Prediger Jens Winkler in der Kirche Guttau/Malschwitz

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Familiengottesdienst

Filed under:Allgemein, Predigten — Jens am 11.09.2011 gg. 05:56

Familiengottesdienst in Quatitz/Guttau
Matth6. 24-33

Anspiel der Kinder

Wer von uns kennt das eigentlich noch aus der Zeit von vor zwanzig Jahren als eine Schar von oftmals selbsternannten Versicherungsvertretern aus Familie - und Bekanntenkreis uns unser Leben und die Familie so gegen fast alles versichern wollte

Krankenversicherung, Rentenversicherung, Arbeitslosenversicherung, Pflegeversicherung, Lebensversicherung, Sozialversicherung, Unfallversicherung, Haftpflichtversicherung, Rückversicherung, Kinderversicherung, Hausratversicherung, Kfz-Versicherung, Sachversicherung, Berufsunfähigkeitsversicherung, Privatversicherung, Kapitallebensversicherung, Autoversicherung, Rechtsschutzversicherung, Vollkaskoversicherung, Pflichtversicherung, Direktversicherung, , Risikolebensversicherung, Vollversicherung, Restschuldversicherung um nur eine wenige zu nennen.
Und viele haben sich gegen vieles Versichern lassen. Manche habe ihr Leben gleich bis zu drei Mal in einer Lebensversicherung abgesichert. Und viele haben sich gegen etwas versichert, was in einen „normalen“ Leben so gut wie nie als Schadensfall eintritt.
Doch im Lauf der Zeit stellte sich heraus, dass das Leben oftmals trotz aller dieser Versicherung , die uns gegen alles absichern sollen, andere Bahnen geht, gegen die man sich eben nicht versichern kann, auch nicht zu einen sehr hohen Preis .
Da wo sich das Leben auf Grund von Wechsel des Wohnort, Veränderungen im Beruf und Veränderung in der Familie durch Trennung und Neuanfang tiefgreifend verändert, sind diese Art von Versicherung sinnlos.
Dort bekommt das Wort „Sicherheit“ dann eine neue Dimension.
Über diese Art Versicherung hören wir heute etwas aus den Predigttext.
1. Sorgen von Menschen.
Wer sich heute darüber beklagt, dass er Sorgen hat,
beklagt sich im Grunde darüber, dass er ein Mensch ist.
Ehrlich gesagt habe ich in meinen Bekannten und Freudenskreis noch keinen Menschen kennen gelernt, der im Leben nicht ohne Sorgen hat
Die Natur mit ihren Pflanzen haben keine Sorgen:
„Seht die Lilien auf dem Felde an … so sagt es Jesus
Tiere haben auch keine Sorgen:
Seht die Vögel unter dem Himmel an…
Die Tiere treffen zwar Vorsorge, aber Sorgen haben sie keine. Sie legen sich Nahrung für den Winter zurück, kümmern sich um ihren Nachwuchs.
Aber dass sie das tun, hat nichts damit zu tun, dass sie sich Sorgen machen könnten.
Das ist der natürliche Ablauf. Es läuft einfach wie in einen Plan eben ab.
Menschen aber haben Sorgen in ihren Leben.
Meine Mutter sagte über mich und mache schlaflose Nacht :
„Kleine Kinder, kleine Sorgen, große Kinder, große Sorgen.“
Zum Menschsein gehört es, dass wir uns Sorgen machen. Weil wir Menschen nämlich eine Vorstellung von Zukunft haben.
Wir können uns zwar vorstellen, wie und was Morgen mit unseren Leben sein könnte und malen uns das oftmals in den schönsten Farben.
Wir sind im unseren Überlegungen nicht gefangen im Hier und Heute und sind keine Knechte des Augenblicks.
In unserer Gedanken können wir uns vorstellen, wie es morgen oder übermorgen oder in zwei Jahren sein könnte.
Und dann gibt es schöne und heitere Dinge, die wir uns vorstellen können, aber eben auch die Vorstellung der Schwierigkeiten und Unsicherheiten, die uns Probleme bereiten.
Die Dinge, die uns ängstigen, bei denen wir nicht wissen, wie sie ausgehen werden, wie wir ihnen umgehen sollen.
Zum Beispiel:
Was passiert, wenn im nächsten Jahr die Arbeit in der Firma weniger wird
Gehöre ich dann zu denen, die entlassen werden? Oder wird meine Stelle verlagert und ich muss große Strecken zurücklegen? Vielleicht, hoffentlich bleibt aber auch einfach alles so wie es war?
Ein weiteres Beispiel
Mein Kind ist jetzt in die Schule. Werde ich mit der neuen Situation umgehen könne? Werde ich es schaffen? Wird sie sich wohl fühlen wird in der neuen Klasse? Kommt es mit dem hohen Lernziel zurecht? Können wir als Familie und Eltern dazu den Druck auffangen und ausgleichen?
Menschen haben Sorgen, weil sie um den morgigen Tag wissen. „Menschsein ohne Sorgen” - das ist eine Illusion.
Daher besteht bei uns allen das Bedürfnis, sich eben gegen alles absichern zu lassen, so wie die Kinder es in ihren Anspiel uns gezeigt haben.
Wer uns als Lebensinhalt sagen möchte, wir sollten uns nicht sorgen, sondern einfach in den Tag oder in den Monat hinein leben, der verkennt eine Grundbedingung menschlichen Lebens.
„Sorge dich nicht, lebe einfach deine Leben in den Tag hinein” - so funktioniert das richtige Leben nicht. Auch nicht wenn man es als Bestseller uns so darstellen will!
Sorgen sind menschlich und eines unserer Grundzüge des Daseins.
Natürlich zu viele Sorgen sind unmenschlich.
Das wissen wir alle.

