Prediger Jens Winkler in der Kirche Guttau/Malschwitz

Bibel - Gottes Wort - Errettung - Gottes Sohn -Jesus Christus -Leben - Glauben

Diesen Artikel drucken

Lukas 24,35-45

Filed under:Allgemein, Predigten, Archiv — Jens am 25.04.2011 gg. 07:45

Predigtgottesdienst in Guttau
Lukas 24,35-45

Ein frohes Osterfest - so hat man es mir an diesen Wochenende bei fast jeder Verabschiedung,
sei es beim Einkauf,auf der Straße,
auf den Gang zu den Gräbern auf den Friedhof oder nach den Ostergottesdienst hier in unserer Kirche gewünscht.
Ich habe geantwortet:“ Gleichfalls,. Frohes Ostern.“
Als ich in den Vorbereitungen an diesen Gottesdienst gearbeitet habe, viel mir dieser Gruß ein und
ein wenig darüber nachgedacht:
Was hat man mir denn eigentlich und was habe ich den Anderen damit gewünscht?
Ein frohes Osterfest - dass wir uns den Magen mit den zu viel Essen, Trinken und den bunten Ostereiern,
die es beim Osterfrühstück gestern gab nicht verderben und hinterher klagen müssen?
Ein frohes Osterfest, dass es über Ostern einmal keine Katastrophe irgendwo auf der Welt geben möge ,keinen Flugzeugabsturz, keinen schweren Unfall auf der Autobahn?
Ein frohes Osterfest, dass es uns allen vergönnt sein möge und den vielen Menschen in Frieden zu leben?
Ein frohes Osterfest. dass wir uns an diesen Tagen einmal Zeit nehmen, um den großen Horizont unseres Lebens zu erfassen und nicht bei den kleinen Dingen und Wehwehchen im beginnenden Alter hängen zubleiben?
Haben wir uns das gewünscht?
Es sind keine genaugenommen keine schlechten Wünsche, die einen als Abschiedsgruß gesagt worden sind. .
Aber sind es die Wünsche, die „Ostern“ meinen,
die der Bedeutung des großen Festes der Kirche gerecht werden?
Was haben Sie sich für Ostern gewünscht?
Unser Predigttext redet nicht von solchen Osterwünschen, aber von den Oster-Erfahrungen,
die Gott uns gerade auch heute schenken will, und in denen unsere Wünsche zutiefst ihr Erfüllung finden.

1
Doch zurück zum heutigen Predigttext.
Ratlose und damit auch kopflos sind die Jünger damals nach den Ereignissen der Kreuzigung.
Sie hatten Nachrichten gehört, mit denen kamen sie einfach mit ihren Lebenserfahrungen nicht zurecht.
Zwei Tage zuvor hatten sie Jesus Leiden und Sterben da am Kreuz auf Golgatha miterlebt - aus sicherem Abstand vom Geschehen.
Alleingelassen hatten sie Jesus , zum Teil bewußt verleugnet.
Und eines im Nachgang war sicher:
Wen die Römer nach der Hinrichtung freigaben zur Beerdigung, der war tot.
Und so lag für sie die Sache klar:
Jesus, der Rabbi und Meister, den sie eine lange Zeit als seine Jünger nachgefolgt sind ,
der sie im Auftrag Gottes gelehrt hatte und mit den sie Wunder erlebt haten,
liegt im Grab und mit ihm alle ihre Hoffnungen, all ihre guten Erfahrungen, all ihre Erinnerungen.
Aber da gab es dann diese aufgeregten Berichte:
Die Frauen, die morgens an sein Grab waren wollten ihn gesehen haben,
Petrus, der ihn drei mal verleugnet hatte, soll ihm begegnet sein,
Auf dem Weg nach Emmaus sollt er sich mit zweien den Jünger unterhalten haben und mit ihnen das Brot gebrochen haben., wie wir es im Evangelium im Gottesdienst hörten.
Ich kann mir bei solchen Nachrichten es richtig gut lebendig und bildhaft vorstellen:
Die verbliebenen Jünger sind im Geheimen beieinander und reden über die Ereignisse des Tages.
Das Thema heißt „Begegnung“ und „Auferstehung“.
Alles, was an Erlebnissen, Berichten und Argumenten zu sagen ist, das kommt ins Gespräch und damit, wie der Volksmund sagt, auf den Tisch.
Petrus schwört auf seine guten Augen,
die beiden Emmaus-Wanderer reden von ihrem brennenden Herzen,
die Frauen wissen von dem Engel und seiner Botschaft dort am Grabe.
Und vielleicht sagt einer sogar:
Seit Jahrhunderten glauben wir an die Auferstehung von den Toten und bekennen sie in jedem Gottesdienst.
Aber tief in allen sitzt die vollkommene Ratlosigkeit.
Die Erfahrung in ihren bisherigen Leben spricht gegen alles und damit dagegen:
Tot ist tot, und es ist noch keiner zurückgekommen. Alles andere ist Spinnerei und Phantasie und Wunschvorstellung.
Man muss Realist sein - so könnte einer sagen und die anderen würden wohl traurig nicken,
weil die Realität als Erfahrung aus den Leben immer nur trauriges Nicken hervorbringen kann.
So könnten sie streiten, reden und wären heute noch nicht am Ende.
So geht es ja auch, wenn wir über „Auferstehung“ und die Erlebnisse und damals heute miteinander reden.
Bekannte Argumente werden gewechselt,
Meinungen ausgetauscht, aber es bleibt alles irgendwie in der Luft hängen. Etwas fehlt.
Aber dann geschieht, was alle Argumente überholt: Jesus, der geliebte Meister und Rabbi, den den sie kennen, er tritt mitten unter seine Jünger.
Er ist da, er ist bei ihnen.
Sie müssen nicht mehr über „Auferstehung“ und ob es das gibt, reden und argumentieren:
Der Auferstandene steht vor ihnen, spricht zu ihnen, isst mit ihnen.
Das gilt bis heute: Die Rede um Auferstehung und ob es so etwas gibt und erlebbar ist,
hört in dem Augenblick auf, wo der Auferstandene unter seine Leute tritt, wo wir es selbst erfahren:
Er ist hier, er ist mitten unter uns.
Damit sind damals und auch heute nicht alle Fragen beantwortet - schon gar nicht die, wie und was man über Auferstehung denken soll.
Aber damit steht eine Erfahrung im Raum, die alle Fragen überholt und damit beantwortet.
Diese Gegenwart des Auferstandenen ist uns verheißen, versprochen, verbürgt: durch den Geist Gottes, durch den Heiligen Geist und bezeugt durch die Schrift.

