Prediger Jens Winkler in der Kirche Guttau/Malschwitz

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1. Sonntag der Passionszeit (Invokavit)

Filed under:Allgemein, Predigten, Archiv — Jens am 21.02.2010 gg. 08:06

Predigtgottesdienst in Klix/Halbendorf
1. Sonntag der Passionszeit (Invokavit)

Text: Hebr 4,14 – 16
Christus ist unser Hoher Priester
14 Da wir nun einen großen Hohen Priester haben, der durch den Himmel gegangen ist – Jesus, den Sohn Gottes -, wollen wir an unserem Bekenntnis zu ihm festhalten.
15 Dieser Hohe Priester versteht unsere Schwächen, weil ihm dieselben Versuchungen begegnet sind wie uns, doch er wurde nicht schuldig.
16 Lasst uns deshalb zuversichtlich vor den Thron unseres gnädigen Gottes treten. Dort werden wir Barmherzigkeit empfangen und Gnade finden, die uns helfen wird, wenn wir sie brauchen.

Liebe Gemeinde, vielleicht kennen das mit ihren Lebenserfahrungen von sich selbst.
Sie hören eine Geschichte - und bei einem Satz oder einen Vergleich, der vielleicht für andere Zuhörer und Teilnehmer ganz unbedeutend ist, schweifen ihre Gedanken ab.
Sie kommen über diese einen Sache ins Nachdenken und hören den Rest der Geschichte gar nicht mehr bis zu Ende zu.
Oder sie sehen einen Film im Fernsehen und auf einmal drängen sich vor dem Bildschirm Bilder und Erlebnisse ihres eigenen Lebens.
Es verfolgen sie nicht mehr Film, sondern die Szenen, die sich in ihrem Kopf abspielen erhalten eine neue Lebendigkeit in ihren ganzen Geschehen.
Und manchmal ist das auch während einer Predigt im Gottesdienst so, wenn man dort eine bestimmten Ausdruck hört oder eine Parallele zum Leben zieht.
Das alles ist auch gar nicht schlimm, weil es das beste Zeichen dafür, dass etwas bei den Zuschauern oder Hörern und damit bei einen selbst gut und treffend ankommt und damit für mein Leben und dessen weiteren Verlauf zu mir spricht.

1.
Mir ging es heute so mit den Versen aus Predigttext aus dem Hebräerbrief.
Ich bin an diesem einen Satz daraus sofort hängen geblieben beim ersten Lesen.
„Lasset uns festhalten an den Bekenntnis'’
Meine Gedanken waren, was denn dieses Bekenntnis ist, das wir in diese Aufforderung festhalten sollen als Gläubige, als Gemeinde und als Kirche als ganzes.
Und dazu fiel mir dann in der weiteren Betrachtung doch eine ganze Menge ein:

Persönlich für mich würde ich es so formulieren, wie Martin Luther, unser großer deutscher Reformator
es in seiner Erklärung zu den Glaubensartikeln,
die wir in unseren Gesangbuch zum Teil finden ausgedrückt hat.
Es sind Worte, an die ich mich aus meiner Zeit als Konfirmand im Unterricht erinnert habe:
Ich glaube, daß Jesus Christus, wahrhaftiger Gott vom Vater in Ewigkeit geboren und auch wahrhaftiger Mensch von der Jungfrau Maria geboren,
sei mein Herr, der mich verlorenen und verdammten Menschen erlöset hat, erworben, gewonnen von allen Sünden, vom Tode und von der Gewalt des Teufels; nicht mit Gold oder Silber, sondern mit seinem heiligen, teuren Blut und mit seinem unschuldigen Leiden und Sterben; auf daß ich sein eigen sei…

