Prediger Jens Winkler in der Kirche Guttau/Malschwitz

Bibel - Gottes Wort - Errettung - Gottes Sohn -Jesus Christus -Leben - Glauben

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11. So. n. Trinit. 2. Sam 12, 1-15

Filed under:Allgemein, Predigten, Archiv — Jens am 03.08.2008 gg. 07:03

2.Sam 12, 1-15 Predigtgottesdienst Guttau

Ich weiß nicht wie es ihnen geht, wenn sie einen Termin beim Chef in ihrer Firma haben, einen Termin in einer Behörde oder ein Treffen mit einer hohen öffentlichen Persönlichkeit.
Mir jedenfalls zittern oft meine Knie vor Aufregung wegen eines solchen Treffens.
Hier in der Lausitz wird das alte Sprichwort zitiert:
„Renne nicht zum großen Fürst, wenn du nicht gerufen wirst!“
Doch dann, im Termin, stellt man oft fest, das diese auch nur Menschen mit ihren Fehlern und Schwächen sind.
Nathan wurde von seinen König nicht gerufen. Gott hat ihn den Auftrag gegeben, zu ihn zu gehen und ihn an seine Taten zu erinnern.
König David ist als ein „Mann Gottes“ ein „Erwählter“.
Gott hat sein „Ja“ zu ihm gesagt. Dieser Zuspruch Gottes geht auch nicht verloren, wenn David in Ehebruch und Mord verstrickt ist.
Er selbst kommt aus dieser Verstrickung in dieser Sache aber nicht mehr heraus.
Er will vertuschen und wegtun, lebt in Angst, entdeckt zu werden, und begeht schließlich den Mord.
Ob er sich danach besser gefühlt hat?
Ist uns nicht diese Art und Weise des Handelns in unseren Leben auch bekannt, wenn wir begangene Fehler und Vergehen einfach wegtun wollen.
Doch hier greift Gott ein und schickt Nathan, den wir später als einflussreichen Propheten am Hof Davids wiederfinden.

Der Auftrag
Nathan, ein Mann, der außer der Wahrheit und dem Auftrag Gottes dem König gegenüber nichts aufzuweisen hat. Gut möglich, dass Nathan von diesem Auftrag nicht begeistert war. Wahrscheinlich hat er hin und her überlegte, wie er dem König die Wahrheit sagen und trotzdem seinen Kopf behalten kann.
Dies war bei einen Überbringer schlechter Nachrichten und Botschaften damals gut möglich, sein Leben zu verlieren.
Schließlich wählt er diese Geschichte mit ihrer Begebenheit aus unseren Predigttext wegen des Gerechtigkeitsempfinden des Königs, in der sich der König David mit seinen eigenen Handeln nicht gleich wiederfindet.
Eine Geschichte, die Davids Gerechtigkeitsempfinden sofort trifft.. Sie lässt in ihn bei den Personen der Geschichte eine Schuld erkennen und ein ein schnelles Urteil fällen.
„Du bist der Mann“; dieser Satz des Nathan dringt tief in David ein.
Nathan macht ihm deutlich, dass er selbst mit seinen Handeln solche Schuld vor den Menschen und vor Gott auf sich geladen hat.
Nathan sagt die Wahrheit, aber er wirft sie David wie mit einen Brocken als die Wahrheit vor die Füße.
Er kommentiert nicht, beurteilt nicht.
Er sagt nur, was ihm im Auftrag Gottes über David deutlich wurde.
Und David? Spürte er die Offenheit Nathans, die nicht verurteilen, sondern vorsichtig aufdecken wollte?
Spürte er, dass dieser Mann ebenso auf der Seite Gottes stand, wie er selbst es gern wollte?
Spürte er, dass es hier nicht mehr um Rechtfertigung und Verteidigung der Schuld geht, sondern nur um Einsicht und Umkehr gehen konnte?
Das Erkennen der Schuld