2.
Jesus macht die Schrift uns erst verständlich
Viele Menschen zur jeder Zeit lesen in der Bibel.
Viele verstehen leider davon nicht viel oder garnichts.
Dann kommen dann die Fragen wie:
Wie kriege ich eigentlich einen Zugang zur Bibel?
Wie kann die Bibel zu mir reden.
Das ist eine Frage, die viele Menschen beschäftigt.
Da sind so viele unterschiedliche Geschichten -
wie soll ich das alles verstehen?
Mancher hat sich dann irgendwann vorgenommen:
ich lese die Bibel von vorne bis hinten.
Danach muss doch alles klar sein.
Spätestens bei den Aufzählungen der Geschlechter der Israeliten im AT hören die meistens aber schon auf,
bei den Schilderungen der unendlich vielen Gesetze.
Aber auch wer sich durchgekämpft hat, fragt dann oft etwas unsicher:
Was ist denn eigentlich die Mitte?
Worauf läuft die ganze Geschichte hinaus?
Genau an dieser Stelle gibt der Auferstandene den Jüngern Antwort:
Die Mitte der Schrift - das ist die Liebe Gottes zu seinen Menschen.
Diese Liebe hat mich für eure Schuld und Sünde ans Kreuz auf Golgatha gebracht.
Diese Liebe hat den Tod durchdrungen.
Diese Liebe bin ich in Person, und ich rufe euch hinein in diese Liebe.
Und dann kann Jesus den Jüngern die Geschichte der Sünde und Schuld der Menschen aus der Schrift zeigen und die Geschichte der Geduld Gottes,
die Geschichte von Hass und Sünde und Lieblosigkeit und die Geschichte von Erbarmen und Treue und durchgehaltener Liebe bis ans Ende.
Und dann kann er ihnen zeigen,
wie die Liebe und das Erbarmen und die Treue siegen - über allen Tod hinweg, den dadurch die Macht über uns genommen wird.
Das ist nicht nur Theorie, das ist nicht vage Hoffnung - das ist erfüllt in seiner Auferstehung zur Ostern für uns alle.
Sein Wort ist das Wort dessen, der nicht nur bis zum Tod am Kreuz auf Golgatha durchgehalten hat,
trotz aller scheinbaren Verlassenheit von allen,
sondern der durch den Tod hindurch
die Wahrheit über Gott und die Welt,
über dich und mich erkennen lässt..
In den Begegnungen mit dem Auferstandenen gewinnen die Jünger auf einmal einen ganz neuen Durchblick durch die alten Schriften und einen neuen Durchblick durch das Leben, einen neuen Lebenssinn..
Genau das geschieht bis heute:
wo einer die Gegenwart Jesu und Gottes erfährt,
da geht ihm auf einmal ein Licht auf - da wird die Bibel aus einem alten Buch zur lebendigen Geschichte Gottes mit einen selbst,
da hört man auf Schritt und Tritt in den Höhen und Tiefen des Lebens das Rufen und Einladen Gottes an uns in den Schriften.
Da gewinnen wir auch für unsere Zeit und unser Leben ein ganz neuen Durchblick.
Da werden tragende, bestehende Antworten gegeben.

