Prediger Jens Winkler in der Kirche Guttau/Malschwitz

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Pfingstmontag Apg 2,22-39

Filed under:Allgemein, Predigten, Archiv — Jens am 12.05.2008 gg. 06:30

Predigtgottesdienst in Malschwitz
Apg 2, 22-39

In der letzten Zeit häufen sich bei Freunde und Verwandten die Geburtstage.
Dann stellt man wieder einmal fest, wie diese und damit man selbst, alt geworden sind.
Besonders bei den runden Geburtstagen ist das so.
Ab einen bestimmten Alter, so ab siebzig Jahre, feiert man dann jeden Geburtstag als etwas besonderes
Auch wir feiern heute einen besonderen Geburtstag einer Dame, die ein außergewöhnlich hohes Alter erreicht hat.
Nicht den achtzigsten, neunzigsten oder gar hundertsten Geburtstag - das ist ja gar nicht mehr so selten, dass Menschen sogar hundert Jahre alt werden - nein, unsere Dame ist 1978 Jahre alt geworden; jedenfalls ungefähr, so ganz genau weiß man es nicht - aber wer fragt eine Frau ab einen gewissen Zeitpunkt nach dem genauen Alter ?

Unser Geburtstagskind ist nicht eine einzelne Person, sondern ganz viele - es ist die Gemeinde Gottes , die aus vielen Millionen Gliedern besteht.
So gesehen, feiern wir heute auch unseren Geburtstag, schließlich sind wir auch ein Teil dieser altehrwürdigen Dame, der Gemeinde.
Der Anblick des Kirchturms in unseren Dorf ist mir und ist Ihnen so selbstverständlich geworden wie der Sonntag als arbeitsfreier Tag oder auch der Pfingstmontag als besonderer Feiertag.
Nach der Bedeutung von Pfingsten gefragt, kommen viele Menschen in Erklärungsnot.
Manche wissen noch aus den Konfirmanden- unterweisung von der Ausgiessung des Hlg. Geistes bei den Aposteln damals zu berichten.
Eine der Frage zur Konfirmandenprüfung in diesen Jahr hier in der Kirche war, die nach den Geburtstag der Kirche. Mit der Antwort hat es nicht so geklappt.
Die meisten haben vergessen, auf welcher Weise Gott seinen Weg mit uns begann.
Die Kirche als die Gemeinde ist keine Institution von Menschen gegründet, sondern sie ist das Werk Gottes mit uns.

Die Predigt des Petrus, die heute unser Predigttext ist , war so überzeugend, weil er eine unglaubliche Wahrheit dieser Welt verkündigte:
Der am Kreuz auf Golgatha verstorbene Jesus aus Nazareth ist auferstanden und zu seinem himmlischen Vater zurückgekehrt.
Petrus und die Anderen, als seine Jünger, die ihm nachgefolgt sind, haben das miterlebt und sind Zeugen.
Das hörten die Menschen, und sie hörten es - auch dies ein Wunder - jeder in seiner Muttersprache - es waren damals viele aus anderen Ländern in die heilige Stadt gekommen - und so wurden auch diese Zeugen von Gottes Handeln.

Was sollen wir tun?