David gesteht seine Schuld durch sein Handeln ein.
Ganz kurz nur: „Ich habe gesündigt gegen den Herrn.“
Es ist eine Vergehen gegen Gottes Gebote, die Mose auf den Berg Sinai erhalten hat.
„Du sollst nicht ehebrechen“ „Du sollst nicht töten“
Das Wort, das er hier für „sündigen“ verwendet, beinhaltet nur zwei Möglichkeiten, mit solch einer Schuld umzugehen: entweder den Tod des Sünders oder die Vergebung.
In der Bibel im NT heißt es dazu:“ Der Sünde Sold ist der Tod.“
Oder anders gesagt, für sein Vergehen hat er den Tod verdient.
Aber Gott öffnet ihn in seiner großen Gnade einen weiter Weg, den Weg der Vergebung.
Vergebung aber bedarf der vorherigen Erkenntnis der Wahrheit mit der Umkehr und einer entsprechenden Sühne.
Die Tat kann in ihrer Gesamtheit vor Gott nicht ungesühnt bleiben, denn die Sünde klebt geradezu am Sünder, an den König David und würde ihn vernichten.
Der Sünder wird erst durch die Sühne eines anderen frei. So wie es uns im AT immer wieder begegnet.
David wusste um die Konsequenz: Tod oder Freispruch; er selbst verhängte das Todesurteil, das er über den reichen Mann gesprochen hatte.
Im Gegensatz zu seiner Tat, ist sein eigenes Schuldeingeständnis für seine Tat und Sünde sehr kurz.
Doch es zeigt, wie tief die Einsicht und das Erschrecken bei ihn selbst ging:
Nach all seinen Versuchen die Wahrheit seines eigenen Handelns zu vertuschen, erkennt er sein schuldhaftes Versagen vor Gott.
Im Lichte Gottes, durch die Predigt und das Wort Gottes, erkennt der Sünder seine eigene Schuld,
die er in seinen Leben sich aufgeladen hat..
Wo dies geschieht, bricht Gottes Ewigkeit in die Zeit und in den Leben des Einzelnen mit dieser Erkenntnis an.
Es kommt nicht auf die Sichtbarkeit der Buße an, z.B. das ich in der Gemeinde mithelfe, jeden Sonntag in den Gottesdienst gehe oder im Chor mitsinge , sondern darauf, dass Gott das Herz des Sünders ansieht und darin die Buße für seinen Schuld und Sünde erkennt.
Und Nathan spricht David die Vergebung zu.
Das Kind, das aus dem Ehebruch hervorgegangen ist, wird die Sühne und Schuld für David tragen.
Damit werden auch David und Batseba schwer getroffen. Es ist oft unverständlich für uns Christen heute nach den Neuen Testament, das Schuld im AT nur auf diese Weise weggenommen wird.
Aber nachdem David seine Schuld erkannt hat und sich dem Urteil Gottes stellt, bleibt der Tod des Kindes die Bedingung der Vergebung.
Damit David von der Sünde frei wird, muss ein anderer die Sühne tragen. .
Gott will vielmehr die Nähe des Menschen, aber er muss den Sünder von der Sünde trennen.
Denn seine Heiligkeit und die damit verbundene Wahrheit ist für die Sünde tödlich, und der Mensch, der mit Sünde verbunden bleibt, könnte genauso wenig die Nähe Gottes ertragen.
Dieser Mensch müsste isoliert und einsam leben: Gemeinschaft mit Gott würde ihn töten.
Gemeinschaft mit Menschen gibt es für ihn nicht mehr, weil er selbst nicht gemeinschaftsfähig ist.
Sein Verhalten zerstört jedes echte Miteinander.
Was geht uns das alles an, so höre ich hier die Fragen? Wie kann das, was allein David in einer ganz bestimmten Situation ganz persönlich gesagt wurde, für uns von Bedeutung werden?