3.
Wohin geht der Weg meines Lebens, wohin das Leben überhaupt?
Das ist die Frage, die jeden von uns irgendwann einmal einholt.
Bei dem einen kommt sie plötzlich,
bei anderen entsteht sie über erfahrenem Leid
oder bei einem dritten aus langen Gesprächen über den Sinn und Inhalt des Lebens.
Aber ich glaube, dass keiner von uns an dieser Frage über Leben und Tod vorbei kommt.
„Ab in die Kiste und Ende“ - so sagen es viele Jugendliche im Hinblick auf den Tod in oftmals jugendlichen Leichtsinn ihres Handelns.
Schwingt da nicht die Furcht in ihren Worten mit oder die Hoffnung auf Widerspruch.
Können Sie damit leben? Ich kann es nicht.
Ich kann es auch dann nicht, wenn einer das etwas behutsamer sagt:
„ Mit dem Tod ist alles aus und mein Problem im Leben zu Ende“. Manche offenen Fragen ohne jemals Antwort zu bekommen hinterlassen solche Menschen nach ihren frühen Tod.
Ich kann es auch dann nicht, wenn einer vom großen Nichts spricht, auf das wir alle zugehen - jeder für sich und die ganze Welt.
Und ich kann auch nicht damit leben, dass mir Leute sagen: „Das ist keine Frage für mich und mein Leben.. Nur das hier und heute interessiert mich.“
Jesus gibt mit sein Handeln eine andere Antwort:
als er am Kreuz da auf Golgatha hängt,
da ist einer neben ihm, der zu Recht dort hängt.
Mord, Totschlag, Lüge, - das alles gehört zu dessen Leben und seiner Verurteilung
Aber dieser Mensch, der Schächer am Kreuz,
sagt in seiner letzten Todesnot:
„Jesus, wenn Du in dein Reich kommst, dann denke an mich.“
In der Stunde seines Sterbens findet einer das Vertrauen zu Jesus.
In der Stunde seines Sterbens setzt er ganz auf die Liebe, die er bei diesem Mann am Kreuz gespürt hat, als der für seine Feinde betet, setzt er darauf,
dass Jesus eine Zukunft auch für ihn hat.
Und dann sagt Jesus:
„Heute noch wirst du mit mir im Paradies sein.“
Er verspricht dem Mann am Kreuz nicht die Friedhofsruhe, sondern das Leben,
nicht die Grabesstille, sondern die heilsame Gegenwart Gottes und die weiten Räume des Vaterhauses.
Er verspricht ihm Anteil an seiner eigenen Zukunft.
Und - ist es wahr?
Hat Jesus diesem Menschen neben ihn am Kreuz in seiner Hoffnungslosigkeit eine neue Zukunft eröffnet, angesichts des Todes ein neues Leben eröffnet?
Wenn Jesus, der Sohn Gottes nicht auferstanden ist, dann ist der Schächer am Kreuz noch in letzter Stunde betrogen worden.
Wenn Jesus aber auferstanden ist,
dann ist dieser Mann der erste,
dem Jesus den Heimweg in das Vaterhaus Gottes,
in die große Ewigkeit aufgetan hat.
Dann ist er der erste, dem Jesus seine Zukunft geschenkt hat.
Er hat ihn zur Umkehr gebracht, zur Heimkehr zu Gott.
Genau das aber will Jesus Christus von uns allen in diese Welt hineingetragen haben.
Als der Auferstandene sagt er seinen Jüngern:
Das ist euer Auftrag - sagt den Menschen, dass ich sie rufe zur Umkehr ins Vaterhaus.
Sagt den Menschen, dass diese Umkehr die Rettung zum ewigen Leben ist.
Sagt den Menschen, dass mein Leben diesen einen Zweck hat:
dass sie heimfinden zu ihren Schöpfer,
dass sie sich in die Arme Gottes begeben,
der ihnen das Leben gegeben hat und der ihnen in mir mit weit geöffneten Armen entgegenläuft.
Keine Schuld der Welt kann euch hindern,
diesen Weg zu gehen, wenn ihr euch nur an mich haltet.
Das ist der Osterwunsch, den Gott hat:
dass wir uns hineinrufen lassen in seine Zukunft und uns in seine weit geöffneten Arme wiederfinden,
wo die Nägelmale von unserer Schuld und Sünde Gott gegenüber
und seiner Liebe an uns allen zeugen,
und dass wir so geborgen andere mit hinein rufen durch Zeugnis und Verkündigung des Gotteswortes,
damit der Glaube an Gott durch Jesus Christus
seiner Auferstehung zu Ostern von den Toten
viele Menschen erreicht und sie frei werden von Schuld und Sünde und damit gerettet..
Ostern ist die offene Einladung Gottes an uns alle.
Und wie lautet Deine Anwort auf die Frage.
Amen.

Keine Kommentare

No comments yet.

RSS feed for comments on this post.

Sorry, das Kommentarfeld ist zur Zeit nicht verfügbar.