Prediger Jens Winkler in der Kirche Guttau/Malschwitz

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Kol 4, 2-6

Filed under:Allgemein, Predigten — Jens am 13.05.2012 gg. 08:06

Kirche zu Quatitz am 13.05.2012
Rogate
Predigttext Kol. 4,2-6

Gnade sei mit Euch und Friede von Gott unseren Vater und unseren Herrn Jesus Christus.

Vielen von uns heute hier versammelten ist das Bildnis „Die betenden Hände„ von Dürer in guter Erinnerung. Es ist schon sehr erstaunlich in wie vielen Wohnungen, gerade auch von Nichtchristen, man dieses Bildnis oder auch als Schnitzerei an einer Wand hängen sieht.
Ob sie sich der Botschaft diesen Bildnis eigentliche bewusst sind?
1.
Beten.
Der Name des heutigen Sonntags bezeichnet auch die Sache, um die es auf diesen Bildnis ebenfalls geht: Rogate heißt betet!
Zu unserer eigenen Beruhigung und für unser Gewissen können wir auch sagen: Wir tun es ja in diesem Gottesdienst.
Aber damit ist es allein nicht abgetan.
Denn in dem Predigttext lesen wir eine Anweisung,wie und was mit dem Gebet, mit den Reden mit Gott geschehen soll.
Beständig sollen wir als Christen beim Beten dabei bleiben.
Das ist vielleicht das Schwierigste an der ganzen Sache mit den Reden mit Gott. Beharrlich sind wir, wenn wir ein bestimmtes Ziel im Leben unbedingt erreichen wollen. An einer Sache muss man dranbleiben, wenn man etwas neues oder Beständiges erreichen will. Meistens sind wir immer dann besonders hartnäckig in unseren Leben , wenn wir für uns ein Ziel gesetzt haben und dieses Ziel nach unseren Empfingen vor Augen greifen können und sehen.
Wenn es um den einen Vorteil in unseren Leben geht,
und mag er noch so klein sein, sind wir am schnellsten bei der Sache.
So sind wir Menschen nun einmal.
Aber beharrlich und dauerhaft zu Gott zu beten,
dass ist da schon schwieriger, manchmal so scheint es im Druck unserer Zeit unmöglich..
Und schließlich soll es im Gebet zu Gott in erster Linie nicht um unsere eigenen Wünsche und Vorstellungen für das Leben gehen.
Vielleicht ist das Beten, ist das Reden mit Schöpfer deshalb so schwierig,
weil wir Gott, unseren Schöpfer und Herr dieser Welt als Gegenüber nicht sehen können.
Und auch den Erfolg und Wirkung unseres Gebets mit ihm, können wir im ersten Augenblick nur schwer abschätzen.
Ob das ganze Beten wohl etwas bringt in meinen Leben ? So stellt man sich vielleicht die Frage?
Sind das nicht nur gesagte Worte?
So wird manch einer schon gedacht haben,
dessen Bitten nicht in Erfüllung gegangen ist.
Und trotzdem wird das Gebet uns im heutigen Predigttext besonders ans Herz gelegt.
Es ist ein Reden mit dem, der unser himmlischer Vater ist.
Denn es hält uns wach gegenüber dem,
was wir in unserer Welt zu sehen und zu hören bekommen.
Eine Welt, wo das gesprochene und oftmals auch das geschriebene Wort oft nicht mehr wert ist als die Tinte und das Papier mit dem es geschrieben wurde ,
wo die scheinbar festen Werte verschwinden,
der Boden unter den Fundament so manches Lebens eines von uns keinen festen Halt hat, weil er auf Sand gebaut ist.
Das Beten, das Reden mit Gott, unseren Vater ,
hindert uns daran, einfach die Augen zuzumachen und diese verlorene Welt sich ihrem Lauf zu überlassen. Verantwortung.
Das Beten öffnet uns die Augen aber auch für alles Gute,
was uns im Glauben und unseren Leben widerfährt.
Danksagung.
Darum sind Beten mit Danksagen und Verantwortung sehr ähnliche Dinge.
Denn wer betet, der hat einen Blick für die guten Taten Gottes, die es bei in der Welt und in unseren Leben zu entdecken und erleben gibt.
Wer betet, der weiß, dass sein Leben und dessen Weg nicht selbstverständlich ist, sondern eine kostbare Gabe des Schöpfers, eine Gabe Gottes ist.
Paulus und Timotheus, die diesen Brief schreiben, wünschen sich, das Gebet auch für sich selbst, ihr Leben und ihren Dienst für Gott.
Die Brüder und Schwestern in der Stadt Kolossä sollen auch für die Apostel beten,
damit sie ihr Werk recht ausrichten können.
Was sie zu tun haben, ist hier mit schönen Worten beschrieben:
Sie wollen, ja sie müssen das Geheimnis Christi, das Evangelium, seine Tat am Kreuz auf Golgatha für uns und seine Erlösung für uns alle weitersagen.
Und sie hoffen darauf, dass Gott ihnen Türen
und die Herzen der Menschen auftut,
wo die gute Nachricht/Evangelium hineingehen kann und auf fruchtbaren Boden fallen kann.
Der Apostel Paulus benutzt das Bild von der Tür: “Gott”, so heißt es, möchte “eine Tür für das Wort auftun”.
Stellen Sie sich eine Tür vor – zum Beispiel Ihre Haustür oder die Kirchentür,
durch die Sie vorhin in diese Kirche getreten sind –
und lassen Sie uns jetzt ein wenig über die Bedeutung von Türen nachsinnen.
Durch eine Tür betritt man einen Raum, etwas Neues, etwas Unbekanntes, vielleicht auch etwas Vertrautes. Manchmal steht die Tür offen – einladend offen; manchmal ist sie auch verschlossen.
