Prediger Jens Winkler in der Kirche Guttau/Malschwitz

Bibel - Gottes Wort - Errettung - Gottes Sohn -Jesus Christus -Leben - Glauben

Diesen Artikel drucken

Lukas 1.26-38

Filed under:Allgemein, Predigten — Jens am 19.12.2010 gg. 09:02

Predigtgottesdienst in Malschwitz zum 4. Advent
Lukas 1.26-38

Kennen sie eines der schwierigsten Probleme, die viele Menschen in der jetzigen Zeit so kurz vorm Fest haben .
„Was schenke ich meinen Liebsten?“
So oder so ähnlich sind die Gedanken vieler Menschen
Das Fest von Weihnachten ist für viele Menschen die Zeit des Schenkens.
Ziel des Schenkens ist es, den geliebten Verwandten und Mitmenschen eine Freude in oft mancher schwieriger Lebenssituation zu machen.
Das gelingt mit so manchen Geschenk nicht immer.
Nicht weil es zu billig war, sondern weil es nicht gefällt.
Mancher ist von einem solchen Geschenk nach den Auspacken enttäuscht und denkt im Stillen:
„Was soll ich denn damit?““ Wo kann ich es tauschen?“
Es könnte allerdings sein, dass der Beschenkte später im Leben das Geschenk durchaus zu schätzen weiß und dann erst merkt, welche Freude ihm damit gemacht wurde.
Wenn, zum Beispiel, ein kleines Kind vom Onkel ein Sparbuch mit einem stattlichen Betrag geschenkt bekommt, dann ist das Kind zunächst enttäuscht und hätte vielleicht lieber ein Bilderbuch bekommen.
Später im weiteren Leben aber wird es den wahren Wert dieses Geschenkes ermessen und sich sehr darüber freuen.
1.
Am wert­vollsten sind die Geschenke, die Gott uns Menschen mit seinen Handeln an der Schöpfung macht.
Eigentlich ist ja alles ein Gottes Geschenk,
was wir als Menschen sind und haben,
alles, was nicht den mensch­licher Handeln entspringt.
Und Gott gibt uns alle seine Gaben in unseren Leben mit dem Ziel, dass wir uns darüber freuen sollen und sie in unseren Handeln einsetzen..
Oft sind wir überrascht, was Gott uns so alles schenkt. Die Gottes Gaben werfen oft unsere Erwartungen darüber über den Haufen, und es kann mitunter sein, dass wir sogar davon enttäuscht sind.
Wenn Gott uns in unseren Leben zum Beispiel eine Krankheit zumutet, werden wir sie meistens nicht sofort als sein Geschenk freudig annehmen.
Oftmals fühlen wir uns dann sehr von Gott verlassen.
Wir werden möglicher­weise darüber nach­denken, womit wir diese schwierige Zeit denn überhaupt verdient haben.
Dabei kann die Erfahrung von Krankheit durchaus unser Leben und die Einstellungen ganz besonders zu unseren Schöpfer dazu bereichern,
Das merken wir erst hinterher, wenn wir wieder gesund sind und alles vorbei ist und wir im Rückblick die Zeit und die Ereignisse aus der Ferne betrachten.
Gut ist es in jedem Fall, wenn wir die Kunst im Leben erlernen, uns von Gott beschenken zu lassen.
Wir sollen also bereit werden, alles aus seiner Hand zu nehmen und darauf zu vertrauen,
dass er es mit uns als seine Schöpfung letztlich zum Besten schenkt, zur Freude.
„Weise mir, Herr, deinen Weg“, können wir dann ganz fröhlich beten und uns überraschen lassen, was
Gott uns mit unserem Leben alles schenken wird (Psalm 86,11).
2.
Auch unser Predigttext spricht von einer solchen Überraschung.
Maria ist in besonderer Weise von Gott überrascht und beschenkt worden.
Jawohl, beschenkt, denn so redet sie der Engel Gabriel an:
„Sei gegrüßt, du Be­gnadete!“; man kann auch sagen: „du Be­schenkte!“
Auch das Ziel dieses Geschenks steckt bereits in dem Gruß mit drin,
die Freude, denn „Sei gegrüßt!“ heißt zugleich:
„Freue dich!“
Und der Engel des Herrn bestätigt gleich darauf:
