Prediger Jens Winkler in der Kirche Guttau/Malschwitz

Bibel - Gottes Wort - Errettung - Gottes Sohn -Jesus Christus -Leben - Glauben

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Filed under:Allgemein — Jens am 15.02.2018 gg. 07:27

Die Pfandeinbringung und Pfandbehandlung: 5. Mose 24,10-13

*10 Wenn du einem andern irgendein Darlehen gibst, sollst du, um das Pfand zu holen, nicht sein Haus betreten. *11 Du sollst draußen stehen bleiben und der Mann, dem du das Darlehen gibst, soll dir ein Pfand nach draußen bringen. 12 Wenn er in Not ist, sollst du sein Pfand nicht über Nacht behalten. *13 Bei Sonnenuntergang sollst du ihm sein Pfand zurückgeben. Dann kann er in seinem Mantel schlafen, er wird dich segnen und du wirst vor dem Herrn, deinem Gott, im Recht sein.

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Filed under:Allgemein — Jens am 12.02.2018 gg. 14:16

A nahle sta so šumjenje z njebjes kaž wot mócneho wětra a napjelni cyły dom, w kotrymž sedźachu. A jim so jazyki zjewichu rozdźělene, kaž wot wohenja; a te sydnychu so na kóždeho mjez nimi, a wšitcy buchu połni Swjateho Ducha.

Apg 2,2‒4

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Filed under:Allgemein — Jens am 05.02.2018 gg. 15:07

Bóh praji: Ja chcu lačnemu dać ze studnje žiweje wody darmo.
Zjew 21,6

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Filed under:Allgemein — Jens am 28.12.2015 gg. 06:36

Ich wünschen allen eine gesegnetes Weihnachtesfest. Laß das Licht JESU in Deinen Herzen hinein und Gottes Wort an Dich arbeiten.

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Filed under:Allgemein — Jens am 13.07.2015 gg. 16:12

Je mehr du versuchst Wunder geschehen zu lassen desto weniger wirst du sie sehen. Je mehr Angst du vor dem hast, was geschieht desto weniger wirst du beten, Gehorsam sein und glauben. Je mehr du im Glauben ruhst und im Gehorsam voran gehst desto mehr Wunder wirst du erleben. Deine Aufgabe ist nicht Erlöser, Heiler, Wunderwirker oder Freisetzer zu sein. Deine Aufgabe ist Hände auf die Kranken zu legen, für sie im Namen Jesus zu beten und auf Gottes Wort zu vertrauen, komme da was wolle. Alles andere ist Gottes Angelegenheit. „Was soll ich tun wenn ich bete und nichts passiert?“ Mein Rat: ….Bete weiter! Gottes Segen. DANIEL KOLENDA

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Filed under:Allgemein, Predigten, Bibelarbeit, Archiv — Jens am 25.06.2014 gg. 08:17

Mit mancherlei neuen Aufgaben habe ich die Predigtseite im Internet aufgegeben. Vor über 8 Jahren habe ich die erste Predigten ins Netz gestellt haben. Inzwischen gibt es eine gute Auswahl an Erweckungspredigten im Internet, so dass ich mich guten Gewissens zurückziehen kann.

Gott segne Sie

Jens Winkler

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3.Advent 2012 Jes 40,1-11

Filed under:Allgemein, Predigten — Jens am 16.12.2012 gg. 12:16

Predigtgottesdienst in Malschwitz am 3.Advent

Jesaja 40,1-11

Was wünscht du dir zu Weihnachten?“ Diese Frage hat jetzt zum 3. Advent nicht nur Symbolwirkung. Bald ist das große Fest.
Dies ist eine Frage, die wir, als wir selbst noch Kinder waren, in diesen Wochen vor Weihnachten nur allzu gern mit vielen Wünschen unseren Eltern und Paten beantwortet haben. Inzwischen sind wir erwachsen und älter geworden und mit uns haben sich natürlich auch unsere Wünsche sehr verändert. Nicht allein in erster Linie sind sie heute von grosser materieller Natur, sondern oftmals sind es kleine Dinge, die man sich wünscht. Was wünschen wir uns also im Jahr 2012 zu Weihnachten? Ganz oben bei vielen ist der Wunsch nach einer weiße Weihnacht und einen schönen Lichterbaum mit Kerzen zu Hause, denn das war früher schon immer so. Ein Rückblick auf die Kindheitserinnerungen, zn den Gerüchen in der Küche beim selber backen mit den Kindern und alten Bräuchen von damals. Ruhe und Muße, ein paar Tage ohne Stress im Beruf. Ein Zusammensein im größeren Familienkreis ohne Zank und Streit, eben „Frieden auf Erden“.
Aber kann man sich das, was wir eben als Predigttext gehört haben, sich wünschen?
Haben wir dieses von Weihnachten zu erwarten, was der Prophet damals vor 2500 Jahren gepredigt hat - oder warum sonst ist dieser Text für den 3. Advent, nicht weit von Weihnachten, ausgewählt worden?
Die Botschaft des Propheten besteht in Trost.
Er hat Grund, solches zu predigen.
Tröstet, tröstet mein Volk”
so beginnt unser heutiger Predigttext.
Und Trost hatte das Volk Israel in jener Zeit bitter nötig. Weggeführt in die Gefangenschaft, lebte es seit vielen Jahren nicht mehr in dem gelobten Land der Väter, sondern an den Ufern von Euphrat und Tigris.
Im Krieg geschlagen und weggeführt von den Babyloniern allein mit dem Ziel, die Identität dieses Volkes zu vernichten, auszulöschen.
Alles, was dieses Volk ausgemacht hatte, wurde ihm genommen oder zerstört. Selbst die anfängliche Hoffnung auf Rückkehr in die Heimat hatten fast alle schon aufgegeben.
Sie fühlten sich nicht nur vom Gegner unterworfen und unterjocht, sondern vor allem auch von ihrem Gott und ihren Glauben verlassen. Weil sie sich nicht auf ihn verlassen hatten, hatte er sie verlassen.Und diese Vorstellung wiegte weit schwerer als alles andere: i Ihr Gott hatte sie verlassen, bestraft und vergessen.
Und mitten hinein steht eine Prophet auf und erhebt seine Stimme - nein, nicht er selber ist es der redet, sondern es ist Gott selber, der hier redet, der eine Aufforderung an die Menschen damals und an uns heute richtet.
“Tröstet, tröstet mein Volk, spricht der Herr. Redet zu Jerusalem freundlich.”
Man könnte diese Stelle auch übersetzen “redet Jerusalem zu Herzen, so dass es die Herzen erreicht, nicht nur den Verstand oder das Gewissen. Wenn dies geschieht, wenn unser Herz erreicht wird, dann ist allein ein bleibender Trost möglich.
Dann kommen wir weg vom bloßen vertrösten und was uns alles als Problemlösung angeboten wird, dies ist dann alles andere als ein Trostpreis.
Aber wir sitzen aber heute nicht an den Ufern des Euphrat und des Tigris, uns wurde auch nicht die Heimat und die Identität geraubt. Und wir sind auch nicht das Volk Israel.
Wir sind Menschen aus Malschwitz und Umgebung, aber Trost im eigenen Leben haben auch wir nötig.
Auch wir brauchen es, dass freundlich zu uns geredet wird, so, dass es uns zu Herzen eingeht.
Natürlich ist es immer ein Wagnis, diese mehr als 2500 Jahre alten Texte in unsereheutige Zeit zu predigen . Aber wenn ich mit offenen Ohren hinhöre, was der Prophet damals gesagt hat, so höre ich aus unseren Predigttext drei Punkte für uns heraus:

1. Gottes neuer Start

Nach der Vertreibung des Menschen aus dem Paradies, dem Vertrauensbruch zwischen Gott und uns Menschen und der dadurch entstandenen Sünde, ist ein ständiges hin und her, auf und ab, zwischen Gott und uns Menschen entstanden. Auf der einen Seite der immer wieder werbende Gott, der auf vielfältige Weise versucht, uns Menschen als der Schöpfer wieder in seine Gemeinschaft einzubeziehen.
Gott hat um uns geworben wie ein Bräutigam um seine Braut wirbt.
Er hat versucht uns auf den richtigen Weg zu führen, wie dies auch Eltern immer wieder mit ihren Kindern versuchen - mit erzieherischen Mitteln.
So könnte man die Beziehung, die zwischen dem Gott Israels und seinem Volk bestanden hat, bezeichnen.
Ein ständiges Ringen, locken und werben einerseits, und auf der anderen Seite immer wieder ein Davonrennen des gelobten Volkes, die von der Vorstellung getrieben waren, ohne ihren Gott leben zu können.
Gott ließ diese Ausreißversuche immer wieder zu und damit sein Volk in das Verderben laufen zu lassen. Und hier erleben wir auch den Gott, der sein Volk straft, um es zur Umkehr zu bewegen. Hier erleben wir den uns eher fremden und unheimlichen Gott. Einen Gott, dem wir lieber aus dem Weg gehen und vor dem man sich in Acht nehmen muss.
Aber all dies hat nichts genutzt. Strafe und Zorn haben nichts bewirkt und Gott hat erkannt, dass er so den Menschen nicht zur Umkehr bewegen konnte. Darum setzt Gott einen Anfang: Gnade statt Zorn!
Tröstet, tröstet mein Volk - ER wendet sich ihnen erneut zu, ER hat sich in seiner Einstellung ihnen gegenüber verändert. Gott macht uns allen ein Angebot, legt es einfach auf den Tisch und sagt damit, ich lasse mich bedingungslos auf dich ein, räume selbst aus dem Weg, was zwischen uns steht.
Wenn wir Weihnachten feiern, dann werden wir daran erinnert, dass dieses Gnadenangebot Gottes auch uns, ihnen und mir jetzt noch gilt.

2. Gottes neuer Weg

Gottes neuer Weg führt in die Wüste (Vers 3)
“Eine Stimme ruft: in der Wüste bereitet den Weg des Herrn.”
Dort, wo man normalerweise nichts zu erwarten ist und wo man eigentlich nicht leben kann, setzt Gott einen neuen Anfang. Dort, wo aus eigener Kraft nichts entstehen kann beginnt Gott seinen Weg und Werk der Versöhnung, auch damit auch unsere eigenen neues Leben.
Und dieser neue Weg Gottes ist an jenen Mann gebunden, dessen Geburtsstunde in jener Krippe zu Bethlehem wir kommenden Sonntag feiern: Jesus Christus von Nazareth.
Jesus Christus ist der Mensch gewordene Weg, das einzigartigste Versöhnungsangebot Gottes an uns,
an dich und an mich.
Gott kommt in diese Welt, wird Mensch, nimmt durch sein tat auf Golgatha die Schuld und Sünde weg, das, was zwischen uns und IHM steht, macht den Weg und die Bahn eben und frei zu unseren Schöpfer ins Vaterhaus. Jesus Christus ist allein der Weg, auf dem wir zu unserem himmlischen Vater gelangen. In Jesus spricht Gott zu und in unsere Herzen.
Möchte uns mit seiner Liebesbotschaft Gottes in unseren Herzen erreichen.
Der neue Weg beginnt dann, wenn ich mich für dieses Angebot Gottes, das in mein Leben gekommen ist, einlasse, umkehre und ihn in meinen Leben den Platz einräume, den ihn als Schöpfer und Herr der Welt gebührt.
Dann, wenn ich mir die Frage stelle, was hat die Taufe mit mir zu tun, mit meinem Leben, mit meinem Alltag, mit meiner Geschichte und mit meiner Zukunft.
Wenn sich jemand mit seinem Leben Jesus anvertraut hat, lässt er sich taufen. Bei uns in der Volkskirche hat Taufe vielfach diesen Charakter verloren. Unsere Situation ist die heutige: Wir taufen meist Kinder, die reine Bekenntnistaufe finden wir nur sehr selten.
Und weil Taufe mehr ist, als nur symbolische Handlung, ein guter Brauch ist die Frage die, was aus Taufe wird?
Hier bin ich bei der zweiten Frage: Was ist Taufe für mich persönlich? Jede Taufe muss einen persönlichen Bezug gewinnen zu dem, der getauft wurde.
Für die Taufe gibt es zwei Bilder, die ich für sehr treffend halte:
einmal können wir Taufe mit einer Fahrkarte vergleichen, das andere mal mit einem Gutschein. Beiden gemeinsam ist, dass sie eingelöst werden müssen damit sich das, was in ihnen steckt, was ihr eigentlicher Inhalt ist, sich entfalten kann. So ist es auch mit der Taufe.
Es muss der Tag kommen, an dem ich meine Taufe als Gottes Zusage und Handeln für mich persönlich annehme. Taufe ist ein Anbeginn etwas Neues. Gott bietet mir an, mein Leben in Ordnung zu bringen, bietet mir an, für mich zu sorgen und mir eine neue Perspektive zu bieten. Entscheidend ist, dass Gottes neuer Weg bei jedem persönlich beginnt. Umkehr von den alten verkehrten Weg, nennt man das. Gott will nicht unsere Gesellschaft verändert und erneuern. Gott will auch nicht moralisieren und Bußpredigten halten.
Gott will uns trösten, will Trost spenden und Gott will zu unseren Herzen sprechen und uns eine neue Zukunft geben.

3. Gottes neues Ziel
Wenn wir uns über diesen neuen Weg Gedanken machen, dann sollten wir das nicht tun, ohne uns auch über das Ziel Gedanken machen, zu dem uns der neue Weg führt. Gottes Ziel ist in seinem Wort der Schrift begründet, hierin offenbart sich Gottes Zukunft mit uns seiner Schöpfung. Alles andere, und scheint es noch zu zuverlässig und zukunftsträchtig, schier unzerstörbar, wird doch mit der Zeit vergehen. Ein Blick in unsere Geschichte, gerade die jüngste mag uns dies vor Augen führen: wer hätte gedacht, dass es einmal zu einer Wiedervereinigung beider deutscher Staaten kommt?
Was aber bleiben wird, ist dieses Wort Gottes. Und das ist nochmals etwas anderes, als wenn wir nur sagen würden, Gott bleibt ewig, Gott wird nicht vergehen.
Aber auch das, was Gott zu uns geredet hat, das, was er uns in seinem Wort zugesprochen hat, wird bleiben, wird nicht Opfer der Vergänglichkeit. Gottes Wort, Gottes Reden,Gottes Handeln sehnt sich nach einer Antwort unsererseits. Gott will nicht nur für sich bleiben, sondern er will uns alle in beziehen in das, was bleiben wird, sein ewiges Reich
Gott möchte uns dabei haben als seine Nachfolger. In unserer Taufe und mag sie noch so weit her sein, sind wir dazu eingeladen, halten den Gutschein und Fahrkarte zu dem in der Hand.
Es ist an uns, diesen einzulösen!
Die Verse schließen mit einem für mich sehr schönen Bild:
Gott selbst wird seine Herde/Gemeinde weiden.
Er selbst wird für sie sorgen und nähren. Dann wird es soweit sein, dass kein Schmerz und kein Geschrei mehr sein wird. (Offenbarung 21, 4).
Gott möchte uns dabei haben, möchte mit uns an seinen Weg gehen, damit wir an sein Ziel bei ihn in der Ewigkeit ankommen.
Und dieser Anfang dieses Weges zu IHM liegt in den Sohn Gottes in dieser Krippe dessen Geburt wir zum Weihnachtsfest begehen. Wir sind alle dazu eingeladen, an seinen Trost für diese Welt teilzuhaben. .
Tröstet, tröstet mein Volk”
Amen.

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Filed under:Allgemein, Predigten — Jens am 23.11.2012 gg. 12:46

Mit mancherlei neuen Aufgaben habe ich die Predigtseite im Internet aufgegeben. Vor 6 Jahren habe ich die erste Predigten ins Netz gestellt haben. Inzwischen gibt es eine gute Auswahl an Predigten im Internet, so dass ich mich guten Gewissens zurückziehen kann.

Mit freundlichen Grüßen

Jens Winkler

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Gottes Berufung

Filed under:Allgemein, Predigten, Archiv — Jens am 05.08.2012 gg. 05:59

9. So.n.Trinitatis
Predigt Guttau
Jeremia 1,4-10

Der Ausdruck, das Gesicht und die Gestik eines Menschen verraten schon sehr viel von seinen Leben , von dem man eigentlich nichts kennt.
Manches Bildnis erzählt dann mehr den Betrachter als eigentlich gedacht. So ein Bild steht mir gerade vor Augen, wenn ich an das Bild von Dürer “Die alte Mutter” denken, ist das so.
Bei manchen Menschen kann man an der Kleidung erkennen, welchen Beruf sie nachgehen.
Es gibt viele Menschen, die für ihren Beruf aufgehen.
Über einen Arzt habe ich schon öfters den Satz gehört:
“ Das ist wirklich der geborener Arzt“
Dem konnte ich aus meiner eigenen Erfahrung nur zustimmen. Ein geborener Arzt war er deshalb, weil jeder der Patienten merkte:
„Er übt diesen Beruf nicht nur als Beruf aus, sondern aus Berufung um anderen zu helfen und zu heilen. Nicht immer ist der Beruf als Arbeit auch gleich der Berufung gleichzusetzen.
Manchmal fällt es auch uns selber einfach schwer zu sagen, wo meine Stärken, meine Begabungen und manches Talent im eigenen Leben liegen, manchmal sie selbst zu entdecken.
Unser heutiger Predigttext aus den Alten Testament erzählt von einen Mannes mit den Namen Jeremia.
Jeremia war Sohn eines Priester. Nach der Ordnung Israels hätte er auch Priester werden müssen.
Aber das Volk Israel legt damals wenig Wert auf Gottesdienste, deshalb hat Jeremia in der Landwirtschaft gearbeitet.
Aber das hat Gott für ihn nicht als Lebensweg gedacht. Darum spricht Gott mit ihn über seine Berufung, dass er dass tut, wozu ihn Gott gemacht hat.

