Prediger Jens Winkler in der Kirche Guttau/Malschwitz

Bibel - Gottes Wort - Errettung - Gottes Sohn -Jesus Christus -Leben - Glauben

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2. Mose 34, 4-10 Gott ist gnädig

Filed under:Allgemein, Predigten, Bibelarbeit — Jens am 27.09.2008 gg. 19:53

19. So. n.Trinitatis

Prediggottesdienst in Luppa

2.Mose 34, 4-10

Wenn man mit Menschen in seiner Nachbarschaft und im Betrieb über Gott spricht, dann findet man immer wieder dieselben Fragen::
Wer ist Gott? Wo ist Gott? Was er mit mir zu tun?
Wie kann man an ihn glauben, ihn erkennen?
Was ist überhaupt Glaube?
Viele Menschen haben dann solche Vorstellungen:
Man findet Gott in der Natur, bei einem Waldspaziergang.
Andere sagen: Nein, sondern in der Kirche, wo Gottes Wort verkündigt wird!
Ein anderer entgegnet: Ich glaube nur, was ich sehe und anfassen kann..
Ein anderer fordert Beweise für die Existenz Gottes.
Die Frage scheinen schwer zu beantworten:
Wer ist Gott, wo ist er zu finden?
Unser heutiger Predigttext spricht den Wunsch des Mose an , Gott zu sehen.
Er hatte diesen Wunsch im Vorfeld unseres Textes bereits geäußert. Ist uns sein Wunsch nicht verständlich?
Gott sagt:
“Du hast Gnade vor meinen Augen gefunden”.
Mose sagte: “Dann lass mich dich sehen”.
Wie mag Gott reagieren?
Seine Antwort scheint uns merkwürdig:
Wem ich gnädig bin, dem bin ich gnädig, und wessen ich mich erbarme, dessen erbarme ich mich”
(2. Mose 33, 19b).
Ob das eine Antwort auf die verschiedensten Fragen von Menschen in Bezug auf Gott ist?
Gott will uns dadurch sagen:
Das musst du nicht wissen, wie ich aussehe, aber das musst du wissen: ob ich dir mit deinen Werken im Leben gnädig bin, ob ich dich annehme, wie du in deinen Leben bist und wie du es lebst?
Das musst du wissen.
Können wir diese Frage für unser Leben, ein jeder von uns für sich selbst beantworten?
Und bringt uns diese selbst gegebene Antwort auch den inneren Frieden?
Und ein zweites sagt Gott. “Mein Angesicht kannst du nicht sehen, sonst musst du sterben” (2. Mose 33, 20). Das ist uns heutigen Menschen völlig fremd.
Es wird uns etwas vorenthalten? Bin ich nicht Maßstab aller Dinge als Mensch?
Wir sind durch unsere Art des Denkens zu der Einstellung kommen, dass wir alles gute Menschen sind und damit vor Gott bestehen können.
Wir denken oft mit unseren Vorstellungen,
„Edel sei der Mensch, hilfreich und gut“ sagt Goethe.
Mit Lebenserfahrungen und eigenen Sichtweisen könnten wir Gott in seinen Handeln in der Schöpfung verstehen, so meinen viele.,
Wer denkt da in unser heutigen Zeit in Ehrfurcht an die Heiligkeit Gottes?
Gott, unserer Schöpfer und der Erschaffer der Welt ist heilig, rein, vollkommen.
Wir unvollkommenen und sündigen Menschen müssten auf der Stelle vergehen in der Gegenwart Gottes.

Gott redet mit uns
Ein Frage in ein heutigen Gespräch über Glauben ist: Was sagen die Menschen über Gott?
Wie ist Ihre Vorstellung von Gott?
Viele haben heute noch seltsame Vorstellungen:
Gott ist für sie eine undefinierbare, unsichtbare Macht, und wenn es donnert am Himmel und Stürme übers Land ziehen , dann steckt er vielleicht dahinter.
Auch den Kindern erzählt man heute noch solche Sachen.
Das sind heidnische Gedanken, weil die Menschen sich das ausgedacht haben, was ihnen gerade in der jeweiligen Situation dazu einfällt.
Dass Gott mit uns redet, mit einen jeden persönlich, darauf kommt kein Mensch von sich aus.
Die meisten Menschen, auch welche sich mit den Lesen der Bibel einmal beschäftigt haben, haben das überhaupt noch nie gehört und selbst nicht erlebt..
Wenn man allerdings die Bibel aufmerksam liest, dann findet man von Anfang bis Ende diese Aussagen:
“Gott sprach: Es werde Licht”,
Gott sprach zu Abraham, zu Mose, zu den Propheten und durch die Propheten zu seinem Volk.
Wenn man dies heute Menschen erzählt, fragen die meisten: Wie bitte? Was ist das denn?
Und erfährt dann weiteres:
Ich höre nichts, mit mir hat Gott noch nie gesprochen, mir hat er sich noch nie vorgestellt.
„Würde Gott mit mir reden, dann würde ich Glauben!“
Wir sehen, der Mensch hat Gott und sein Reden heute sehr nötig. Damit einher geht die Erfahrung, dass Gott uns Menschen als seine Geschöpfe liebt.