2. Grenzen
Wer sich zu viele Sorgen um sich selbst macht, der lebt nur noch im Morgen der Zukunft
Er verkennt: das Leben findet Hier und Heute statt.
Er verliert womöglich jeden Lebensmut und die Hoffnung für das, was jetzt, hier realität und notwendig ist.
Deshalb müssen Sorgen begrenzt werden.
Und jeder von uns tut das auch, die einen mehr, die anderen weniger mit seiner Lebenseinstellung.
Einer möglichen Krankheit versuchen wir mit regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen vorzubeugen,
regelmäßige Fortbildungen sollen den Arbeitsplatz sichern helfen,
für den Fall eines schlimmen Unglücks schließen wir eine Versicherung ab und legen regelmäßig Geld zurück.
Auf das, was kommen könnte, versuchen wir uns einzustellen, indem wir vorsorgende Strategien entwickeln.
Zum Beispiel
Es wäre gut, wenn die Ehefrau wieder ein bisschen mitarbeiten könnte. Dann hinge man nicht so stark an dem einen Gehalt. Vorsorglich schickt sie die ersten Bewerbungen los.
Mit dem Kind besuchen wir die Schule, versuchen ihm zu erklären, was dort kommt und bemühen uns, Vorfreude und ein bisschen Stolz zu wecken. „Und schau mal, deine Freundin aus den Kindergarten wird auch da sein. Ihr werdet sicher in die gleiche Klasse kommen”.
Und für uns selbst nehmen wir uns vielleicht vor: wir werden die Noten nicht mit denen der anderen Kinder vergleichen.
Weil Sorgen Grenzen brauchen, versuchen wir Menschen, ihnen Grenzen zu setzen. Aber manchmal müssen wir feststellen: Sorgen sind wie Katzen. Sie können sich dünn machen. Sie sind wendig. Sie ziehen den Bauch ein und schlüpfen durch die Ritzen unserer Grenz-Zäune.Sie schleichen sich auf leisen Pfoten von hinten an.Und gebären ständig Junge. Haben wir die einen in ihre Grenzen gewiesen, so stehen schon die nächsten da.
Die menschliche Fähigkeit sich Sorgen zu machen ist ungleich größer als die Fähigkeit, die Sorgen zu begrenzen. Und deshalb ist es gut, dass sich noch ein anderer Sorgen um uns macht.

