Prediger Jens Winkler in der Kirche Guttau/Malschwitz

Bibel - Gottes Wort - Errettung - Gottes Sohn -Jesus Christus -Leben - Glauben

Diesen Artikel drucken

Phil 1, 15-21

Filed under:Allgemein, Predigten — Jens am 17.03.2012 gg. 17:35

Predigtgottesdienst in Quatitz/Malschwitz zu Lätere

Phil 1, 15-21
.

Gewinnen sie, gewinnen sie.
Oft hören und lesen wir diesen Satz, sei es in der Zeitung oder bei einer Werbung im Fernsehen.
Bei vielen dieser angepriesenen Dinge gewinnt man oftmals nur an Erfahrung der Sinnlosigkeit.
Einen großen Gewinn fürs Leben zu erlangen,
ist unser aller Bestreben im Alltag und in unserem Tun und Handeln im Leben.
Sind wir nicht richtig glücklich ,wenn wir einen Gewinn im Lotto haben, ein Auto bei einer Verlosung gewinnen,
einen Stufe höher in der Lohnzahlung im Berufsleben erlangen?
Und ist nicht die Gewinnsucht eine wesentliche Triebkraft im menschlichen Leben?
Manchmal aber bringt dieser scheinbar größte Gewinn in Leben nicht den gewünschten Effekt.
Die meisten scheitern mit ihren Gewinn fürs Leben
und werden oftmals unglücklich damit..
Um eine andere Art des Gewinnes geht es in unsern heutigen Predigttext.

“Aber ich werde mich auch weiterhin freuen.”
Ist das nicht ein bisschen zu dick aufgetragen, was Paulus hier in dieser Schreiben seinen Empfängern zumutet mit seinen Schreiben aus den Gefängnis?
Ist das nicht hoch aufgetragen und entspricht es wirklich den Empfindungen und der Wirklichkeit?
Diese Einwände, und ich höre sie richtig unter uns,
sind durchaus berechtigt und
ich würde sie gegen jeden hegen, der mir ähnliches sagen würde.
Bei allen Einwänden, die man ins Feld führen könnte, haben mich die Aussagen des Apostel Paulus doch nachdenklich gemacht.
Warum kann Paulus so gelassen reagieren?
Und warum ist es möglich, sich in einer
solchen Situation, in der er sich im Gefängnis befindet, sogar noch davon zu reden, dass man sich freut?
Paulus, höre ich mich fragen, kannst Du deine Gründe nennen?
Und Paulus nennt uns drei Gründe für seine Freude:

1. Die Freude in sich, weil Christus verkündigt wird!
Da können wir von Paulus immer noch etwas lernen.
Der Apostel redet hier gegen eine kurzsichtige Kirchturmspitzenpolitik
die wir so vielfach in unseren Tagen finden.
Und das nicht nur zwischen den einzelnen Kirchen sondern auch innerhalb bei den Gemeinden des Kirchenbezirkes über die gemeinsame Zukunft bei den anstehenden Problemen der Reform der Landeskirche..
Diese Aussage macht noch einmal richtig deutlich,
für Paulus ist allein das entscheidend,
dass Jesus Christus als Heiland verkündigt wird,
ganz gleich wo, wie und durch wen.
Der Apostel Paulus macht es deutlich, das bei dieser Aussage über die Lattenzäune und Schutzwälle
der einzelnen Gemeinden und Kirchen hinweg zu schauen ist
um das weltweite Reich Gottes als eine Gesamtgemeinde in das Blickfeld zu bekommen.
Wo Jesus als der lebendige Sohn Gottes verkündet wird,
da ist immer auch der Geist Gottes am Wirken.
Da kann er Frucht des Glaubens einbringen.
Das ist auch ein Zuspruch und Aufforderung an die Verzagten unter uns,
die meinen, anderen diese Botschaft der Liebe Gottes durch ihr Glaubenszeugnis nicht sagen zu können.
Auch ihnen gilt die Zusage:
Es kommt nicht darauf ob man meint,
es sagen zu können mit seinen oftmals einfachen Worten ,
sondern dass man es macht und gewiss ist,
dass Gott und sein Heiliger Geist dabei
am Wirken sind im Herzen der Zuhörer.
Es sollte uns klar sein, dass Gott allein derjenige ist,
der die Herzen der Menschen erreicht.
Unsere eigenen Kraft reicht nicht aus für das, was er mit seiner Kraft erreichen kann.
Und ER bedient sich unser, ganz gleich
für wie fähig und geeignet wir uns halten und sind!
Letztendlich kommt es weniger darauf an,
wie wir das Wort weitersagen, als dass wir uns fest an Jesus den Gekreuzigten vom Golgatha binden.
Und wie glaubwürdig und authentisch wir als wiedergeborener Christ sein Leben und Werk verkündigen.
Selbst den Apostel Paulus hat man ja vorgeworfen, er könne nicht richtig predigen
Und trotzdem hat er sich nicht davon abschrecken und zurückhalten lassen sein Glauben zu bezeugen.
Davon zeugt bis heute die Verbreitung des Evangeliums im Europa..
Aber Paulus geht sogar noch einen Schritt weiter,
und das überrascht mich am meisten
Er sagt, es ist ganz egal aus welchem Motiv heraus die Verkündigung des Evangeliums erfolgt (V. 18).
Ich weiß nicht wie es ihnen geht, mich überrascht diese Aussage schon, denn sind bei der Verkündigung
des Evangeliums nicht Ziele vorauszusetzen?
Selbst wenn Menschen aus unlauteren Motiven heraus das Evangelium verkündigen,
die Botschaft aber als solche durchaus „richtig“ ist,
kann sich Gott über solche menschliche Niedrigkeiten
hinwegsetzen und aus seinem Wort Frucht entstehen lassen.
Denn der Glaube an Gott kommt aus der Predigt des Wortes , wörtlich aus der Verkündigung.
und sind wir mal ehrlich:
wer ist wirklich schon absolut rein in seinen Absichten in dem was er tut?
Auch ich will, dass meine Predigten verstanden werden .
Auch ich möchte das Menschen erreicht werden durch das Wort und diese sagen: „Das war mal eine gute Predigt.“
Wo Menschen am Werk und in der Arbeit sind, da menschelt es eben und so hängt die Verkündigung des Evangeliums und deren Wirksamkeit nicht an Pfarrer und Prediger, sondern allein daran,
dass Gott trotz aller Schwierigkeiten etwas Gutes draus macht!
Und dass ER das tut,
über alle menschlichen Unzulänglichkeiten hinweg, davon bin ich ebenso überzeugt wie Paulus es
war.
Und so freut er sich, dass das Wort Gottes die frohmachende Botschaft verkündigt wird und die Herzen der Menschen erreicht und und diese ihren Lebenssinn und Ziel wieder erkennen und Busse tun uns zu Gott umkehren.!

2. Die Freude, weil wir in Christus geborgen sind!
Auch in dieser schwierigen und misslichen Situation wie seine Zeit im Gefängnis weiß sich der Apostel in Christus geborgen
und durch den Heiligen Geist als Beistand getröstet.
Es ist gewiss nicht immer einfach sich dessen
bewusst zu sein.
Gerade. wenn die Sorgen in einen Lebenstal übermächtig werden und man kaum noch eine rettenden Gedanken fassen kann,
ist dies das Ziel für das weitere Leben
Paulus nennt an dieser Stelle seines Briefes einen , in dieser Frage wichtigen Aspekt:
das Gebet der Gemeinde.
Es ist eben nicht nur die Stille, sondern das Reden mit Gott.
Nicht nur das Reden, sondern die Gewißheit, dass Gott unser Reden mit ihn erhört.
Es ist manchmal wirklich schwierig sich der Gegenwart
Jesus bewusst und gewiss zu sein.
Wir können IHN ja nicht sehen,
wir können Ihn nicht hören, wenn wir mit ihm reden,
und dennoch ist ER da und kennt unsere Lage..
Dass ich mir die Gegenwart Jesu bewusst machen konnte, das war in schwierigen Lagen oft damit verknüpft, dass ich wusste,
dass Menschen mit mir und vor allem auch für mich beten.
Dann merkt man die Kraft , die einen da wieder aufrichtet aus dem Tal der Not.
Dass uns in unserem Leben in der einen oder anderen Situation der Glaube schwindet
oder vielleicht auch manchmal in großer Not verlustig geht ist eine Tatsache.
Denken wir an die vielen Beispiel in der Bibel.
Deshalb sollen wir auch füreinander einstehen.
Das betont gerade Paulus immer wieder in seinen Briefen und hebt hervor,
wie wichtig ihm der Beistand der Glaubensgeschwister im Gebet in solchen schwierigen Situationen ist.
Und unser Herr Jesus hat gegenüber dem Petrus bezeugt, dass ER für ihn gebetet hat, damit sein
Glaube nicht aufhört .
Und dieses gegenseitige einstehen füreinander vergegenwärtigt uns die Gemeinschaft mit
Jesus, den auferstandenen Sieger von Golgatha.
In der Gemeinschaft untereinander wird für uns ein Stück Himmel erleb- und erfahrbar,
dass auch wir eingebunden sind in die Gemeinschaft mit Jesus´,.
Und wenn wir uns das in manchen Situationen und Lebenslagen selbst nicht mehr sagen können und uns der Blick auf dieser Verheißungen Gottes verstellt ist, dann hilft es, wenn andere für uns eintreten und uns zum daran erinnern, was Gott uns in seiner Schrift verheißen hat;, auch und gerade in den schwierigen Lebenslagen.
Für diejenigen unter uns, die diesen Zuspruch brauchen ein Erinnerungshilfen:
„Ich bitte nicht, dass du sie aus der Welt wegnimmst, sondern dass du sie bewahrst vor dem Bösen.“ (Joh 17,15)
oder „… fürchtet euch nicht vor denen,
die den Leib töten, die Seele aber nicht zu töten vermögen …oder
Werden nicht zwei Sperlinge für ein paar Pfennige verkauft? Und nicht einer von ihnen wird auf die Erde fallen ohne euren Vater. Bei euch aber sind selbst die Haare des Hauptes alle gezählt. Fürchtet euch
nun nicht! Ihr seid wertvoller als viele Sperlinge.“
Der Apostel Paulus war sich sicher, er ist und bleibt in Gottes Hand geborgen, und aus dieser Hand
kann ihn nichts und niemand reißen .
Diese Gewissheit im Glauben an seinen Gott wurde ihm in seiner Situation Grund zur Freude.
Wird sie es auch für uns?