In unseren Predigttext lesen wir:
Und Mose hieb zwei steinerne Tafeln zu, wie die ersten waren, und stand am Morgen früh auf und stieg auf den Berg Sinai, wie ihm der HERR geboten hatte, und nahm die zwei steinernen Tafeln in seine Hand. -
Die Gebote wurden den Menschen ein zweites Mal gegeben.
Das Volk hatte beim ersten Mal, als Moses die Tafel erhalten hat, ein Götzenbild gegossen und verehrt, das goldene Kalb.
Gott hat geboten:
Du sollst dir kein Bildnis machen und keine anderen Götter anbeten. Du sollst nicht ehebrechen, du sollst kein falsches Zeugnis reden gegen deinen Nächsten.
Wieso hören wir Menschen aus diesen Worten nicht die Stimme Gottes?
Die Menschen haben moralische Sätze daraus gemacht: Man soll ja nicht… stehlen, Schlechtes reden … usw.
Aber das steht da in seinen Geboten nicht, sondern:
Du sollst nicht stehlen, ehebrechen, anderen Göttern dienen. Du!
Es ist eine persönliche Anweisung, die einen jeden Einzelnen betrifft..
Hier kann und soll sich etwas einstellen:
Wenn ein Mensch anfängt, Gottes Reden zu hören, dann macht es ihm nichts aus, dass man ihn, Gott, nicht sieht.
Den Inhalt der Bibel, obwohl manches für uns heute Zeit gebunden scheint , können wir nicht lesen wie einen Roman oder wie wundersame Geschichten.
Es ist Gottes inspiriertes Wort an uns, an seinen Geschöpfe und an Menschen , die ihn im Glauben nachfolgen.
Es sind seine Weisungen an uns.
Wir müssen Gottes Reden hören und die lebendige Auslegung seiner Worte verinnerlichen.
Gott sagt uns hier diese Botschaft: Ich rede dich an, und du darfst mir antworten.
Gott sagt ‘du’ und will ein Zwiegespräch beginnen.
Beten ist dazu die beste Möglichkeit.
Mit ihn, unseren Schöpfer, in ein Verhältnis treten.
Betest Du noch zu ihn, jeden Tag, gleich in welcher Lebenssituation du dich befindest.
Oder betest du nur, wenn dein Lebensweg in Schwierigkeiten steckt?

Gott ist den Sündern gnädig

Die Behauptung, Gott könne nicht reden, Gott hat noch nie mit mir persöhnlich gesprochen, entspringt aus dem Unglauben.
Gott hat den Mund geschaffen, und er sollte nicht reden?
ER hat das Ohr geschaffen, und er sollte nicht hören? Wenn wir allerdings sein Reden nicht hören, obwohl er zu uns redet, dann sind unsere Ohren verstopft bzw. mit anderem Inhalt belegt, dann steht unser Lebensinhalt unter einen anderen Vorzeichen als das von Gott.
Der heutige Mensch hat dauernd einen Knopf im Ohr, bestimmte Stimmen singen da irgendwas hinein, was mit Gott nichts zu tun hat.
Da kann man jemandem zurufen: ‘Pass auf, wenn du über die Straße gehst, da kommt ein Auto!’
Der hört das nicht, denn er hat einen Knopf im Ohr.
So ist ein solcher Mensch dauernd in Lebensgefahr, in dieser Lage ist er Gott gegenüber.
Die Stimme Gottes erreicht diese Menschen nicht, weil das Ohr und das Herz oft schon von anderen belegt ist.

