Prediger Jens Winkler in der Kirche Guttau/Malschwitz

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Johannesandacht Joh. 3,22-30

Filed under:Allgemein, Predigten — Jens am 23.06.2011 gg. 08:29

Johannesandacht auf den Friedhof in Malschwitz / Guttau
Johannes 3, 22-30

Als ich diesen letzten Vers aus den Johannesevangelium jetzt wieder gelesen hatte,
wurde ich an Erlebnisse aus meiner Kindheit erinnert.
Früher, als ich ein Kind war, haben sich meine Eltern nach der Arbeit bei sehr wenig Zeit immer nur die Todesanzeigen in der Zeitung angesehen.
Ich habe mich damals schon darüber lustig gemacht,
was an diesen Anzeigen so besonderes sein soll.
Ich weiß nicht, ob es auch an den zunehmenden Alter liegt, aber ich schaue jetzt ebenfalls oft nur die Todesanzeigen in der Säch. Zeitung an und werde manchmal betroffen.
Und das nicht nur, weil man die Verstorbenen kannte, sondern weil man dabei oftmals feststellt, dass das eigene Geburtsjahr jetzt schon öfters in den Anzeigen genant wird.
Das gibt einen schon fürs eigene Leben zu denken und man merkt selbst, dass der Zenit des Lebensweges erreicht ist und die Endlichkeit des Lebens hier eine zeitlich bemessene Spanne ist, deren Ende keiner von uns kennt.
Oder anders gesagt, mein Leben geht schon auf die abnehmende Seite zu und der Tod kann bald eine greifbare Erfahrung werden.
Die eine Zeitspanne wächst ,während die Zeitspanne zum Ende hin abnimmt.
Gerade hier auf den Friedhof sollten wir uns dieser Zeitlichkeit immer wieder bewusst werden.
Und nicht nur bewusst werden, sondern sie sollte uns gerade dazu anregen nachzudenken,
über unser Leben und unsere Lebenseinstellung
Nachdenken über unseren Glaubens und den Sinn unseres Dasein.
Und nicht nur überdenken, sondern sich darauf auch im eigenen Leben auch fest verlassen können.
Gibt es heute eigentlich noch Dinge in unseren Leben,wo wir uns vorbehaltlos auf etwas verlassen können?
Manche meinen, dass es ihr Reichtum an Geld ist und werden oftmals eines anderen belehrt.
Haben wir nicht in unser jetzigen Lebenssituation, im Beruf , in Arbeitslosigkeit und in unseren Umfeld unseres Lebens nicht viele Gelegenheiten um misstrauisch zu sein nach den erlebten Erfahrungen?
Da bleibt einen im Leben oft nur das Suchen und Vertrauen auf einen festen Halt im Leben.
Da bleibt einen nur das Hoffen auf einen Felsen in der Brandung des Meeres der Welt, an den man diesen festen Halt finden kann.
Da bleibt einen nur die Suche nach einen beständigen Licht in dieser Welt, um das man die Dunkelheit,
die uns trotz Sonnenschein umgibt, durchdringen kann und den wahren Weg des Lebens finden kann.
Gerade hier auf den Friedhof, an den Gräber der Verwandten, Freunde und Bekannten,
in Anbetracht des Todes und der Vergänglichkeit der Dinge auf dieser Erde, unser eigenen Unvermögens,
stellt sich die Frage nach dem Sinn des Lebens,
nach unseren Sein.
Da bleibt einen nur das feste Vertrauen auf Gott und seinen Zusagen an uns in seiner Schrift
Und ich denke im Bezug darauf und auf die vorhin gehörten Verse hat unsere heutige Feier am Johannestag ein tiefere Bedeutung.
Der Johannestag teilt das Kirchenjahr.
Von ihm bis zum Heiligen Abend sind es genau ein halbes Jahr, sechs Monate.
Heute in sechs Monaten feiern wir wieder Heilig Abend in unserer Kirche.
Damit kommt ihn eine besonders Bedeutung zu,
die sich deutlich in den Worten des Johannes widerspiegeln, der in unserer Text sagt:
„ Er, Jesus, muss wachsen, ich, Johannes muss abnehmen.
Der dies sagt, ist der Johannes der Täufer, dessen Geburtstag wir heute gedenken.
Er war als Prophet der letzte Vertreter des Alten Testaments.
Johannes der Täufer war nicht der verheißene Messias,
auf den Israel so lange schon gewartet hat.
Johannes aber hat Jesus diesen Weg bereitet,
indem er die Botschaft Gottes,
das Wort Gottes im Alten Testament in die Herzen der Menschen pflanzte und sie taufte.
Er tauft mit der Taufe der Busse.
Es war die Botschaft der Umkehr zu Gott und die Buße der Sünde und Schuld vor Gott für sein Leben.
Wie wichtig ist es damals wie heute doch,
Gottes Wort in unseren Leben einen Platz zu geben.
Johannes der Täufer war Wegbereiter Jesu.
Sein Kommen wurde uns durch den Propheten Jesaja angekündigt, genauso wie der Messias von ihn beschrieben worden ist.
Johannes der Täufer hat auf seinen Weg und in sein Handeln für Gott,