1. Gott kennt mich
Eine ganz überraschende Erfahrung lese ich aus den heutigen Predigttext heraus:
Gott kennt mich, besser sogar als ich selbst und andere Menschen mich kennen.
Gott kennt mich. Er hat einen Blick für mich, und Gott weiß von meinen Fähigkeiten und Begabungen, die noch ganz tief schlummern in mir und die ich selbst vielleicht noch nicht entdeckt habe.
Ein schöner Gedanke ist das für mich, dass Gott an mir nicht nur sieht, woher ich komme, wie ich jetzt bin und was ich aus meinem Leben gemacht habe.
Gott sieht tiefer und weiter hinein in meinen ganzes Leben.
Gott sieht auch, was noch aus mir werden kann, wozu ich begabt bin, welche verborgenen Schätze in mir liegen. Gott bringt einen Menschen nicht ins Leben ohne zu wissen, wozu er gut ist. Für die einen ist es Gottes Plan fürs Leben , ganz Mutter zu werden und Kinder zu erziehen, für die Anderen ist es Gottes Plan ein Beruf auszuüben.
Aber ein jeder Mensch hat noch eine weitere Berufung, seine zweite Berufung:
Den Plan Gottes in unseren Leben zu erkennen und diesen in sein Leben zu leben.
Wir sind doch keine Propheten - mag man nun vielleicht einwenden, wenn wir dies im Zusammenhang mit Jeremia sehen.
Ja, aber vielleicht werden wir zu welchen, weil Gott ja auch heute Menschen braucht, die ganz alltäglich ihren Glauben an ihn bekennen und bezeugen vertreten auf den Platz, wo sie von Gott in ihren Leben hingestellt worden sind.
Unser Glaube an Gott, die frohmachende Botschaft der Liebe Gottes zu uns Menschen als seine Schöpfung, die Befreiung von unserer Sünde und den ewigen getrennt sein von Gott durch den Kreuztod Jesu am Kreuz auf Golgatha,
dies kann nur anderen Menschen bekannt werden, wenn wir es weitersagen und bekennen als seine Kinder, als seine Zeugen,
die ihn Nachfolgen,den Anfänger und Vollender unser Glaubens an Gott.
Ich bin doch nichts besonderes - mag man nun vielleicht jemand von ihnen einwenden.
Aber vielleicht wirst du heute auf eine Besonderheit aufmerksam, die Gott dir im Leben anvertraut hat.
Jeder und jede von uns ist ein Original und Einzigartig. Ein Original, mit dem sich Gott viel Mühe gemacht hat. Wir sind , jeder für sich allein, für Gott wichtig. Eben jeder ein Original, das aber auch sich im Laufe der Zeit verändert. So wie sich freilich auf eine Bildnis oder Gemälde (Auch auf dem von Dürer) sich Schmutz ablagert, der die ursprünglich schönen Farben und Konturen verdunkeln kann, kann auch in unserem Leben so manches verdunkelt und verschüttet werden.
Sind es da nicht immer wieder auch Gottes gute Worte, die uns wie Jeremia rufen und ansprechen?
Ist da nicht die Kraft des Hlg.Geistes aus dem Worte Gottes , aus der Schrift und der Predigt, die uns den Weg weißt und uns hilft in unseren Leben und dem Leben mit Gott.
Und ein jeder ist ein von Gott geliebter Einzigartigkeit. Ist nicht jeder Gottesdienst für uns so etwas wie eine kleine Berufung und Erkenntnis
Gott kennt dich und mich.
Viel Gutes hat er auch in unser Leben gelegt, den lebendigen Glauben an IHM und die Annahme der Gnade der Gottes für unser Leben zur Rettung.
2. Gott (ge)braucht mich
Jeremia selbst hielt sich für den Beruf des Propheten zunächst für ungeeignet:
“Ach Herr, ich tauge nicht zu predigen.
Ach Herr, ich bin zu jung.”
Gerade seine Bedenken bezüglich des Rufes Gottes bringen mir diesen Jeremia menschlich nahe, denn seine Zweifel sind oft auch meine Zweifel.
Kann und soll ich das wirklich, Gottes Wort weitersagen und bezeugen in unserer Zeit als Verkündiger ?
Mache ich mich mit den Reden über Gott nicht zum Außenseiter in unserer Welt?
Fehlen mir nicht oft die guten Ideen, die zündenden Lebensbeispiele, die originellen Formulierungen für meine Verkündigung und Zeugnis von Gott ?
Bin ich wirklich geeignet im Dienst für Gott?
Gott antwortet dem Jeremia auf seine Einwände klar und unmissverständlich: “Tue, was ich dir sage.”
Was auf den ersten Blick hart und kompromisslos klingt, ist letztlich doch eine große Entlastung, die auch mir in meinen Tun gut tut. Denn ich höre aus der Antwort Gottes:
Sein Bote soll ich sein, nicht weniger, aber eben auch nicht mehr.
Gottes Boten sind wir als Christen überhaupt.
Gottes Boten und seine Zeugen sind wir - nicht weniger, aber eben auch nicht mehr.
Gott braucht auch heute in unserer Kirche und in unserer Zeit keine Superchristen.
Gott braucht keine Schwärmer und keine Einzelkämpfer
Gott will mit uns allen seine Gemeinde bauen, eine Gemeinde in der alle mit hinein genommen werden, die die frohmachende Botschaft des Heiles, welches für uns am Kreuz auf Golgatha erworben ist, weitersagen.
Auch mit meinem manchmal armseligen Glauben kann Gott etwas anfangen.
Auch wenn ich selbst mit vielen Fragen des Glaubens nicht im Reinen bin,
Gott hat für mich trotzdem einen Plan und eine Aufgabe.
Auch wenn ich vielleicht zögere den Auftrag Gottes wie Jeremia anzunehmen.
Auch mich hat Gott als Christ von Anfang erkannt und “ausgesondert”:
Gott hat mich - denken wir an unsere Taufe und unsere Bekehrung zum Glauben - von Anfang an aufgenommen in seine Familie, in die Gemeinde. Gerade in der Taufe sagt Gott ein “Ja” zu mir.
Da wurde wir mit Wasser getauft, die Hände aufgelegt und über uns ein Segen gesprochen: „Ich will dich segnen und du sollst ein Segen sein“.
Seitdem leben wir unter diesem Segen und können ihn nicht verlieren, solange wir leben und atmen.
Und selbst dann werden wir aus diesen Segen nicht fallen.
Er wird uns heimführen dahin zu ihn in Ewigkeit , wo wir hier und heute Kinder und Erben sind und ein ewiges Hausrecht besitzen.
Ich konnte und ich musste da zunächst gar nichts dazutun.
Von Anfang an bin ich Gott damit wichtig und wertvoll, In dem 25-jährigen Priestersohn Jeremia, der sich nicht ins Rampenlicht drängte, der lieber nicht auffiel, erkannte Gott seinen Propheten.
Er sollte dort von Gott erzählen, wo die Menschen Gott vergessen haben.
Er sollte sich da Gottes Namen bekennen, wo man Gott lieber ausklammern wollte, bei Entscheidungen zum Beispiel, - und wir fragen zurecht, ob das heute soviel anders ist.
Jeremia musste seinen Zeitgenossen auch so manche unbequeme Wahrheit im Namen Gottes sagen, weil Gottes Willen eben nicht immer zum Zeitgeist passte und passt.
Ich denke hier dabei nur an die persönlichen Entscheidungen eines Menschen z.B. in der Partnerschaft und andere Dinge -Selbstbestimmung.
In Jeremia erkannte Gott den richtigen Mann für diese Aufgabe.
In uns erkennt Gott den in seiner Nachfolge stehenden, der seinen Dienst tut;
in uns erkennt Gott den Kirchenvorsteher, die mit entscheidet für die Gemeinde; in uns erkennt Gott den Jugendlichen, der neue Ideen mitbringt und kritische Fragen stell in der Gemeinde bzgl. des Glaubens stellt.
Auch und gerade mich ruft Gott, weil er mich braucht in seiner Gemeinde.
Höre ich sein Rufen? Stelle ich mich den Auftrag Gottes, da wo er mich hingestellt hat. Merke ich, wo ich gebraucht werde?
Für uns Christen sollte diese Forderung eigentlich nichts Neues sein:
Wer von seiner unverwechselbaren Würde weiß, die Gott ihm schenkt, wer die Liebe Gottes selbst erfahren hat,
kann nicht mit ansehen, wie das Leben anderer Menschen in den Schmutz getreten wird. Nächstenliebe und gegenseitige Achtung zu “pflanzen”. Als Christen ist es unser Beruf und unsere Berufung, wie der Prophet damals Unrecht beim Namen zu nennen, auch wenn es uns Überwindung kostet und manchmal vielleicht selbst in Schwierigkeiten bringt.

3. Gott schützt mich.
Von Jeremia wissen wir ja auch, dass sein Leben durch die Berufung zum Propheten nicht leichter wurde. Mit Spott musste er fertig werden, die eigenen Verwandten trachteten ihm nach dem Leben,
Konflikte mit Machtträgern blieben zu seiner Zeit nicht aus.
Um so wertvoller ist ihm darum wohl der Zuspruch Gottes von Anfang an gewesen:
“Fürchte dich nicht, denn ich bin bei dir und will dich erretten, spricht der Herr.”
Auch das offene Bekenntnis in unserer Zeit zu Gott ist nicht ohne Schwierigkeiten.
Aber eines dürfen wir in unserer Berufung zum Herrn wissen, auf unser Zeugnis von der Kraft des lebendigen Glaubens liegt der Segen Gottes .
So wie wir in jedem Gottesdienst von Gott im Glauben gerufen und berufen werden, steht nicht ohne Grund am Ende auch für uns im Segen Gottes als bleibender Zuspruch bereit:
Fürchte dich nicht, wenn du nun weitergehst in den Sonntag und die neue Woche.
Fürchte dich nicht, in bin bei Dir.
Fürchte wir nicht vor dem, was neues auf uns zu kommt, was uns bedrängen und bedrücken kann.
Gott, der uns kennt - Gott den wir brauchen und der uns gebraucht-mein Gott steht mir zur Seite.
Und der Frieden Gottes welcher höher ist als alle Vernunft, der bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus unsern Herrn. Amen

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Kol 4, 2-6

Filed under:Allgemein, Predigten — Jens am 13.05.2012 gg. 08:06

Kirche zu Quatitz am 13.05.2012
Rogate
Predigttext Kol. 4,2-6

Gnade sei mit Euch und Friede von Gott unseren Vater und unseren Herrn Jesus Christus.

Vielen von uns heute hier versammelten ist das Bildnis „Die betenden Hände„ von Dürer in guter Erinnerung. Es ist schon sehr erstaunlich in wie vielen Wohnungen, gerade auch von Nichtchristen, man dieses Bildnis oder auch als Schnitzerei an einer Wand hängen sieht.
Ob sie sich der Botschaft diesen Bildnis eigentliche bewusst sind?
1.
Beten.
Der Name des heutigen Sonntags bezeichnet auch die Sache, um die es auf diesen Bildnis ebenfalls geht: Rogate heißt betet!
Zu unserer eigenen Beruhigung und für unser Gewissen können wir auch sagen: Wir tun es ja in diesem Gottesdienst.
Aber damit ist es allein nicht abgetan.
Denn in dem Predigttext lesen wir eine Anweisung,wie und was mit dem Gebet, mit den Reden mit Gott geschehen soll.
Beständig sollen wir als Christen beim Beten dabei bleiben.
Das ist vielleicht das Schwierigste an der ganzen Sache mit den Reden mit Gott. Beharrlich sind wir, wenn wir ein bestimmtes Ziel im Leben unbedingt erreichen wollen. An einer Sache muss man dranbleiben, wenn man etwas neues oder Beständiges erreichen will. Meistens sind wir immer dann besonders hartnäckig in unseren Leben , wenn wir für uns ein Ziel gesetzt haben und dieses Ziel nach unseren Empfingen vor Augen greifen können und sehen.
Wenn es um den einen Vorteil in unseren Leben geht,
und mag er noch so klein sein, sind wir am schnellsten bei der Sache.
So sind wir Menschen nun einmal.
Aber beharrlich und dauerhaft zu Gott zu beten,
dass ist da schon schwieriger, manchmal so scheint es im Druck unserer Zeit unmöglich..
Und schließlich soll es im Gebet zu Gott in erster Linie nicht um unsere eigenen Wünsche und Vorstellungen für das Leben gehen.
Vielleicht ist das Beten, ist das Reden mit Schöpfer deshalb so schwierig,
weil wir Gott, unseren Schöpfer und Herr dieser Welt als Gegenüber nicht sehen können.
Und auch den Erfolg und Wirkung unseres Gebets mit ihm, können wir im ersten Augenblick nur schwer abschätzen.
Ob das ganze Beten wohl etwas bringt in meinen Leben ? So stellt man sich vielleicht die Frage?
Sind das nicht nur gesagte Worte?
So wird manch einer schon gedacht haben,
dessen Bitten nicht in Erfüllung gegangen ist.
Und trotzdem wird das Gebet uns im heutigen Predigttext besonders ans Herz gelegt.
Es ist ein Reden mit dem, der unser himmlischer Vater ist.
Denn es hält uns wach gegenüber dem,
was wir in unserer Welt zu sehen und zu hören bekommen.
Eine Welt, wo das gesprochene und oftmals auch das geschriebene Wort oft nicht mehr wert ist als die Tinte und das Papier mit dem es geschrieben wurde ,
wo die scheinbar festen Werte verschwinden,
der Boden unter den Fundament so manches Lebens eines von uns keinen festen Halt hat, weil er auf Sand gebaut ist.
Das Beten, das Reden mit Gott, unseren Vater ,
hindert uns daran, einfach die Augen zuzumachen und diese verlorene Welt sich ihrem Lauf zu überlassen. Verantwortung.
Das Beten öffnet uns die Augen aber auch für alles Gute,
was uns im Glauben und unseren Leben widerfährt.
Danksagung.
Darum sind Beten mit Danksagen und Verantwortung sehr ähnliche Dinge.
Denn wer betet, der hat einen Blick für die guten Taten Gottes, die es bei in der Welt und in unseren Leben zu entdecken und erleben gibt.
Wer betet, der weiß, dass sein Leben und dessen Weg nicht selbstverständlich ist, sondern eine kostbare Gabe des Schöpfers, eine Gabe Gottes ist.
Paulus und Timotheus, die diesen Brief schreiben, wünschen sich, das Gebet auch für sich selbst, ihr Leben und ihren Dienst für Gott.
Die Brüder und Schwestern in der Stadt Kolossä sollen auch für die Apostel beten,
damit sie ihr Werk recht ausrichten können.
Was sie zu tun haben, ist hier mit schönen Worten beschrieben:
Sie wollen, ja sie müssen das Geheimnis Christi, das Evangelium, seine Tat am Kreuz auf Golgatha für uns und seine Erlösung für uns alle weitersagen.
Und sie hoffen darauf, dass Gott ihnen Türen
und die Herzen der Menschen auftut,
wo die gute Nachricht/Evangelium hineingehen kann und auf fruchtbaren Boden fallen kann.
Der Apostel Paulus benutzt das Bild von der Tür: “Gott”, so heißt es, möchte “eine Tür für das Wort auftun”.
Stellen Sie sich eine Tür vor – zum Beispiel Ihre Haustür oder die Kirchentür,
durch die Sie vorhin in diese Kirche getreten sind –
und lassen Sie uns jetzt ein wenig über die Bedeutung von Türen nachsinnen.
Durch eine Tür betritt man einen Raum, etwas Neues, etwas Unbekanntes, vielleicht auch etwas Vertrautes. Manchmal steht die Tür offen – einladend offen; manchmal ist sie auch verschlossen.
Manche Türen können wir selber öffnen, weil wir einen entsprechenden Schlüssel haben ,
manche Türen müssen uns auch geöffnet werden.
Wir wollen heute über eine Tür nachdenken,
die wir von uns aus nicht öffnen können:
die Tür nämlich, die uns in Gottes Gemeinschaft führt, die uns in seinen Gemeinde eintreten lässt..
Diese Tür, die uns in Gottes Gemeinschaft führt,
die uns zum Glauben führt, kann nur Gott selber öffnen. In unserem Predigttext zeigt uns der Apostel Paulus, wie das geschieht.
Vers 3 + 4:
“Betet… auch für uns, damit Gott uns eine Tür für das Wort auftut und wir das Geheimnis Christi predigen können …, es offenbar zu machen.”
Wir selbst wissen aus eigener Erfahrung wohl, wie schwer es ist, Türen für das Wort Gottes und seine Einladung an uns alle aufzustoßen.
Es ist eben auch nicht leicht, über ein Geheimnis,
über das Geheimnis Christi, dem Glauben
und die Tat des Gottessohnes am Kreuz auf Golgatha zu reden.
Wir leben in einer Zeit, in der der christliche Glaube
in eine Land, das man zu den sogenannten christlichen Abendland zählt,
es nicht selbstverständlich ist, ja viele Menschen mit den Begriff „Gott“ schon nichts mehr anfangen können und damit auch mit einen Reden mit ihm.
Wir leben in einer Zeit, in der auch das Gebet,
das Reden mit Gott unseren Schöpfer,
nicht mehr so leicht über die Lippen der Menschen kommt.
Das können wir nicht so einfach wegtun.
Der Apostel Paulus sagt, dass Gott für das Wort der Predigt Türen öffnen muss,
damit das Geheimnis der Person Jesus Christi offenbar wird und der heilige Geist Gottes wirken kann,
damit wir Menschen verstehen,
welch große Gabe Gott uns durch Christus zuteil werden lassen will:
die Gabe der Gemeinschaft mit Gott - jetzt im Glauben – und in der Ewigkeit.
Damit ist sehr Wichtiges gesagt:
Gepredigt wird in jeden Gottesdienst bei uns jeden Sonntag in der Kirche.
Doch wir Verkündiger haben die Veränderung des Einzelnen durch das Wort Gottes nicht in der Hand.
Gott selber muss die Türen für sein Wort öffnen,
damit es Menschen anspricht,
damit es Ihnen zu Herzen geht.
Eines kennen sie sicher aus eigener Erfahrung:
Sie hören eine Predigt, doch plötzlich, an einer bestimmten Stelle, werden sie ganz aufmerksam, fühlen sie sich sehr direkt angesprochen, spüren Sie: Diese Aussage gilt mir allein.
Gott spricht jetzt ganz konkret mit mir.
Der Verkündiger hat es nicht in der Hand, dass sie sich angesprochen fühlen.
Wir können uns viel Mühe bei der Predigt geben.
Aber dass das gelingt, dass Menschen sich durch das Wort der Predigt getroffen fühlen,
dass Sie empfinden: heute hat Gott mit mir gesprochen, heute hatte Gott mir Wichtiges zu sagen –
das alles ist Gottes Wirken, Gottes Geist.
Unser Predigttext sagt es so:
Gott öffnet seinem Wort bei uns selbst die Tür, die Tür zu unseren Herzen.
Aber wir brauchen uns mit dem, was wir zu verkündigen haben, auch nicht zu verstecken.
Statt dessen gilt es wieder neu zu entdecken,
was für einen Schatz wir haben.
Denn durch unsere Taufe und unser Bekenntnis zur Konfirmation sind wir aus dem Bannkreis des Bösen und der Sünde herausgerissen.
Durch die Taufe sind wir Gottes Kinder,
die nicht ziellos in einer kalten Welt herumirren.
Der Apostel Paulus ermuntert uns:
“Seid beharrlich im Gebet.”
Lasst den Mut nicht sinken, sondern betet,
betet immer wieder zu Gott den Vater.
Wir leben noch nicht im vollendeten Reich Gottes,
wir leben noch nicht in Gottes direkter Gemeinschaft, wir leben im Glauben, wir schauen Gott noch nicht von Angesicht zu Angesicht.
Wir leben unter den häufig genug schwierigen Bedingungen einer vergänglichen Welt.
Wir haben Angst vor der Zukunft, Sorgen, Furcht vor Kriegen oder Terror.
Ungerechtigkeit, Hass und Lieblosigkeit unter den Menschen tun weh; manchmal gehen sie auch von uns selber aus, und mitunter treffen sie uns auch persönlich.
So wissen wir, was wir zu tun habt:
Hineingehen durch die Tür, die Gott uns in seine Gemeinschaft des Glaubens an ihn geöffnet hat, hindurch, eintretet durch das Gebet in Gottes Nähe.
Und in dieser Nähe können wir vor Gott alles aussprechen im Gebet, was uns bedrückt,
was uns belastet, auch unsere Schuld.
Wir dürfen aber auch Gott dankbar sein,
über das was uns Freude macht.
Die Sorgen des Alltages im Gebet vor Gott ablegen und Gottes Zuspruch in unserem Leben erfahren.
Seid beharrlich im Gebetsleben, lasst es nicht verkümmern.
Seid wachsam, seid auf der Hut vor der eigenen Trägheit und Schwachheit, vor Hoffnungslosigkeit oder Lustlosigkeit, die uns vom Gebet, von Gottes Nähe fernhalten wollen.
Bittet Gott darum, dass er all das von uns nehme,
alle Belastungen und Bindungen, was uns den Zugang zu Gott und dem Gebet/Reden im Glauben mit ihm versperrt.
3
Kehren wir noch einmal zurück zu den letzten beiden Versen unseres Predigttextes.
Sie geben uns drei Verhaltensmaßregeln mit auf den Weg, die heute genauso gelten können wie zu den Zeiten der Apostel.

