Prediger Jens Winkler in der Kirche Guttau/Malschwitz

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Okuli /3. Sonntag der Passionszeit

Filed under:Allgemein, Predigten — Jens am 26.03.2011 gg. 08:53

Predigtgottesdienst in Malschwitz
Okuli /3. Sonntag der Passionszeit
Markus 12,41-44

“Über Geld spricht man nicht”: so lautet scheinbar eine ungeschriebene Verhaltensregel in unserer Gesellschaft.
Dann folgt meist der weitere Satz: „Geld hat man“
In der Tat werden wir oftmals sehr verschlossen in unseren schnellen Redefluss,
wenn ein Gespräch auf dieses Thema kommt,
was denn wir eigentlich verdienen und wohin und weswegen wir es ausgeben.
Eine bekannte Redewendung des Volksmundes ist: “Beim Geld hört die Freundschaft auf.”
Man kann sogar sagen:
“Beim Geld hört die Verwandtschaft auf.”
Dies wird eigentlich immer wieder mit den gemachten Erfahrungen des Lebens belegt,
die bei Kindern nach den Tod eines Elternteils beim Aufteilen des Erbes und Pflichtteils entstehen.
Dann kann es zu so Situationen kommen,
in deren Verlauf sich manche Witwe auch heute noch gegen finanzielle Forderungen ihrer Verwandtschaft mit den Worten wehren muss:
“Nun wartet damit doch noch, bis ich unter der Erde und auf den Friedhof bin!”
Darin wird hier ein großes Problem fast allern Zeiten deutlich.
Wenn die Erben sich bereits zu streiten beginnen, bevor ein Verstorbener auf den Friedhof beerdigt ist – das kommt vielleicht öfter auch bei uns vor als wir denken –,
dann ist auch ein solches Verhalten eine Bestätigung für die Tatsache,
dass unser Umgang mit Geld und Reichtum ausgesprochen schwierige Züge auch unter Christen haben kann.

1.
Unser heutiger Text redet auch Geld, das weiter gegeben wird.
Da legen die Menschen nach den Besuch des Gottesdienstes im Tempel ein Opfer in den Kasten ein, und Jesus sitzt da und schaut dabei zu.
Das macht er eigentlich immer, auch heute noch mit uns.
Er sitzt da und blickt uns an, während wir opfern,
sei es im Gottesdienst oder beim spenden für andere Dinge.
Er sieht nicht nur, was wir in den Kasten geben,
sondern auch wie und aus welchen Grund wir es geben.
Er bemerkt, was dabei in den Tiefsten unserem Herzen vorgeht.
Jesus sieht nicht nur, was wir da hinein geben,
sondern auch das, was wir nicht geben und zu nicht geben bereit sind.
Ist das nicht bereits ein schwieriger Gedanke,
dass Jesus da uns zusieht,
wie viel wir für die Gemeinde, Kirche und für die Arbeit für Gottes neue Welt geben?
Und taucht da nicht die Frage in unseren Leben auf:
Können wir denn überall helfen?
Kann ich jeden der Hilfe, braucht etwas von meinen Reichtum abgeben?

Dabei sind es die verschiedensten Aspekte, die uns dabei bewegen. Einige möchte ich heute aufzeigen

In heutigen unseren Predigttext haben wir von einer armen Witwe gehört.
Eigentlich ist auch heute vielen klar,
dass wenn die Ehefrau ihren Mann verliert und vielleicht noch kleineren Kinder hat, dann fällt sie in ihren sozialen Status nach unten.
Diese Frau gibt einen scheinbar bescheidenen Betrag in den Kasten.
Der Bericht von der Witwe, die alles gibt und von Jesus gelobt wird, hat sicher schon manchen geärgert.
Warum wird diese arme Frau so von Jesus gelobt?
Es hat damals ohne Frage viele Besucher des Tempels gegeben,
die eine hohen Beträge in den Gotteskasten geworfen haben.
Und damit konnte man vielen helfen.
Aber darüber verliert Jesus kein Wort.

Er nimmt diese großen Gaben der Reichen offensichtlich als selbstverständlich hin.
Von einem Priester am Tempel heißt es,
er habe einmal eine Frau weggeschickt,
die mit einer ähnlich geringen Gabe zu ihm kam.
Diese zwei Pfennige decken ja nicht einmal die Kosten, welche er für die zu erbringende Leistung hatte.

