeit meiner Jugend etwas ein, was wir in der Jungen Gemeinde oftmals gesagt haben.
„Das gesungene Lied ist auch ein gesprochenes Gebet zu Gott“
Dazu wurde oft das Lied aus den Jugendmappen gesungen: „Beten ist reden mit Gott …
Selbst das Danklied eines großen Brummer im Chor der Gemeinde , wenn es vom Herzen kommt, ist dem Herren wohl gefällig.
Da bin ich ganz zuversichtlich.
Singen ist eben mehr als nur Musikmachen.
Genau dafür hat uns Gott die Musik gegeben.
Sie ist eine wunderbare Gabe seiner Schöpfung.
Sie ist ein besonderes Mittel zur Verbreitung seines Wortes und damit seines Heils und seiner Liebe zu uns Menschen , als seiner gefallenen Schöpfung.
Es sind scheinbar einfache Antworten, die unser Text bereit hält:
aus dem vollen Herzen heraus,
in Achtsamkeit zu einander in der Gemeinde,
mit den Liedern der Dankbarkeit auf den Lippen.
Das ist nicht alles, aber viel.
Wo es in Demut und Liebe,
also im Namen Jesu geschieht,
da leben wir als Christen - uns selbst zum Segen und Gott zur Ehre.
Amen
Der Friede Gottes, welcher höher ist als alle menschliche Vernunft, er bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus unsern Herrn,
Kolosser 3,12-17
Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus, die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit uns allen.
„Kleider machen Leute“ so lautet ein Sprichwort aus dem Volksmund.
Auch heißt wegen verschiedener Erfahrungen nach der Wende oft:
„In einem guten Anzug steckt nicht immer ein guter Kerl„
Die Wintermonate sind vorbei, jetzt können wir die dicken Wintersachen endlich wegpacken.
Die meisten von uns haben in den letzten Wochen vor dem Kleiderschrank gestanden und sich beim Anblick des Wetters gefragt, welche Sachen man wohl heute anziehen sollte.
Spätestens wenn man selbst für eine Reise seine Koffer packen muss oder eine wichtige Feier ins Haus steht, dann beginnt ein Problem zu Hause immer wieder von Neuen.
„Was ziehe ich denn an?“ so sagen die Männer und die Frauen erklären im Anblick des vollen Kleiderschrankes: „Ich habe nichts zum anziehen!“
Wer kennt diese Frage nicht?
Hinter diesen schwingt oftmals ein Unterton leichter Verzweiflung mit.
Was ziehe ich denn nur an?
Diese Frage vor so einen Ereignis beschäftigt manche Menschen oft tagelang
Das Blaue mag ich nicht,
mit meinen guten schwarzen Anzug fühle ich mich möglicherweise völlig fehl am Platz in dieser Veranstaltung,
aber die guten Jeans passen auch nicht.
Viele haben es sicher schon erlebt, wie es ist,
falsch angezogen zu so einen Treffen zu kommen.
Es spielt eben einen Rolle, was ich an Sachen anhabe.
So zeige ich mich andern, so werde ich von ihnen gesehen.
Was ziehe ich zu diesen Treffen an?
Wie begegne ich anderen Menschen?
Das sind wichtige Fragen, für andere ebenso wie fdigtgottesdienst zu Kantate in Baruth
ür mich.
Aber eigentlich geht es in unseren Predigttext um ein anderes Thema:
Wie lebt man eigentlich als Christ?
Und das ist natürlich nicht nur eine Frage der Außenwirkung, wie es das Bild vom „Anziehen” vielleicht nahe legen könnte.
Das Erscheinungsbild und die damit verbundene Darstellung kann einen falschen Eindruck vermitteln.
Die Kleidung kann eine Ver-Kleidung sein,
ein Schauspielstück, im Theater,
das die Zuschauer täuscht statt sie gut zu unterhalten.
Die scheinbare „Freundlichkeit” kann sich möglicherweise schnell als frommes Getue erweisen,
die „Demut” als eitle Selbstverrenkung.
Man kennt das zur Genüge, und der schale Beigeschmack davon liegt manchem immer noch spürbar auf der Zunge.
1.
Es hört sich eben so leicht an, was uns heute in den Predigttext zugerufen wird:
„„Ziehet nun an herzliches Erbarmen, Freundlichkeit, Demut, Sanftmut, Geduld.“
Als ob man eine bestimmte Jacke oder eine Hose für eine Feier anzieht und damit sein ganzes Leben lang richtig in der Erscheinung liegt.
Eigentlich stimmt die Formulierung auch nicht ganz , denn es handelt sich hier um innere Qualitäten,
um den inneren Menschen,
um Lebensinhalte und Zielsetzung.
Die kommt nicht von außen und die zieht man nicht leicht und locker an und aus.
Sie befinden sich tief im inneren Leben des Menschen und ist sehr oft die Frucht eines langen und meistens streitenden Glaubenslebens.
Was steckt dahinter? Hat es vielleicht etwas zu tun mit den Kolossern im allgemeinen oder mit der christlichen Gemeinde besonderen zu tun? Vieles wissen wir dazu nicht.
