Prediger Jens Winkler in der Kirche Guttau/Malschwitz

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Auf das Fundament kommt es an! 12. So. n. Trinit. 1. Kor. 3,9-15

Filed under:Allgemein, Predigten, Archiv — Jens am 10.08.2008 gg. 06:02

Predigtgottesdienst in Malschwitz
1. Kor 3, 9-15

Auf das Fundament kommt es an!

In meiner Zeit auf der Bibelschule in Falkenberg in der Mark haben wir uns in der freien Zeit mit praktischen Arbeiten beschäftigt. Zu dieser Schule gehörte damals auch ein Altenheim
dazu. Im Wege des Umbaus mussten die Abwasserleitungen neu verlegt werden.
Zu meinen großen Erstaunen war das gar kein großes Problem, diese durch die Grundmauern hindurch zuführen.
Ein Fundament war so gut wie nicht vorhanden.
Man hatte den märkischen Sand gerade gemacht und darauf sofort einen Schicht Ziegel gesetzt.
Die Folgen solcher Häuserfundamente konnte man überall im Lande sehen.
Etliche Häuser neigten sich sichtbar fürs Auge zur einer Seite. Die Menschen, die dort wohnten, mussten sich überlegen auf welche Seite des Zimmers sie den Schrank stellten, da es passieren konnte, das der Schrank sich öffnete und z.B. Gläser herausfielen.
Manche Häuser waren bis 15 Grad schief und baupolizeilch gesperrt wegen Einsturzgefahr.
Das Fundament dieses Hauses konnte die Last nicht mehr tragen und war, wie man sagt, weggebrochen.
Auf Fundament kommt es nicht nur beim Bau eines Hauses an.
Auch im Leben eines einzelnen Menschen kommt es auf das Fundament des Lebens an
Es stellt sich daher für jeden die Frage:
Was ist das Fundament, was die Basis meines Lebens?
Der eine sagt: Gesundheit, Schaffenskraft und Wohlergehen, wie man es oft bei einen Geburtstagsglückwunsch hört? !
Was aber, wenn ich krank bin und im Bett liege?

Der Andere sagt: Meine Familie, die Frau und Kinder sind mein ein und alles. Was aber, wenn eine Ehe scheitert und eine Familie auseinander bricht?
Wieder ein andere sagt: Hauptsache Friede in der Familie!
Aber wie hilf- und oft auch kopflos reagieren wie, wenn wir in eine Auseinandersetzung verwickelt werden..
Für noch andere ist die Arbeit alles, worum sich ihr Leben dreht.
Was aber, wenn er arbeitslos wird oder in Rente geht? Muss unser Leben dann nicht zerbrechen, wenn nur dies Anerkennung, Freude und Lebenssinn verleiht?

Alle die genannten wichtigen Dinge reichen nicht aus, Fundament und Grundlage unseres Lebens zu sein und damit den Sinn des Lebens und Lebensinhalt zu bestimmen.
Es gibt aber ein Fundament, das für die guten wie für die schlechten Zeiten dem Gebäude unseres Lebens festen Halt verleiht. Dieses Fundament hat einen Namen, und der Name lautet: JESUS CHRISTUS!

Einen anderen Grund kann niemand legen außer dem, der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus.” (1. Korinther 3, 11)

Die Grundlage

Dieses Fundament hat Bestand trotz aller Krisen des Lebens und trotz aller Fehler, die wir Menschen machen.
Ein Haus schenkt Geborgenheit, Wärme und Heimat, vor allem aber dann, wenn es mit Leben erfüllt ist, wenn in ihm Menschen wohnen oder zusammenkommen, die gleichen Lebensinhalte haben.
Ein Haus schenkt in ganz besonderer Weise Geborgenheit, Wärme und Heimat dann, wenn Jesus Christus das Fundament dieses Hauses ist.
So ist das Wort des Paulus ein Angebot für jede menschliche Gemeinschaft, deren kleinste Zelle die Familie ist.
Wenn wir ehrlich mit uns selbst sind, gibt es doch in jeder Familie auch Spannungen und Streit.
Wohl dem, der in solchen Momenten den kennt, der Brücken auch dort baut, wo ein Graben zwischen Menschen unüberbrückbar tief erscheint.
Als Jesus einmal in eindrucksvoller Weise in der Bergpredigt von Gott und seinem Wirken gesprochen hatte, hat er aufmerksame Zuhörer dafür gefunden .
Denen sagte er: Wer meine Rede hört und sie in seinem Leben in die Tat umsetzt, der gleicht einem klugen Mann, der sein Haus auf Fels baute.
Wer aber die Worte Jesu hört und lediglich in andachtsvollen Minuten bewundert, ihnen aber keinen Einfluss auf sein tägliches Leben erlaubt und ihn nicht in seinen Leben annimmt, der gleicht einem Menschen, der sein Haus auf Sand baute.
Winde kamen, es regnete unaufhörlich, das Haus kam ins Rutschen und fiel endlich völlig in sich zusammen.
Ohne den Grundstein und Fundament von Jesus: Oftmals Traurigkeit und Scheitern.
Mit dem wirksamen Grundstein Jesus: Freude und Bestand.

