Prediger Jens Winkler in der Kirche Guttau/Malschwitz

Bibel - Gottes Wort - Errettung - Gottes Sohn -Jesus Christus -Leben - Glauben

Diesen Artikel drucken

Misericordias Domini Hebr. 13,20+21

Filed under:Allgemein, Predigten, Archiv — Jens am 06.04.2008 gg. 08:06

Predigtgottesdienst Malschwitz
Misericordias Domini

Hebr 13, 20+21

Bekommen Sie eigentlich noch oft Briefe von Freunden und Bekannten? Im Zeitalter von Telefon und Handy wird vieles nur per Anruf erledigt.
SMS und email machen heute sehr viele Nachrichten an Freunde und Bekannte aus.
Vorbei die schöne Zeit, wo man sich noch viele Briefe geschrieben hat und Gedanken und Nöten aus dem Leben, die einen bewegt haben, anderen mitgeteilt hat. Nachdenklich ließt man diese Briefe oft noch Jahrzehnte später und kann sich dann in die Situation zurückversetzen. Ich selbst habe noch alle Briefe, die ich während meiner Bibelschulzeit in Falkenberg und der Armeezeit erhalten habe.
Unser heutiger Predigttext stammt aus ein Brief an eine Gemeinde.
Viel wissen wir nicht viel über die Menschen, an die der Hebräerbrief geschrieben wurde.
Aber nach dem, was wir dem Brief lesen können, muss es eine verunsicherte Gemeinde gewesen sein, die im ihren Glauben angefochten ist.
Da ist die Rede von müden Händen, unsicheren Schritten, Trägheit, Zurückbleiben und am Ziel der Hoffnung vorbeitreiben, ja sogar vom Abfall vom Glauben.

Kommt uns das alles nicht sehr bekannt vor?
Wohin wir in unseren Lebensumfeld und damit auch in der Gesellschaft und Kirche sehen, wird gejammert und resigniert.
Da liegt es nahe, es genauso zu machen wie der Verfasser des Hebräerbriefes in den anderen Abschnitten, und die Leute gründlich zu ihren Glauben an Gott zu ermahnen.
Das wäre die eine Möglichkeit. Nun gibt es aber bei jeden Brief ganz am Schluss ein Grußwort und eben aus dieses ist unserer heutiger Predigttext.:
Der Gott des Friedens aber,… der mache euch tüchtig in allem Guten, zu tun seinen Willen, und schaffe in uns, was ihm gefällt “Gott macht tüchtig!”

Das Schlußwort des Hebräerbriefes: Ein einziger langer Satz. So kann man schreiben, aber nicht reden und erfassen.
Diese Verse fordern uns zum Nachdenken über ihren Inhalt und zur Gliederung diese Textes in Abschnitte heraus, um seinen Sinn zu verstehen.

