Prediger Jens Winkler in der Kirche Guttau/Malschwitz

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Ostersonntag 1.Kor. 15,19-28

Filed under:Allgemein, Predigten, Archiv — Jens am 23.03.2008 gg. 15:18

Festgottesdienst Ostern
Malschwitz/ Quatitz
1. Kor. 15.19-28

In meiner Jugend haben ich mit anderen Mitgliedern unserer Jungen Gemeinde aus Gnaschwitz einen gemeinsamen Urlaub in der Slovakai gemacht.
Als Gruppe sind wir damals zu einer Bergtour in der Niederen Tatra aufgebrochen.
Ziel dieser Tour war es, den Kamm des Gebirges in einer Woche zu durchwandern.
Da wir nicht jeden Abend in die Täler zu den Dörfern absteigen wollten, haben wir in Schutzhütten und oft auch im Freien unter einer Krüppelkiefer ohne ein Zelt übernachtet.
Das Zelt aufbauen war damals streng verboten, da dies dort ein Naturschutzgebiet war und jeden Morgen mittels eines Hubschraubers durch die Verwaltung kontrolliert wurde.
Ob es daran lag oder ob es einfach in 2000 Meter Höhe bei um die null Grad zu kalt war, weiß ich nicht mehr. Jedenfalls bin ich eines Morgen bei Sonnenaufgang aufgewacht, wie die Sonne im Osten aufstieg und mit ihren Strahlen den Bergrücken überwandt
Die Nacht mit ihrer Dunkelheit, mit ihren Schatten und den darin Verborgenen endete.
Ein neuer Tag brach an und mit den ersten Strahlen am Himmel erwachte das Leben in der Natur um uns .
Mit den Ereignissen zu Ostersonntag ist es ebenso.
Der Karfreitag bringt den Beginn der Dunkelheit mit der Sterbestunde und den Tod Jesus Christus, des Sohnes Gottes. Dies haben wir an diesen Tag durch das Verhüllen des Altars mit einen schwarzen Tuch im Gottesdienst gefeiert.
Am Ostersonntag feiern wir die Auferstehung unseres Herrn und erwacht jeden Tag neu bei uns in den Teichen und in den Bergen, aber die Auferstehung Jesus Christi, des Sohnes Gottes von den Toten, hat unsere Welt in ihren Grundfesten verändert.

Nun aber ist Christus auferstanden!

“Nun aber” – so heißt es im heutigen Predigttext, „ nun aber“das ist Gottes Paukenschlag für das Leben - gegen das Sterben in der Welt:
“Nun aber” - das heißt, jetzt ist alles anders geworden. Nichts ist mehr, wie es war und wird nie mehr so sein. Die Uhren der Welt und der Verlauf gehen jetzt anders.
Nun aber - Gott überwindet den Tod in der Welt.
Denn etwas Undenkbares, Unglaubliches und von niemand Vorhergesehenes ist geschehen:
Christus war tot - und siehe: Er ist lebendig.
Gottes “Nun Aber” erhält die Welt, uns und diese Erde:
“Wär’ er nicht erstanden, so wär’ die Welt vergangen.” .
Die Welt kann nicht verloren gehen, weil Gott sie trägt.
Wenn der Apostel Paulus, der diesen Brief geschrieben hat aus den unser heutiger Predigttext stammt, über die Auferstehung nachdenkt, also darüber, was Ostern wir als Christen feiern und was es bedeutet, dann denkt er nicht in kleinen Maßstäben.
An Ostern beginnt für die gesamte vergangene, gegenwärtige und zukünftige Welt eine ganz neues Erkenntis.
Die Straße des Lebens , die in einer Sackgasse endet, öffnet sich und wir blicken auf eine weite Ebene.
Ostern heißt nämlich: Der Tod ist besiegt.
Das klingt schon zu bekannt, aber es hat trotzdem nichts von seiner Brisanz für das Leben jedes Einzelnen von uns verloren.
Denn mit dieser Nachricht wird unser Leben und unsere Welt ganz neu geordnet, bekommt unser Sein und Leben eine neue Bedeutung.
Leben bedeutet Bewegung und neue Erkenntnisse.
Und es ist wie auf einer Wanderung, z.B. unserer Wanderung in den Bergen damals:
Die Art und Weise, wie wir einen bestimmten Weg in unseren Leben nehmen und ihn in unseren gesamten Leben gehen, wird immer auch vom Ziel bestimmt.
Wenn mich das Ziel anlockt und ich es attraktiv finde, dann gehe ich viel leichtfüßiger und fröhlicher auf den Endpunkt hin.
Wenn dagegen etwas Unangenehmes auf mich wartet, werden mir schon lang vorher die Füße schwer werden.
Wenn das so ist, dass das Ziel den Weg bestimmt, dann bekommt mein Leben eine ganz bestimmte Farbe, je nachdem ob am Ende der Tod auf mich wartet oder das Leben oder vielleicht auch gar nichts.