Jesus Christus: Das Fundament jeder Gemeinde

Dasselbe gilt nun auch für jede Gemeinde.
Entweder wird alles auf Christus als dem Fundament Gottes aufgebaut, oder es machen sich wie in der Gemeinde Korinth andere Kräfte breit, die diesem Fundament nicht entsprechen: z.B. Personenkult!
Eine Gruppe verehrt den Paulus, eine andere den Apollos, wieder eine andere den Petrus.
Gibt es das nicht auch bei uns noch heute ?
Menschen wollen immer nur das hören oder jenen Verkündiger sehen, der ihnen angenehm sind.
Paulus weiß das. Und er ist besorgt um seine Gemeinde, die er begründet hat und die ihm ans Herz gewachsen ist.
Eindringlich erinnert er darum seine Korinther und damit auch uns heute an das, was er ihnen von Anfang an verkündigt hat.
Wir aber predigen den gekreuzigten Christus, den Juden ein Ärgernis und den Griechen eine Torheit.“
Jesus, der Gekreuzigte – er ist das Fundament, auf das die Gemeinde, die Kirche, gegründet ist, auf dem sie unumstößlich steht wie ein Bauwerk auf seinen Grundmauern, wie ein Fels in der Brandung des Meeres.
„Einen andern Grund kann niemand legen als den, der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus.“
Paulus lenkt den Blick in die Tiefe, zeigt, worauf es ankommt, wenn die Wahrheit auf dem Spiel steht und keiner mehr weiß, was denn nun richtig ist und wo es auf den weiteren Weg langgeht.
Er weist hin auf das Fundament des Ganzen hin.
„Ihr braucht nicht in den Himmel zu bauen, um dem Himmel nah zu sein“, sagt er. „Ihr braucht keine Türme bis hoch an die Wolken, keine grandiosen Bauwerke, die doch nicht standhalten.
Ihr braucht nicht selbst perfekt in euren Leben zu sein, um geachtet zu werden.
Ihr braucht euch nicht selbst einen Namen zu machen und vor anderen Menschen groß zu sein.
Nicht die Großartigkeit dessen, was in eurer Versammlungen geschieht, macht eure Gemeinde bedeutend.
Bedeutsam wird sie allein durch den Grund auf dem sie steht, auf dem alles geschieht. Und der ist längst gelegt.
Der ist allen menschlichem Tun und Vermögen entzogen.
Ihr selbst seid Gottes Bau.“
Paulus erinnert die Korinther daran, was sie einmal so begeistert aufgenommen haben und nun leichtfertig aufs Spiel setzen: Er erinnert sie an die Wahrheit und die Grundfeste des Glaubens.
Eines finde ich dabei erstaunlich:
Der Apostel Paulus streitet nicht, er schimpft nicht, er beschuldigt niemanden, macht keinen schlecht.
Seinen Gegnern, die bei den Korinthern seine Autorität untergraben, spricht er keineswegs ab, dass auch sie Mitarbeiter am Bau der Gemeinde sind.
Wie sollte er auch?! Er will schließlich auf die Wahrheit hinweisen, die Jesus Christus heißt.
Und das wird er nicht tun können, indem er für die Wahrheit streitet.
Wer doch streitet, verkündigt nicht das Evangelium.
Denn die Wahrheit ist das Licht.
Und Glaube wird durch Zeugnis weiter getragen.
Dieses Licht der Wahrheit lässt man leuchten und in seinen Schein erkannt man die Schatten.
Den Anderen mit Worten niedermachen bringt da nichts.
Wahrheit trennt nicht, sie verbindet.
Wahrheit ist wie eine Brücke. Sie verkündigen heißt, hinübergehen zu den anderen, sich auf ihre Seite stellen.
Und Christus ist der Grund, der all das trägt.
So sagt es der Apostel Paulus in seinen Brief als ein Zeugnis für die Empfänger damals und für uns heute.