1.Verhaltet euch weise gegenüber denen, die nicht zur Gemeinde/Kirche gehören.
Wir haben also keinen Grund, unser Licht des Glaubens unter den Scheffel zu stellen.
Wir haben aber auch keinen Grund, uns über andere zu erheben.

2.Die zweite Regel ist sehr kurz in einem Nebensatz untergebracht: Kauft die Zeit aus!
Das soll wohl heißen: Wir sollen mit besonderer Verantwortung mit der Zeit umgehen, die uns gegeben ist. Die Lebensspanne, die Gott uns zur Verfügung stellt, sollen wir nicht für nichtige Dinge vergeude

3.Und zum dritten: Eure Rede sei allezeit freundlich und mit Salz gewürzt.
Das ist ein treffender Ausdruck. Denn oftmals ist unser alltägliches Reden eher eine fade Suppe, an der das Salz, die Würze des Glaubens eben fehlt.
Mit einem Wort: Wir sollen in der Lage sein, unseren Glauben freundlich, weise und mit Nachdruck zu bezeugen und zu verteidigen.
Das wird uns freilich nicht immer gelingen.
Denn die Messlatte ist in der Tat sehr hoch gehängt.
Nehmen wir uns ein Beispiel an den Kindern.
Die kleine Kinder müssen sich über diese Dinge noch keine Gedanken machen.
Und sie brauchen es auch noch nicht.
Um in die Tiefe des Glaubens vorzudringen, brauchen wir wohl unser ganzes Leben.
Da kann niemand behaupten, schon ausgelernt zu haben.
Aber Kinder wissen sehr wohl, dass sie bei Eltern, Großeltern und Verwandten gut aufgehoben sind. Sie vertrauen einfach darauf, dass alle ihr Bestes wollen. Und mit diesem Vertrauen haben uns die kleinen Kinder einiges im Glauben voraus.
Sie können uns eben darin zum Vorbild werden.
Unser Vertrauen zu Gott, unseren Vater im Himmel möge so genauso fest sein, wie das Vertrauen der Kinder zu Vater und Mutter.
Deswegen hat Jesus auch gesagt:
Wer das Reich Gottes nicht empfängt wie ein Kind, der wird nicht hineinkommen.
Gott der Herr sei mit uns allen auf dem Weg durch das Leben.

Und der Friede Gottes welcher höher ist als alle Vernunft, der bewahre Eure Herzen und Sinne in Christus Jesus unsern Herrn.

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Phil 1, 15-21

Filed under:Allgemein, Predigten — Jens am 17.03.2012 gg. 17:35

Predigtgottesdienst in Quatitz/Malschwitz zu Lätere

Phil 1, 15-21
.

Gewinnen sie, gewinnen sie.
Oft hören und lesen wir diesen Satz, sei es in der Zeitung oder bei einer Werbung im Fernsehen.
Bei vielen dieser angepriesenen Dinge gewinnt man oftmals nur an Erfahrung der Sinnlosigkeit.
Einen großen Gewinn fürs Leben zu erlangen,
ist unser aller Bestreben im Alltag und in unserem Tun und Handeln im Leben.
Sind wir nicht richtig glücklich ,wenn wir einen Gewinn im Lotto haben, ein Auto bei einer Verlosung gewinnen,
einen Stufe höher in der Lohnzahlung im Berufsleben erlangen?
Und ist nicht die Gewinnsucht eine wesentliche Triebkraft im menschlichen Leben?
Manchmal aber bringt dieser scheinbar größte Gewinn in Leben nicht den gewünschten Effekt.
Die meisten scheitern mit ihren Gewinn fürs Leben
und werden oftmals unglücklich damit..
Um eine andere Art des Gewinnes geht es in unsern heutigen Predigttext.

“Aber ich werde mich auch weiterhin freuen.”
Ist das nicht ein bisschen zu dick aufgetragen, was Paulus hier in dieser Schreiben seinen Empfängern zumutet mit seinen Schreiben aus den Gefängnis?
Ist das nicht hoch aufgetragen und entspricht es wirklich den Empfindungen und der Wirklichkeit?
Diese Einwände, und ich höre sie richtig unter uns,
sind durchaus berechtigt und
ich würde sie gegen jeden hegen, der mir ähnliches sagen würde.
Bei allen Einwänden, die man ins Feld führen könnte, haben mich die Aussagen des Apostel Paulus doch nachdenklich gemacht.
Warum kann Paulus so gelassen reagieren?
Und warum ist es möglich, sich in einer
solchen Situation, in der er sich im Gefängnis befindet, sogar noch davon zu reden, dass man sich freut?
Paulus, höre ich mich fragen, kannst Du deine Gründe nennen?
Und Paulus nennt uns drei Gründe für seine Freude:

1. Die Freude in sich, weil Christus verkündigt wird!
Da können wir von Paulus immer noch etwas lernen.
Der Apostel redet hier gegen eine kurzsichtige Kirchturmspitzenpolitik
die wir so vielfach in unseren Tagen finden.
Und das nicht nur zwischen den einzelnen Kirchen sondern auch innerhalb bei den Gemeinden des Kirchenbezirkes über die gemeinsame Zukunft bei den anstehenden Problemen der Reform der Landeskirche..
Diese Aussage macht noch einmal richtig deutlich,
für Paulus ist allein das entscheidend,
dass Jesus Christus als Heiland verkündigt wird,
ganz gleich wo, wie und durch wen.
Der Apostel Paulus macht es deutlich, das bei dieser Aussage über die Lattenzäune und Schutzwälle
der einzelnen Gemeinden und Kirchen hinweg zu schauen ist
um das weltweite Reich Gottes als eine Gesamtgemeinde in das Blickfeld zu bekommen.
Wo Jesus als der lebendige Sohn Gottes verkündet wird,
da ist immer auch der Geist Gottes am Wirken.
Da kann er Frucht des Glaubens einbringen.
Das ist auch ein Zuspruch und Aufforderung an die Verzagten unter uns,
die meinen, anderen diese Botschaft der Liebe Gottes durch ihr Glaubenszeugnis nicht sagen zu können.
Auch ihnen gilt die Zusage:
Es kommt nicht darauf ob man meint,
es sagen zu können mit seinen oftmals einfachen Worten ,
sondern dass man es macht und gewiss ist,
dass Gott und sein Heiliger Geist dabei
am Wirken sind im Herzen der Zuhörer.
Es sollte uns klar sein, dass Gott allein derjenige ist,
der die Herzen der Menschen erreicht.
Unsere eigenen Kraft reicht nicht aus für das, was er mit seiner Kraft erreichen kann.
Und ER bedient sich unser, ganz gleich
für wie fähig und geeignet wir uns halten und sind!
Letztendlich kommt es weniger darauf an,
wie wir das Wort weitersagen, als dass wir uns fest an Jesus den Gekreuzigten vom Golgatha binden.
Und wie glaubwürdig und authentisch wir als wiedergeborener Christ sein Leben und Werk verkündigen.
Selbst den Apostel Paulus hat man ja vorgeworfen, er könne nicht richtig predigen
Und trotzdem hat er sich nicht davon abschrecken und zurückhalten lassen sein Glauben zu bezeugen.
Davon zeugt bis heute die Verbreitung des Evangeliums im Europa..
Aber Paulus geht sogar noch einen Schritt weiter,
und das überrascht mich am meisten
Er sagt, es ist ganz egal aus welchem Motiv heraus die Verkündigung des Evangeliums erfolgt (V. 18).
Ich weiß nicht wie es ihnen geht, mich überrascht diese Aussage schon, denn sind bei der Verkündigung
des Evangeliums nicht Ziele vorauszusetzen?
Selbst wenn Menschen aus unlauteren Motiven heraus das Evangelium verkündigen,
die Botschaft aber als solche durchaus „richtig“ ist,
kann sich Gott über solche menschliche Niedrigkeiten
hinwegsetzen und aus seinem Wort Frucht entstehen lassen.
Denn der Glaube an Gott kommt aus der Predigt des Wortes , wörtlich aus der Verkündigung.
und sind wir mal ehrlich:
wer ist wirklich schon absolut rein in seinen Absichten in dem was er tut?
Auch ich will, dass meine Predigten verstanden werden .
Auch ich möchte das Menschen erreicht werden durch das Wort und diese sagen: „Das war mal eine gute Predigt.“
Wo Menschen am Werk und in der Arbeit sind, da menschelt es eben und so hängt die Verkündigung des Evangeliums und deren Wirksamkeit nicht an Pfarrer und Prediger, sondern allein daran,
dass Gott trotz aller Schwierigkeiten etwas Gutes draus macht!
Und dass ER das tut,
über alle menschlichen Unzulänglichkeiten hinweg, davon bin ich ebenso überzeugt wie Paulus es
war.
Und so freut er sich, dass das Wort Gottes die frohmachende Botschaft verkündigt wird und die Herzen der Menschen erreicht und und diese ihren Lebenssinn und Ziel wieder erkennen und Busse tun uns zu Gott umkehren.!

2. Die Freude, weil wir in Christus geborgen sind!
Auch in dieser schwierigen und misslichen Situation wie seine Zeit im Gefängnis weiß sich der Apostel in Christus geborgen
und durch den Heiligen Geist als Beistand getröstet.
Es ist gewiss nicht immer einfach sich dessen
bewusst zu sein.
Gerade. wenn die Sorgen in einen Lebenstal übermächtig werden und man kaum noch eine rettenden Gedanken fassen kann,
ist dies das Ziel für das weitere Leben
Paulus nennt an dieser Stelle seines Briefes einen , in dieser Frage wichtigen Aspekt:
das Gebet der Gemeinde.
Es ist eben nicht nur die Stille, sondern das Reden mit Gott.
Nicht nur das Reden, sondern die Gewißheit, dass Gott unser Reden mit ihn erhört.
Es ist manchmal wirklich schwierig sich der Gegenwart
Jesus bewusst und gewiss zu sein.
Wir können IHN ja nicht sehen,
wir können Ihn nicht hören, wenn wir mit ihm reden,
und dennoch ist ER da und kennt unsere Lage..
Dass ich mir die Gegenwart Jesu bewusst machen konnte, das war in schwierigen Lagen oft damit verknüpft, dass ich wusste,
dass Menschen mit mir und vor allem auch für mich beten.
Dann merkt man die Kraft , die einen da wieder aufrichtet aus dem Tal der Not.
Dass uns in unserem Leben in der einen oder anderen Situation der Glaube schwindet
oder vielleicht auch manchmal in großer Not verlustig geht ist eine Tatsache.
Denken wir an die vielen Beispiel in der Bibel.
Deshalb sollen wir auch füreinander einstehen.
Das betont gerade Paulus immer wieder in seinen Briefen und hebt hervor,
wie wichtig ihm der Beistand der Glaubensgeschwister im Gebet in solchen schwierigen Situationen ist.
Und unser Herr Jesus hat gegenüber dem Petrus bezeugt, dass ER für ihn gebetet hat, damit sein
Glaube nicht aufhört .
Und dieses gegenseitige einstehen füreinander vergegenwärtigt uns die Gemeinschaft mit
Jesus, den auferstandenen Sieger von Golgatha.
In der Gemeinschaft untereinander wird für uns ein Stück Himmel erleb- und erfahrbar,
dass auch wir eingebunden sind in die Gemeinschaft mit Jesus´,.
Und wenn wir uns das in manchen Situationen und Lebenslagen selbst nicht mehr sagen können und uns der Blick auf dieser Verheißungen Gottes verstellt ist, dann hilft es, wenn andere für uns eintreten und uns zum daran erinnern, was Gott uns in seiner Schrift verheißen hat;, auch und gerade in den schwierigen Lebenslagen.
Für diejenigen unter uns, die diesen Zuspruch brauchen ein Erinnerungshilfen:
„Ich bitte nicht, dass du sie aus der Welt wegnimmst, sondern dass du sie bewahrst vor dem Bösen.“ (Joh 17,15)
oder „… fürchtet euch nicht vor denen,
die den Leib töten, die Seele aber nicht zu töten vermögen …oder
Werden nicht zwei Sperlinge für ein paar Pfennige verkauft? Und nicht einer von ihnen wird auf die Erde fallen ohne euren Vater. Bei euch aber sind selbst die Haare des Hauptes alle gezählt. Fürchtet euch
nun nicht! Ihr seid wertvoller als viele Sperlinge.“
Der Apostel Paulus war sich sicher, er ist und bleibt in Gottes Hand geborgen, und aus dieser Hand
kann ihn nichts und niemand reißen .
Diese Gewissheit im Glauben an seinen Gott wurde ihm in seiner Situation Grund zur Freude.
Wird sie es auch für uns?