Das Tor zum Leben
Wenn am Ende der Tod steht, dann ist das so, wie wenn wir auf einem Weg unterwegs sind und dieser Weg uns an seinem Ende vor ein großes und schweres und dunkles Tür führt.
Und das Tür geht nicht auf. Es gibt keinen Weg um dieses Tür herum. Es gibt auch keinen Weg zurück. Und jeder andere Weg, den wir versuchen würden, würde uns immer wieder nur vor dieses undurchdringliche, unüberwindliche Tür führen.
Da ist der Weg zu Ende und es geht keinen Schritt weiter. Das ist der Tod: eine Sackgasse am Ende einer Einbahnstraße des Lebens.
Manchmal scheint man so eine Sackgasse auch schon mitten in diesem Leben zu erreichen.
Wenn es in einer Ehe nicht mehr vor und nicht mehr zurück geht und der Partner sich wegen seiner Selbstverwirklichung im Leben vom anderen Partner trennt.
Wenn auch auf die 57. Bewerbung um eine Arbeit eine Absage erfolgt.
Wenn ich jeden Morgen immer nur mit Unlust wegen Probleme zur Arbeitsstelle gehe.
Wenn ich in meinem Leben immer wieder auf die gleiche Problem stoße, immer wieder an der gleichen Stelle zu Fall komme.
Aber auch da, wo ich an meinem Glauben an Gott verzweifeln will, weil er mir nach meinen menschlichen Maßstäben das nicht bringt, was ich erwartet und erhofft habe, weil die Wege Gottes mit meinen Leben anders verlaufen als gedacht.
Da, wo ich von Jesus enttäuscht bin, weil er so anders ist, als ich ihn mir gedacht habe, weil das Leben mit ihm nicht nur ein Wandeln auf sonnigen Höhen in den Bergen ist ,wie auf unserer Kammwanderung damals als Junge Gemeinde war, sondern auch durch Höhen und Tiefen und Täler geht..
Leben mit ihn ist auch oft mit Leiden und Unverstandensein von anderen Menschen verbunden..
Überall da stoßen wir auf dieses große und schwere und dunkle und verschlossene Tür.
Überall da macht sich der Tod schon mitten im Leben breit, weil er die Auswege und Abwege versperrt.
Und wir haben das Gefühl: Es geht nicht weiter.
Nun ist aber Ostern. Und das heißt:
Die Todestür ist aufgestoßen! Das große, dunkle Tor des Todes, das uns in seiner Mächtigkeit erdrücken will, ist plötzlich offen!
Die Macht der Sünde und des Todes, die seit Adam an die Menschen in ihren Joch gefangen hält, ist gebrochen.
Und was sich dahinter auf tut und auf uns wartet, das ist die atemberaubende weite Ebene der Zukunft Gottes jetzt im unseren Glauben hier im Leben und dann bei ihm in Ewigkeit.
Atemberaubend!
So in etwa waren meine Empfindungen damals in den Bergen der Tatra als ich den Sonnenaufgang bewusst erlebte und damit den Beginn des neuen Tages.
Einer stand vor der Tür, und für den war es nicht das Ende.
Einer stand vor der Tür, und für den endete der Weg nicht in einer Sackgasse.
Christus ist am Kreuz auf Golgatha am Karfreitag für unser aller Sünde und Schuld gestorben.
Sein Weg führte ihn zwangsläufig vor das große, dunkle, verschlossene Tor.
Denn sein Weg war der Weg, der durch unser aller Sünde und Schuld Gott gegenüber geführt wurde, und konnte er nicht anders enden als im Tod.
Jesus Christus. Der Sohn Gottes , hat mit seinen Tod am Kreuz auf Golgatha für unsere Schuld und Sünde Gott gegenüber ein für allemal bezahlt.
Er, der von keiner Sünde wusste hat für unsere Sünden bezahlt.
Aber dann geschah das, womit keiner rechnen konnte, denn das war bisher nicht vorgekommen:

