Prediger Jens Winkler in der Kirche Guttau/Malschwitz

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Jägergottesdienst zur 2. Schleppjagd am 17.09.2011

Filed under:Allgemein, Predigten — Jens am 17.09.2011 gg. 19:56

Jägergottesdienst zur 2. Schleppjagd am 17.09.2011
in Pließkowitz
1.Mose 1, 26 -27
Auf mancher Jagd und anschließenden „Schüsseltreiben“ wird mir wegen meiner Arbeit als Prediger in der Kirche dort oft folgender Vers zitiert:
„Man sagt, der Jäger sei ein Sünder,
weil selten er zur Kirche geht.
Im grünen Wald ein Blick zum Himmel
ist besser als ein falsch Gebet.”
Dieser Satz hat mich nachdenklich in vielerlei Hinsicht gemacht. Das Vorurteil von manchen unserer Zeitgenossen ist eben, das Jagd , Glaube an Gott und die Arbeit als Verkündiger nicht zusammen passen. Aber sind nicht gerade wir Jäger die,
die mit der Natur und der Schöpfung am meisten im Einklang leben und darin Gottes großes Handeln sehen.
Und gerade veleicht deshalb versammeln sich Jäger und wie hier heute Reiter und Pferdefreunde als Hüter und Bewahrer der Schöpfung zur Feier eines Gottesdienst zu Ehren des Schutzheiligen der Jäger des Hlg. Hubertus
Dieses Miteinander will uns erinnern und sensibel machen für die Bewahrung der uns anvertrauten Schöpfung Gottes.
Hubertus war Bischof von Maastricht.
Dass wir uns heute überhaupt noch an ihn erinnern, ist der Geschichte zu verdanken, die ihn zum Schutzpatron der Jäger gemacht hat.
Der Hubertus, zu dessen Gedächtnis jedes Jahr Anfang November der Hubertustag begangen wird, ist auf allen Bildern mit einem Hirsch dargestellt.
Dieser Hubertus war in seiner Jugend wie viele ein ziemlicher Draufgänger.
Als reicher Mann hat er der Geschichte nach am Hofe eines Fürsten gelebt und muss dort sehr ausgiebig seiner Leidenschaft der Jagd nachgegangen sein.
Jedenfalls wird von ihm berichtet, dass er wild und hemmungslos im Wald alles gejagt und erlegt haben soll, was ihm vor seinen Bogen gekommen ist. Schranken oder Skrupel kannte er dabei nicht. Lust an der Jagd, das war für Hubertus die Lust, das Wild zu besiegen. Und nur ein erlegtes Tier war ein besiegtes Tier.
Auch heute begegnet uns immer wieder diese Art zu jagen.
Nicht nur Wilderei und nicht einhalten von Schonzeiten muss hier genannt werden, sondern auch das mutwillige Verletzen von Tieren jeglicher Art.
Wenn man angesichts von solchen Geschehnisse noch von waidgerechten Jagd sprechen soll, versagt einen fast die Stimme.
Ist das noch eine echte, eine wahre Jagd, getragen von einer Achtung gegenüber Gottes Schöpfung, die uns hier begegnet?
Wäre das so, dann hätte mancher Zeitgenosse recht, der über die Jägergottesdienste sagt, das in dieser nur die Tötungsabsichten für die Jagd gesegnet und Hubertus als solches missbraucht wird.
Schließlich habe dieser nach seiner Bekehrung zu Gott vor lauter Beten keine Zeit mehr zum Jagen gehabt.
Aber so ist es nicht gewesen.
Hubertus selber hat auf einer seiner wilden Jagdtouren an eine Karfreitag morgens zur Kirchzeit eine Begegnung mit dem auferstandenen Christus:
Ihm begegnete an diesem Karfreitag, dem Tag, an dem Jesus Christus, der Sohn Gottes, der ans Kreuz genagelt wurde und starb, mitten im Wald ein weißer Zehnerhirsch mit einem leuchtenden Kruzifix zwischen den Stangen.
Tief beeindruckt von diesen Bild verzichtete er auf die Erlegung des Hirsches.