„Du hast Gnade bei Gott gefunden“, das heißt: „Du sollst von Gott beschenkt werden.“
Es ist ein äußerst über­raschendes Geschenk,
ein über­wältigendes Geschenk, das Maria von Gott erhält.
Und es ist ein über­natürliches Geschenk, eben ein Geschenk Gottes in seiner großen oftmals für uns Menschen unergründlichen Weisheit gibt..
Sie, die Jungfrau, die noch mit keinem Mann Verkehr gehabt hat, soll schwanger werden und einen Sohn gebären.
Dieser Sohn wird niemand anders sein als der Davidssohn, der Messias, auf den das Volk Israel schon so lange gewartet hat.
Eigentlich ist es schon eine über­wältigende Sache, dass der Engel Gabriel Gottes Botschaft aus­gerechnet zu Maria bringt.
Es war doch sonst meistens die Sache der Männer, von Gott direkt angeredet zu werden und die ihn, so lesen wir es im AT, damit oftmals als seine Propheten ihn dann dienten.
Und als un­verheirate­tes Mädchen hatte sie weniger Ansehen als eine ver­heiratete Frau.
Noch dazu war sie ein ganz einfaches Mädchen aus Hand­werker­kreisen.
Noch dazu lebte sie in Galiläa, der Gegend, die von den Frommen aus Jerusalem und Judäa gar nicht mehr richtig zum Heiligen Land und Israel dazu­gerechnet wurde. „Was kann nur gutes aus Galiläa kommen?
Aus­gerechnet zu dieser Maria redet der Engel Gabriel! Aus­gerechnet sie soll die Mutter des Messias werden! Das wider­spricht jeder mensch­lichen Logik und Handelns zu jeder Zeit.
Aber gerade darum zeigt dieses Ereignis Gottes Hand­schrift:
Gott begibt sich ganz bewusst in diese Niedrig­keit.
Er handelt ganz bewusst so an uns Menschen.
Nun entsprang Gottes über­raschendes Geschenk an Maria freilich nicht einer plötzlichen Einfall.
So un­verständlich und über­raschend Gott oft handelt nach mensch­licher Be­urteilung,
so planvoll und gezielt geschieht es aus seiner Ewigkeits-Per­spektive, für seinen Heilsplan für uns alle Menschen, der seit Anbeginn besteht..
Darüber gibt Gabriel der Maria auch Rechen­schaft: „Gott der Herr wird ihm (dem Kind) den Thron seines Vaters David geben, und er wird König sein über das Haus Jakob in Ewigkeit, und sein Reich wird kein Ende haben.“
Da klingen die Worte an, die über tausend Jahre zuvor der Prophet dem König David geweissagt hatte von seinem Nachkommen, der einmal ewig herrschen würde.
Diese Verheißung hat Gott durch viele Propheten ständig wiederholen lassen; nun erfüllt sie sich durch Maria.
Diesen Davidssohn, diesen Erlöser hatte Gott bereits zu senden be­schlossen, als die Welt noch ganz jung gewesen war, vor langer Zeit..
Für Maria mochte es ganz unerwartet kommen, für Gott ist es die Erfüllung seines Heilsplans, eines Heilsplans, der im großen Bogen die ganze Welt­geschichte überspannt und der im Kommen Jesu Christi seinen Höhepunkt hat.
Der Überbringer dieses Geschenks ist Gottes Heiliger Geist, wie Gabriel erklärt:
„Der heilige Geist wird über dich kommen, und die Kraft des Höchsten wird dich über­schatten.“
Außerdem bekommt Maria ein Wunder­zeichen, dass es wirklich Gottes Tat und kein Irrtum ist:
„Siehe, Elisabeth, deine Verwandte, ist auch schwanger mit einem Sohn, in ihrem Alter, und ist jetzt im sechsten Monat, von der man sagt, dass sie unfruchtbar sei.“
Nun könnte man denken, dass Maria über dieses Geschenk eher erschrocken als erfreut war.
Immerhin hatte man als un­verheiratete Schwangere damals keinen leichten Stand.
Auch mag es sein, dass diese göttliche Botschaft ihre ganze Lebens­planung über den Haufen warf.
Vielleicht war sie innerlich noch gar nicht darauf ein­gestellt, ein Kind zu bekommen.