Jesus die Tür zum Leben

Jesus Christus stand vor der Tür, und für IHN öffnete es sich, denn der hat es gesprengt und den Tod damit überwunden..
Die Tür ging auf, dem Tod ist einer ins letzte Wort gefallen, und nun heißt der Weg, auf dem wir gehen, Christusstraße , den Weg unseres Glaubens an Gott.
Unser Leben ist keine Sackgasse mehr, die im Tode endet , sondern durch Jesus Christus ist das Tor, ist die Tür zu Gott unseren Vater aufgestoßen.
Im Johannesevangelium sagt Jesus über sich:
„Ich bin die Tür. Niemand kommt zum Vater denn durch mich.“
Nun ist der Tod nicht mehr der Punkt, auf den alles Leben zu läuft, sondern dieser Punkt ist das Leben.
Die „Frankfurter Allgemeine“ schreibt am Gründonnerstag in einen Artikel zum Karfreitag
„ Wer den Tod verstehen will, muss das Leben verstanden haben“
Deshalb bekennen die Christen in Osteuropa:
„Christus ist auferstanden, Er ist wahrhaftig auferstanden.“
Natürlich gibt es ihn noch, den leiblichen Tod.
Auch der Apostel Paulus nennt ihn hier in unseren Predigttext den letzten Feind .
Noch sterben wir alle körperlich, und noch merken wir immer wieder, wie in dieses Leben auch manches nicht gelingt.
Aber was immer hier dem Leben entgegensteht, hat seine Endgültigkeit bei Gott in Ewigkeit verloren.
Ungerechtigkeit wird ausgeglichen werden.
Hunger wird gestillt werden.
Sünde wird es nicht mehr geben, und niemand wird mehr unter Sünde leiden.
Das ist die Perspektive, die Zukunft im Glauben bei Gott , auf die wir seit dem ersten Ostern zugehen,.
Paulus beschreibt das hier in großen Worten. Er malt uns das Bild vor Augen, dass seit Christi Auferstehung begonnen hat.
Seit 2000 Jahren ist die Welt auf diesem Weg zur uneingeschränkten Herrschaft Gottes.
Nun ist mein Eindruck aber oft, das uns heute diese Zuversicht in unserer Nachfolge immer wieder aus den Augen zu geraten droht,dass uns das nur noch wenig begeistern kann, dieses Leben bei Gott unseren Vater , das auf uns wartet..
Als Menschen unserer Zeit nehmen wir auch unseren Glauben heute häufig zuerst unter der Frage war:
a) Was bringt mir das für mein Leben?
b) Welchen, und scheint es nur ein geringer Vorteil, habe ich davon?.
c) Wenn es mir in diesem Leben nicht schon besser geht, dann taugt das alles nichts. Und damit solche Menschen, die so denken, auf Nummer sicher gehen können, machen sich viele ihren eigenen Gerechtigkeit.
Und wenn wir als Christen so denken, dann sind wir genau an der Stelle, die Paulus beschreibt:

Wir hoffen allein in diesem Leben auf Christus. Christus, die Lebenshilfe für die verschiedenen Situationen.
Wenn wir uns die vollständige Erfüllung allein in diesem Leben erhoffen, so geraten wir schnell in die Gefahr, dem Anspruch Jesus an unser Leben auszuweichen, dort, wo sein Weg für uns im Glauben in dieser Welt zu unbequem ist.
Wir laufen in Gefahr, die Erfahrungen des Leides und der Traurigkeit und des Mangels weg tun zu wollen, uns ihnen nicht mehr zu stellen, weg zulaufen, wenn sie uns oder auch andere betreffen, weil es all das ja nicht geben darf in einem Leben im Glauben an Jesus, den an Ostern auferstandenen Sohn Gottes.
In dem die Ewigkeit bei Gott, die Zukunft, die auf uns wartet, spielt das keine Rolle mehr..
Hoffen wir allein in diesem Leben auf Christus, so sind wir die elendsten unter allen Menschen , sagt Paulus in unseren Text an die Korinther.
Ohne diesen Blick auf die Ewigkeit wird unser Glaubensleben zu einem Krampf, und es wird kraftlos. Denn es ist allein unsere Glaubenshoffnung auf die Überwindung des Todes, die uns bewegt und die uns durch das Leben trägt.
Nur wenn ich auf das Ziel dieser Welt sehe, nämlich die Überwindung des Todes durch die Auferstehung Jesus Christi von den Toten und die Herrschaft Gottes, dann werde ich mich auf die Nachfolge und auf das Leben mit Gott überhaupt einlassen.
Denn Nachfolge Jesus bedeutet Kreuzesnachfolge, die das Leid und den Kummer nicht scheut, weder bei sich selbst, noch bei anderen.
Ich muss dem dann nicht mehr ausweichen oder es weg interpretieren oder grüblerisch nach versteckten Ursachen bei mir suchen.
Ich kann mich dem Leben hier stellen in der Gewissheit, dass Tod und Sünde eines Tages überwunden sein werden, in dem Leben, auf das unser Weg im Glauben an IHM, den Schöpfer, zu läuft.
Nicht die Hoffnung stirbt, sondern der Tod.
Nicht das Durchhalten macht uns stark, sondern der Glaube.
Nicht das positive Erlebnis des Lebens, sondern am Ende wird Gott sein.
Der Herr ist auferstanden, er ist wahrhaftig auferstanden.
Dieser Ruf der Christen zu Ostern möge in unseren Herzen brennen, bis wir im Glauben gewiss sind ,wie die Bibel bekennt:
Wir sind in Christus eine neue Kreatur.
Leben wir, so leben wir in den Herrn.
Sterben wir, so sterben wir in den Herrn und werden in ihm und durch ihm lebendig in Gott.

Amen!

Das gesprochene Wort gilt!

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