3. Die Freude, weil wir ein festes Ziel haben!

Und schließlich bezeugt Paulus auch seine Freude daran, dass er und wir auf Ziel zu leben,
dass uns niemand nehmen kann.
Jesus hält im Himmel für seine Leute „Wohnungen
bereit“, einen Platz also,
an dem wir einst zu Hause sein werden,
in seiner Gegenwart und der Gegenwart des himmlischen Vaters
Was Paulus hier anspricht hat nichts mit einer weltabgewandten Sicht des Lebens zu tun.
Vielmehr drückt er aus, dass alles auf Jesus zuläuft, von Jesus abhängig ist und von Jesus
getragen wird.
Wenn wir uns gewiss sind, dass wir in und mit unserem L eben in Jesus geborgen sind und uns täglich darin üben, in dieser Glaubensgewissheit auch zu leben,
dann braucht uns auch vor dem Sterben und dem Tod nicht mehr bange zu sein.
Diese Weitsicht über alles irdische hinaus ermöglicht
es ihm, sich diesen irdischen Dingen zuzuwenden.
Denn es geht nicht darum, diese Dinge zu verneinen oder schlecht zu reden,
es geht um die richtige Reihenfolge bzw. Rangordnung. Das Wesen dieser Welt ist ein vergängliches und damit alles, was dazu gehört, das Schöne wie das Schlechte. Gewiss fällt es uns schwerer,
uns vom Schönen dieser Welt zu trennen oder es zu lassen als vom Schlechten und Widerwärtigen.
Aber was ist das schon gegenüber dem,
was verheißen ist, der neue Himmel und die neue Erde.
Im Vergleich dazu, ist alles irdische unbedeutend,
das Schöne wie Schlechte.
Dieses Ziel vor Augen, erweckt dem Paulus Freude – und auch uns!?

Die Situation, in der sich Paulus befand als er seinen Brief an die Gemeinde in Philippi
schrieb, gab alles andere als Anlass zur Freude.
Hinzu kamen noch die Anfeindungen und
Häme seiner Mitmenschen und durchaus auch Mitchristen.
Gründe genug, um in Resignation
zu verfallen und die Freude zu verlieren und vielleicht sogar alles hinzuschmeißen.
Und Paulus machte dies gewiss auch zu schaffen. Aber, und darin wird er mir zum Vorbild,
er bleibt nicht darin stecken.
In dieser schier ausweglosen Situation erinnert er sich
an die Zusagen Gottes.
Erinnern wir uns auch daran.
Gerade jetzt in der Passionszeit vor den Ereignissen von Karfreitag und Ostersonntag sollen wir uns im Bezug auf unser eigenes Leben zum Nachdenken kommen.
Sind wir in unserer jetzigen Situation ebenso auf der Seite Gottes wie es Paulus war.
Prüfen wir uns selbst und ordnen wir unser Leben neu auf den Anfänger und Vollender dieser Welt aus.

Und der Friede Gottes welcher höher ist als alle unsere
Vernunft, er bewahre unsere Herzen und sinne in Christus Jesus unsern Herrn.
Amen.

Das gesprochene Wort gilt!

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Die Bibel - Wort Gottes

Filed under:Allgemein, Predigten — Jens am 07.01.2012 gg. 13:49

Christus ist Gottes Kraft und Gottes Weisheit, und wer die Heilige Schrift nicht kennt, der kennt weder Gottes Kraft noch seine Weisheit: die Schrift nicht kennen heißt Christus nicht kennen.
Hieronymus, 347-420, lateinischer Kirchenvater

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Jahreslosung 2012

Filed under:Allgemein, Predigten — Jens am 07.01.2012 gg. 13:45

Die Jahreslosung 2012

Jesus Christus spricht: Meine Kraft ist in den schwachen mächtig.
2. Kor. 12.9

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Jägergottesdienst in Guttau am 23.10.2011

Filed under:Allgemein, Predigten — Jens am 23.10.2011 gg. 07:40

Jägergottesdienst in Guttau am 23.10.2011
Gnade sei mit Euch und Friede von Gott unseren Vater und den Herren Jesus Christus.

Was hülfe es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewönne und nähme doch Schaden an seiner Seele?
Matthäus 16, 26 a

Waidmanns-Heil ! Waidmann-Heil!
Das ist Gruß den ich mein Jagdfreund gestern Abend nach einer erfolgreichen Jagd gewünscht habe.
Waidmann-Heil ist der Gruß der Jäger untereinander, wenn sie auf den Ansitz zur ihren Jagdkanzeln gehen.
Manche hohe Kanzel draußen im Revier ist jahrelang Ausgangspunkt jagdlichen Erlebens,
Dreh- und Angelpunkt des vieler Stunden.
Nicht anders ist es mit der Kanzel hier über den Altar in der Kirche in Guttau.
Sie ist der Ausgangspunkt gemeindlichen Hörens auf Gottes Wort , Dreh- und Angelpunkt der Feier eines jeden Gottesdienstes.
Wer auf ihr den Platz einnimmt und darauf steht, von dem erwartet man, dass er die Dickungen unseres Alltagslebens, aber auch die Schneisen und Täler unserer Lebenspunkte und Festtage sicher anspricht und das Ziele anzeigt.
Ein Höhepunkt jagdlichen Erlebens gerade jetzt in dieser Herbstzeit ist die Feier der Hubertus-Messe als Jägergottesdienst hier gemeinsam mit der Gemeinde, den Landeinbringern der Jagdgenossenschaft und den Jägern.
Jägergottesdienst ist Erntedankfest der Jäger. Das sieht heute auch an der festlich geschmückten Kirche.
Wie das Ansitzen auf hoher Jagdkanzel,
so fordert und bietet der heutige Gottesdienst
in der Kirche gleichzeitig die notwendige Ruhe,
weitet den Blick für die wichtigen Dinge des Lebens
und gibt Zeit und Raum zum Nachdenken über das jagdliche Handeln und des eigenen Lebens .
Gleichzeitig soll hierbei auch eine Standpunktfestlegung und Besinnung stattfinden.
Eine Besinnung auf den wesentlichen Mittelpunkt im Leben eines jeden Einzelnen von uns.
Eine Besinnung, eine Rückbesinnung darauf,
das wir als Menschen einmal ein jeder von uns Rechenschaft vor Gott über die unseres Leben abgegeben müssen.
Eine Besinnung besonders für uns Jäger,
die oftmals nach einer erfolgreichen Jagd meinen,
dass wir alle Probleme und Kämpfe im Leben allein lösen und uns darin über alles erheben können.
Getreu der Meinung:
Der Mensch als alleinige Krone der Schöpfung.
Der Mensch als alleiniger Maßstab aller Dinge.
Ein Volksspruch lautet::
Leben bedeutet ständiger Träume und ständige Kampf.
Für mich ist dieses Spruch ein Ausdruck unser menschliches Verhalten,
auch ganz besonders für unser männliches Verhalten
- wie es auch in der Hubertuslegende deutlich wird.
Wenn wir erwachsen werden, ist das Leben kein Spiel, aber unsere geheimen Träume bleiben.
Wir träumen uns hinein in eine Welt der Vorstellungen und ein Leben in Reichtum und Wohlstand. Tagträume.
Manchmal eben auch von einer erfolgreiche Jagd schon beim Ansitz.
Solche Träume hatten auch die Jünger Jesu,
als sie sich auf den Weg der Nachfolge mit ihm machten.
Einige waren im Beruf einfache Fischer am See Genezareth gewesen.
Jesus hatte sie zu Menschenfischern gemacht.
Jetzt träumten sie vermutlich davon,
ihm machtvoll zur Seite zu stehen,
wenn er als der neue König in Jerusalem einzieht.
Doch Jesus musste sie einstimmen auf das,
was wirklich kam – eine bittere Zeit des Leidens.
Auf die Ereignisse am Karfreitag!
Die Jünger reagierten mit Unverständnis.
Auch Petrus widersprach.
Doch Jesus fragte in die Runde der Jünger::
„Was hülfe es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewönne und nähme doch Schaden an seiner Seele?“
Jesus stellte damals und damit auch uns heute hier die Schlüsselfrage für alle.
Durch welches Verhalten nehmen wir Menschen Schaden an unserer Seele, unseren Sein?
Was kann unseren Leben eine dauerhafte Heilung bringen?
In der Hubertuslegende gibt es zu der Beantwortung dieser Frage eine Schlüsselszene.
Die Legende des Heiligen Hubertus wird mit den verschiedenen Versionen überliefert.
In einer heißt es
“Als einst Hubert , der als reicher Mann an einen Hofe diente, an einem Karfreitag zur Jagd zog,
warnte ihn seine Gattin und flehte ihn dringend an,
den Todestag des Herrn Jesus nicht durch sein Handeln zu entweihen.
Er schien von der Warnung seiner Gattin gerührt, dennoch siegte die Jagdlust.
Er sprengte durch Wald und Busch, durch Wiesen und Gründe und verfolgte einen prächtigen Hirsch.“
Ich unterbreche hier die Legende an dieser Stelle für eine eigene Feststellung.
Es ist nicht nur bei Hubertus, es ist bei uns allen ein schmaler Grat zwischen Jagdleidenschaft und brennendem Jagdfieber.
Es ist ein schmaler Grat zwischen Mut und Übermut.
Es ist ein schmaler Grat zwischen dem Einsatz eigener Stärke und eigener Talente
das in einem tödlichen Zweikampf enden kann.
Es ist ein schmaler Grat zwischen der Gabe,
andere Menschen zu leiten und zu führen,
und der Versuchung, sie zu beherrschen und zu verführen.
Es ist ein schmaler Grat zwischen dem Wunsch,
der Gemeinschaft zu dienen und ihre Gebote zu bewahren,
und dem Drang, gerade diese Gebote zu brechen,
sich über die Gebote zu stellen, um des eigenen Vorteils willen.
Jesus fragt seine Jünger dort :
„Was hülfe es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewönne und nähme doch Schaden an seiner Seele?“

Es ist keine wirkliche Frage an unsere eigene Lebenseinstellung ,
sondern die Frage ist auch schon die Antwort dazu.
Jesus sagt Nein!
Es hilft nichts, die ganze Welt zu gewinnen.
Es hilft nichts, alles in der Jagd alles hineinzulegen um vor den anderen damit zu prallen,
wie einzigartig man darin ist.
Das würde unser Leben auch noch nicht sinnvoll und erfüllt machen.
Wir müssten über uns hinauswachsen
– hin zu unserer wahren Bestimmung, die in der Schöpfung bei Gott liegt.
Und das geht wohl nur,
wenn wir nicht die Welt in ihrer sich wechselnden Vorstellungen über den Sinn des Lebens gewinnen,
und auch nicht einen Zweikampf zwischen Mensch und Mensch, oder zwischen Mensch und Tier.
Es geht wohl nur, wenn wir von Zeit zu Zeit Abstand zu uns selber und zu unserem eigenen Tun gewinnen.
Besinnung und Neuanfang nach Erkenntnis wagen.
In der Bibel können wir von solchen“Auszeiten“ lesen.
In biblischer Zeit war die Wüste der richtige Ort, um Abstand zu gewinnen.
40 Tage ging Elia durch die Wüste.
Am Endes des Weges war er innerlich bereit,
Gott ganz anders zu sehen als er es sich erdacht hatte.
Jesus selber fastete 40 Tage in der Wüste und erlernte, dass man allen Versuchungen widerstehen kann.
Indem wir uns zurückziehen und sei es manchmal auf eine Jagdkanzel im Mondschein zum Ansitz,
indem wir Abstand zu uns selber gewinnen,
zu dem, was uns durch innere Unruhe umher treibt und belastet in unseren Leben,
und eben manchmal auch unseren Verstand vernebelt. Da entdecken wir plötzlich, das es uns gelingt,
von außen auf uns selber zu schauen und uns auch zu entdecken in unseren sein..
Der Impuls für diesen Blickwechsel – das Erschrecken über das eigenen Tun - muss wohl von außen kommen.
Wie bei Hubertus.
In der Hubertuslegende heißt es weiter:
„Als er dem Hirsch nahe kam und schon den Bolzen der Armbrust nach dem Tiere abdrücken wollte,
bleibt derselbe plötzlich stehen, wendet sich nach dem Jäger, und mitten in seinem Geweih erscheint ein strahlendes Kreuz.
Eine klagende Stimme ertönt:
‘Hubertus, ich erlöste dich und dennoch verfolgst du mich!’
Hubert erschrickt und erbebte bei diesen Anblick und Satz, warf seine Waffe von sich und flehte innig zu Gott um Erbarmen.
Darauf baute er sich eine Hütte aus Baumzweigen und Schilf und führte, von der Welt geschieden, in stiller Waldeinsamkeit ein bußfertiges, abgetötetes Leben.”
Hubertus findet in der Abgeschiedenheit eines Wald zu weider sich selbst.
Diese Begegnung mit Gott am Karfreitag, den Sterbetag Jesu am Kreuz auf Golgatha für unsere Schuld und Sünde, führte dazu,
dass er sein Leben wirklich veränderte.
Später wurde er ein bedeutender Bischof seiner Zeit.
Wie das bei Legenden so ist, sie sind Ausdruck erzählerischer Kunst und gleichzeitig immer auch Ausdruck von Wahrheit.
Aber mit der Jagd muss er weiter verbunden geblieben sein, sonst würden wir uns heute nicht seiner gedenken las Schutzheiliger der Jäger..
Die Legende wird teilweise sehr verschieden erzählt.
Wie es wirklich damals gewesen ist,
das müssen wir auch nicht wissen ,
wenn wir nach der inneren Wahrheit dieses Geschehens fragen - heute hier in diesen Gottesdienst in dieser Gottesdienstgemeinde,
in der sich viele über die Jagd verbunden wissen und damit die große Schöpfung Gottes in der Natur entdeckt haben..
Ich denke, das wichtigste vor allen für uns heute ,
was in diese Geschichte uns vor Augen gestellt wird, ist, dass das Kreuz Jesu mit der Tier verbunden wird und uns zum Zeichen dienen soll.
Als ein Ereignis, als ein wichtiges Geschehen für die Menschen war das Kreuz in seiner Bedeutung aus der Bibel von Golgatha her bekannt.
Man wusste, es geht hier um Gottes Handeln an uns Menschen als seine Schöpfung
und um unsere Tat der Erlösung aus der Macht der Sünde und des Todes.
Die Legende des Hubertus machte deutlich,
dass das Kreuz, das Zeichen des Leidens von Golgatha am Karfreitag her,
das Zeichen des zerbrochenen Lebens durch Jesu sein Tod,
aber auch das Zeichen der Hoffnung durch seine Auferstehung auf neues ausgesprochen wird.
In der Hubertuslegende steht ein Mensch einem Tier gegenüber.
Er will sich nehmen, was er meint, was ihm zusteht.
Der Mensch als Krone der Schöpfung darf sich nehmen, was er will.
„Machet euch die Erde untertan, herrscht über die Fische im Meer und über die Vögel unter dem Himmel und über das Vieh und über alles Getier, das auf Erden kriecht.“
So heißt es doch im ersten Schöpfungsbericht .
Und so haben die Menschen ja über viele Jahrhunderte hinweg gehandelt.
Erst im letzten Jahrhundert ist die Frage nach dem sorgsamen Umgang mit der Natur und den Tieren in die Ferne gerückt.
Alles war seitdem scheinbar erlaubt, alles war machbar,
wir waren die Herren der Welt.
Heute spüren wir längst die Folgen, die wir in den kommenden Jahrzehnten und Jahrhunderten zu tragen haben.
Die Legende des Hubertus macht deutlich:
Wo wir Menschen der Natur und damit auch den Tieren des Waldes gegenüber stehen, stehen wir dem Angesicht Gottes gegenüber.
Unser Handeln an den Tieren steht in Beziehung zu Gottes Handeln mit uns,
das im Kreuz Jesu seinen bedeutsamsten Höhepunkt hat.
Hubertus wusste sich plötzlich in seinem Handeln nicht mehr nur sich selber gegenüber verantwortlich, sondern auch Gott.
Sein Wunsch, dieses Tier für sich erlegen zu wollen an diesen Karfreitag ,
wurde durch die Begegnung mit dem Kreuz in Frage gestellt. Lebensfragen wie:
Bin ich der Herr der Welt?
Kann und darf ich mir nehmen, was ich mir nehmen kann, darf ich tun, was ich tun kann?
Ist das Hirsch , ist die Natur nur ein Objekt, über das ich als Mensch frei verfügen kann?
Das Kreuz im Geweih des Hirsches gibt eine Antwort,
die auch heute noch bestand hat.
Es zeigt die Grenzen der Macht des Menschen,
es zeigt die Liebe Gottes, die auch dem Tier zugewandt ist,
es zeigt, wer der Herr ist und Schöpfer in dieser Welt.
Das Leben des Hubertus und damit auch sein Lebensinhalt wurde angesichts dieser Begegnung in Frage gestellt.
Es wurde umgekrempelt und verändert.
So wie das Leben eines Einzelnen in der Begegnung mit Gottes Wort durch die Bibel und die Predigt eine Veränderung bewirkt.
Es hat durch das Handeln in dem Leben einen Umkrempeln, besser gesagt Umkehr geschehen.
Darin liegt etwas, das bis heute seine Bedeutung nicht verloren hat:
Dass wir Menschen unser Leben in allen Bereichen in der Verantwortung vor Gott zu gestalten haben.
Es wäre gut, wenn wir alle das im Leben sehen würden,
was der Jäger bei der Jagd sieht .
Wir Jäger schauen bei der Jagd durchs Visier unserer Waffen.
Im Visier befindet sich ein Fadenkreuz.
Für den Jäger ist es die Mitte des Zielpunktes.
Wenn wir dieses Kreuz in den Visieren unseres Lebens nicht nur als Mitte des Zielpunktes verstehen würden, sondern als Hinweis darauf,
dass auch dieses Ziel mit den auferstandenen Christus in Verbindung steht,
dann würde unser Leben wie bei Hubertus eine andere Wendung nehmen.
Das Kreuz im Visier unseres Lebens,
das Kreuz als Zeichen der Hinwendung Gottes zur Schöpfung ist nötig in unserer verlorenen Welt,
es war immer nötig und es bleibt nötig,
um uns Menschen daran zu erinnern,
dass wir nicht die Herren dieser Welt sind,
dass unsere Wünsche und Möglichkeiten keinen Maßstab haben.
Heißt das nun für die Jäger unter uns,
dass wir die Waffen einpacken und nur noch mit dem Feldstecher auf dem Hochstand sitzen dürfen?
Wenn es um die Wälder unserer Heimat geht, dann muss man darüber anders urteilen.
Wenn Jagd zum Bestandteil und Ausdruck menschlicher Machtausübung wird,
wenn eigener Machttrieb den Umgang mit der Waffe bestimmt,
dann ist das Zeichen des Kreuzes ein wichtiges Zeichen der Umkehr.
Das Zeichen des Kreuzes aber zeigt uns auch,
dass wir nicht mehr im Paradies von Adam und Eva leben.
Das menschliche Leben ist bestimmt von dem Leben außerhalb des Paradieses,
von dem Leben der eigenen Gestaltung der Lebensräume.
Kulturraum nennen man das Neudeutsch heute.
Wenn denn der Mensch Kulturräume schafft, und Felder, Wiesen und Wälder sind unsere Kulturräume seit vielen Jahrhunderten,
dann bezieht die Pflege dieser Kulturlandschaft auch die Jägerei mit ein.
Und der verantwortungsvolle Jäger sieht auch genau dies als seine Aufgabe an.
Es geht um Erhaltung, Pflege und Hege des gesamten Wildes,um das Bebauen und Bewahren der umgebenden Schöpfung,
die von allen Menschen genutzt wird.
Es gibt bei uns keine unberührte Natur, keinen Urwald mehr.
Es lässt sich auch nicht mehr schaffen oder ganz zurückentwickeln.
Der Mensch hat die Natur kultiviert und daher trägt er auch seine Verantwortung für diese kultivierte Natur.
Aber es bleibt eine Gratwanderung.
Es ist nur ein schmaler Grat, auf dem wir wandern:
Die Fähigkeit zu bewahren und zu pflegen,
kann in Zerstörungswut umschlagen,
die Liebe in Hass und Weltverachtung.
Gott gebe uns offene Augen und Herzen und immer wieder auch den Mut umzukehren und falsche Wege zu verlassen.
Umkehren nicht nur in der Art der Ausübung der Jagd, sondern auch Umkehren und unsere Beziehung zu Gott neu zu ordnen in unseren Leben,
genau wie es Hubertus getan hat in seiner Bekehrung.
Diese neue Ordnung im Leben hat mit Jesus Christus, den auferstandenen Sieger von Golgatha ein Ziel,
das wir im Kreuz des Lebens anvisieren sollen.
Er kennt uns und er lädt uns auch heute ein, seinen Weg zu Gott gemeinsam zu gehen.
Damit wir das Ziel unseres Lebens erreichen, das dereinst bei Gott ist.
Damit das Waidmanns-Heil zum richtigen Heil im Leben eines jeden von uns wird.