Man wird nicht allein Christ dadurch, dass man sich nur Predigten anhört und Bücher liest oder Filme über Jesus ansehe, sondern indem sich die Frage stellt, „Was der Sinn meines Lebens ist und zu welchen Ziel mich Gott führen will.“
Anders gesagt mit Luther:
„Wie bekomme ich einen gnädigen Gott?“
Fragen wie:
Wo ist mein Platz in deiner Gemeinde?
Wozu kannst du mich gebrauchen?
Wie kann ich vor Gott mit meinen Leben und Handeln bestehen?
Die Antwort auf diese Frage ist erstaunlich:
Nicht: Baue eine Kirche oder spende Geld für arme Menschen;
nicht: gründe einen Bibelkreis.
Es ist ganz einfach:: Tut Buße.
Das hört man heute kaum noch in unserer heutigen Gesellschaft mit ihren Moralvorstellungen.
Buße und Vergebung sind für viele Fremdwörter.
Selbstverwirklichung und Selbstbestimmung sind da vielen Mitmenschen geläufiger.
Buße tun und Gott um Vergebung unserer Sünden und Verfehlung gegenüber als Schöpfer zu bitten, das ist die Antwort des Petrus und das ist die Antwort auf unserer Fragen in seinen Wort der Schrift an uns.
Dann werden wir die verändernde Kraft Gottes durch den heiligen Geist spüren, der uns neu ausrichtet in unseren Leben und diesen einen Sinn gibt..
Und Petrus , der diese Worte aus unseren Text zu seinen Zuhörern spricht, weiß, wovon er spricht, denn er hat, wie kaum ein anderer, dieses an sich selber die verändernde Kraft des Geistes zu spüren bekommen.
Er hat an sich selber erfahren, wie dieser
Geist von Gott es möglich gemacht hat, was niemand vorher für möglich gehalten hätte, und wie er durch denselben Geist dazu befähigt wurde, andere Menschen von der Auferstehung Jesus Christus von den Toten zu bezeugen und sie einzuladen, sich von dessen Kraft Gottes, vom hlg. Geist in ihren Leben bewegen und verändern zu lassen.
Tut Buße und kehrt um von den verkehrten Wege in die Gottesferne.
Darum geht es in der Pfingstpredigt des Petrus.
Nur deshalb predigt und bezeugt er Gottes handeln, damit sich der Geist entfalten und wirken kann und möglichst viele den Glauben an Gott erkennen, annehmen und merken, wie der Geist Gottes auch sie verändern und ihnen zu einer neuen Lebenssicht, zu einen Leben mit Gott den Schöpfer verhelfen kann.
Dass dies mitunter auch schmerzhaft sein kann, verschweigt Petrus nicht.
Denn Gottes Geist deckt die Lebenslügen bei Menschen auf.

Ich denke dabei nur an die Zehn Gebote, die wir aus unserer Bibel, auch aus den Gesangbuch und Luthers Katechismus kennen.
Diese Zehn Gebote sollten doch nach menschlichen Maßstäben von uns Menschen gehalten werden können.
Und doch können wir an uns selbst es immer wieder erkennen, wie wir Gottes scheinbar einfachen Gebote immer wieder übertreten und uns schuldig an ihn machen.
Eine Schuld, die uns von Gott durch einen großen, unüberwindlichen Graben trennt.
Es ist die Macht der Sünde.
Ich denke hier zum Beispiel nur an das Gebot“ Du sollst nicht töten“ das in vielen alten Katechismen mit den Zusatz versehen war „Gilt nicht in Kriegszeiten“
So verblendet können Menschen sein, dass sie im Namen des Lebens töten und dabei sogar noch denken, damit Gott und der Welt einen Gefallen zu tun.
So verblendet können Menschen
sein, wenn sie sich nicht von Gottes Wort und Gottes Geist leiten lassen, sondern ihren eigenen Vorstellungen von Leben nachjagen.
Doch Gottes Geist deckt derartige Lebenslügen im Leben auf.

Was werden wir erfahren ?

Darin unterscheidet sich der Hlg. Geist von den Herrschern der Welt , die nicht aufdecken, sondern die zudecken und beschönigen und damit alles beim Alten
belassen.
Die Verdrehung von Leben und Tod sind keine einmalige menschliche Entgleisung in der Geschichte, haben sondern Vorläufer und bis heute Nachfolger .
Das Spiel mit dem Tod im Namen des Lebens hat viele Gesichter.
Natürlich wollen im Grunde alle Menschen zu allen Zeiten immer nur das Leben und das Gute und nehmen dabei doch fortwährend den Tod stillschweigend in Kauf.
Wenn Krieg geführt wird - und seien die Ziele noch
so gut -, dann ist das Spielen mit dem Tod.
Wenn man sich alkoholisiert ans Steuer des Autos setzt, dann ist das Spielen mit dem Tod.
Und wenn Menschen Spaß daran haben, ihre Mitmenschen mit Worten klein und schlecht zu machen, dann ist auch das manchmal ein Spielen mit dem Tod. Doch Tod erzeugt niemals Leben, sondern immer nur neuen Tod.

Aus dieser Todesspirale, aus den Weg in die Gottesfern und den Weg der Sünde am wahren Lebenssinn vorbei, kann allein Gott befreien.
Er redet nicht nur vom Leben , sondern schafft das wahre Leben, Leben mit ihm unseren Schöpfer .
Denn Gott hat Jesus, den gekreuzigten Sohn Gottes vom Golgatha, aus dem Tod auferstehen lassen.
Er hat die Macht des Todes besiegt; aber nicht nur das, sondern er hat darüber hinaus den Heiligen Geist, die Leben schaffende Kraft selber in die Welt gegeben.
In der Kraft dieses Geistes hat das Leben fortan eine echte Chance unter den Menschen.
Wege aus den Todesspiralen hin zum Weg Gottes mit uns Menschen tun sich auf.
Als Petrus mit seiner Pfingstpredigt ans Ende kam, da spürten die Menschen, die ihm zugehört hatten:
Jetzt sind wir dran.
Wir sind damit gemeint, um zukehren und Gott nachzufolgen.
Sie fragten deshalb Petrus und die anderen Apostel: „Was sollen wir tun?“