Der Gott des Friedens
“Der Gott des Friedens.”
Um Gott geht es. Gott steht im Mittelpunkt dieses Textes, genauso wie er im Mittelpunkt der Welt steht. Mit dem, was er getan hat und tut, damals und heute. Ein Gott des Friedens.
Ein Gott, der Frieden schenkt und einer, der Frieden will.
Ihm werden die Leser vom Schreiber dieser Verse anbefohlen.
Es ist wie eine Zusammenfassung des ganzen Schreiben an die Empfänger: “Ihr könntet ruhig alles wieder vergessen, was ich euch lang und breit gesagt habe. Aber, vergesst nicht: Gott sei mit euch.
Sein Frieden , der Frieden Gottes, gehe mit euch.”
In dem Wort „ Frieden“ steckte damals noch mehr, als was wir heute alles heraushören:
Frieden – auf hebräisch Schalom – das war nicht einfach nur die äußere Ruhe, der Waffenstillstand, sondern vielmehr die gute Ordnung, in der jeder bekommt, was ihm zusteht und was er zum Leben braucht.
Schalom – das ist so auch Frieden in der Gesellschaft, Gerechtigkeit und Gleichheit. Dieser Gott, der Frieden schenkt und Frieden will, steht im Mittelpunkt.
“Der Gott des Friedens, der mache euch tüchtig.”
so lautet der ganze Vers.
Gott mache euch tüchtig/befähige und gebe die Kraft dazu..
Gott mache euch fähig für eure Leben mit ihm .
Gott lasse euch das Werk gelingen.
Mit einem guten Wunsch, mit einer Aufmunterung entlässt der Schreiber seine Empfänger.
Der Hebräerbrief, der nach seiner eigenen Aussage als eine Mahnrede verstanden werden will, der auf Schritt und Tritt durchzogen ist von Warnungen – der endet nicht mit einer erneuten Ermahnung, sondern mit einem guten Wunsch an die Empfänger und damit auch an uns.
Der endet nicht mit dem erhobenen Zeigefinger, sondern mit zum Segen erhobenen Händen.
Ein Beispiel für unser aller Leben.
Ein Beispiel für unsere Briefe, die wir schreiben.
Ein Beispiel für unsere Gespräche untereinander:
Die letzten Worte, die man einem Menschen zum Abschied nach einer Begegnung sagt, sind die Worte, die man sich merkt, die sollen gute, aufmunternde Worte sein.
Worte, die den anderen getrost und erhobenen Hauptes davon gehen lassen, und nicht aus Aufforderungen oder gar erhobene Zeigefinger bestehen, dass er gebückt und noch mehr beladen davonschleicht.
Wie oft hören Trauernde am Grab und Einsame am Schluss eines Gespräche über die weitere Zukunft ihres Lebens die Worte: “Kopf hoch! Das wird schon wieder. Reiß dich zusammen.”
Und doch hätten sie lieber gehört:
“Ich denk an dich in deiner Situation und den Leiden.
Ich nehme dich in meine Gebete vor Gott mit deiner Problemen hinein. Ich komme dich wieder zu dir.”
Unser Leben, ganz gleich wie es verläuft, bedeutet keinen Stillstand, sondern „Unterwegs-Sein“ und Entwicklung uns ist immer wieder auch im Glauben an Gott angefochten und verletzlich.
Da gilt die die Verheißung Jesu Christi “ Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende“.
Diese bedeutet, dass wir in schwierigen Situationen, wie zum Beispiel bei den Empfänger diese Briefes, wir nicht nur unsere schwache menschliche Kraft angewiesen sind, sondern wir Halt und Orientierung in seinen Wort der Schrift und Predigt und in seiner Gemeinde finden.
Es bedeutet Trost für den Empfänger, Hilfestellung zur Problemlösung und Wegbegleitung im weiteren Leben zu Ziel hin.

Gott gestaltet uns

“Der Gott des Friedens, der mache euch tüchtig in allem Guten.”
Der Friede Gottes ist also da, wo Menschen einander in ihren gemeinsamen Leben aus der Liebe heraus Gutes tun.
Doch das Gute tun, das können wir Menschen offenbar nicht aus eigener Kraft, sondern Gott muss uns dazu befähigen.
Oder wie Luther ursprünglich, aber für heute missverständlich, übersetzte: “Der mache euch fertig.” Der schenke euch die Fertigkeit, die Fingerfertigkeit wie es oft bei einen Fachmann heißt.
Im dem griechischen Urtext wörtlich heißt:
Der mache euch zurecht, der rüste euch zu.
Zurüstung/Unterweisung im Glauben an Gott brauchen wir:
Wir sind vor Gott mit unseren Leben noch nicht fertig.
Wir sind noch keine durch und durch tauglichen Werkzeuge für ihn und Bau seiner Gemeinde.
Wir müssen Gott gleichsam an uns arbeiten lassen, wie ein Künstler an einer Figur arbeitet, bis sie dann dem Bild entspricht, das er sich von ihr gemacht hat oder wie ein Arbeiter an seinen Werkstück bis zu Fertigstellung.
Erst dann können wir Gutes tun, wozu wir da sind.
“Der Gott des Friedens, der mache euch tüchtig in allem Guten, zu tun seinen Willen.”
Tüchtig zum Guten ist also ist, wer Gottes Willen in seinen Leben erkennt und danach handelt.
Was Gottes Wille ist, steht hier nicht da.
Am Ende eines langen Briefes kann der Schreiber getrost auf das verweisen, was er vorher alles an die Gemeinde und damit auch an uns geschrieben hat.
Doch es geht hier ja offenbar nicht so sehr darum, was genau das Gute ist.
Wenn wir uns tüchtig /befähigen machen lassen, wenn wir uns von und mit Gott unseren Leben gestalten lassen,dann wird genau das herauskommen, was wir im Leben nötig haben.
Wie wir aus der Fortsetzung des Vers unseres Predigttextes sehen können:
“Der Gott des Friedens, der mache euch tüchtig in allem Guten, zu tun seinen Willen, und schaffe in uns, was ihm gefällt.”
Gott selber muss uns also nicht nur tüchtig machen und vorbereiten, sondern dass, was ihm gefällt, geradezu in unser Leben mit ihn erschaffen und entstehen lassen.
Es ist also das, was vor Gott zählt, nicht so sehr meine krampfhafte und verkrampfte Bemühung um das Gute, wie z.B. der Glaube an ihn und das Einhalten der Gebote, sondern dass ich mich Gott öffne und zu ihn umkehre und es zulasse, dass er an mir arbeiten kann und mich verändern kann mit meinen Leben und Glauben an ihm, das ich Umkehre zu meinen Schöpfer.
Oder anders gesagt, allein Gnade ist es den Weg Gottes zu gehen.