3.Begrenzung durch den Unterschied

Die Kunst, Sorgen zu begrenzen besteht in der Kunst, Sorgen zu unterscheiden.
Jedenfalls sieht Jesus das so in unseren Predigttext.
Als er in den Text darauf zu sprechen kommt, dass Menschen sich Sorgen machen, erinnert er sie an die Pflanzen und Tiere, die sich eben keine Sorgen machen.
Aber er sagt nun gerade nicht:
Werdet wie die Lilien! Lebt endlich wie die Vögel - ganz ohne Sorgen. Weil klar ist: das geht nicht!
Jesus verkennt die Situation der meisten Menschen nicht.
Vielmehr sagt Jesus: Schaut sie euch einmal an, die Lilien, das Gras, die Vögel. Wenn ihr sie genau beobachtet, versteht ihr etwas Wesentliches vom Leben.
Sie machen sich nämlich nicht unendlich Mühe mit ihrem Leben.
Sie säen nicht, sie arbeiten nicht, entfalten keine wilde Betriebsamkeit, dieses ganze Gewese ist ihnen fremd - aber - sie leben doch!
Bei den Lilien, an den Vögeln, dort könnt ihr sehen:
Die wirklich wichtigen Dinge im Leben sind unverfügbar.
Der Rahmen ist gesetzt.
Dass wir überhaupt leben - es ist unserer Sorge entzogen. Es ist ein Geschenk.
Wenn wir jeden Tag aufstehen können, mehr oder weniger gesund - es ist weitgehend unserer Sorge entzogen.
Ein anderer kümmert sich.
Die Welt, in der wir uns tagtäglich vorfinden, die unser Raum zum Leben ist und uns mit Gutem versorgt - sie ist Werk Gottes.
Der Liederdichter Paul Gerhardts schrieb folgende Liedverse:
Was sind wir doch? Was haben wir /
auf dieser ganzen Erd, /
das uns, o Vater, nicht von dir /
allein gegeben werd?
Wenn Jesus unseren Blick auf die Lilien des Feldes und die Vögel des Himmels lenkt,
dann lenkt er unseren Blick auf die vielen Dinge unseres Lebens, die scheinbar so selbstverständlich sind und uns immer schon geschenkt sind.
Und um die wir uns nicht sorgen brauchen und um die wir uns auch gar nicht sorgen können.
Sachsen, die so sind, weil wir sind nicht in der Hand haben.
„Euer himmlischer Vater weiß, dass ihr all dessen bedürft”.
Es gibt also offensichtlich zweierlei Sorgen:
Sorgen, die allein der Fürsorge Gottes als Schöpfer und Herr dieser Welt anheim gestellt sind. Es sind die Grundvollzüge unseres Lebens.
Der große Rahmen. Hier kümmert sich Gott selbst.
Und er übersieht dabei keinen Menschen in Not und Freude, auch nicht das Kleinste und auch nicht das Schwierigste.
Und daneben gibt es Sorgen, die gehören zu unserem Alltag.
Sie sind die Bedingungen unseres Lebens.
Die Kunst, das eine vom anderen zu unterscheiden, ist die Kunst Sorgen und Nöte zu begrenzen.
Denn dann werden die Größenverhältnisse zu Recht gerückt. Dann wird das versichert sein uns helfen.
Unsere Sorgen werden nicht völlig zum Verschwinden gebracht, aber sie werden auf diejenige Größe zurückgeführt, die ihnen in den Leben eines einzelnen zu kommt.
Großes wird groß und Kleines wird klein, weil für den guten Hintergrund unseres Lebens immer schon gesorgt wird.
Deshalb müssen wir die Sorgen unseres Alltags nicht gefährlicher nehmen als sie sind.
Wir sollten sie aber auch nicht einfach weg reden, denn - zuweilen gibt es eben doch große und schlimme Sorgen.
Sorgen zu begrenzen heißt:
Im Namen Gottes Sorgen zu unterscheiden.
Dann können wir uns in Gelassenheit und mit Augenmaß um das kümmern, was unserer Sorge im Leben anvertraut ist.
Sorgen zu begrenzen heißt auch, diese vor den lebendigen Gott zu bringen im Gebet und auf seine Weisheit zu vertrauen.
Wenn ihr etwas bittet in meinem Namen, so werde ich es tun. Joh 14,14
Und alles andere wollen wir getrost Gottes Sorge sein lassen, denn: Unser himmlischer Vater weiß, wessen wir bedürfen.
Amen

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