immer von sich weg gewiesen und auf das Kommen Jesus hingewiesen.
Er hat den Herrn wahrhaftig den Weg bereitet.
Er hat sich nur als ein Vorbote und Verkündiger der Botschaft Gottes gesehen,
Jesus aber als den Messias, der Retter .
Er stellt sich, trotzdem er Jesus getauft hat,
unter das kommende Wirken Jesus, des Gottessohnes.
Johannes der Täufer war der Prediger der Wüste gewesen, der unseren Herrn und Heiland Jesus Christus den Weg bereitet hat und Gott eine ebene Bahn.
Das ist sein Verdienst.
Auch für unser Leben kann Johannes der Täufer zum Zeichen der Erneuerung werden.
Denn Jesus will unserer Rettung vom Tod.
Die Begegnung mit Jesus, den Sohn Gottes verändert Menschen – damals wie heute.
Aus Verbrecher werden Jünger, Kranke werden geheilt und das Evangelium, die frohe Botschaft des auferstandenen Christus wird verkündigt.
Schon damals wie auch heute stößt die Verkündigung des Evangeliums auf die Ablehnung bei Menschen.
Es wird deutlich, dass das Kommen des Reiches Gottes in dieser Welt auf Widerstand stößt, und eben nicht nur auf irdischen, sondern auf Widerstand der Mächte.
Auch heute steht der Glaube an den Auferstandenen im Gegensatz zu dieser Welt, in der wir leben.
Es ist ein Anstoß und meist auch ein Ärgernis in dieser Welt.
Der Bote, der den kommenden Christus angekündigt hat, Johannes der Täufer, wurde geköpft.
Jesus Christus selbst, der Sohn Gottes, wurde für uns gekreuzigt.
Und seine Nachfolger stehen immer in der Gefahr um des Evangeliums willen ähnliches zu erleiden, auch heute.
Und sie haben es erlitten, wie es uns die Bibel in Zeugnissen beschreibt oder wir es aus Zeugnissen wissen..Wir leben hier in Deutschland in einen Schutzzone.
Aber wir wissen durch die Meldungen der nur zu gut, wie bedroht doch der Glaube an Jesus Christus in unserer Welt heute ist.
Am Himmelreich Gottes und an der Ewigkeit nimmt diese Welt Anstoß.
Mit dem Kommen Johannes des Täufers und seiner Ankündigung des Messias ist das Kommen des Reiches Gottes angebrochen.
“Das Himmelreich ist nahe herbei gekommen.”
Mit seiner Botschaft steht der Täufer an der Schwelle zum Zukünftigen.
Jesus selber predigt dies – in unser Heute und unser Jetzt hereinragende - im Glauben dies heute zu erfassende künftige Reich.
Er rechnet mit dem Tag des Menschen Sohn, mit seiner baldigen Ankunft in Herrlichkeit.
Der Täufer ist mit seinem Wirken und mit seiner Botschaft das unübersehbare Signal.
Johannes der Täufer spricht in seiner Botschaft vom Gericht Gottes.
Er spricht vom künftigen Zorn, von der Axt, die schon zum Hieb bereit ist, vom Fegen der Tenne und dem unauslöschlichen Feuer.
Es war seine Aufgabe, als Prediger in der Wüste, das Gericht Gottes und sogleich das Kommen des Menschensohnes anzusagen.
Doch Jesus weiß das noch ganz anderes.
Er verkündigt den Sieg der Gnade und der Liebe Gottes für alle, die sie annehmen wollen und sich von der Macht der Sünde und des Todes lossagen und den Weg Gottes gehen wollen.
Die durch die Tat Jesu Christi am Kreuz auf Golgatha frei geworden sind, die im letzten Gericht freigesprochen werden durch die Annahme dieser Gnade.
Das Gericht Gottes findet statt, aber nur einer muss es erleiden, Gottes Sohn, der stellvertretend für uns am Kreuz auf Golgatha für unsere Schuld Gott gegenüber bezahlt hat.
Und sogleich stellt uns Gott an die letzte Schwelle zwischen Leben und Tod, die wir - Gott allein kennt den Zeitpunkt- überschreiten werden.
Doch stehen wir heute zwischen den Gräbern unserer Eltern, Freunde und Verwandten,
die uns mahnen und uns die Vergänglichkeit des irdischen Lebens zeigen.
Eine Mahnung, die nicht nur aus den Papier der Zeitung in Form einer Anzeige besteht, sondern die eine feste Realität in jeden Leben ist.
Doch wir stehen nicht ohne Hoffnung hier, sondern dürfen auf die Auferstehung von den Toten hoffen und auf Gottes Zusagen, die wir in seinen Wort der Bibel finden und die uns am Sonntag in der Predigt verkündigt wird
Sind wir für sein Werk an unseren Leben bereit und lassen wir Gott in unsere Herzen?
Ist er Herr unseres Lebens?
Denn Gott hat sein letztes Wort noch nicht gesprochen.
Heute ist noch Zeit der Gnade ! Lassen wir ihn doch ein in unseren Herzen und unseren Leben.
Gerade im Angesicht der Gräber,
die Aufforderung und Mahnung an uns sein sollen,
eine Antwort auf die Frage des Lebens für uns selbst geben zu können.

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