Viele von uns, besonders die älteren unter uns, könnten dies auch so sagen im Rückblick an ihren Unterricht.
Meine Mutter kann selbst sechzig Jahre später noch bestimmte Passagen auswendig aufsagen, die sie in diesen Unterricht auswendig gelernt hat.
Ein Schatz fürs ganze Lebens, wenn man so will.
Bei den jüngeren Leuten sind diese Worte vielleicht so nicht mehr im Gedächtnis und Erinnerung.
Aber sie könnten die davon ausgehende Botschaft trotzdem unterschreiben.
Aber es liegt nicht alles daran, dass es nun diese Worte sind und dieses umfassende Bekenntnis ist.
Ich will es so ausdrücken:
Wenn alle aus ihrer Konfirmandenzeit und den Unterricht nur das mitnehmen würden:
“Gott liebt mich. Jesus Christus ist für mich gestorben und hat meine Sache mit Gott in Ordnung gebracht und mir das ewige Leben verdient. Darum soll und kann ich jetzt so leben, wie er es mir vorgelebt hat.”
Wenn es nur der einzige Gedanke wäre, es wäre genug für unser ganzes Leben!
Jetzt kommt das Andere, das “aber”…, jetzt kommt der Grund in neuen Bildern, warum mir das so lange zu denken gegeben hat, was wir im Brief an die Hebräer lesen:
Laßt uns festhalten an dem Bekenntnis.
Viele Menschen unserer Tage halten nicht mehr fest am Bekenntnis, wie es uns gegeben worden ist durch unsere Kirchenväter und zu welchen sie sich mit ihren Eintritt in der Kirche bei der Konfirmation bekannt haben
Dieses ist bis heute das Fundament der Kirche.
Für sie zählt es in ihren Leben nicht mehr.
Gott liebt diese Menschen wohl, aber es interessiert sie nicht.
Und Jesus Christus hat ihre Sache von Schuld und Sünde mit Gott ins Reine gebracht,
aber sie nehmen es in ihren Leben nicht für sich in Anspruch, da ihnen die persönliche Gottesbeziehung fehlt.
Und darum leben sie auch ganz und gar nicht so,
wie Gott der Schöpfer es will und uns in seinen Geboten gegeben hat..
Sie kreisen in ihren Leben und Gedanken nur um sich selbst. Schlagwörter wie „Selbstbestimmung“ und „Selbstverwirklichung“ bestimmen es.
Sie schaffen, arbeiten und nehmen alles erdenkliche mit in ihren Leben , was geboten wird, nur für sich ohne es zu hinterfragen. .
Sie lieben weder Gott noch den Nächsten, den Nachbarn und Arbeitskollegen, der neben ihn in Not ist und Hilfe braucht.
Ja, sie lieben im Grunde auch nicht sich selbst, denn Eigensucht und Selbstliebe ist zweierlei.
Und sich selbst lieben kann nur der, der auch Gott und den Mitmenschen liebt.
2.
Aber meine Gedanken gingen noch weiter, viel weiter: Mit diesem Bekenntnis zu Gott und seinem Sohn Jesus Christus fallen auch alle anderen Bekenntnisse dahin: Das Bekenntnis zur Wahrheit zum Beispiel.
Auch das auf die Bibel, wie es bei einen Treueeid oft so leichtfertig ablegen, wenn sie nach der Eidesformel sagen“ So wahr mit Gott helfe,,“

Und das Bekenntnis zu einem Freund oder dem Ehepartner vor Traualtar..
Ich gebe darauf bei denen auch nicht viel,
die das erste, das Bekenntnis zu Gott, oft so leichtfertig aufgeben!
Ich weiß durchaus, was ich damit sage.
Ich will auch erklären, was und warum ich das meine:
Wer den Gott seiner Kindheit und Jugend aufgibt,
wer das Bekenntnis, das er bei der Konfirmation gesprochen hat, abtut, wie ein aufgebrauchtes Gegenstand,
und auch wer im Laufe seines Lebens die Bindung an Gott und das eigene Gewissen für Geld, Macht und Erfolg preisgibt,
der gibt das wichtigste auf, was ein Mensch überhaupt hat und tritt es mit Füßen!
Und es ist nicht anders sein, als dass mit dieser Bindung alles andere, was den Menschen in seinem Herzen bindet und hält, verloren geht.
Solche Menschen haben keine Wurzeln mehr,
sie haben keine Mitte, keinen Halt und Trost in ihren Leben mehr, da der Sinn des Lebens ihnen verloren gegangen ist.
Können sie dem Klassenkameraden, der einmal mit ihnen gemeinsam vorm Altar konfirmiert worden ist
und heute Gott leugnet, ja verflucht, glauben, wenn er sagt, er wäre ihr Freund?
Ich habe dies, weil wir dies gemeinsam getan haben.
Hätten sie nicht die Befürchtung im Herzen:
Wie er Gott weggeworfen hat, so wird er auch mich einmal wegwerfen, wenn ich ihn scheinbar nichts mehr nütze?

Und wenn ihnen ein Anderer fast beschwörend entgegen tritt,
die Wahrheit in einer bestimmten Sache zu sagen,
von dem sie doch wissen, dass er den Glauben an Jesus Christus längst mit dem Geldmammon dieser Welt vertauscht hat,
würden sie da sehr viel auf das geben, was er ihnen schwört?
Warum sollte ihre Wahrheit mehr wert sein, als Christus?
Und umgekehrt: Warum soll einer an der Wahrheit festhalten, die doch nur ein Wort ist, wenn er doch nicht einmal an Jesus festhält, der doch der lebendige Herr und Heiland dieser Welt ist?
Es ist schon so in den Erfahrungen des Lebens:
Wer die oberste, wichtigste, ja heiligste Bindung seines Lebens löst, der hat alle Bindungen gelöst!
Alle Bekenntnisse eines Menschen sind nur glaubhaft, wenn das größte, höchste Bekenntnis wahr ist und bleibt:
“Gott liebt mich. Jesus Christus ist für mich gestorben und hat meine Sache mit Gott in Ordnung gebracht und mir das ewige Leben verdient.
Darum soll und kann ich jetzt so leben, wie er es mir vorgelebt hat.”