Er bekehrte sich zu Gott, trat in ein Kloster ein und lernte die Tiere als Geschöpfe Gottes neu achten.
So lautet die überlieferte Geschichte.
Die Freude am Jagen jedoch wird er wohl nie verloren haben.Anders wäre es nicht zu erklären, wie er zum Schutzpatron der Jäger geworden wäre.
Es gibt gerade auch vom christlicher Betrachtung her so etwas wie eine Ethik der Jagd.
Wenn wir uns ein Weidmannsheil wünschen, spiegelt sich darin diese wieder.
Natürlich ist mit diesem Gruß in erster Linie eine erfolgreiche Jagd verbunden.
Aber auch das Heil des Weidmannes schwingt darin mit. Was ist das, dieses Heil des Weidmannes?
Aus Sicht der Bibel ist es zu aller erst das Heil, das allen Menschen widerfahren ist, und zwar dadurch, dass Gott in seinen Sohn Jesus Christus, der zu uns Menschen gekommen ist um uns aus unserer Schuld zu erretten.
Gott wurde in ihm Mensch und hat sich mit uns Menschen bis in die tiefsten Tiefen des Leidens und Sterbens gelitten und mit dem Tod am Kreuz am Golgatha für unsere Sünden bezahlt.
Dort steht er an unserer Seite und hat die Schuld und Sünde vor Gott für immer bezahlt für jene, die dies in ihren Glauben annehmen.
Jesus Christus hat in seiner Auferstehung und seinem Leben bei Gott, unseren Vater, auch uns Menschen zu einem neuen Leben jetzt und in Ewigkeit berufen.
Das meint die Kirche, wenn sie von der Erlösung des Menschen spricht.
Das ist unser Glaube und unsere Hoffnung.
Das ist das Heil, das allen Menschen gilt, die diese Gnade Gottes in ihren Leben annehmen und leben.
Und nur vor diesem Hintergrund können wir nun auch vom Heil des Weidmannes, vom Weidmannsheil sprechen.
Wenn wir uns noch einmal Hubertus anschauen, so erscheint die positiv verstandene Jagd in besonderer weise etwas mit der Lebenseinstellung und dem Charakter des Jägers zu tun zu haben.
Nur wenn alles zusammenkommt, ein ausgeglichenes Gemüt, die Liebe zur Natur und den Tieren, Geduld und Ruhe auf der Kanzel, die richtige Atemtechnik beim Zielen und Abdrücken auf das zu erlegende Wild und vor allem Liebe und Respekt für das Leben im Wald und in der Natur, dann wird man wohl auch von einer Ethik der Jagd reden können.
Dann kann man von einer Einheit zwischen Jagd/Jäger und Natur sprechen.
Doch sagt sich das jeder Jäger selbst? Mit ihren Umgang in der Jagd und ihren Jagdmethoden?
Wer setzt die Kriterien für eine Ethik der Jagd?
Kann der Mensch seine Maßstäbe wirklich selber setzen, oder ist er gefangen in der gesellschaftlichen Meinung seiner Zeit?
Dieser Gottesdienst ist hier ein idealer Anlass, einmal darüber nachzudenken, wer uns nun eigentlich die Kriterien für solch eine Ethik der Jagd setzt.
Ist es der Mensch, der selbst gern Maßstab aller Dinge sein will, um zuletzt festzustellen, dass er oft den Lauf der Natur machtlos gegenüber steht.
In der Bibel heißt es dazu:
„Gott schuf den Menschen zu seinem Bilde und schuf sie als Mann und Frau. Und Gott segnete sie und sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und mehret euch und füllet die Erde und machet sie euch untertan und herrschet über die Vögel am Himmel und die Fische im Meer und über das Vieh und über alles Getier, das auf Erden kriecht.“ 1. Mose 1,26+27
Schon bei den Schöpfungsbericht Gottes wird uns in der Bibel im ersten Buch des Mose im ersten Kapitel berichtet, bekommt der Mensch den Auftrag Gottes, über die Erde und alle Lebewesen, die Pflanzen und die Tiere zu herrschen.
„Macht euch die Erde untertan.“
Recht verstanden, haben wir hier alle einen großartigen Auftrag von Gott empfangen.