Und noch ein weiteren Gedanken erfahren wir.
Von Liebe redet auch der heutige Text .
„Über alles aber zieht an die Liebe, die da ist das Band der Vollkommenheit.“
Die Liebe wird da verglichen mit einem Band, das alles zusammenhält.
Dazu muss man sich kurz ins Gedächtnis rufen, wie das früher war mit der Kleidung der Menschen. Man hatte ja im Grunde nur große Tücher und Gewänder aus einen Stück gewebt.
Hosen und T-Shirts, Knöpfe und Reißverschlüsse, das alles gab es ja noch nicht.Erst durch ein Band, das über alle Tücher um den Körper geschlungen wurde, bekam die Kleidung Halt .
Und so ist das mit der Liebe auch, sagt Paulus.
Erst durch die Liebe wird das Leben wirklich lebenswert, bekommt es Halt und Formen.
Und ohne Liebe im Leben ist eigentlich alles zum Scheitern verurteilt.
Die besten Gaben und Talente eines jeden Menschen helfen einem persönlich nichts, wenn man nicht geliebt wird oder nicht lieben kann
Auch Reichtum, Geld, viel Macht und „bewundert werden“ in seiner Lebensstellung können diese Liebe nicht ersetzen. Aber wie komme ich an Liebe heran?
Wie erfahre ich sie? Und was versetzt mich in die Lage, sie an andere weiterzugeben und sie mit ihnen zu teilen?
Der Apostel Paulus sagt uns hier ganz deutlich:
Ihr müsst sie ganz einfach anziehen wie ein Kleidungsstück, das für euch parat liegt.
So wie wir morgens Socken, Hose und Pullover überstreift, genauso müssen wir auch herzliches Erbarmen, Freundlichkeit und Bescheidenheit,
Milde und Geduld anlegen.
„Als von Gott Auserwählte, als Heilige und Geliebte zieht an herzliches Erbarmen, Freundlichkeit, Demut, Sanftmut, Geduld; …und über alles zieht an die Liebe.“
Leicht gesagt bei unser heutigen große Auswahl für Lebensinhalten.
Fragt sich nur, wo wir denn diese besonderen Kleidungsstücke für Leben finden.
Im Schrank hängen sie nicht, unterm Bett könnten wir auch lange suchen und zu kaufen gibt es sie nicht.
Wo finden wir Erbarmen, Freundlichkeit, Geduld, Milde?
Wo finden wir Liebe?
2
Unser Bibelwort heute nennt uns zwei Orte, wo wir die lebensnotwendige Liebe finden können.
a) Als erstes nennt es uns das Wort Christi:
„Lasst das Wort Christi reichlich unter euch wohnen“.
Was sich etwas schwierig anhört, bedeutet nichts weiter als das Beschäftigen und mit Gottes Wert.
Sei es zu Hause mit seiner Bibel, in unseren Kreisen der Gemeinde und in den Hören der Predigt in den Gottesdiensten.
Leider ist die Bibel bei viele zu Hause seit der Konfirmation und Trauung gut versteckt im Bücherschrank in der hinteren Ecke unter einer Staubschicht.
Machen wir uns auf, sie neu zu suchen und ihre Wahrheiten für unser Leben zu entdecken.
b) Und ein zweiten Ort wird uns als Quelle der Liebe genannt wird:
„Ermahnt einander“ – oder besser übersetzt – „stärkt und ermuntert einander mit Psalmen, Lobgesängen und geistlichen Liedern.“ V.16
Es gibt natürlich auch noch andere Quellen, wie z.B. das Abendmahl und die Beichte und das Gebet, aber heute besonders an diesen Sonntag Kantate werden wir einmal besonders auf die Lieder und Gesänge hingewiesen
Lieder, die wir miteinander anstimmen, und auf die Worte von Jesus Christus, in denen uns die Liebe Gottes nahe kommt,
können Besitz von uns ergreift.
Dass wir in der Kirche beim Gottesdienst miteinander singen und unsere Orgel erklingen lassen, ist also mehr als nur schmückendes Beiwerk.
Es ist nicht nur ein Teil des Gottesdienstes, damit die Stunde am Sonntagmorgen ein wenig voll wird.
Ohne Musik - und nebenbei, aber deutlich sei gesagt: ohne Kirchenmusiker! - kann ich mir christlichen Gottesdienst und gemeindliches Leben nur ganz schwer vorstellen.
Das Miteinander-Singen und Musizieren geistlicher Lieder dient dazu,
uns gegenseitig mit der Botschaft von Jesus Christus aufzubauen und zu stärken,
uns gegenseitig zu trösten und auf den Weg des Glauben weiter voranzubringen.
Es ist geistliche Anbetung unseres Gottes,eben Liturgie.
Bei Kausualien kann man das oftmals erleben, welche Kraft geistliche Lieder haben.
Ich denke hier ganz besonders an manche Beerdigung und die getragenen Lieder des Trostes und der Hoffnung aus unseren Gesangbuch.