3. Die Freude, weil wir ein festes Ziel haben!

Und schließlich bezeugt Paulus auch seine Freude daran, dass er und wir auf Ziel zu leben,
dass uns niemand nehmen kann.
Jesus hält im Himmel für seine Leute „Wohnungen
bereit“, einen Platz also,
an dem wir einst zu Hause sein werden,
in seiner Gegenwart und der Gegenwart des himmlischen Vaters
Was Paulus hier anspricht hat nichts mit einer weltabgewandten Sicht des Lebens zu tun.
Vielmehr drückt er aus, dass alles auf Jesus zuläuft, von Jesus abhängig ist und von Jesus
getragen wird.
Wenn wir uns gewiss sind, dass wir in und mit unserem L eben in Jesus geborgen sind und uns täglich darin üben, in dieser Glaubensgewissheit auch zu leben,
dann braucht uns auch vor dem Sterben und dem Tod nicht mehr bange zu sein.
Diese Weitsicht über alles irdische hinaus ermöglicht
es ihm, sich diesen irdischen Dingen zuzuwenden.
Denn es geht nicht darum, diese Dinge zu verneinen oder schlecht zu reden,
es geht um die richtige Reihenfolge bzw. Rangordnung. Das Wesen dieser Welt ist ein vergängliches und damit alles, was dazu gehört, das Schöne wie das Schlechte. Gewiss fällt es uns schwerer,
uns vom Schönen dieser Welt zu trennen oder es zu lassen als vom Schlechten und Widerwärtigen.
Aber was ist das schon gegenüber dem,
was verheißen ist, der neue Himmel und die neue Erde.
Im Vergleich dazu, ist alles irdische unbedeutend,
das Schöne wie Schlechte.
Dieses Ziel vor Augen, erweckt dem Paulus Freude – und auch uns!?

Die Situation, in der sich Paulus befand als er seinen Brief an die Gemeinde in Philippi
schrieb, gab alles andere als Anlass zur Freude.
Hinzu kamen noch die Anfeindungen und
Häme seiner Mitmenschen und durchaus auch Mitchristen.
Gründe genug, um in Resignation
zu verfallen und die Freude zu verlieren und vielleicht sogar alles hinzuschmeißen.
Und Paulus machte dies gewiss auch zu schaffen. Aber, und darin wird er mir zum Vorbild,
er bleibt nicht darin stecken.
In dieser schier ausweglosen Situation erinnert er sich
an die Zusagen Gottes.
Erinnern wir uns auch daran.
Gerade jetzt in der Passionszeit vor den Ereignissen von Karfreitag und Ostersonntag sollen wir uns im Bezug auf unser eigenes Leben zum Nachdenken kommen.
Sind wir in unserer jetzigen Situation ebenso auf der Seite Gottes wie es Paulus war.
Prüfen wir uns selbst und ordnen wir unser Leben neu auf den Anfänger und Vollender dieser Welt aus.

Und der Friede Gottes welcher höher ist als alle unsere
Vernunft, er bewahre unsere Herzen und sinne in Christus Jesus unsern Herrn.
Amen.

Das gesprochene Wort gilt!

Keine Kommentare

No comments yet.

RSS feed for comments on this post.

Sorry, das Kommentarfeld ist zur Zeit nicht verfügbar.