Manche Türen können wir selber öffnen, weil wir einen entsprechenden Schlüssel haben ,
manche Türen müssen uns auch geöffnet werden.
Wir wollen heute über eine Tür nachdenken,
die wir von uns aus nicht öffnen können:
die Tür nämlich, die uns in Gottes Gemeinschaft führt, die uns in seinen Gemeinde eintreten lässt..
Diese Tür, die uns in Gottes Gemeinschaft führt,
die uns zum Glauben führt, kann nur Gott selber öffnen. In unserem Predigttext zeigt uns der Apostel Paulus, wie das geschieht.
Vers 3 + 4:
“Betet… auch für uns, damit Gott uns eine Tür für das Wort auftut und wir das Geheimnis Christi predigen können …, es offenbar zu machen.”
Wir selbst wissen aus eigener Erfahrung wohl, wie schwer es ist, Türen für das Wort Gottes und seine Einladung an uns alle aufzustoßen.
Es ist eben auch nicht leicht, über ein Geheimnis,
über das Geheimnis Christi, dem Glauben
und die Tat des Gottessohnes am Kreuz auf Golgatha zu reden.
Wir leben in einer Zeit, in der der christliche Glaube
in eine Land, das man zu den sogenannten christlichen Abendland zählt,
es nicht selbstverständlich ist, ja viele Menschen mit den Begriff „Gott“ schon nichts mehr anfangen können und damit auch mit einen Reden mit ihm.
Wir leben in einer Zeit, in der auch das Gebet,
das Reden mit Gott unseren Schöpfer,
nicht mehr so leicht über die Lippen der Menschen kommt.
Das können wir nicht so einfach wegtun.
Der Apostel Paulus sagt, dass Gott für das Wort der Predigt Türen öffnen muss,
damit das Geheimnis der Person Jesus Christi offenbar wird und der heilige Geist Gottes wirken kann,
damit wir Menschen verstehen,
welch große Gabe Gott uns durch Christus zuteil werden lassen will:
die Gabe der Gemeinschaft mit Gott - jetzt im Glauben – und in der Ewigkeit.
Damit ist sehr Wichtiges gesagt:
Gepredigt wird in jeden Gottesdienst bei uns jeden Sonntag in der Kirche.
Doch wir Verkündiger haben die Veränderung des Einzelnen durch das Wort Gottes nicht in der Hand.
Gott selber muss die Türen für sein Wort öffnen,
damit es Menschen anspricht,
damit es Ihnen zu Herzen geht.
Eines kennen sie sicher aus eigener Erfahrung:
Sie hören eine Predigt, doch plötzlich, an einer bestimmten Stelle, werden sie ganz aufmerksam, fühlen sie sich sehr direkt angesprochen, spüren Sie: Diese Aussage gilt mir allein.
Gott spricht jetzt ganz konkret mit mir.
Der Verkündiger hat es nicht in der Hand, dass sie sich angesprochen fühlen.
Wir können uns viel Mühe bei der Predigt geben.
Aber dass das gelingt, dass Menschen sich durch das Wort der Predigt getroffen fühlen,
dass Sie empfinden: heute hat Gott mit mir gesprochen, heute hatte Gott mir Wichtiges zu sagen –
das alles ist Gottes Wirken, Gottes Geist.
Unser Predigttext sagt es so:
Gott öffnet seinem Wort bei uns selbst die Tür, die Tür zu unseren Herzen.
Aber wir brauchen uns mit dem, was wir zu verkündigen haben, auch nicht zu verstecken.
Statt dessen gilt es wieder neu zu entdecken,
was für einen Schatz wir haben.
Denn durch unsere Taufe und unser Bekenntnis zur Konfirmation sind wir aus dem Bannkreis des Bösen und der Sünde herausgerissen.
Durch die Taufe sind wir Gottes Kinder,
die nicht ziellos in einer kalten Welt herumirren.
Der Apostel Paulus ermuntert uns:
“Seid beharrlich im Gebet.”
Lasst den Mut nicht sinken, sondern betet,
betet immer wieder zu Gott den Vater.
Wir leben noch nicht im vollendeten Reich Gottes,
wir leben noch nicht in Gottes direkter Gemeinschaft, wir leben im Glauben, wir schauen Gott noch nicht von Angesicht zu Angesicht.
Wir leben unter den häufig genug schwierigen Bedingungen einer vergänglichen Welt.
Wir haben Angst vor der Zukunft, Sorgen, Furcht vor Kriegen oder Terror.
Ungerechtigkeit, Hass und Lieblosigkeit unter den Menschen tun weh; manchmal gehen sie auch von uns selber aus, und mitunter treffen sie uns auch persönlich.
So wissen wir, was wir zu tun habt:
Hineingehen durch die Tür, die Gott uns in seine Gemeinschaft des Glaubens an ihn geöffnet hat, hindurch, eintretet durch das Gebet in Gottes Nähe.
Und in dieser Nähe können wir vor Gott alles aussprechen im Gebet, was uns bedrückt,
was uns belastet, auch unsere Schuld.
Wir dürfen aber auch Gott dankbar sein,
über das was uns Freude macht.
Die Sorgen des Alltages im Gebet vor Gott ablegen und Gottes Zuspruch in unserem Leben erfahren.
Seid beharrlich im Gebetsleben, lasst es nicht verkümmern.
Seid wachsam, seid auf der Hut vor der eigenen Trägheit und Schwachheit, vor Hoffnungslosigkeit oder Lustlosigkeit, die uns vom Gebet, von Gottes Nähe fernhalten wollen.
Bittet Gott darum, dass er all das von uns nehme,
alle Belastungen und Bindungen, was uns den Zugang zu Gott und dem Gebet/Reden im Glauben mit ihm versperrt.
3
Kehren wir noch einmal zurück zu den letzten beiden Versen unseres Predigttextes.
Sie geben uns drei Verhaltensmaßregeln mit auf den Weg, die heute genauso gelten können wie zu den Zeiten der Apostel.