Solche bekannten Lieder wie „ So nimm den meine Hände.., die das ganze Elend und Verzweiflung in dieser schwierigen Situation mittragen.
Und ein zweites Beispiel fällt hier mir ein.
Da sind zwei Gruppen, oftmals im Kirchenvorstand, die um eine ganz bestimmte Entscheidung in einer Sache hart ringen und streiten und sich nicht einig werden können.
Die einen wollen genau das Gegenteil von dem, was die andern wollen.
Und beide haben irgendwie Recht und in diese Sache muss eine Lösung her.
Beiden Gruppen muss man zugestehen, dass sie sich nach bestem Wissen und Gewissen in der Verantwortung vor Gottes Wort halten und daraus ihre Erkenntnis gewonnen haben.
Und keiner ist in der Lage, einen Kompromiss zur Entscheidung finden, so dass man diese dann schließlich ergebnislos auf einen neuen Termin vertagen muss.
Aber statt dann einfach verärgert auseinander zu laufen, wird noch ein Lied aus dem Gesangbuch gesungen und ein Gebet gesprochen.
Daran sieht man, wie wir miteinander umgehen und: man hört es an dem, was ihr miteinander singt!
Diese Aussage unseres Textes bedarf am Sonntag Kantate besonderer Aufmerksamkeit. Das ist ja klar.
Das Singen von Psalmen und Lobgesängen ist ein wesentliches Stück Glaubenspraxis.
Gesang schafft eine neue Atmosphäre, lässt Vertrautes lebendig werden und hebt uns selbst ein Stück über unser eigenes Sein im Leben hinaus.
Singen gehört einfach dazu, nicht nur am Sonntag Kantate, sondern immer wenn Christen in der Gemeinde zusammenkommen.
Im Gesang gewinnt der Glaube eine besondere Gestalt, da wird er erlebbar und verbindet erneut.
Und wie oft hat man schon erlebt, dass diese Menschen danach trotz aller Meinungsverschiedenheit auseinander gegangen sind,
in dem Bewusstsein diese miteinander tun:
Es gibt etwas, das größer ist als all das,
worüber wir uns gestritten haben.
Jesus Christus ist da, der uns gleichermaßen liebt und für unser aller Sünde am Kreuz zu Karfreitag gestorben und am Ostermorgen auferstanden ist.
In ihm sind wir eins, obwohl wir an diesen einem Punkt gerade eben total gegensätzlicher Meinung sind.
Er ist das Band des Friedens.
Er ist die Liebe, die uns über alle Meinungsverschiedenheit und Sachzwänge hinweg verbindet und zusammenhält.
Dann geht man in der guten Hoffnung auseinander, dass man beim nächsten Treffen eine Lösung finden werden.
3
Ja, miteinander singen, miteinander geistliche Lieder anstimmen, wirkt oft wie eine Medizin, die unsere vergifteten Beziehungen heilt.
In geistlichen Liedern werden wir eins und tauchen in die Liebe Gottes ein.
Sie holt uns heraus aus Einsamkeit und Niedergeschlagenheit.
Sie füllen uns an mit Hoffnung und neuer Lebenskraft.
Sie lassen uns eines Geistes und Sinnes werden und machen uns fähig,
einander zu vergeben und mit Milde und Geduld im weiteren Weg des Lebens zu begegnen.
Sie tut das, weil durch sie Christi Worte in Tiefen unserer Seele und unseres Sein vordringen,
wohin menschliche Worte – und seien sie noch so weise und von Geduld getragen - niemals gelangen würden.
In diesen Zusammenhang fällt mir aus der Zeit meiner Jugend etwas ein, was wir in der Jungen Gemeinde oftmals gesagt haben.
„Das gesungene Lied ist auch ein gesprochenes Gebet zu Gott“
Dazu wurde oft das Lied aus den Jugendmappen gesungen: „Beten ist reden mit Gott …
Selbst das Danklied eines großen Brummer im Chor der Gemeinde , wenn es vom Herzen kommt, ist dem Herren wohl gefällig.
Da bin ich ganz zuversichtlich.
Singen ist eben mehr als nur Musikmachen.
Genau dafür hat uns Gott die Musik gegeben.
Sie ist eine wunderbare Gabe seiner Schöpfung.
Sie ist ein besonderes Mittel zur Verbreitung seines Wortes und damit seines Heils und seiner Liebe zu uns Menschen , als seiner gefallenen Schöpfung.
Es sind scheinbar einfache Antworten, die unser Text bereit hält:
aus dem vollen Herzen heraus,
in Achtsamkeit zu einander in der Gemeinde,
mit den Liedern der Dankbarkeit auf den Lippen.
Das ist nicht alles, aber viel.
Wo es in Demut und Liebe,
also im Namen Jesu geschieht,
da leben wir als Christen - uns selbst zum Segen und Gott zur Ehre.
Amen
Der Friede Gottes, welcher höher ist als alle menschliche Vernunft, er bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus unsern Herrn,