Prediger Jens Winkler in der Kirche Guttau/Malschwitz

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Vertrauen erleben Hebr. 10, 35-39

Filed under:Allgemein, Predigten, Archiv — Jens am 07.09.2008 gg. 07:57

Predigtgottesdienst in Malschwitz

Hebr 10, 35-39

In meiner Jugend, als ich noch schlanker und sportlicher war, habe ich mit einer Jugendgruppe des Kirchenbezirks und den damaligen Jugendwart Norbert Wiemer, der ebenfalls im Pfarrhaus in Guttau gewohnt hat, an einer Rüstzeit/Freizeit in der Säch.Schweiz teilgenommen.
Inhalt dieser Woche war neben den Betrachten des Wortes Gottes und der gelebte Gemeinschaft, die Kletterei in den Felsen des Elbsandsteingebirges.
Ich hatte bis dahin keinerlei Erfahrung in dieser Sportart, aber der Norbert hat mir im Vorfeld dazu folgendes gesagt:
“ Notfalls ziehen wir dich mit dem Seil hoch und runter gekommen ist bisher noch jeder, auf die eine und andere Art und Weise.“
So war es dann auch, als ich mit gewissen Schwierigkeiten, schwitzen und Zittern in den Knien den ersten Gipfel gemeinsam mit den anderen erklommen habe.
Über den Abstieg habe ich mir bis dahin keinen Gedanken verschwendet.
Der „Manni“ aus Glauchau, der in etwa meine Statur hat, war mein Sicherungsmann. Das Kletterseil wurde umgeschlungen und dann hat man sich abgeseilt, nur gesichert mit einen zweiten Seil und einen Sicherungsmann. „ Habe vertrauen“ hat der Manni, „es haben schon andere vor dir diese Sache überlebt.“
Ist es nicht oft in unseren Leben , dass wir die verschiedensten Situationen nur durch andere Menschen mit vertrauen miteinander durchstehen können?
Ohne Vertrauen auf Andere kann vieles in unseren Leben nicht durchgeführt werden.

Vertrauen wegwerfen

So steht es in unseren heutigen Predigttext.
Ist dies nicht auch eine Aussage und Ergebnis in Bezug auf unsere allgemeinen Lebenserfahrungen?!
Kann man das denn überhaupt? Vertrauen haben?
Ist es nicht mit den „Vertrauen“ wie mit einen ausgedienten Gegenstand, einer alte Büchse oder Flasche, die man auf den Müllhaufen wirft?
Unbrauchbar, überholt, überflüssig!?
Etwas, wovon wir als Menschen in der Gesellschaft und unseren Gemeinden leben, einfach mit einem eleganten Schwung in die Ecke der Nutzlosigkeit befördern?
Das kann doch wohl nicht so sein.
Allein die Erfahrungen beim Klettern damals haben mich ein anderes gezeigt.
Und auch der Schreiber des Hebräerbriefes hat Menschen vor Augen, die das getan haben.
Wie sonst käme er zu einem solch drastischen Aussage hier in diesen Text..
Es geht ihm in seinen Zeilen hier um das Bleiben in der Gemeinde und der Gemeinschaft, in der Nähe ihres Herrn, des auferstandenen Christus in einer Zeit großer Bedrängnis und Verfolgung.
Es geht um Leben und Tod.
Christliche Gemeinde war damals in der Verfolgung und in der Anfechtung im Glauben.
Das ist der Hintergrund seiner Worte hier in unseren Predigttext.
Da besteht die Gefahr, das erfahrenes Vertrauen weg zuwerfen.
Jeder Mensch braucht dieses Vertrauen, um zu leben. Selbst der Prediger im Gottesdienst.
Wenn Sie heute dieser Predigt zuhören, dann ist Ihr Vertrauen nötig, auch wenn Sie nicht in allen zustimmen.
Ein Beispiel, das für viele andere steht.
Wer in einem Gottesdienst das Vertrauen seiner Zuhörer spürt, dem fällt es leichter, offen, ehrlich und mit innerer Freude zu reden.
Und Sie als Zuhörer selber brauchen natürlich auch das Vertrauen des Predigers. Sonst kommt die Botschaft Gottes schlecht bei Ihnen an.
Gegenseitiges Vertrauen ist eine unabdingbare Lebensgrundlage.
Es kann durch gemachte Erfahrungen verloren gehen.
Es kann aber auch wachsen, indem man sich auf Erlebnisse stützen kann.
Das gilt im Miteinander von Mensch zu Mensch, in der Gemeinschaft und in der kleinsten Zelle der Gesellschaft der Ehe, aber auch im Verhältnis der Völker zueinander.
Durch Hass und durch Krieg zerstörtes Vertrauen braucht Jahrzehnte und oft noch länger, bis es wieder aufgebaut ist.
In unserer Zeit ist viel von Vertrauensverlust die Rede. Aber haben wir das Vertrauen zueinander nicht eher verloren , als dass wir es bewusst weggeworfen hätten?
a) Das Vertrauen im Miteinander in den menschlichen Beziehungen:
Wachsen nicht mit steigendem Selbstbewusstsein der Menschen auch Egoismus, Selbstbestimmung und Selbstherrlichkeit, die Beziehungen gefährden und zerstören können?
b)Das Vertrauen auf Gott als den Herrn der Geschichte und der Schöpfung:
Besteht nicht die Gefahr, dass wir mit unseren Versuchen, unseren eigenen Schöpfer zu spielen, uns selbst überheben und erst zu spät erkennen, dass das ganze doch viel zu groß ist?
Interessanterweise gibt es neben dem Verlust an Vertrauen zu den Selbstverständlichkeiten des Lebens auch einen starken Gegensog, eine große Sehnsucht nach Vertrauen und einen Kampf gegen das Misstrauen in der Welt.
Wo Ehen scheitern, wo Beziehungen in die Krise geraten, ist oft eine Sehnsucht nach Harmonie spürbar und einen heilem, behütetem Leben.
In vielen Gruppierungen und Gemeinschaften suchen Menschen nach Nähe und Wärme, nach dem Vertrauen in das, was zum Leben hilft.
Sie zeigen, dass es sich ohne dem Gefühl, einen Vertrauensvorschuss zu haben, nur sehr eingeschränkt leben lässt.