Und der Friede Gottes, welcher höher ist als alle Vernunft,der bewahre unseren Herzen und sinne in Christus Jesus unseren Herren.
Amen.

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Jägergottesdienst zur 2. Schleppjagd am 17.09.2011

Filed under:Allgemein, Predigten — Jens am 17.09.2011 gg. 19:56

Jägergottesdienst zur 2. Schleppjagd am 17.09.2011
in Pließkowitz
1.Mose 1, 26 -27
Auf mancher Jagd und anschließenden „Schüsseltreiben“ wird mir wegen meiner Arbeit als Prediger in der Kirche dort oft folgender Vers zitiert:
„Man sagt, der Jäger sei ein Sünder,
weil selten er zur Kirche geht.
Im grünen Wald ein Blick zum Himmel
ist besser als ein falsch Gebet.”
Dieser Satz hat mich nachdenklich in vielerlei Hinsicht gemacht. Das Vorurteil von manchen unserer Zeitgenossen ist eben, das Jagd , Glaube an Gott und die Arbeit als Verkündiger nicht zusammen passen. Aber sind nicht gerade wir Jäger die,
die mit der Natur und der Schöpfung am meisten im Einklang leben und darin Gottes großes Handeln sehen.
Und gerade veleicht deshalb versammeln sich Jäger und wie hier heute Reiter und Pferdefreunde als Hüter und Bewahrer der Schöpfung zur Feier eines Gottesdienst zu Ehren des Schutzheiligen der Jäger des Hlg. Hubertus
Dieses Miteinander will uns erinnern und sensibel machen für die Bewahrung der uns anvertrauten Schöpfung Gottes.
Hubertus war Bischof von Maastricht.
Dass wir uns heute überhaupt noch an ihn erinnern, ist der Geschichte zu verdanken, die ihn zum Schutzpatron der Jäger gemacht hat.
Der Hubertus, zu dessen Gedächtnis jedes Jahr Anfang November der Hubertustag begangen wird, ist auf allen Bildern mit einem Hirsch dargestellt.
Dieser Hubertus war in seiner Jugend wie viele ein ziemlicher Draufgänger.
Als reicher Mann hat er der Geschichte nach am Hofe eines Fürsten gelebt und muss dort sehr ausgiebig seiner Leidenschaft der Jagd nachgegangen sein.
Jedenfalls wird von ihm berichtet, dass er wild und hemmungslos im Wald alles gejagt und erlegt haben soll, was ihm vor seinen Bogen gekommen ist. Schranken oder Skrupel kannte er dabei nicht. Lust an der Jagd, das war für Hubertus die Lust, das Wild zu besiegen. Und nur ein erlegtes Tier war ein besiegtes Tier.
Auch heute begegnet uns immer wieder diese Art zu jagen.
Nicht nur Wilderei und nicht einhalten von Schonzeiten muss hier genannt werden, sondern auch das mutwillige Verletzen von Tieren jeglicher Art.
Wenn man angesichts von solchen Geschehnisse noch von waidgerechten Jagd sprechen soll, versagt einen fast die Stimme.
Ist das noch eine echte, eine wahre Jagd, getragen von einer Achtung gegenüber Gottes Schöpfung, die uns hier begegnet?
Wäre das so, dann hätte mancher Zeitgenosse recht, der über die Jägergottesdienste sagt, das in dieser nur die Tötungsabsichten für die Jagd gesegnet und Hubertus als solches missbraucht wird.
Schließlich habe dieser nach seiner Bekehrung zu Gott vor lauter Beten keine Zeit mehr zum Jagen gehabt.
Aber so ist es nicht gewesen.
Hubertus selber hat auf einer seiner wilden Jagdtouren an eine Karfreitag morgens zur Kirchzeit eine Begegnung mit dem auferstandenen Christus:
Ihm begegnete an diesem Karfreitag, dem Tag, an dem Jesus Christus, der Sohn Gottes, der ans Kreuz genagelt wurde und starb, mitten im Wald ein weißer Zehnerhirsch mit einem leuchtenden Kruzifix zwischen den Stangen.
Tief beeindruckt von diesen Bild verzichtete er auf die Erlegung des Hirsches.
Er bekehrte sich zu Gott, trat in ein Kloster ein und lernte die Tiere als Geschöpfe Gottes neu achten.
So lautet die überlieferte Geschichte.
Die Freude am Jagen jedoch wird er wohl nie verloren haben.Anders wäre es nicht zu erklären, wie er zum Schutzpatron der Jäger geworden wäre.
Es gibt gerade auch vom christlicher Betrachtung her so etwas wie eine Ethik der Jagd.
Wenn wir uns ein Weidmannsheil wünschen, spiegelt sich darin diese wieder.
Natürlich ist mit diesem Gruß in erster Linie eine erfolgreiche Jagd verbunden.
Aber auch das Heil des Weidmannes schwingt darin mit. Was ist das, dieses Heil des Weidmannes?
Aus Sicht der Bibel ist es zu aller erst das Heil, das allen Menschen widerfahren ist, und zwar dadurch, dass Gott in seinen Sohn Jesus Christus, der zu uns Menschen gekommen ist um uns aus unserer Schuld zu erretten.
Gott wurde in ihm Mensch und hat sich mit uns Menschen bis in die tiefsten Tiefen des Leidens und Sterbens gelitten und mit dem Tod am Kreuz am Golgatha für unsere Sünden bezahlt.
Dort steht er an unserer Seite und hat die Schuld und Sünde vor Gott für immer bezahlt für jene, die dies in ihren Glauben annehmen.
Jesus Christus hat in seiner Auferstehung und seinem Leben bei Gott, unseren Vater, auch uns Menschen zu einem neuen Leben jetzt und in Ewigkeit berufen.
Das meint die Kirche, wenn sie von der Erlösung des Menschen spricht.
Das ist unser Glaube und unsere Hoffnung.
Das ist das Heil, das allen Menschen gilt, die diese Gnade Gottes in ihren Leben annehmen und leben.
Und nur vor diesem Hintergrund können wir nun auch vom Heil des Weidmannes, vom Weidmannsheil sprechen.
Wenn wir uns noch einmal Hubertus anschauen, so erscheint die positiv verstandene Jagd in besonderer weise etwas mit der Lebenseinstellung und dem Charakter des Jägers zu tun zu haben.
Nur wenn alles zusammenkommt, ein ausgeglichenes Gemüt, die Liebe zur Natur und den Tieren, Geduld und Ruhe auf der Kanzel, die richtige Atemtechnik beim Zielen und Abdrücken auf das zu erlegende Wild und vor allem Liebe und Respekt für das Leben im Wald und in der Natur, dann wird man wohl auch von einer Ethik der Jagd reden können.
Dann kann man von einer Einheit zwischen Jagd/Jäger und Natur sprechen.
Doch sagt sich das jeder Jäger selbst? Mit ihren Umgang in der Jagd und ihren Jagdmethoden?
Wer setzt die Kriterien für eine Ethik der Jagd?
Kann der Mensch seine Maßstäbe wirklich selber setzen, oder ist er gefangen in der gesellschaftlichen Meinung seiner Zeit?
Dieser Gottesdienst ist hier ein idealer Anlass, einmal darüber nachzudenken, wer uns nun eigentlich die Kriterien für solch eine Ethik der Jagd setzt.
Ist es der Mensch, der selbst gern Maßstab aller Dinge sein will, um zuletzt festzustellen, dass er oft den Lauf der Natur machtlos gegenüber steht.
In der Bibel heißt es dazu:
„Gott schuf den Menschen zu seinem Bilde und schuf sie als Mann und Frau. Und Gott segnete sie und sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und mehret euch und füllet die Erde und machet sie euch untertan und herrschet über die Vögel am Himmel und die Fische im Meer und über das Vieh und über alles Getier, das auf Erden kriecht.“ 1. Mose 1,26+27
Schon bei den Schöpfungsbericht Gottes wird uns in der Bibel im ersten Buch des Mose im ersten Kapitel berichtet, bekommt der Mensch den Auftrag Gottes, über die Erde und alle Lebewesen, die Pflanzen und die Tiere zu herrschen.
„Macht euch die Erde untertan.“
Recht verstanden, haben wir hier alle einen großartigen Auftrag von Gott empfangen.
Gott hat uns hier eingesetzt, wir sollen so über die Erde herrschen, so, wie Gott selber es getan hätte.
Wie oft wurde dieser Satz aus der Bibel in der Geschichte bis heute grundlegend falsch verstanden.
Heute ist vieles in ihr zerstört.
Der Wald und dessen Bau wurde verändert und das Umfeld vieler Tieren nachhaltig und unwiederbringlich zerstört.
Heute stehen wir vor einem Scherbenhaufen, den dieses Verhalten, diese Ignoranz vor dem Recht auf Leben aller Pflanzen und Tiere verursacht hat.
Aber dürfen wir daraus ableiten, dass ein Eingreifen des Menschen in die Natur von sich aus schon verwerflich ist?
Müssen wir nun sagen, aus christlicher Sicht dürfen wir die Natur nicht weiter ausbeuten, sondern müssen uns vielmehr aus ihr zurückziehen?
Ich halte diese Einstellung für sehr einseitig und falsch.
Gerade in einer Zeit wie dieser, in der unsere Natur, die Tiere und Pflanzen in unseren Wäldern und Wiesen so gefährdet sind, brauchen sie die Hege und Pflege gerade von uns Menschen, insbesondere von uns Jägern.
Es ist leider wahr, dass in der langen Geschichte der Welt das ökologische Gleichgewicht durch uns Menschen so nachhaltig gestört worden ist, dass sich die Natur, sich selbst überlassen, nur schwerlich ohne Hilfe von uns erholen könnte.
Wir, als Menschen, Pferdefreunde und Jäger, die sich in Wald und Feld aufhalten und das Leben dort beobachten und erleben, wissen das vermutlich am besten.
Viel von und sind von ihrer Einstellung her mehr Naturschützler, auch wenn manche Andere das anders sehen.
Gerade in unserer Zeit kommt uns daher eine besondere, eine geradezu von Gott gegebene Aufgabe zu, die Bewahrung der Schöpfung Gottes in der Einheit von Natur und Hege..
Was wäre unsere Natur, was wären die Tiere im Wald und auf den Wiesen ohne uns Jäger, die da draußen sind und den Bestand des Wildes in einem gesunden und ökologisch sinnvollen Gleichgewicht halten.
Solch eine recht verstandene Jagd darf sich dann auch der Lust erfreuen.
Die Freude und das Erleben in der Natur, die enge Verbindung zu den Tieren, das beobachten und verfolgen der Entwicklung, das hegen und pflegen und natürlich auch jagen und erlegen nachempfinden zu können.
Auch die Jagd ist ein vom Schöpfer gegebene Gabe, der schließlich das Überleben der Menschheit mit gesichert hat.
Der Mensch ist seit alters her ein Jäger und Sammler.
Die Freude an der Jagd lässt sich durch die gesamte Geschichte der Menschheit verfolgen. Recht verstandene Jagd, das ist der von Gott gegebene Auftrag zur Bewahrung und Pflege der Natur, die sich von Menschenhand zerstört nicht mehr selber bewahren und erhalten kann.
Die rechte Jagd ist also ein wahrer Gottesdienst, unser Dienst, Ihr Dienst für Gott und dessen Schöpfung.
Sich dementsprechend an dieser sich zu verhalten, das ist die Kultur und Ethik der Jagd.
Das sollte uns auch heute bei dieser Schleppjagd hier in Pließkowitz uns allen bewusst sein.
Gott hat einen Bund mit allen Lebewesen der Erde, mit all seinen Geschöpfen geschlossen.
Wir stehen hier als Menschen in einer Reihe mit den Pflanzen und Tieren dieser Erde.
Zweifelsohne jedoch in einer besonderen Funktion:
Als Menschen, als Krönung der Schöpfung Gottes, nach dem Maß unserer Möglichkeiten die Umwelt und Natur zu hegen und zu pflegen.
Auf diese Weise und nur auf diese Weise die Jagd betrieben, kann sie wahre Freude bereiten.
Und so und nur so erlangen wir, erlangen Sie das Heil zum Weidmannsheil.