Ist das nur damals in Jerusalem möglich?
Nein, sondern dies kann auch heute geschehen, jetzt hier und überall da, wo Menschen wie Petrus die Geschichte Jesu erzählen und ihren Glauben damit vor anderen Menschen bezeugen, dass Gottes Angebot an uns Menschen nicht im Jahre 30 nach Christus aufhört, sondern hineinragt in die jeweils eigene Gegenwart., in unser eigenes Leben.
Es ist ein Werk des Heiligen Geistes, wenn dies geschieht, es ist ein Werk des Heiligen Geistes, wenn Menschen diesen Ruf Gottes zur Umkehr in ihren Leben spüren, es ist die Kraft des Heiligen Geistes die Menschen heute zur Umkehr führt.
Die Sache Jesu ist nichts Vergangenes, sondern geht mich heute etwas an, einen jedes Einzelnen persöhnlich.

Was werde ich erleben?

Ganz gleich in welcher Lebenssituation ich mich befinde, welche Probleme oder Hindernisse sich in meinen Leben aufgehäuft haben.
Gottes Geist kann und wird mich verändern, wenn ich Gott mein Leben übergebe.
Er trifft Menschen ins Herz, sodass sie sich dem nicht mehr entziehen können und sich ehrlich fragen:
Was muss bei mir anders werden im Bezug auf Gott?
Wie verbringe ich meine Freizeit?
Was bedeutet mir meine Arbeit?
Welchen Stellenwert hat meine Familie für mich?
Was trage ich zum Leben der Kirchengemeinde bei?
Und ergänzend gehört zu allen Fragen die Überlegung: Dient das, was ich mit meinem Geld, mit meiner Freizeit usw. tue, wirklich dem Leben oder womöglich eher dem Tod? Täuschen wir uns nicht!
Nicht nur Waffen, auch Strukturen und Verhaltensweisen können tödlich sein.
Denken wir an unser Verhalten an Mitmenschen.
Das Leben, das der Geist Gottes schenkt, ist jedenfalls nie allgemein, sondern immer konkret im Leben des Einzelnen.
Es findet statt in unseren Ehen und Familien, zwischen Freunden und Nachbarn, in der Schule, im
Betrieb, auf der Straße und nicht zuletzt in der Kirchengemeinde, wenn Christen zusammenkommen, um Gottesdienst miteinander zu feiern und ganz besonders, wenn Menschen tauft werden, damit sie fortan auch zur christlichen Gemeinde gehören und die Leben schaffende Kraft des Geistes zu spüren bekommen.
Darauf zielt das Wirken des pfingstlichen Geistes, des heiligen Geistes von Gott .
Er will Menschen aus ihrer Vereinzelung und Gottesferne zur Gemeinschaft der Gemeinde holen.
Er holt sie von nah und fern ganz gleich aus welchen Volk.
Gott will uns allen den Sinn im Leben geben und eine Hoffnung, die über den Tod hinaus reicht, seit Jesus der Sohn Gottes für unsere Schuld am Kreuz auf Golgatha bezahlt hat.
Niemand hat einen Anspruch an den Geist, sondern Gottes Geist bleibt immer eine Gabe, die allen Menschen ohne Unterschiede gilt.
Von Menschen aufgerichtete Grenzen sind unter der Herrschaft des Geistes und den Weg Gottes hinfällig.
In der Kirche im Gottesdienst werden wir immer wieder auch Menschen begegnen, die wir selber uns nicht aussuchen würden.
Das kann das Leben in der Kirche anstrengend machen, aber auch spannend.
Leben im Sinne Jesu,
Leben in der Kraft des Geistes ist jedenfalls immer Leben mit- und füreinander.
Wenn das kein Grund zum Feiern ist!
Wen das an unseren heutigen gemeinsamen Geburtstag und deren Feier im Gottesdienst keine Freude sein kann.
Und so feiern wir heute gemeinsam Pfingsten, das Fest des Heiligen Geistes, mit Petrus
und allen Menschen, die seitdem den Geist Gottes in ihren Leben mit Gott zu spüren bekommen haben und dies in den Leben Spuren hinterlässt.
Amen.

Das gesprochene Wort gilt!

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