Festhalten an Vertrauen ?
Keiner kann leugnen, dass er in seinem Leben Erfahrungen des Vertrauens gemacht hat und macht.
Nun ist alle Erfahrung auch gefährdet.
Konflikte und Ängste durchziehen unser Leben. Die Jugend, das Erwachsen werden ist besonders von diesen Ängsten und Selbstzweifeln geprägt.
Aber auch wir kennen das:
“Dass bloß die Leute nicht über mich reden”, ist die heimliche Angst vieler Menschen in unseren Dörfern.
Der Hebräerbrief sagt, wir brauchen Geduld um an der Verheißung festzuhalten.
Wenn ich auf das Aufwachsen meiner Kinder sehe, so spüre ich, was das bedeutet.
Da gibt es manch Erlebnisse und Erfahrungen, bei denen ich über sie erschrecken:
Wie können die solchen Unsinn machen, wie können sie sich so verhalten, wie können sie so widerspenstig sein!?
Aber wenn ich das Vertrauen spüre, dass sie in ihren Leben haben, dann vertraue ich auf ihre Entwicklung, da finde ich auch Geduld.
Die Liebe gibt nie auf…, sagt der Apostel Paulus im 1. Kor 13.. Sie hofft und vertraut darauf, dass die Gnade Gottes über ein Leben auch zum Ziele kommt.
Es bleibt unser Kind, das wir lieben sollen!
Dafür lohnt sich alle Geduld, alles Warten auf die Entwicklung!
So ist es ja auch mit der Geduld Gottes über uns.
Er wartet auf die Wirkungen seiner Gnade und Liebe aus den geschenkten Glauben heraus über unser Leben!
Gott hat Vertrauen zu uns, dass sich seine Liebe in unserem Leben entfalten. Eine Liebe, die ins einen Sohn Jesus Christus in die Welt gekommen ist .
Eine Liebe für uns, die am Kreuz auf Golgatha für unsere Schuld und Sünde vor Gott bezahlt hat.
Aber vielleicht ist das Schwierigste für uns als seine Geschöpfe überhaupt:
Seinen Weg der Liebe im Glauben zu finden.
Ist das nicht auch eine wichtige Aufgabe für uns als Gemeinde?
„Werft Euer Vertrauen nicht weg.“
Bleibt auf den Wege Gottes auch in Zeiten der Not und Anfechtung, so ruft es der Schreiber der Gemeinde damals zu und auch uns heute, Vertrauen auf Gottes Wort heisst auch Glaube an ihn den Schöpfer