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Familiengottesdienst

Filed under:Allgemein, Predigten — Jens am 11.09.2011 gg. 05:56

Familiengottesdienst in Quatitz/Guttau
Matth6. 24-33

Anspiel der Kinder

Wer von uns kennt das eigentlich noch aus der Zeit von vor zwanzig Jahren als eine Schar von oftmals selbsternannten Versicherungsvertretern aus Familie - und Bekanntenkreis uns unser Leben und die Familie so gegen fast alles versichern wollte

Krankenversicherung, Rentenversicherung, Arbeitslosenversicherung, Pflegeversicherung, Lebensversicherung, Sozialversicherung, Unfallversicherung, Haftpflichtversicherung, Rückversicherung, Kinderversicherung, Hausratversicherung, Kfz-Versicherung, Sachversicherung, Berufsunfähigkeitsversicherung, Privatversicherung, Kapitallebensversicherung, Autoversicherung, Rechtsschutzversicherung, Vollkaskoversicherung, Pflichtversicherung, Direktversicherung, , Risikolebensversicherung, Vollversicherung, Restschuldversicherung um nur eine wenige zu nennen.
Und viele haben sich gegen vieles Versichern lassen. Manche habe ihr Leben gleich bis zu drei Mal in einer Lebensversicherung abgesichert. Und viele haben sich gegen etwas versichert, was in einen „normalen“ Leben so gut wie nie als Schadensfall eintritt.
Doch im Lauf der Zeit stellte sich heraus, dass das Leben oftmals trotz aller dieser Versicherung , die uns gegen alles absichern sollen, andere Bahnen geht, gegen die man sich eben nicht versichern kann, auch nicht zu einen sehr hohen Preis .
Da wo sich das Leben auf Grund von Wechsel des Wohnort, Veränderungen im Beruf und Veränderung in der Familie durch Trennung und Neuanfang tiefgreifend verändert, sind diese Art von Versicherung sinnlos.
Dort bekommt das Wort „Sicherheit“ dann eine neue Dimension.
Über diese Art Versicherung hören wir heute etwas aus den Predigttext.
1. Sorgen von Menschen.
Wer sich heute darüber beklagt, dass er Sorgen hat,
beklagt sich im Grunde darüber, dass er ein Mensch ist.
Ehrlich gesagt habe ich in meinen Bekannten und Freudenskreis noch keinen Menschen kennen gelernt, der im Leben nicht ohne Sorgen hat
Die Natur mit ihren Pflanzen haben keine Sorgen:
„Seht die Lilien auf dem Felde an … so sagt es Jesus
Tiere haben auch keine Sorgen:
Seht die Vögel unter dem Himmel an…
Die Tiere treffen zwar Vorsorge, aber Sorgen haben sie keine. Sie legen sich Nahrung für den Winter zurück, kümmern sich um ihren Nachwuchs.
Aber dass sie das tun, hat nichts damit zu tun, dass sie sich Sorgen machen könnten.
Das ist der natürliche Ablauf. Es läuft einfach wie in einen Plan eben ab.
Menschen aber haben Sorgen in ihren Leben.
Meine Mutter sagte über mich und mache schlaflose Nacht :
„Kleine Kinder, kleine Sorgen, große Kinder, große Sorgen.“
Zum Menschsein gehört es, dass wir uns Sorgen machen. Weil wir Menschen nämlich eine Vorstellung von Zukunft haben.
Wir können uns zwar vorstellen, wie und was Morgen mit unseren Leben sein könnte und malen uns das oftmals in den schönsten Farben.
Wir sind im unseren Überlegungen nicht gefangen im Hier und Heute und sind keine Knechte des Augenblicks.
In unserer Gedanken können wir uns vorstellen, wie es morgen oder übermorgen oder in zwei Jahren sein könnte.
Und dann gibt es schöne und heitere Dinge, die wir uns vorstellen können, aber eben auch die Vorstellung der Schwierigkeiten und Unsicherheiten, die uns Probleme bereiten.
Die Dinge, die uns ängstigen, bei denen wir nicht wissen, wie sie ausgehen werden, wie wir ihnen umgehen sollen.
Zum Beispiel:
Was passiert, wenn im nächsten Jahr die Arbeit in der Firma weniger wird
Gehöre ich dann zu denen, die entlassen werden? Oder wird meine Stelle verlagert und ich muss große Strecken zurücklegen? Vielleicht, hoffentlich bleibt aber auch einfach alles so wie es war?
Ein weiteres Beispiel
Mein Kind ist jetzt in die Schule. Werde ich mit der neuen Situation umgehen könne? Werde ich es schaffen? Wird sie sich wohl fühlen wird in der neuen Klasse? Kommt es mit dem hohen Lernziel zurecht? Können wir als Familie und Eltern dazu den Druck auffangen und ausgleichen?
Menschen haben Sorgen, weil sie um den morgigen Tag wissen. „Menschsein ohne Sorgen” - das ist eine Illusion.
Daher besteht bei uns allen das Bedürfnis, sich eben gegen alles absichern zu lassen, so wie die Kinder es in ihren Anspiel uns gezeigt haben.
Wer uns als Lebensinhalt sagen möchte, wir sollten uns nicht sorgen, sondern einfach in den Tag oder in den Monat hinein leben, der verkennt eine Grundbedingung menschlichen Lebens.
„Sorge dich nicht, lebe einfach deine Leben in den Tag hinein” - so funktioniert das richtige Leben nicht. Auch nicht wenn man es als Bestseller uns so darstellen will!
Sorgen sind menschlich und eines unserer Grundzüge des Daseins.
Natürlich zu viele Sorgen sind unmenschlich.
Das wissen wir alle.

2. Grenzen
Wer sich zu viele Sorgen um sich selbst macht, der lebt nur noch im Morgen der Zukunft
Er verkennt: das Leben findet Hier und Heute statt.
Er verliert womöglich jeden Lebensmut und die Hoffnung für das, was jetzt, hier realität und notwendig ist.
Deshalb müssen Sorgen begrenzt werden.
Und jeder von uns tut das auch, die einen mehr, die anderen weniger mit seiner Lebenseinstellung.
Einer möglichen Krankheit versuchen wir mit regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen vorzubeugen,
regelmäßige Fortbildungen sollen den Arbeitsplatz sichern helfen,
für den Fall eines schlimmen Unglücks schließen wir eine Versicherung ab und legen regelmäßig Geld zurück.
Auf das, was kommen könnte, versuchen wir uns einzustellen, indem wir vorsorgende Strategien entwickeln.
Zum Beispiel
Es wäre gut, wenn die Ehefrau wieder ein bisschen mitarbeiten könnte. Dann hinge man nicht so stark an dem einen Gehalt. Vorsorglich schickt sie die ersten Bewerbungen los.
Mit dem Kind besuchen wir die Schule, versuchen ihm zu erklären, was dort kommt und bemühen uns, Vorfreude und ein bisschen Stolz zu wecken. „Und schau mal, deine Freundin aus den Kindergarten wird auch da sein. Ihr werdet sicher in die gleiche Klasse kommen”.
Und für uns selbst nehmen wir uns vielleicht vor: wir werden die Noten nicht mit denen der anderen Kinder vergleichen.
Weil Sorgen Grenzen brauchen, versuchen wir Menschen, ihnen Grenzen zu setzen. Aber manchmal müssen wir feststellen: Sorgen sind wie Katzen. Sie können sich dünn machen. Sie sind wendig. Sie ziehen den Bauch ein und schlüpfen durch die Ritzen unserer Grenz-Zäune.Sie schleichen sich auf leisen Pfoten von hinten an.Und gebären ständig Junge. Haben wir die einen in ihre Grenzen gewiesen, so stehen schon die nächsten da.
Die menschliche Fähigkeit sich Sorgen zu machen ist ungleich größer als die Fähigkeit, die Sorgen zu begrenzen. Und deshalb ist es gut, dass sich noch ein anderer Sorgen um uns macht.

3.Begrenzung durch den Unterschied

Die Kunst, Sorgen zu begrenzen besteht in der Kunst, Sorgen zu unterscheiden.
Jedenfalls sieht Jesus das so in unseren Predigttext.
Als er in den Text darauf zu sprechen kommt, dass Menschen sich Sorgen machen, erinnert er sie an die Pflanzen und Tiere, die sich eben keine Sorgen machen.
Aber er sagt nun gerade nicht:
Werdet wie die Lilien! Lebt endlich wie die Vögel - ganz ohne Sorgen. Weil klar ist: das geht nicht!
Jesus verkennt die Situation der meisten Menschen nicht.
Vielmehr sagt Jesus: Schaut sie euch einmal an, die Lilien, das Gras, die Vögel. Wenn ihr sie genau beobachtet, versteht ihr etwas Wesentliches vom Leben.
Sie machen sich nämlich nicht unendlich Mühe mit ihrem Leben.
Sie säen nicht, sie arbeiten nicht, entfalten keine wilde Betriebsamkeit, dieses ganze Gewese ist ihnen fremd - aber - sie leben doch!
Bei den Lilien, an den Vögeln, dort könnt ihr sehen:
Die wirklich wichtigen Dinge im Leben sind unverfügbar.
Der Rahmen ist gesetzt.
Dass wir überhaupt leben - es ist unserer Sorge entzogen. Es ist ein Geschenk.
Wenn wir jeden Tag aufstehen können, mehr oder weniger gesund - es ist weitgehend unserer Sorge entzogen.
Ein anderer kümmert sich.
Die Welt, in der wir uns tagtäglich vorfinden, die unser Raum zum Leben ist und uns mit Gutem versorgt - sie ist Werk Gottes.
Der Liederdichter Paul Gerhardts schrieb folgende Liedverse:
Was sind wir doch? Was haben wir /
auf dieser ganzen Erd, /
das uns, o Vater, nicht von dir /
allein gegeben werd?
Wenn Jesus unseren Blick auf die Lilien des Feldes und die Vögel des Himmels lenkt,
dann lenkt er unseren Blick auf die vielen Dinge unseres Lebens, die scheinbar so selbstverständlich sind und uns immer schon geschenkt sind.
Und um die wir uns nicht sorgen brauchen und um die wir uns auch gar nicht sorgen können.
Sachsen, die so sind, weil wir sind nicht in der Hand haben.
„Euer himmlischer Vater weiß, dass ihr all dessen bedürft”.
Es gibt also offensichtlich zweierlei Sorgen:
Sorgen, die allein der Fürsorge Gottes als Schöpfer und Herr dieser Welt anheim gestellt sind. Es sind die Grundvollzüge unseres Lebens.
Der große Rahmen. Hier kümmert sich Gott selbst.
Und er übersieht dabei keinen Menschen in Not und Freude, auch nicht das Kleinste und auch nicht das Schwierigste.
Und daneben gibt es Sorgen, die gehören zu unserem Alltag.
Sie sind die Bedingungen unseres Lebens.
Die Kunst, das eine vom anderen zu unterscheiden, ist die Kunst Sorgen und Nöte zu begrenzen.
Denn dann werden die Größenverhältnisse zu Recht gerückt. Dann wird das versichert sein uns helfen.
Unsere Sorgen werden nicht völlig zum Verschwinden gebracht, aber sie werden auf diejenige Größe zurückgeführt, die ihnen in den Leben eines einzelnen zu kommt.
Großes wird groß und Kleines wird klein, weil für den guten Hintergrund unseres Lebens immer schon gesorgt wird.
Deshalb müssen wir die Sorgen unseres Alltags nicht gefährlicher nehmen als sie sind.
Wir sollten sie aber auch nicht einfach weg reden, denn - zuweilen gibt es eben doch große und schlimme Sorgen.
Sorgen zu begrenzen heißt:
Im Namen Gottes Sorgen zu unterscheiden.
Dann können wir uns in Gelassenheit und mit Augenmaß um das kümmern, was unserer Sorge im Leben anvertraut ist.
Sorgen zu begrenzen heißt auch, diese vor den lebendigen Gott zu bringen im Gebet und auf seine Weisheit zu vertrauen.
Wenn ihr etwas bittet in meinem Namen, so werde ich es tun. Joh 14,14
Und alles andere wollen wir getrost Gottes Sorge sein lassen, denn: Unser himmlischer Vater weiß, wessen wir bedürfen.
Amen

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11.So.n.Trin.

Filed under:Allgemein, Predigten — Jens am 03.09.2011 gg. 16:39

11.So.n.Trin.
Predigtgottesdienst in Quatitz
Matth 21,28-32

Gnade sei mit euch und Friede von Gott unseren Vater und unseren Herrn Jesus Christus. Amen.

Wer Kinder hat, kennt das Spiel in der Familie schon.
Da kommt der Vater mit einer Bitte um Erledigung zu eines der Kinder.
Oftmals sind es Kleinigkeiten, um die es dabei geht.
Den Müll aus der Wohnung bringen, die Zeitung holen, bei der Oma im Garten den Rasen mähen.
Meisten bekommt man zur Antwort auf sein Anliegen:
„Vater, das mach ich gleich“
Aber dabei bleibt es auch. „JA“-Sager und „Nein“ Tuer.
Die Erledigung des Auftrages durch die Kinder bleibt aus und manchmal fragt man sich dann,
was denn aus dieser Jugend so werden soll.
Doch waren wir in unserer Jugend besser?
Auch unter uns waren die einen folgsamer,
die anderen weniger einsichtiger.
Und ob das früher wirklich so gut war, dass die Erziehung weitaus strenger war als heute?
So ähnlich vielleicht mit den selben Gedanken scheint es den Vater hier in unseren Gleichnis ebenfalls zu gehen.
Doch Jesus erzählt dieses Gleichnis nicht,
um auch heute uns Eltern noch deutlich zu machen, was bereits seit vielen hundert Jahren sich in der Beziehung Eltern-Kind abspielt.
Vielmehr hat Jesus diese Alltagsszene erzählt, damit wir das Geheimnis des Reiches Gottes entdecken.

1.
Doch zurück zu unseren Predigttext.
Jesus wollte hier keine Nachhilfe geben,
als er den Hohenpriestern und den Ältesten damals in Jerusalem dieses Beispiel aus dem Leben erzählt hat.
Sie selber, die zuhörende Jerusalemer Oberschicht,
waren mit diesem Gleichnis gemeint.
Und sie haben über sich selber ihr Urteil gesprochen,
indem sie der Rede Jesus zustimmen,
dass es nicht allein aufs Reden,
sondern aufs Tun und damit Handeln danach ankommt.
Sie, die Schriftgelehrten und Priester, sind die Ja-Sager und Nein-Tuer.
Aber die am Rande der Gesellschaft, auf die sie von ihrer scheinbaren oberen Position herabsahen,
und die eigentlich mit Gott nichts zu tun hatten
die ursprünglichen Nein-Sager also –
die tun seinen Willen, Gottes Willen am Ende doch.
„Die Zöllner und die Huren kommen eher ins Reichs Gottes als ihr.“
Begonnen hatte jener Tag von den unserer Predigttext berichtet, mit der Vertreibung der Händler vom Tempelgelände.
Und mit diesen harten Worten lässt Jesus schließlich die Zuhörer dort stehen.
Dass dieses sich dann ein paar Tage später überlegen, wie sie ihn aus dem Weg schaffen könnten, ist eigentlich gut zu verstehen.
Wie kommt Jesus dazu, ein solches hartes Urteil zu fällen?
Das müssen wir uns auch deswegen fragen,
weil wir Kirchgänger heute morgen ja eindeutig eher den Frommen in Jesu Gleichnis und nicht mit den anderen am Rande der Gesellschaft vergleichbar sind.
Die jüdischen Oberen in Jerusalem,
die hier so harte Worte hörten, waren mit Ihren Leben durchaus gestandene und ehrbare Männer.
Da waren auf der einen Seite die mehr für die Politik zuständigen „Hohenpriester und Ältesten“,
die mit anderen zusammen den Hohen Rat bildeten.
Und auf der anderen Seite die für das religiöse Leben verantwortlichen „Schriftgelehrten und Pharisäer“.
Die Schriftgelehrten waren sehr bewandert in der Schrift (Tora) und in den alten Überlieferungen und taten gewiss auch das, was ihnen darin vorgeschrieben war.
Der rechte Glaube an den Gott ihrer Väter lag ihnen am Herzen.
Auch die Pharisäer waren besonders eifrige und fromme Leute, denen man ihre Redlichkeit auf keinen Fall absprechen konnte.
Sie geben ihrem Gott die Ehre, so wie der eine Sohn, der seinem Vater ehrerbietig und ohne Zögern Gehorsam verspricht.
Wie kann ihnen Jesus vorwerfen, dass sie zwar ja, ja sagen, aber Gottes Willen nicht tun?
Zum einen vielleicht, weil sie in seinen Augen letztlich Gottes Liebe nicht leben:
Sie sehen herab auf jenen anderen Menschen,
die am Rande der Gesellschaft stehen.
Heute würden wir dazu Menschen mit schwieriger Herkunft sagen
Sie sind für sie geradezu nicht vorhanden und sie sehen über sie hinweg.
Ja genau genommen noch mehr:
Weil sie nach ihren eigenen strengen Maßstäben
nicht an Gott glauben,
und weil sie von ihrer Standpunkt ein moralisch gesehen sehr zweifelhaftes Leben führen,
werden sie nach deren Meinung überhaupt nie vor Gott mit ihren Leben bestehen können.
Sie sind abgeschrieben.
Das steht für die Pharisäer und Schriftgelehrten jetzt schon fest.
Die Welt dieser jüdischen Männer ist in Ordnung.
Wer gut und wer böse ist, steht fest und bleibt fest in ihrer Denkweise und ihren Ansichten.
Den Ausgang des jüngsten Gerichtes dereinst wie es in der Schrift beschrieben ist, kennen sie schon.