1.Verhaltet euch weise gegenüber denen, die nicht zur Gemeinde/Kirche gehören.
Wir haben also keinen Grund, unser Licht des Glaubens unter den Scheffel zu stellen.
Wir haben aber auch keinen Grund, uns über andere zu erheben.

2.Die zweite Regel ist sehr kurz in einem Nebensatz untergebracht: Kauft die Zeit aus!
Das soll wohl heißen: Wir sollen mit besonderer Verantwortung mit der Zeit umgehen, die uns gegeben ist. Die Lebensspanne, die Gott uns zur Verfügung stellt, sollen wir nicht für nichtige Dinge vergeude

3.Und zum dritten: Eure Rede sei allezeit freundlich und mit Salz gewürzt.
Das ist ein treffender Ausdruck. Denn oftmals ist unser alltägliches Reden eher eine fade Suppe, an der das Salz, die Würze des Glaubens eben fehlt.
Mit einem Wort: Wir sollen in der Lage sein, unseren Glauben freundlich, weise und mit Nachdruck zu bezeugen und zu verteidigen.
Das wird uns freilich nicht immer gelingen.
Denn die Messlatte ist in der Tat sehr hoch gehängt.
Nehmen wir uns ein Beispiel an den Kindern.
Die kleine Kinder müssen sich über diese Dinge noch keine Gedanken machen.
Und sie brauchen es auch noch nicht.
Um in die Tiefe des Glaubens vorzudringen, brauchen wir wohl unser ganzes Leben.
Da kann niemand behaupten, schon ausgelernt zu haben.
Aber Kinder wissen sehr wohl, dass sie bei Eltern, Großeltern und Verwandten gut aufgehoben sind. Sie vertrauen einfach darauf, dass alle ihr Bestes wollen. Und mit diesem Vertrauen haben uns die kleinen Kinder einiges im Glauben voraus.
Sie können uns eben darin zum Vorbild werden.
Unser Vertrauen zu Gott, unseren Vater im Himmel möge so genauso fest sein, wie das Vertrauen der Kinder zu Vater und Mutter.
Deswegen hat Jesus auch gesagt:
Wer das Reich Gottes nicht empfängt wie ein Kind, der wird nicht hineinkommen.
Gott der Herr sei mit uns allen auf dem Weg durch das Leben.

Und der Friede Gottes welcher höher ist als alle Vernunft, der bewahre Eure Herzen und Sinne in Christus Jesus unsern Herrn.

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