Aber Maria geht mit diesem Geschenk wider Erwarten gut um. Sie lernt hier schnell die Kunst, sich von Gott beschenken zu lassen.
Sie sagt: „Siehe, ich bin des Herrn Magd, mir geschehe, wie du gesagt hast.“
Nun würde diese Geschichte nicht in der Bibel stehen, wenn es hier nur um Gottes privates Geschenk an Maria ginge.
3.
Aber es geht ja um mehr.
Es geht um Gottes Geschenk an alle Menschen, es geht um Gottes Geschenk auch an uns.
„Jesus“ soll er heißen, zu deutsch „Retter“ oder „Heiland“, und der Name ist Gottes Programm:
Rettung soll durch ihn allen Menschen wider­fahren.
Alle Menschen sind durch die Macht der Sünde von Gott getrennt.Dadurch gehen alle Menschen ohne Gott verloren, weil diese Macht den ewigen Tod bedeutet.
Diese Trennung will Gott überwinden.
Durch eine Rettung, in dessen Schlüssel Gott liegt.
„Er wird ein König sein über das Haus Jakob“, kündete der Engel an.
Mit dem Haus Jakob ist das Volk Israel gemeint, aber nicht von seiner leiblichen, sondern von seiner geistlichen Abstammung her.
Alle, die wie Abraham auf Gott vertrauen, sind seine Kinder und bilden das wahre Israel, das wahre Haus Jakob. So ist dieses Geschenk, das Maria bekam, Gottes Geschenk an uns.
Wir haben durch Maria diesen Heiland und König geschenkt bekommen.
Gott macht uns dieses Geschenk immer wieder neu. Jesus kommt immer wieder neu auf die Welt, nämlich dort, wo sein Wort verkündigt wird, sei es mit der Schrift oder der Predigt auch hier gerade am Sonntag in dieser Kirche. .
Es ist bis zum heutigen Tag so, dass der Heilige Geist als Gottes Geschenk­bote dient.
Gottes Wort aber und dessen Verkündigung sind die Kanäle, durch die der Heilige Geist zu uns kommt und mit Jesus beschenkt – mit der besten und kostbarsten Gabe, die Gott zu verschenken hat.
Liebe Gemeinde, lasst es uns der Maria gleich tun und dieses Geschenk freudig annehmen!
Mag sein, dass wir seinen Wert nicht immer gleich erkennen und enttäuscht sind, wie so mancher von seinen Geschenk zu Weihnachten.
Mag sein, dass manches Gemeinde­glied in der vor uns liegenden gottes­dienst­reichen Zeit mault und denkt, dass das viele zur Kirche gehen ziemlich stressig werden wird.
Vielleicht finden viele gerade junge Menschen auch Liturgie und Predigt aus­gesprochen langweilig.
Aber bedenkt: Hier kommt Gottes bestes und kostbarstes Geschenk zu uns!
Hier kommt Jesus Christus, der Sohn Gottes selbst zu uns durch den Heiligen Geist, durch Wort !
Hier beschenkt uns Gott mit dem Ziel, dass wir uns freuen können, über den Tod hinaus freuen, ewig freuen!
Weil wir mit seinen Sohn des Weg in Vaterhaus gehen können.Lernen auch wir die Kunst, Gottes Geschenk für unser Leben anzunehmen und es bestimmen zu lassen.
Auch wenn es mit machen Geschenk unter dem Baum zum Weihnachtsfest nicht so ist.
Schätzen wir den Wert dieser himmlischen Gabe und Geschenkes für unser Leben recht ein!
Wenn wir wissen, was wir mit Jesus Christus geschenkt bekommen, dann werden wir entdecken:
Alles andere, was uns im Leben widerfährt, sind Gottes gute Gaben in Jesu Namen.
Auch wenn es uns überrascht, unsere Lebens­planung über den Haufen wirft oder im ersten Moment enttäuscht:
Lassen wir uns überraschen von Gott; es ist spannend, so zu leben!
Und wir können nichts Besseres für unser Leben tun wie es auch Maria getan hat, als stets zu sagen: „Siehe, ich bin des Herrn Magd!“, oder: „Ich bin des Herrn Knecht!“ Amen.

Keine Kommentare

No comments yet.

RSS feed for comments on this post.

Sorry, das Kommentarfeld ist zur Zeit nicht verfügbar.