Was bleibt?
Der Hebräerbrief spricht vom Gericht Gottes.
Was ist das Gericht Gottes anderes betrachtet als die Bilanz über unser Leben?
Wenn es zum Schluss vor dem Resultat meines Lebens, den ich gelebt und hinterlassen haben, heißen muss:
Hat es sich mein Leben so gelohnt?
Was ist eigentlich davon geblieben?
Hat Gottes Liebe und Glaube in meinem Leben Kreise ziehen können, als Zeuge, im Zeugendienst ?
So steht es noch mal am Schluss:
„Werft Euer Vertrauen nicht weg! Haltet fest an der Verheißung! „
In der Vergebung der Sünde spricht Gott zu uns:
“Du bist angenommen .”
Die Vergebung ist einmalig, so wie wie alle einmalig ist!
Sie schenkt uns Geduld mit uns selbst und mit anderen! Sie bewährt sich in einem erfüllten Leben!
Keiner kann es wegtun, dass er in seinem Leben Erfahrungen des Vertrauens gemacht hat und macht. Es ist heilsam, darin die Handschrift Gott in unseren eigenen Leben zu entdecken.
Da sind Begegnungen mit Menschen, die uns viel Vertrauen entgegen brachten.
Sie haben uns viel von sich erzählt und darauf vertraut, dass wir es für uns behielten und das Vertrauen nicht ausnutzten.
Es gibt die Symbole des Glaubens , die als Vertrauenszeichen wirksam sind über Jahrhunderte hinweg:
der Regenbogen in den Wolken, der davon spricht, wie Gott die Seinen bewahrt und die Schöpfung erhält;
die Taube, die Frieden und neues Leben symbolisiert und im Neuen Testament vom Geist Gottes etwas ahnen lässt;
das Kreuz schließlich, das in dieser Welt der Angst und des Vertrauensschwundes ein realistisches Zeichen des Heils und der Hoffnung ist, die allein bei Gott, den Schöpfer liegt..
Martin Luther soll sich in Zeiten der Anfechtung und des Zweifelns oft mit den Worten: „Ich bin getauft“ an das Grundvertrauen erinnert haben, aus dem er lebte.
„Werft euer Vertrauen nicht weg“ – ob jemand das einfach so kann?
Aber verlieren können wir es in einer Art schleichender Auszehrung, ohne es zu merken.
Jeder von uns braucht deshalb die Erinnerung an die Erfahrung des Vertrauens in dieser Welt, um an das Grundvertrauen in Gott erinnert zu werden und es in das Lebenwerk einzubeziehen.
Es ist gut, sich dies auch durch die Worte unseres Textes noch einmal sagen zu lassen.
Wer von uns möchte nicht zu denen gehören, die ihr Vertrauen und Glauben an Gottes Heilsplan behalten, die nicht zurückweichen, wenn es um Schwierigkeiten im Leben und den Glauben geht.
Die nicht verloren gehen, wenn es um den Sinn und das Ziel ihres Lebens geht, der allein bei Gott unseren Schöpfer liegt?
Und wer von uns möchte nicht in Geduld den Verheißungen Gottes verharren, vertrauen und das Leben gewinnen?
Vertrauen auf Gottes Verheißungen und Glauben an ihn ist aber auch ein Wagnis.
Das war es zu allen Zeiten in unterschiedlicher Form. Damals zur Zeit der Christen des Hebräerbriefs war eine dramatische Entscheidung damit verbunden.
Wir merken es im Umgang miteinander sehr deutlich.
Beispiel solchen Vertrauens hinein ins Ungewisse des Lebens ist immer wieder Abraham, der aus seiner Heimat im fernen Land auszog in eine neue Heimat, weil er Gott vertraute.
Nirgends wird das deutlicher gesagt als im Hebräerbrief, jener biblischen Schrift, in der immer wieder vom „wandernden Gottesvolk“ die Rede ist, in der immer wieder eingeschärft wird:
Zurückgegangen wird nicht.
Stillstehen müssen wir nicht.
Wo es auch hingeht mit unseren Weg des Lebens und Glaubens , einer geht mit, Gott der Schöpfer der Welt, den wir in unseren Glauben vertrauen.
Ihm können wir vertrauen.

Amen

Das gesprochene Wort gilt!

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