Jesus aber, als diese Witwe kam und die zwei Pfennige einlegte, der lobte diese Frau.
Die Frau besitzt, nachdem sie ihre Opfer in den Kasten eingelegt hat, keine weiteres Geld mehr,
auch keinen Grundbesitz oder andere wertvolle Dinge.
Sie gab, wie Jesus sagte, alles,
was sie in ihren Besitz noch hatte.
Sie spart also auch nicht die Hälfte für sich auf.
Damit gibt sie ihren ganzen Lebensunterhalt als Opfer für Gott hin.
Welch wichtige Einstellung muss diese Frau von Gott gehabt haben?
Wie sehr muss ihr der Tempel,die Gottesdienste und damit ihr Glauben an Gott am Herzen gewesen sein?
Wir können es aus dieser gegebenen Gabe nur erahnen.
Sie hat alles für Gott mit ihrer Lebenseinstellung gegeben.

Und aus dem Studium der Bibel wissen wir:
Gott lässt es nicht unbelohnt, wenn einer um Gottes willen etwas weggibt.
Nicht einmal den Schluck Wasser, den wir in seinem Namen weiterreichen bleibt unvergolten.

Die Witwe, die von Jesus gelobt wird, wusste:
“Ich will meinem Gott danken.
Ich will ihn ehren mit meinem Geld.
Wenn ich meine Gabe in den Tempel trage,
dann kann ich damit rechnen,
dass Menschen sich um dieses Opfer und seine Verwendung kümmern,
die sich vor Gott verantwortlich wissen,
weil sie ihn einmal Rechenschaft geben müssen,”
Heute zahlen die Christen Kirchensteuer,
Kirchgeld und weitere freiwilligen Gaben in den Haushalt der Kirche und Gemeinde.
Auch sie sind für die Kirche und für Gottes neue Welt wichtig.
Doch diese Gaben sind hier nicht gemeint.
Es ist hier etwas angesprochen, was wir über unsere Verpflichtung des Zehnten hinaus geben.

Es muss sogar nicht einmal Geld gemeint sein.
Ich denke gerade jetzt an die Passionszeit,
in der ich auf etwas mir scheinbar sehr wichtiges im Lebens verzichten kann.
In dieser Zeit verzichte ich bewusst auf eine lieb gewordene Gewohnheit,
um mich frei zu machen für Gott Reden mit mir,
für Jesus und sein Angebot an uns Menschen
Auch dieser Verzicht ist ein Opfer.
Im Gottesdienst sammeln wir in Kollekte und Opfer etwas zum Bau von Gottes neuer Welt.
Diese Gaben sind auch gemeint.
Und über all das hinaus kann ich noch Missionswerke und Missionare für die Verbreitung der Botschaft mit einem Opfergabe unterstützen.

Und aus der Bibel wissen wir:
Gott lässt es nicht unbelohnt, wenn einer um Gottes willen etwas weggibt. Nicht einmal den Schluck Wasser, den wir in seinem Namen weiterreichen bleibt unvergolten.

2.
Das waren jetzt zwei Beispiele, für das, was Opfer heute bedeuten kann.
Vom Predigttext her liegt es nahe, darüber zu reden. Doch ich muss auch noch etwas zu der Grundlage von dem allen sagen, auch das Fundament dessen:
Dieser Grund liegt in der Liebe Gottes zu uns allen Menschen, die wir seine Geschöpfe sind.
Diese Liebe zeigt sich in Jesus.
Jesus Christus, der auferstandene Sohn Gottes möchte dich ganz auf seiner Seite.
Er will dein und mein Bestes fürs Leben.
Gerade jetzt in dieser Passionszeit ist es wichtig für unser Glaubensleben, einmal unser Stellung vor Gott zu bedenken.
Darum sollten wir fasten und verzichten.
Gott kommt es in erster Linie gar nicht auf dein Geld, auf deinen Geldbeutel an.
Jesus Christus möchte alles.
Er möchte dich, dein ganzes Leben,
möchte ein festen Platz in deinen Herzen und damit deinen Besitz, deine Gefühle.
Jesus Christus möchte in deinem Leben dir Gutes tun. Selbst wenn du ihm all deinen Besitz,
all dein Geld geben würdest und würdest dein eigenes sündiges Leben behalten wollen,
so wäre es Dir vor Gott nichts nütze.
Umkehr ohne Neubeginn im Leben bedeutet bereits das Ende vom Anfang.
Jesus möchte, dass du an ihn glaubst,
dass du ihn mit dem Herzen siehst.
Und dann sprechen wir auch unsere Geldangelegenheiten, ja alle unsere wichtigen Entscheidungen im Leben mit ihm durch.
So wie diese Witwe, die Gott ihr Leben gegeben hat und darum vertrauen konnte, dass Gott sie weiter versorgt.
Wir sollen soviel wie möglich ihm geben.
Gott wird sie nicht enttäuschen.