Jesus , der gute Hirte

“Der Gott des Friedens, der mache euch tüchtig in allem Guten, zu tun seinen Willen, und schaffe in uns, was ihm gefällt durch Jesus Christus.”
Was das bedeuten könnte, “durch Jesus Christus”, das steht am Anfang des Satzes:
Der Gott des Friedens, der den großen Hir­ten der Schafe, unsern Herrn Jesus, von den To­ten heraufgeführt hat durch das Blut des ewigen Bundes, der mache euch tüchtig …”
Diese Verse unseres heutigen Predigttextes sind wie das Glaubensbekenntnis, dass an Jesus Christus, den Sohn Gottes erinnert:
an sein Geburt,was wir zu Weihnachten feiern und Leben,
an sein unschuldigen Sterben am Kreuz zu Karfreitag
und sein Auferstehen am Ostersonntag.
Und alles einzelne wird zusammengebunden durch das Bild von Jesus als dem Hirten.
Dieses Bild ist auch der Anlass, dass diese Verse für diesen zweiten Sonntag nach Ostern, den sog. Hirtensonntag, gewählt wurden.
Der große Hirte der Schafe ist Jesus Christus, der Sohn Gottes,der letztgültige Hirte , der nicht mehr überboten werden kann:
Mag Mose im Alten Testament als Hirte und Führer des Volkes das Vorbild für diesen Gedanken gewesen sein, so ist in Jesus endgültig zu sehen, was Hirte heißen kann.
Hirte war er, indem er alles das getan hat, was sich der Hebräerbrief von uns wünscht:
Frieden bringen, nicht nur den äußerlichen Frieden, sondern den inneren Frieden mit Gott, das Gute tun, Gottes Willen tun.
Der große Hirte war Jesus Christus , indem er das alles bis zur letzten Konsequenz am Kreuz auf Golgatha getan hat.
Der große Hirte war er, indem er im Gegensatz zu den vielen kleinen selbsternannten Hirten und Führern der Geschichte, die meist nur das Blut anderer Menschen vergossen haben, sein eigenes, unschuldiges Blut für unsere Schuld und Sünde am Kreuz auf Golgatha vergossen hat und für uns gestorben ist.
Gestorben für unser Schuld und Sünde und uns damit den Weg und das Tor zum Vater geöffnet hat, in seiner Auferstehung von den Toten..
Diese Barmherzigkeit Gottes, seine Gnade für uns Menschen, begleite uns auf unseren Wegen und lasse uns auf den gemeinsamen Weg und Leitung des guten Hirten Jesus Christus unseren Leben in der Gemeinschaft mit Gott und der Gemeinde gehen.
Daraus schöpfen wir die Kraft, im Glauben zu leben und diesen anderen Menschen zu zeigen, dass wir die Orientierung und das Ziel unseres Lebens der Liebe Gottes verdanken.
Das kann als eine Einladung für andere Menschen sein, sich der Gnade und Barmherzigkeit Gottes anzuvertrauen und unter der Leitung des „guten Hirten“ ihren Weg im Glauben zu beginnen und den Weg mit Gott zu gehen.

Amen!

Das gesprochene Wort gilt!

Keine Kommentare

No comments yet.

RSS feed for comments on this post.

Sorry, das Kommentarfeld ist zur Zeit nicht verfügbar.