Das Erleben des Wirkens
Paulus spricht von sich als Mitarbeiter, als ein Baumeister, der an einem großen Bau mit baut,
Er spricht von Christus, der das Fundament dieses Hauses ist und er spricht von der Gemeinde, von uns. Das Haus der Kirche war zu jeder Zeit eine Baustelle, wir oft an den großen Kirchenhäuser wie die Dome sehen.
Niemand wird mit seinem Leben allein fertig, das Leben ist einer unendlichen Baustelle vergleichbar, auf der es immer etwas zu tun, aufzubauen, zu reparieren gibt.
Auf der einen Seite ist etwas richtig fertig geworden, gelungen und geglückt, auf der anderen Seite bröckelt die Fassade.
Erst im Rückblick wird sich oft zeigen, ob unsere Fundamente für unseren Leben tragfähig waren, ob sie der Probe und Belastung standhalten konnten.
Wir sind also angesprochen, ein jede Einzelne von uns und eben nicht die große, anonyme Masse, die ohne gedankliche Eckpfeiler, ohne erdenklichen Sinn und erlebbare Werte lebt.
Hier hören wir das Wort Gottes, hier sind wir in unserem Glauben herausgefordert mitten in einer oft hoffnungslosen Welt, Wege aus der Trostlosigkeit aufzuzeigen:
Hoffnungslosigkeit in Spuren der Hoffnung zu wandeln, Resignation in Zukunftsfähigkeit,
Bindungen in eine weite Sicht von Freiheit,
Trauer und Freudlosigkeit in ein getröstetes Leben.
Wer sich Klagen und Jammern hingibt, die Schuld für Nöte und Probleme immer nur beim anderen suchen, liegt damit im Trend unserer Zeit und trägt selbst mit dazu bei, dass die Fundamente weiter bröckeln.
Gott spricht durch Paulus unausweichlich uns jeden Einzelnen selbst an, und daher sind wir gefragt, wie wir uns dazu verhalten:
Wie gehen wir mit dem Wort Gottes um, wie mit Gott?
Wie gehen wir mit unseren Glauben, mit dem Auftrag Jesus in seinen Missionsbefehl an uns um?
Wir selbst müssen begreifen lernen, dass der Glaube in der Gemeinde keine unpersöhnliche Angelegenheit ist, sondern uns in die Verantwortung dafür nimmt, wie uns unsere Mitmenschen unseren Glauben wahrnehmen :
Wir sind Gottes Mitarbeiter, Ihr seid Gottes Ackerfeld… Ihr seid Gottes Bau…, nicht irgendjemand, sondern ein jeder am Platz in seinen Leben.
Das sind die Entscheidungen, die mit unseren Weg des Glaubens einhergehen, das sind diejenigen,
die wir alle tagtäglich im Leben neu zu durchdenken, zu entscheiden haben, wenn wir erst einmal lernen, Gott wieder ernst zu nehmen und ihm die Würde zukommen zu lassen, die allein den Schöpfer zusteht.
Doch überschätzen wir uns nicht:
Wir sind gefragt, wir haben zu entscheiden, wir sind eingeladen am Bau der Gemeinde in der Welt mit zubauen, - dabei ist es gut zu wissen, dass der Grund ein für allemal gelegt ist, auf dem wir aufbauen dürfen, der unserem Leben in einer verlorenen Welt einen festen Grund und Halt gibt.
Klar ist, dass wir bei einem Hausbau eben nicht mit dem Dach, sondern mit dem Fundament anfangen, so, wie unser christlicher Glaube mit Christus, den gekreuzigten und auferstandenen Sohn beginnt.
Wie wichtig aber die richtigen Fundamente eines Hauses sind, habe ich damals dort in der märkischen Uckermark erlebt, wenn Häuser einsturzgefährdet waren..
Das Befreiende der christlichen Botschaft ist ein Anspruch an einen jeden von uns, dass wir uns letztendlich auf Gott verlassen dürfen,
a)dass Schuld aus Gnade vergeben wird seit Jesus Christus am Kreuz auf Golgatha dafür bezahlt und unser Miteinander in unseren Glauben in der Gemeinde getragen wird.
b) dass unsere Angst vor der Gegenwart oder Zukunft von einem tröstenden und verheißungsvollen Wort und Geist begleitet ist, weil wir den Weg der Welt kennen.
In dem allen sollen wir nun auch hören, dass es ein Urteil über unser Leben gibt, sicher auch von Gott her, doch erst recht schon durch ein verkehrtes, ein gedankenloses Leben, das wir leben.
Daher sind wir eingeladen, unseren Glauben mit Gott in ein Leben vor zu leben, das etwas davon aufleuchten lässt und uns selbst Licht sein lässt, dass wir Gottes Zeugen und Mitarbeiter in der Welt sind - und von daher unser Leben ausrichten, sich prägen lassen, Orientierung, Inhalt und Sinn schenken.
Gott selbst begleite unser Tun und Lassen mit seinem guten Wort und Geist auf diesem Weg.
So werden wir als Gottes Mitarbeitern in der Welt, zu einem tragfähigen Stein am Bau der Kirche auf einen Fundament das Halt gibt bis hinein in unsere eigene Gemeinde.

Amen.

Das gesprochene Wort gilt!

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