Die Nachfolger Jesu Christi sollen soviel geben wie möglich.
Dazu ermuntert uns die Bibel.
Die Witwe, die vor den Augen Jesu im Tempel opferte, gab alles, was sie in ihren Leben besaß.
Darum lobte Jesu sie.
Ihm kam es nicht auf die Höhe der Spende und Kollekte an.
Es kommt ihm heute an diesen Sonntag auch nicht darauf an, wie viel wir in den Beutel geben,
sondern auf die Gesinnung und Einstellung , aus der heraus wir es geben.
Gott kennt das Motiv des Gebens.
Wollen wir vor anderen gut dastehen?
Wollen wir für unsere Spende gelobt werden?
Wollen wir unser schlechtes Gewissen beschwichtigen? Geben wir nur, damit uns irgendwann auch gegeben wird?
Das Motiv unseres Gebens soll der Dank dafür sein, was Gott an uns getan hat und was er für uns tut.
Motiv kann und soll die Ehrerbietung sein,
die wir dem Geber aller guten Gaben schulden.
Wie wunderbar versorgt er uns mit allen Gütern.
Darum können wir ihm auch unser Leben anvertrauen.

Selbst wenn wir alles geben, was wir haben,
bleibt das noch gering gegenüber dem Opfer Jesu am Kreuz auf Golgatha
Er gab sein Leben für unsere Schuld und Sünde Gott gegenüber dahin, damit wir Menschen wirkliches Leben mit Gott haben und zum Sinn des Lebens zurückkehren.
Und dann werden wir das Leben in Ewigkeit nicht verlieren, wenn wir uns an Jesus binden.

Wer aus diesem Wunsch lebt, diesem ewigen Gott,
der sein Liebstes, seinen Sohn für uns gab,
zu danken und ihn zu ehren,
der beginnt zu ahnen, dass nicht die Größe der Gabe zählt, sondern das Opfer an sich.
Wer opfert, der merkt, dass er etwas aus seinen Leben weggibt.
Gaben, von denen wir uns trennen, ohne das wir es merken, verdienen den Begriff Opfer nicht.
Also haltet euren Geldbeutel fest.
Denn dass gerade diese Frau, die nur zwei Pfennige opferte, von Jesus als Vorbild hingestellt wird,
ist beschämend für alle, die viel besitzen.
Aber es ist auch für die beschämend,
die meinen, dass es auf ihr Opfer sowieso nicht ankomme und nichts geben
Gott wartet auf unsere offene Hand.
„Ein Geber hat Gott lieb“
Gerade durch uns will er sein Evangelium unter den verlorenen Menschen verkündigen und den Not-leidenden in aller Welt helfen.
Er erwartet unser offenes, suchendes Herz,
das sich ihm vorbehaltlos ausliefert.
Wer von seinem irdischen Besitz weggibt, wird überrascht sein,
was Gott aus den kleinen und kleinsten Gaben in seiner Gemeinde werden lässt und wie sehr er deine Opferbereitschaft segnet in unseren Leben.

Wir sollen auf diese arme Witwe blicken mit ihren Gaben ,
denn von den Reichen lernt man das sparen,
von den Armen jedoch das dankbare Geben.
Auf jeden Fall dürfen wir uns nicht mehr von dem Argument abhalten lassen,
dass unsere Gabe gegen soviel Not keinen Sinn macht.
Für Jesus machte die Gabe dieser Frau den größten Sinn.

Amen.

Und der Friede Gottes, welcher höher ist als alle Vernunft, er bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus , unsern Herrn.

Das gesprochene Wort allein gilt!

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