3-
Das waren die Gedanken, zu denen mich dieser eine kleine Satz angeregt hat:
Lasst uns festhalten an dem Bekenntnis.
Zurück bei den Worten aus den Brief an Hebräer war ich dann an dieser Stelle:
…damit wir Barmherzigkeit empfangen und Gnade finden zu der Zeit, wenn wir Hilfe nötig haben.

Und mir wurde da auf einmal sehr, sehr traurig zumute: Was ist denn, wenn ein Mensch sein Bekenntnis, seinen Glauben und seinen Gott aufgegeben hat?
Wie soll er das denn wiederbekommen?
Wo ist der Punkt, an dem der Mensch, wenn er das erst alles verloren, ja mutwillig verworfen hat, anknüpfen kann, um es wieder zu erhalten?
Gewiss, es geht in einen jeden Leben..
Es geht, weil Gott,d er Schöpfer gnädig ist und weil er uns als seine Kinder liebt.
Aber von uns aus, können wir nichts machen. Menschen, die ein ganzes Leben ohne Gott gelebt haben, die seine Sache verlacht und lächerlich gemacht haben, die gläubige Menschen verspottet und den Glauben verunglimpft haben,
Menschen deren Bekenntnis immer nur das war,
dass man nichts auslassen darf im Leben und dass ein angemessener Preis jeden Gewinn im Leben rechtfertigt und man getrost, wenn es sich lohnt, auch über Leichen gehen kann, solche Menschen haben nur die eine Chance:
Dass Gott ihnen dennoch verzeiht und sie annimmt - und wenn es in der Stunde des Todes wäre.

Mir fällt dazu das Wort ein:
Was nützt es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt, dabei aber sich selbst verliert und Schaden nimmt an seiner Seele? -
Ich möchte auf diese gestellte Frage antworten , die dieser Satz stellt:
Es nützt ihm nichts, überhaupt nichts,
denn er kann selbst nichts tun, um seine Seele auszulösen.
Er ist allein angewiesen auf Gottes Erbarmen und seine Gnade, wie wir das unser ganzes Leben schon sind. .

Denn oft ist inzwischen jegliche Beziehung dieser Menschen zu Gott den Schöpfer und Retter dieser Welt kaputtgegangen,
von diesen Menschen selbst zertreten worden in jungen, erfolgreichen Jahren,
in denen vermeintlich alles zum Besten stand und man so stark war und so überlegen und in denen man die, denen die Sache mit den lebendigen Glauben an Gott wichtig war, als fanatische Kirchgänger abgetan hat.
Das Leben geht weiter, man erreicht die Mitte und geht zur Neige.
Wir werden schwächer, hilfsbedürftig,
suchen nach einen festen Halt und einer Antwort auf die Frage nach den Sinn des Lebens , was dann mit uns wird, wenn die Lebensuhr abgelaufen ist.
Schwierig, wenn dann nichts mehr da ist, was unsin dieser oft so trostlosen Welt trägt.
Schrecklich, wenn wir dann den nicht mehr kennen, der unser Gebet hört.
Oft wissen die Menschen dann nicht einmal mehr wie das geht, das Beten und um seine Macht wissen sie schon gar nicht.

Darum noch einmal: die ‘Worte aus unseren Predigtext: Lasst uns festhalten an dem Bekenntnis.
Lasst uns festhalten an Gott, wenn wir ihn gefunden haben in unseren Leben.
Lasst uns den Glauben bewahren als das Wertvollste unseres Lebens.
Und lasst uns auch an und in Gottes Gemeinde, Gottes Kirche bleiben.
Keiner kann allein leben. Keiner kann allein glauben. Wir sind auf einander angewiesen, dass wir uns stützen, helfen und auch mahnen!
Es werden für uns alle Zeiten im Lebenskreis kommen, da muss es sich bewähren, ob wir am Bekenntnis festgehalten haben.
Und es wird uns nichts wichtiges entgangen sein,
wenn wir nur den Trost unseres Glaubens haben,
und wir werden Barmherzigkeit und Gnade finden zu der Zeit, wenn wir Hilfe nötig haben.
Wenn wir das wissen und glauben - sagen wir es den Mitmenschen um Gottes Willen weiter!
Passio0nszeit ist Zeit des Nachdenkens über unser Leben, nehmen wir uns in Anbetracht der Leiden Christi am Kreuz dafür Zeit.

Amen!
Das gesprochen Wort gilt!

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