Gott hat uns hier eingesetzt, wir sollen so über die Erde herrschen, so, wie Gott selber es getan hätte.
Wie oft wurde dieser Satz aus der Bibel in der Geschichte bis heute grundlegend falsch verstanden.
Heute ist vieles in ihr zerstört.
Der Wald und dessen Bau wurde verändert und das Umfeld vieler Tieren nachhaltig und unwiederbringlich zerstört.
Heute stehen wir vor einem Scherbenhaufen, den dieses Verhalten, diese Ignoranz vor dem Recht auf Leben aller Pflanzen und Tiere verursacht hat.
Aber dürfen wir daraus ableiten, dass ein Eingreifen des Menschen in die Natur von sich aus schon verwerflich ist?
Müssen wir nun sagen, aus christlicher Sicht dürfen wir die Natur nicht weiter ausbeuten, sondern müssen uns vielmehr aus ihr zurückziehen?
Ich halte diese Einstellung für sehr einseitig und falsch.
Gerade in einer Zeit wie dieser, in der unsere Natur, die Tiere und Pflanzen in unseren Wäldern und Wiesen so gefährdet sind, brauchen sie die Hege und Pflege gerade von uns Menschen, insbesondere von uns Jägern.
Es ist leider wahr, dass in der langen Geschichte der Welt das ökologische Gleichgewicht durch uns Menschen so nachhaltig gestört worden ist, dass sich die Natur, sich selbst überlassen, nur schwerlich ohne Hilfe von uns erholen könnte.
Wir, als Menschen, Pferdefreunde und Jäger, die sich in Wald und Feld aufhalten und das Leben dort beobachten und erleben, wissen das vermutlich am besten.
Viel von und sind von ihrer Einstellung her mehr Naturschützler, auch wenn manche Andere das anders sehen.
Gerade in unserer Zeit kommt uns daher eine besondere, eine geradezu von Gott gegebene Aufgabe zu, die Bewahrung der Schöpfung Gottes in der Einheit von Natur und Hege..
Was wäre unsere Natur, was wären die Tiere im Wald und auf den Wiesen ohne uns Jäger, die da draußen sind und den Bestand des Wildes in einem gesunden und ökologisch sinnvollen Gleichgewicht halten.
Solch eine recht verstandene Jagd darf sich dann auch der Lust erfreuen.
Die Freude und das Erleben in der Natur, die enge Verbindung zu den Tieren, das beobachten und verfolgen der Entwicklung, das hegen und pflegen und natürlich auch jagen und erlegen nachempfinden zu können.
Auch die Jagd ist ein vom Schöpfer gegebene Gabe, der schließlich das Überleben der Menschheit mit gesichert hat.
Der Mensch ist seit alters her ein Jäger und Sammler.
Die Freude an der Jagd lässt sich durch die gesamte Geschichte der Menschheit verfolgen. Recht verstandene Jagd, das ist der von Gott gegebene Auftrag zur Bewahrung und Pflege der Natur, die sich von Menschenhand zerstört nicht mehr selber bewahren und erhalten kann.
Die rechte Jagd ist also ein wahrer Gottesdienst, unser Dienst, Ihr Dienst für Gott und dessen Schöpfung.
Sich dementsprechend an dieser sich zu verhalten, das ist die Kultur und Ethik der Jagd.
Das sollte uns auch heute bei dieser Schleppjagd hier in Pließkowitz uns allen bewusst sein.
Gott hat einen Bund mit allen Lebewesen der Erde, mit all seinen Geschöpfen geschlossen.
Wir stehen hier als Menschen in einer Reihe mit den Pflanzen und Tieren dieser Erde.
Zweifelsohne jedoch in einer besonderen Funktion:
Als Menschen, als Krönung der Schöpfung Gottes, nach dem Maß unserer Möglichkeiten die Umwelt und Natur zu hegen und zu pflegen.
Auf diese Weise und nur auf diese Weise die Jagd betrieben, kann sie wahre Freude bereiten.
Und so und nur so erlangen wir, erlangen Sie das Heil zum Weidmannsheil.

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