Und noch ein zweites unterscheidet diese ehrbaren Männer von den Zöllnern und Dirnen; und das ist wohl das Ausschlaggebende:
Sie sehen in diesen Jesus von Nazareth nur den Störenfried, den Provokateur, den anderen ,
der die fein ausgeklügelte gesellschaftliche und religiöse Ordnung im dem von den Römern besetzten Land durcheinanderbringt.
Sie können nur taktisch mit ihm umgehen und übersehen dabei das Wichtigste,
dass in diesem Jesus Gott selber sich ihnen zuwenden will.
Gott ist nicht zu finden im strengen Einhalten von Geboten und Verboten, sondern in diesem Jesus. Zugespitzt gesagt:
Man achten auf den papierenen Gott,
übersehe aber den lebendigen.

Und der in diesem Jesus erlebbare Gott war gerade den Außenseitern der Gesellschaft wichtig.
Nur durch ihn konnten sie, die Zöllner und Dirnen, mit Gott überhaupt noch etwas anfangen.
Sie waren nicht Gott gläubig im damaligen und auch nicht im heutigen Sinne,
da braucht man gar nicht drumherum zu reden.
Sie waren auch moralisch gesehen überhaupt keine Engel, keine leuchtendes Beispiel.
Aber wie sollten sie auch eine gute Meinung von Gott haben, wenn die Priester, die Theologen und die Frommen sie nur ablehnten und verurteilten.
Wie will man etwas anfangen mit einem Gott,
von dem man dauernd nur hört, dass er einen ja sowieso schon längst abgeschrieben hat?

Das hat sich erst durch Jesus geändert:
Er hat sie nicht abgeschrieben,
er hat sie nicht verurteilt,
er hat sie nicht abgelehnt.
Der kleine Zöllner und Betrüger Zachäus z.B. wollte Jesus sehen, stieg deswegen auf einen Baum und machte sich dadurch zum Gespött der Leute.
Zu ihm kehrt Jesus zum Essen ein und gibt ihm dadurch die Ehre.
Von den Frommen, die sich wohl auch gerne mit Jesu Anwesenheit geschmückt hätten, muss er sich anhören, dass man das nicht tut.
Oder nehmen wir das Zusammentreffen Jesu mit jener verheirateten Frau, die man im Ehebruch ertappt hat und zu Jesus führt:
Er verurteilt ihr Tun, aber er verurteilt sie nicht,
er schreibt sie nicht ab, sondern er fragt nur,
ob vielleicht jemand von diesen Frommen,
die die Frau her zerren, ohne Sünde sei.

Noch einmal: Dass Jesus sich mit diesen Außenseitern der Gesellschaft abgegeben hat, bedeutet nicht,
dass er ihren Lebenswandel und ihr Tun auch für recht gehalten hätte.
Jesus hat ihr Tun schon beim Namen genannt,
aber er hat sie als Menschen, als Geschöpfe Gottes akzeptiert.
“Geh hin und sündige hinfort nicht mehr”, hat er zu der Frau gesagt.
Und der Zöllner Zachäus hat sich, durch die Begegnung mit ihm verwandelt, bereit erklärt, was er den Leuten systematisch an Zoll zuviel verlangt hat, nun vierfach zurückzuerstatten.
Aus dem ursprünglichen Nein-Sager ist durch die Begegnung mit Jesus ein Ja-Tuer geworden.
Der zuvor sein Leben ohne Gott gelebt hat,
hat nach der Begegnung mit Jesus sein Leben gewandelt und tut nun, was vor Gott recht ist.
Er gleicht dem ersten Sohn, der auf die Bitte seines Vaters nein sagt, dann aber bereut und doch seinen Willen tut.
Umkehr zu Gott , dass ist das Ergebnis in der Begegnung mit den Auferstandenen.

Wo sind nun unter uns die Ja-Sager und Nein-Tuer, also die, die eilfertig ihren Glauben bekennen,
aber dann doch nicht tun, was Gott will?
Wo sind die Nein-Sager und Ja-Tuer,
die mit Gott erst einmal nichts anfangen können,
aber dann doch Gerechtigkeit und Liebe üben?
Wem gilt Jesu Gleichnis im Guten wie im Bösen?

Wir möchten, den damaligen Frommen gleich,
auch gern die Menschen um uns herum einteilen in gute und böse, in fromme und nicht fromme.
Wir möchten gerne wissen, wer die Bösen und Guten im Gleichnis und wer die Bösen und Guten heute sind. Und das Ergebnis ist ja meistens:
Wir die Guten. Die anderen die Bösen.
Jesus ordnet eben nicht ein, er legt Menschen mit ihren Handeln im Leben nicht fest.
Er gesteht einem jeden Menschen zu, dass er sich zum Guten hin ändern kann, dass ihn sein „alten und bisheriges Leben reuen kann.
Ein neues Leben,das von einer Umkehr hin zu Gott und den lebendigen Glauben geprägt ist.
Wenn einer mit Gott nichts anfangen kann,
muss das nicht so bleiben.
Und der, der sich sehr selbstverständlich unter die Glaubenden rechnet, muss achtgeben,
dass sein Glaube an Gott nicht zur reinen Routine und der Gottesdienstbesuch zur guten Gewohnheit wird.
Glaube muss lebendig bleiben und sich auch im Laufe wandeln und verändern lassen.

Alle ohne Ausnahme müssen wir uns bei diesen harten Worten Jesu in der Stille an uns selber prüfen:
Wo sind wir im Leben und im Glauben Ja-Sager und Nein-Tuer.
Wie viele Jas werden vor Gott ausgesprochen,
wie viele Glaubensbekenntnisse werden gebetet,
und bleiben dann doch nur Lippenbekenntnisse,
weil die Taten den Bekenntnis nicht folgen?
Und andererseits:
Beschämen uns gar viele Menschen in unseren Leben, die zu Gott und zu Jesus nein sagen,
die aber in ihrem Tun, in ihrem Eintreten für Gerechtigkeit und Frieden uns Christen vorangehen?
Ja-Sager und Ja-Tuer, die wären in der heutigen Zeit gefordert:
Menschen, bei denen das Reden und Handeln zusammen stimmen in ihren Leben.
Menschen, die aus dem Glauben an Gott heraus sich für Glauben, Gerechtigkeit, Frieden und die Erhaltung der Schöpfung einsetzen.
Menschen auch, die sich wie Jesus um Außenseiter kümmern und sie nicht abschreiben.
Menschen, die ihren erlebten Glauben als Zeugen weitergeben.
Tröstlich ist für mich das Ende der Worte Jesu:
Es heißt, Zöllner und Dirnen, die ihr Leben geändert haben, würden den Frommen und Ehrbaren ins Himmelreich vorausgehen; es heißt nicht, dass die anderen nicht hineinkämen.
Die Reihenfolge kann ich getrost der Gnade Gottes überlassen.
Wundern werden wir uns eh, wem wir bei Gott einmal alles begegnen werden. Amen

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Johannesandacht Joh. 3,22-30

Filed under:Allgemein, Predigten — Jens am 23.06.2011 gg. 08:29

Johannesandacht auf den Friedhof in Malschwitz / Guttau
Johannes 3, 22-30

Als ich diesen letzten Vers aus den Johannesevangelium jetzt wieder gelesen hatte,
wurde ich an Erlebnisse aus meiner Kindheit erinnert.
Früher, als ich ein Kind war, haben sich meine Eltern nach der Arbeit bei sehr wenig Zeit immer nur die Todesanzeigen in der Zeitung angesehen.
Ich habe mich damals schon darüber lustig gemacht,
was an diesen Anzeigen so besonderes sein soll.
Ich weiß nicht, ob es auch an den zunehmenden Alter liegt, aber ich schaue jetzt ebenfalls oft nur die Todesanzeigen in der Säch. Zeitung an und werde manchmal betroffen.
Und das nicht nur, weil man die Verstorbenen kannte, sondern weil man dabei oftmals feststellt, dass das eigene Geburtsjahr jetzt schon öfters in den Anzeigen genant wird.
Das gibt einen schon fürs eigene Leben zu denken und man merkt selbst, dass der Zenit des Lebensweges erreicht ist und die Endlichkeit des Lebens hier eine zeitlich bemessene Spanne ist, deren Ende keiner von uns kennt.
Oder anders gesagt, mein Leben geht schon auf die abnehmende Seite zu und der Tod kann bald eine greifbare Erfahrung werden.
Die eine Zeitspanne wächst ,während die Zeitspanne zum Ende hin abnimmt.
Gerade hier auf den Friedhof sollten wir uns dieser Zeitlichkeit immer wieder bewusst werden.
Und nicht nur bewusst werden, sondern sie sollte uns gerade dazu anregen nachzudenken,
über unser Leben und unsere Lebenseinstellung
Nachdenken über unseren Glaubens und den Sinn unseres Dasein.
Und nicht nur überdenken, sondern sich darauf auch im eigenen Leben auch fest verlassen können.
Gibt es heute eigentlich noch Dinge in unseren Leben,wo wir uns vorbehaltlos auf etwas verlassen können?
Manche meinen, dass es ihr Reichtum an Geld ist und werden oftmals eines anderen belehrt.
Haben wir nicht in unser jetzigen Lebenssituation, im Beruf , in Arbeitslosigkeit und in unseren Umfeld unseres Lebens nicht viele Gelegenheiten um misstrauisch zu sein nach den erlebten Erfahrungen?
Da bleibt einen im Leben oft nur das Suchen und Vertrauen auf einen festen Halt im Leben.
Da bleibt einen nur das Hoffen auf einen Felsen in der Brandung des Meeres der Welt, an den man diesen festen Halt finden kann.
Da bleibt einen nur die Suche nach einen beständigen Licht in dieser Welt, um das man die Dunkelheit,
die uns trotz Sonnenschein umgibt, durchdringen kann und den wahren Weg des Lebens finden kann.
Gerade hier auf den Friedhof, an den Gräber der Verwandten, Freunde und Bekannten,
in Anbetracht des Todes und der Vergänglichkeit der Dinge auf dieser Erde, unser eigenen Unvermögens,
stellt sich die Frage nach dem Sinn des Lebens,
nach unseren Sein.
Da bleibt einen nur das feste Vertrauen auf Gott und seinen Zusagen an uns in seiner Schrift
Und ich denke im Bezug darauf und auf die vorhin gehörten Verse hat unsere heutige Feier am Johannestag ein tiefere Bedeutung.
Der Johannestag teilt das Kirchenjahr.
Von ihm bis zum Heiligen Abend sind es genau ein halbes Jahr, sechs Monate.
Heute in sechs Monaten feiern wir wieder Heilig Abend in unserer Kirche.
Damit kommt ihn eine besonders Bedeutung zu,
die sich deutlich in den Worten des Johannes widerspiegeln, der in unserer Text sagt:
„ Er, Jesus, muss wachsen, ich, Johannes muss abnehmen.
Der dies sagt, ist der Johannes der Täufer, dessen Geburtstag wir heute gedenken.
Er war als Prophet der letzte Vertreter des Alten Testaments.
Johannes der Täufer war nicht der verheißene Messias,
auf den Israel so lange schon gewartet hat.
Johannes aber hat Jesus diesen Weg bereitet,
indem er die Botschaft Gottes,
das Wort Gottes im Alten Testament in die Herzen der Menschen pflanzte und sie taufte.
Er tauft mit der Taufe der Busse.
Es war die Botschaft der Umkehr zu Gott und die Buße der Sünde und Schuld vor Gott für sein Leben.
Wie wichtig ist es damals wie heute doch,
Gottes Wort in unseren Leben einen Platz zu geben.
Johannes der Täufer war Wegbereiter Jesu.
Sein Kommen wurde uns durch den Propheten Jesaja angekündigt, genauso wie der Messias von ihn beschrieben worden ist.
Johannes der Täufer hat auf seinen Weg und in sein Handeln für Gott,
immer von sich weg gewiesen und auf das Kommen Jesus hingewiesen.
Er hat den Herrn wahrhaftig den Weg bereitet.
Er hat sich nur als ein Vorbote und Verkündiger der Botschaft Gottes gesehen,
Jesus aber als den Messias, der Retter .
Er stellt sich, trotzdem er Jesus getauft hat,
unter das kommende Wirken Jesus, des Gottessohnes.
Johannes der Täufer war der Prediger der Wüste gewesen, der unseren Herrn und Heiland Jesus Christus den Weg bereitet hat und Gott eine ebene Bahn.
Das ist sein Verdienst.
Auch für unser Leben kann Johannes der Täufer zum Zeichen der Erneuerung werden.
Denn Jesus will unserer Rettung vom Tod.
Die Begegnung mit Jesus, den Sohn Gottes verändert Menschen – damals wie heute.
Aus Verbrecher werden Jünger, Kranke werden geheilt und das Evangelium, die frohe Botschaft des auferstandenen Christus wird verkündigt.
Schon damals wie auch heute stößt die Verkündigung des Evangeliums auf die Ablehnung bei Menschen.
Es wird deutlich, dass das Kommen des Reiches Gottes in dieser Welt auf Widerstand stößt, und eben nicht nur auf irdischen, sondern auf Widerstand der Mächte.
Auch heute steht der Glaube an den Auferstandenen im Gegensatz zu dieser Welt, in der wir leben.
Es ist ein Anstoß und meist auch ein Ärgernis in dieser Welt.
Der Bote, der den kommenden Christus angekündigt hat, Johannes der Täufer, wurde geköpft.
Jesus Christus selbst, der Sohn Gottes, wurde für uns gekreuzigt.
Und seine Nachfolger stehen immer in der Gefahr um des Evangeliums willen ähnliches zu erleiden, auch heute.
Und sie haben es erlitten, wie es uns die Bibel in Zeugnissen beschreibt oder wir es aus Zeugnissen wissen..Wir leben hier in Deutschland in einen Schutzzone.
Aber wir wissen durch die Meldungen der nur zu gut, wie bedroht doch der Glaube an Jesus Christus in unserer Welt heute ist.
Am Himmelreich Gottes und an der Ewigkeit nimmt diese Welt Anstoß.
Mit dem Kommen Johannes des Täufers und seiner Ankündigung des Messias ist das Kommen des Reiches Gottes angebrochen.
“Das Himmelreich ist nahe herbei gekommen.”
Mit seiner Botschaft steht der Täufer an der Schwelle zum Zukünftigen.
Jesus selber predigt dies – in unser Heute und unser Jetzt hereinragende - im Glauben dies heute zu erfassende künftige Reich.
Er rechnet mit dem Tag des Menschen Sohn, mit seiner baldigen Ankunft in Herrlichkeit.
Der Täufer ist mit seinem Wirken und mit seiner Botschaft das unübersehbare Signal.
Johannes der Täufer spricht in seiner Botschaft vom Gericht Gottes.
Er spricht vom künftigen Zorn, von der Axt, die schon zum Hieb bereit ist, vom Fegen der Tenne und dem unauslöschlichen Feuer.
Es war seine Aufgabe, als Prediger in der Wüste, das Gericht Gottes und sogleich das Kommen des Menschensohnes anzusagen.
Doch Jesus weiß das noch ganz anderes.
Er verkündigt den Sieg der Gnade und der Liebe Gottes für alle, die sie annehmen wollen und sich von der Macht der Sünde und des Todes lossagen und den Weg Gottes gehen wollen.
Die durch die Tat Jesu Christi am Kreuz auf Golgatha frei geworden sind, die im letzten Gericht freigesprochen werden durch die Annahme dieser Gnade.
Das Gericht Gottes findet statt, aber nur einer muss es erleiden, Gottes Sohn, der stellvertretend für uns am Kreuz auf Golgatha für unsere Schuld Gott gegenüber bezahlt hat.
Und sogleich stellt uns Gott an die letzte Schwelle zwischen Leben und Tod, die wir - Gott allein kennt den Zeitpunkt- überschreiten werden.
Doch stehen wir heute zwischen den Gräbern unserer Eltern, Freunde und Verwandten,
die uns mahnen und uns die Vergänglichkeit des irdischen Lebens zeigen.
Eine Mahnung, die nicht nur aus den Papier der Zeitung in Form einer Anzeige besteht, sondern die eine feste Realität in jeden Leben ist.
Doch wir stehen nicht ohne Hoffnung hier, sondern dürfen auf die Auferstehung von den Toten hoffen und auf Gottes Zusagen, die wir in seinen Wort der Bibel finden und die uns am Sonntag in der Predigt verkündigt wird
Sind wir für sein Werk an unseren Leben bereit und lassen wir Gott in unsere Herzen?
Ist er Herr unseres Lebens?
Denn Gott hat sein letztes Wort noch nicht gesprochen.
Heute ist noch Zeit der Gnade ! Lassen wir ihn doch ein in unseren Herzen und unseren Leben.
Gerade im Angesicht der Gräber,
die Aufforderung und Mahnung an uns sein sollen,
eine Antwort auf die Frage des Lebens für uns selbst geben zu können.