Wie sonst kann man es verstehen, dass so viele Menschen dem Aberglauben in unser heutigen aufgeklärten Zeit nachfolgen und das Licht Gottes nicht erkennen?
Viele Menschen müssten erst das Heidentum, die Gottesferne aus ihrem Leben und die Knöpfe aus dem Ohr reißen, damit man für Gottes Reden hören und beherzigen kann.
Wieviele Menschen müssen sich davon erst lossagen.
So ging es für Mose weiter:
HERR, HERR, Gott, barmherzig und gnädig und geduldig und von großer Gnade und Treue, (7) der da Tausenden Gnade bewahrt und vergibt Missetat, Übertretung und Sünde, aber ungestraft lässt er niemand, sondern sucht die Missetat der Väter heim an Kindern und Kindeskindern bis ins dritte und vierte Glied! -
So ist Gott: barmherzig, gnädig und von großer Treue. Er lässt uns Menschen als seine Schöpfung nicht allein, obwohl wir unser Elend des Unglaubens selbst verschulden.
Es ist die Macht der Sünde, wie sie seit Adam und Eva auf uns lastet.
Was uns von ihm trennt ist Sünde, und die will er vergeben. Die Sünde ist es, die uns den Weg zu Gott auf Dauer versperren kann.
In Neudeutsch sagt man oft auch andere Worte dazu:
Selbstverwirklichung
Selbstgestaltung meines Lebenszieles
oder „ Über mein Leben bestimme ich ganz allein.“
Das Ergebnis der Sünde ist die Gottesferne und Schuld.
Diese Vergebung unserer Schuld ist lebensnotwendig für einen jeden einzelnen von uns.
ER ist Gott, vor dem niemand als Mensch unschuldig ist, weil uns die Sünde schwer belastet
Das ist wie beim Arzt:
Ohne genaue Diagnose des Leidens gibt es keine Heilung.
Und dann finden wir die Aussage von der Heimsuchung der Schuld bis ins dritte und vierte Glied.
Hieraus erkennen wir, dass nicht nur das Schuld ist, was uns als solche bewusst wird.
Die meiste Schuld und die meisten Versäumnisse bemerkt der Mensch nie, wen er nicht im Licht Gottes steht.
Der heutige Mensch regelt einfach alles damit, dass man etwas für ‘normal’ erklärt:
Sollte es etwa Diebstahl und Ehebruch keine Schuld vor Gott sein, nur weil Menschen der jetzigen Zeit es für normal und zum Teil gesellschaftsfähig erklären?
Die Maßstäbe Gottes sind völlig anders, da fällt sogar Fromme durch, weil er seine Schuld am oft wenigsten bemerkt.
Möge Gott uns durch sein Wort dafür sehend machen und die richtige Erkenntnis schenken!

Unser Lebenbegleiter
Mose betete (9) und sprach:
Hab ich, HERR, Gnade vor deinen Augen gefunden, so gehe der HERR in unserer Mitte, denn es ist ein halsstarriges Volk; und vergib uns unsere Missetat und Sünde und lass uns dein Erbbesitz sein. -
Hier finden wir zusammengefasst, wofür Gott da ist und was der persönliche Glaube an IHN bewirkt.
Hier wird nicht einmal angedeutet, dass Gott und der Glaube an ihn dazu dienen sollen, unser Leben feierlich zu umrahmen, wie die kirchliche Tradition es eingerichtet hat.
Nichts gegen Feiern, aber man kann an dem persönlichen Gott vorbei feiern, ohne ihn jemals zu finden.
Der Inhalt des Glaubens ist Gott selbst, offenbart in Jesus Christus.
ER hat uns selbst den Weg des Glaubens geöffnet, indem sein Sohn Jesus Christus in diese Welt gekommen ist und am Kreuz auf Golgatha für unser aller Schuld und Sünde Gott, den Vater gegenüber, bezahlt hat.
Gnade, unverdiente Gnade ist es, die uns den Weg des Glaubens zeigt. Damals und heute.
Die Erkenntnis der Gnade ist der Beginn unseres lebendigen Glaubens an Gott
Wenn wir Gnade vor Gott gefunden haben, dann geht Gott mit uns, nicht nur ein Stück unseres Lebens, sonder ein ganzes Leben lang, heraus aus der Sackgasse..
Wir alle sind nicht Mose, und wir können uns auch kaum mit ihm vergleichen, aber Gott, der damals seine Zusagen gemacht hat, ist derselbe, der uns heute noch im Glauben begegnet..
In unserer immer dunkler werdenden Welt, wo trotz Sonnenschein in vielen Herzen unserer Mitmenschen tiefe Finsternis herrscht oft Trostlosigkeit, kann man tatsächlich keinen anderen Halt und Trost finden im Leben und im Sterben als bei dem lebendigen Gott.
Wir haben durch ihn und seine Zusagen in seinen Wort der Schrift eine Zukunft, die bei IHM ihre Vollendung findet.
Wir brauchen diesen lebendigen Gott, der mit uns den Weg des Glaubens durch alle Höhen und Tiefen des Lebens gehen will!
Und der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus, unserem HERRN. Amen

Das gesprochene Wort gilt!

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