Die Erwählung
Wie der Herr David und Nathan erwählt hat, so sind auch wir Söhne und Töchter Gottes, seine Geschöpfe.
In der Taufe und in den Bekenntnis unseres Glauben zu ihm , hat er „ja“ zu uns gesagt und uns den Weg des Glaubens gezeigt..
Aber wie David und Nathan aus unseren Predigttext stehen auch wir immer wieder in Situationen, in denen wir als Menschen sündigen gegen seine Gebote und diese Verfehlungen vor Gott und den Menschen nicht verborgen bleiben.
Fehler, die andere Menschen verletzen oder uns selbst durch unser Verhalten aus der Nähe Gottes fortbringen.
Schuld, die uns von der Liebe Gottes trennt.
David hatte Angst, entdeckt zu werden, und wollte seine Schuld verbergen.
Aber was er auch tat, es wurde schlimmer. Den letzten Ausweg sah er im Mord.
Was auch immer wir tun, wir bleiben von Gottes „Ja“ zu seinen Zusagen für uns umhüllt, wenn wir unsere Schuld und Sünde vor ihn bekennen und mit aufrichtigen Herzen bereuen..
Und was auch immer Gott tut, er tut es, damit wir unter seinem Segen und in seiner Nähe bleiben können.
Wir brauchen keine Angst vor ihm zu haben.
Er wendet sich uns in seiner Liebe zu, die in Jesus Christus in diese Welt gekommen ist und möchte unsere Gegenliebe durch den Glauben wecken.
Gott hat David zu sich zurückgeholt, sonst wäre dessen Leben verwirkt gewesen und in die Gottesferne gegangen.
Für uns ist Gott so weit gegangen, dass er selbst, durch seinen Sohn Jesus Christus, die Sühne all unserer Schuld auf sich genommen hat.
In 2. Kor 5,19 heißt es: „Denn Gott war in Christus und versöhnte die Welt mit sich selber und rechnete ihnen ihre Sünden nicht zu und hat unter uns aufgerichtet das Wort von der Versöhnung.“
Jesus Christus hat für die ganze Schuld der Menschen bezahlt am Kreuz auf Golgatha.
Wir brauchen also auch keine Angst zu haben, dass ein anderer Mensch für unsere Sünden leidet oder stirbt. Das hat Gott selbst ein für alle Mal vollbracht – er hat uns mit sich versöhnt.
Dieses Angebot Gottes gilt allen Menschen.
Unser Auftrag ist es, ihnen von unseren Glauben und der erlebten Gnade weiter zu erzählen und dies durch unser Leben zu bezeugen.
In Gottes Handeln für uns liegt die Antwort auf die Fragen in unseren Leben nach den Sinn des Lebens.
Nathan hatte mit seinem Auftrag eine Verantwortung für David.
Er hatte die Verfehlung Davids erkannt, und er ging sehr behutsam damit um.
Später wurde er ein enger Vertrauter des Königs. Ihrem Miteinander hat Nathans Offenheit nicht geschadet, denn sie wuchs aus dem geschützten Raum des gemeinsamen Glaubens hervor.
Auch in der Gemeinde haben wir gegenseitig Verantwortung füreinander.
Gemeinde, dass bedeutet gemeinsam auf den Weg des Glaubens und der Gnade zu gehen und miteinander Gott zu loben..
Es ist ein Weg, auf dem uns Gott selbst ein jeden einzelnen von uns immer mehr in seine Nähe führt.
Um uns auf diesem Weg zu halten, redet er in seinen Wort der Schrift und in den Predigten zu uns, spricht er auch durch andere Menschen; oft durch Menschen, die mit uns auf diesem Weg des Glaubens sind.
Im Wissen um das gemeinsame Umhülltsein durch Gottes „Ja“ können wir als Gemeinde immer offener miteinander auf diesem Weg umgehen.
Es ist ein Miteinander, in dem ich auf andere und andere auf mich achten.
In eine solche Gemeinde eingebunden zu sein, ist ein Vorzug, weil ich nicht allein meinen Weg gehen muss, sondern von Geschwistern im Glauben begleitet werde.
Paulus bezeichnet das in Gal 6,2 mit den Worten: „Einer trage des anderen Last.“
Wenn dieses Miteinander nach dem Vorbild und in der Liebe Jesu Christi geschehen kann, dann kann uns das ermutigen, immer mehr wie David und Nathan zu werden und zu erkennen , dass dieser Weg in unseren Leben ein Weg zu Gott ist. . Amen.

Das gesprochene Wort gilt!

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