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Predigtgottesdienst in Guttau am Pfingstmontag

Filed under:Allgemein, Predigten — Jens am 13.06.2011 gg. 08:21

Predigtgottesdienst in Guttau am Pfingstmontag
1 Mose 11, 1-9

Habe sie eigenen Kinder? Oder kennen sie die Kinder in ihrer Nachbarschaft und sehen ihr aufwachsen von klein an mit zu?
Die meisten von uns haben Kinder und wissen,
wie extrem schwierig manchmal es in der Erziehung
der Kinder im Laufe des Erwachsenwerdens sein kann.
Die Eltern und die Großeltern wollen immer nur das Beste für die „Kleine“.
Wenn die Kinder noch klein sind, sind oft kleine Dinge, die einen manchmal nerven und Sorgen bereiten.
Meine Mutter hat über mich immer gesagt:
„Kleine Kinder kleine Sorgen - große Kinder große Sorgen.“
Je größer die Kinder werden, um so mehr Dingen im Leben stellen sich dann ein.
Besonders in der der Zeit der Pubertät im Alter von 14-16 Jahre kann man das Erleben.
Oftmals führt man ein Gespräch über wichtige Dinge des Zusammenlebens in der Familie
und stellt dann darin fest, dass man scheinbar ,
obwohl wir eine gemeinsame Muttersprache haben,
doch in unterschiedlicher Sprache miteinander reden und wir trotz alle gegenseitiger Bemühungen uns nicht verstehen können.
Das Wort von der babylonischen Sprachverwirrung ist sprichwörtlich geworden.
Wir benutzen es immer dann, wenn Menschen mit verschiedenen Worten dasselbe sagen wollen und es nicht bemerken.
Wir benutzen es auch, wenn Menschen mit denselben Worten etwas Unterschiedliches meinen.
»Wir sprechen nicht dieselbe Sprache!«
so sagt man dann oft einmal, wenn das Verstehen schwer und die Missverständnisse zahlreich werden.
Nicht immer ist damit dann unsere Muttersprache gemeint.
Wenn Menschen einander im Konflikt gegenüber stehen, fällt es ihnen schwer eine gemeinsame Sprache zu finden.
Manchmal ist es so schwer, dass ihnen nichts anderes übrig bleibt, als am Ende getrennte Wege zu gehen.
So ähnlich muss es den Menschen beim Turmbau zu Babel damals auch gegangen sein.
Und um die Frage von Verstehen und Nichtverstehen
geht es auch bei den Predigttext des heutigen Pfingstmontags.

1.
Diese alttestamentliche Text beginnt wie ein bei einer alten Geschichte:
“Es hatte aber alle Welt einheitlich in Sprache und Wort.”
Das klingt in der Tat etwas märchenhaft,
weit weg von unserer Zeit, in der die verschieden- sprachigen Völker nebeneinander leben,
manche auch in sogenannten Vielvölkerstaaten.
Nicht wenige Staaten auch heute grenzen sich misstrauisch von anderen ab.
Ist nun das, was die alttestamentliche Geschichte sagen will, weit weg von unserer Gegenwart,
für uns also bedeutungslos?
Schauen wir uns unseren Predigttext genauer an.

Gewöhnlich wird dieser heutiger Predigttext
sogar in der Überschrift in der Lutherbibel –
als die “Geschichte vom Turmbau zu Babel” bezeichnet, jedoch vom Ursprung zu Unrecht.
Da ist ja keineswegs nur vom Turmbau die Rede, sondern es heißt ganz zu Beginn:
“Nun werden wir uns eine Stadt samt Turm bauen”.
Es geht also auch um den Bau einer Stadt.
Beides nun – die Großstadt und ihr riesiger Turm – sollen dazu dienen, dass sich die Menschen,
die Erbauer ihres Ansinnens,
einen Namen machen wollten,
dass sie sich nicht aus den Augen verlieren,
sondern alle zusammen leben können.
Wenn man den Text genau betrachtet,
dann geht es in der Geschichte nur vordergründig um den Turm und die Stadt,
es geht viel mehr aber um das Verhältnis der Menschheit zu Gott, den Schöpfer.
Etwas für die Menschheit – d. h. für alle Menschen – Typisches in ihrem Verhältnis zu Gott soll mit dem Bau der Stadt und des Turms aufgedeckt werden.
Es geht hier in erster Linie um die Einheitlichkeit der Menschheit in Überzeugung, Sprache und Wort,
die Gott zerschlägt,
doch nicht um die Bauvorhaben Stadt und Turm.
Darum beginnt die Geschichte auch mit den Worten: “Es war einmal die ganze Welt einheitlich in Sprache und Wort”, und sie schließt mit dem Satz:
“Dort hat Gott die Sprache der ganzen Welt verwirrt und sie von dort über die ganze Erde zerstreut.”
Darum trifft Gottes Strafgericht auch nicht den Turm oder die Stadt als das zu erschaffenen Bauwerk, sondern die Einheit der Menschheit,
indem Gott die Menschen in Sprachen getrennt über die ganze Erde zerstreut.

2.
Lassen Sie uns vom Text zu verstehen versuchen, warum Gott die Einheit der Menschheit zerschlug.
Kommt uns sein Eingreifen nicht merkwürdig vor, vielleicht sogar anstößig,
gerade auch in der heutigen Zeit,
in der auf vielfältige Weise Frieden und Eintracht innerhalb der Menschheit hergestellt werden soll,
Klingt da die alte Geschichte aus den AT nicht befremdlich, in der Gott selber Uneinheitlichkeit hervorruft?
Wenn es nur um den Bau des Turmes ginge,
dann wäre Gottes Handeln nicht recht verständlich.
Was ist denn daran so schlimm, wenn Menschen ihren Verstand einsetzen und mit Hilfe der Technik gewaltige Bauwerke errichten?
Doch werden in unserer Geschichte nicht Technik und Kultur aufs Korn genommen,
sondern der Umgang der Menschheit mit Technik und Kultur.
In ihrem Umgang damit offenbart sich nämlich das Wesen der Menschheit, ihre Überheblichkeit:
„Alles, so scheint auch für uns heute, ist machbar durch die Krönung der Schöpfung, den Menschen.“
Wir erleben es in unserer Zeit, wohin solche Überzeugung führt.
Einige Stichworte mögen genügen: Umweltprobleme – Unfälle in Kernkraftwerken - Veränderungen der Erbanlagen bei Menschen .
Das überhebliche, die menschlichen Grenzen nicht wahr haben wollende Wesen der Menschheit,
wird in unserer Geschichte mehrfach zum Ausdruck gebracht.
Der Bau eines riesigen Turms ist an und für sich nicht verwerflich;
verwerflich ist aber die dahinter stehende Haltung der Menschen:
Die Spitze des Turms soll “bis in den Himmel reichen”. Mit dem Himmel ist in der Bibel die uns Menschen verborgene und unzugängliche Welt Gottes gemeint. Eine Menschheit, wie sie in unsrer Geschichte gezeichnet wird, meint also tatsächlich,
von sich aus mit Hilfe ihrer Kultur und ihrer technischen Errungenschaften in Gottes Bereich selber vordringen zu können.
Es geht hier also im tiefsten darum,
dass die Menschen Gott gleich sein wollen.

Wenn sie mit dem Turm erst in Gottes himmlische Welt gelangt sind und mit ihm auf einer Stufe stehen,
dann brauchen sie sich von ihm auch nichts mehr sagen zu lassen.
Dann können sie auf sein Wort und seine Gebote verzichten und ihr Geschick selbst in die Hand nehmen.
Unsere Geschichte beschreibt dieses menschliche Streben sehr konkret:
Wir brauchen Gott nicht.
Wir können auch alleine für uns sorgen.
Wir bauen darum eine Stadt und einen riesigen Turm. Die Stadt bietet Wohnraum für uns alle,
und der Turm ist auch von weither sichtbar,
so dass wir immer wieder in unsere Stadt zurückfinden.
Alles ist wohlüberlegt und scheinbar logisch.
Doch lässt Gott die Menschen bei ihrem Treiben nicht gewähren,
denn sie überschätzen ihre Möglichkeiten, wenn sie meinen,
Gott gleich werden und mit ihren Leistung im Leben die Distanz und Kluft zu Gott überbrücken zu können.
Im Grunde versuchen die Menschen,
ein Reich ohne Gott aufrichten, in dem sie selber seinen Platz einnehmen.
Sie sorgen für die Zukunft, sie bauen vor, sie wollen ihre Einheit sichern, aus eigener Kraft und an Gott vorbei. Dabei verdrängen sie die Tatsache, dass sie nur Menschen, Geschöpfe Gottes, sind, die Gott nötig haben.
In Gottes Augen befinden sich die Menschen in einem verhängnisvollen Irrtum, wenn sie meinen, ohne ihn auskommen zu können.
In Gottes Augen ist das Vorhaben der Menschen lächerlich.
Sehr bildhaft wird in unserer Geschichte davon gesprochen,
dass Gott aus seiner himmlischen Welt “herabsteigen” muss, um den Turm und die Stadt überhaupt sehen zu können.
Das bedeutet nun nicht, dass Gott kurzsichtig ist, sondern dieser Zug soll uns anschaulich machen,
wie lächerlich das menschliche Streben ist,
sein zu wollen wie Gott, ja zu meinen,
mit dem allmächtigen Gott auf einer Stufe stehen zu können.
Gott muss “herabsteigen”, um den “Riesenturm” überhaupt wahrzunehmen.
Und sie macht damit zugleich noch etwas anderes klar, auf das wir gleich noch zurückkommen:
Wenn das Verhältnis Gott–Menschheit enger werden soll, dann geschieht das nicht so,
dass wir Menschen Gott durch ein bestimmtes
und sei es noch so ausgeklügeltes – Tun näher kommen,
sondern es geschieht allein so, dass Gott “herabsteigt”, dass er selber von sich aus auf uns Menschen zukommt.
Nur Gott, der Schöpfer selber kann die Distanz seiner Menschheit durch die Sünde entstanden ist zu ihm überwinden.
Dieser dadurch entstandene Kluft ist für uns Menschen nicht überbrückbar.
3.
Die Geschichte endet damit, dass Gott dem irrigen Treiben der Menschen ein Ende bereitet, indem er ihre bisherige Einheitlichkeit zerschlägt.
Aus Güte und Liebe zu seiner Menschheit sieht Gott sich zum Eingreifen genötigt,
wie es in unserem Text heißt: “Ja, sie sind ein einziges Volk, denn sie haben eine Sprache, und dies ist nur der Anfang ihres Handelns.

Nun wird ihnen nichts mehr unmöglich sein von dem, was sie sich zu tun anmaßen.
Nun wollen wir hinabsteigen und dort ihre Sprache verwirren, dass keiner mehr die Sprache des anderen verstehe.
So zerstreute sie Gott von dort über die ganze Erde, und sie mussten aufhören, die Stadt zu bauen.”
Gottes Strafgericht hängt mit seiner Sorge um seine Menschheit zusammen, es ist ein vorbeugendes Gericht.
Eine Menschheit, die über ihren Schöpfer meint,
ohne Gott auskommen und seinen Platz einnehmen zu können,
muss vor dem Ausleben dieser Fehleinschätzung bewahrt werden.
Gott zerschlägt darum die Einheit der Menschheit und erschwert die Gespräche untereinander,
um künftiges menschliches Handeln gegen ihn oder an ihm vorbei zu erschweren.
In der Geschichte der Welt finden wir Beispiele genug,
wie eine Gesellschaft ohne Gott aussieht,
in der man etwa das Paradies auf Erden mit menschlichen Mitteln herstellen zu können meinte, denken wir nur an den versuch des Kommunismus/Sozialismus hier bei uns.
In einer solchen Gesellschaft ist es mit der Freiheit des Einzelnen vorbei, und die verordnete Einheitlichkeit ist nur mit polizeilicher Gewalt und Gesinnungsterror aufrecht zu erhalten.
Nur eines kann die Menschheit retten: Dass Gott, der Schöpfer und Herr der Welt – wie es unseren Text plastisch zum Ausdruck bringt – “herabsteigt”
und die Distanz von uns Menschen zu ihm von sich aus überwindet.
Und das hat Gott Selbst getan, wie es uns in seiner Schrift berichtet wird.
In seinem Sohn Jesus Christus – das ganze Neue Testament handelt davon – ist Gott uns Menschen ganz nahe gekommen.
Jesus Christus hat einen Jüngerkreis um sich gesammelt, zu dem er von Gottes Barmherzigkeit und Menschenliebe,
aber auch von Gottes Gericht und unserer Verantwortlichkeit Gott gegenüber gesprochen hat.
Für uns Menschen – für unsere Gottesferne entstanden aus unser Schuld und Sünde,
und unseren menschlichen Widerstand gegen eine höhere Instanz, gegen Gott selber –
hat Christus dann gelitten und sein Leben am Kreuz auf Golgatha hingegeben, stellvertretend für uns alle um unserer Schuld und Sünde.
Gott hat sein Opfer angenommen und seinen ihm bis in den Tod gehorsamen Sohn von den Toten auferweckt – uns Menschen zur Hoffnung in einer verlorenen Welt.

Der Auferstandene ist seinen Jüngern erschienen und hat ihnen Glauben an sein neues, unvergängliches Leben geschenkt.
Bevor er “in den Himmel”, d.h. zu seinem himmlischen Vater ging, hat Christus seinen Jüngern versprochen, dass er ihnen den Heiligen Geist senden werde.
Durch dieses unsichtbare Band ist der zu Gott erhöhte Christus mit seinen Jüngern und allen nachfolgenden Christinnen und Christen verbunden und nahe.
Das Kommen dieses Geistes feiern wir am heutigen Pfingstfest, dem Geburtstag der Kirche.
Wenn wir die Pfingstgeschichte und die Geschichte vom Turm und der Stadt miteinander vergleichen,
dann entdecken wir, dass die Pfingstgeschichte im Grunde die Gegengeschichte zur Erzählung vom Turm- und Stadtbau ist.
Ging es in dieser um die Sprachverwirrung,
also um die Zerschlagung der in Gottlosigkeit anstrebenden Einheit der Menschheit,
so geht es in der Pfingstgeschichte um eine neue Einheit der Menschen unterschiedlichster Herkunft und Sprachen,
doch nicht mehr gegen, sondern mit Gott.
Durch das Wirken des Gottesgeistes heute,
durch den Glauben an Jesus Christus, den Sohn Gottes,
werden weltweit Menschen geeint, zusammengeführt, haben sie etwas, das sie im Tiefsten verbindet, können sie einander verstehen. Juden, Asiaten, Ägypter, Griechen und Römer werden in der Pfingstgeschichte genannt.
4.
Die “heilige christliche Kirche”, zu der wir uns im Glaubensbekenntnis bekennen, ist nichts anderes als eine weltweite Gemeinschaft von Menschen unterschiedlichster Herkunft und Sprachen,
die durch den gemeinsamen Glauben an Gott und Christus zusammengeführt und zusammengehalten werden.
Gott hat der Menschheit Maßstäbe angelegt,dass sie sich nicht grenzenlos von ihm fortentwickeln kann:
Das ist die Aussage der Geschichte vom Stadt- und Turmbau.
Mit der Kirche als die Gemeinde ,
also der Gemeinschaft der Christen,
hat Gott der Menschheit – auch uns hier zum Gottesdienst Versammelten – einen Weg eröffnet,
im Heiligen Geist, d.h. in der glaubenden Verbindung mit ihm und nicht an ihm vorbei,
durch die Zeit zu gehen bis in die Ewigkeit.
Das ist die Aussage der Pfingstgeschichte.

Amen.

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Filed under:Allgemein — Jens am 09.06.2011 gg. 06:58

Ich wünsche allen Glaubensgeschwistern und Lesern der Botschaft ein gesegnetes Pfingstfest in Erwartung der Wiederkunft auf unseren auferstandenen Herren Jesus Christus. Gott segne Dich!

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