Prediger Jens Winkler in der Kirche Guttau/Malschwitz

Bibel - Gottes Wort - Errettung - Gottes Sohn -Jesus Christus -Leben - Glauben

Diesen Artikel drucken

Jägergottesdienst in Malschwitz

Filed under:Allgemein, Predigten, Archiv — Jens am 26.10.2008 gg. 02:09

Jägergottesdienst in Malschwitz
26.10.2008

Ich habe ein Satz über die Jagd gehört, der, so glaube ich, an Aktualität nichts verloren hat.
Jagd, so die Aussage, sind achtzig Prozent Geduld (manche sagen Glück dazu) zehn Prozent Erfahrung und weitere zehn Prozent sind Sicherheit beim Umgang mit der Waffe.
Bei mir hat die Phase der Geduld bei der Jagd in letzter Zeit sehr lange gedauert, ehe diese beendet wurde.
Vergangenes Wochenende war es dann soweit und nach einer kurzen Nachsuche konnte das Stück Schwarzwild aufgebrochen werden.
Wieder zu Hause am Frühstückstisch habe ich dann in der der Herrnhuter Tageslosung diesen Verse gelesen, die sich wieder einmal bestätigt haben..

Es ist ein köstlich Ding, geduldig sein und auf die Hilfe des HERRN hoffen.
Klagelieder 3,26
Geduld habt ihr nötig, damit ihr den Willen Gottes tut und das Verheißene empfangt.
Hebräer 10,36
Ich denke, in diesen Vers aus dem AT und aus den Brief an die Hebräer spiegelt sich nicht nur bei der Jagd wieder, sondern auch im Leben vieler Menschen in unser heutigen Zeit wieder.
Gott hat mit uns Menschen sehr viel Geduld.
Geduld zu haben ist ein wichtige Eigenschaft bei Menschen.
Gerade da ist Geduld wichtig und notwendig, wo Menschen sich in schwierigen Lebenssituationen befinden.
Einer dieser Menschen, mit dem Gott unser Schöpfer viel Geduld in seinen Leben hatte, ist Hubertus, der als Schutzherr der Jäger gilt .

Die Hubertusgeschichte

Die Geschichte des Hubertus wird unterschiedlich überliefert. Hubertus soll an einem Karfreitag gejagt haben. Plötzlich taucht ein Hirsch vor ihm auf.
Als Hubertus das Tier erlegen und abdrücken will, erscheint im Geweih des Hirschen ein Kreuz.
Hubertus erschrickt. Er lässt die Waffe sinken.
Warum Hubertus die hohen Feiertage nicht achtet, warum er die Gegenwart Gottes missachtet, ist auch verschieden überliefert. Einmal wird er als gottvergessener wilder Hubert beschrieben.
Eitel und voller Hochmut stellt er seiner Beute nach.
Ein anderes Mal wird erzählt, Hubertus habe Frau und Kind bei der Geburt verloren. Die Verzweiflung darüber hätte ihn aus der Lebensbahn geworfen.
Wie auch immer man es erzählt, eines bleibt gleich:
Nicht Hubertus ist die Hauptperson in dieser Legende. Nicht der Mensch Hubertus handelt hier .
Nicht Hubertus ist sich selbst der Anstoß zur Veränderung in seinen Leben.
Es ist Gott, der da handelt. Es ist Gott, der sich hier offenbart, in das Leben des Hubert eingreift und ihn zurückholt in seine Liebe, der Geduld mit den Menschen Hubertus hat.
Es ist Gott der sich ihn in den Weg stellt, der Hubertus umkehren lässt von seinen Weg. Hubertus ist nicht Retter, er ist Geretteter
Es geht in der Geschichte des Hubertus nicht um einen Helden des Glaubens. Es geht nicht um einen besonderen Menschen, der sich selbst aus den Wirren des Lebens befreit, eine Art Selbstheilung vollzieht und ein neues Leben anfängt.
Es geht um einen verlorenen und versagenden, um einen verzweifelten und hochmütigen Menschen, den Gott an unvermuteter Stelle in seinen Leben zu erkennen gibt und sich ihn hier durch ein Zeichen offenbart
Im Zentrum der Geschichte steht nicht ein Mensch, der zurecht gebracht wird und erneuert zum Vorbild für einen großen Glauben für Andere wird.
Im Zentrum steht Gott, der Schöpfer dieser Welt und sein Handeln und Auftrag von ihn an uns Menschen.

Das Handeln Gottes

Ein Auftrag, der durch Hubertus gerade auch für uns Jägerin und Jäger, in unseren Handeln wichtig ist.
Es ist jener Gott, der sich im Bild seines Sohnes Jesus Christus mitten im Leben von Neuem zu erkennen gibt.
Mitten im Leben – das heißt für Hubertus: da, wo ihm das Leben am meisten weh tut,wo es ihm dunkel geworden ist, wo ihn Schuld und Sünde drückt.
Da, wo es für ihn wild hergeht bei der Jagd, aber nicht so lustig ist, wie es aussieht.
Wo die Jagd lockt, aber in der schon lange kein Sinn und Inhalt für sein scheinbar sinnloses Leben zu finden ist, wo er so viel Schmerz erfahren hat.
Wo es Zerstreuung gibt, aber keinen Auftrag und Sinn mehr, der das Leben lohnt und bestand hat.
Hubertus erhält, wenn man so will, einen neuen Lebensauftrag und erkennt einen neuen Lebenssinn, der seit Anbeginn der Welt bei Gott den Schöpfer ist.
Er ist umgekehrt von seinen alten Lebensweg, der ihn weg von Gott geführt hat. Er ist nach der Begegnung und seiner Umkehr wieder auf Gottes Weg ins Leben.
Er ist zurückgebracht in die Ordnung, wie Gott sie erdacht und ins Werk gesetzt hat. Gott hat ihn in seinen Leben mit Geduld getragen.
Wenn wir heute diesen Gottesdienst feiern, dann betreiben wir keine Verehrung eines Glaubenshelden. Wir versuchen vielmehr mit den Mitteln, die Jägerinnen und Jäger haben, Gottesverehrung und unseren Dank, Jägerdank. an ihn, den Schöpfer, zum Ausdruck zu bringen. Dank für alle Bewahrung bei der Jagd.
Dank für das erlegte Wild.
Wir sollen uns an so einen Tag auf den Auftrag zu besinnen, den wir für unser Handeln an und in der Natur von Gott empfangen haben.
Auf unser Mandat als Jäger für unser Handeln in der Schöpfung Gottes.
Auf unser Mandat zu einem sinnreichen und sinnvolles Leben.
Jesus, der Sohn Gottes und Retter, der Erlöser von Golgatha wird in der Begegnung von einem Hirschen mitten in das Leben eines verirrten und verlorenen Menschen getragen.
Mitten in das Leben eines Menschen, der sich entweder in seinem Hochmut oder in seinem Kummer verloren hat, der seine eigenen Schuld im Leben erkannt hat.
Es ist eine Rettungsgeschichte. Und im Zentrum dieser Rettungsgeschichte steht, das mein Leben, mein Tun, mein Handeln eine Beziehung zu Gottes Schöpfung haben muss.
Gott tritt in das Leben des Hubert, lässt ihn seine Schuld erkennen und holt ihn zurück ins Licht.
Nicht in irgendein Licht, sondern im Lichte Gottes erkennt Hubertus sein falschen Handeln an der Schöpfung und sein falschen Lebensweg
Aus dem wilden Hubertus wird der fromme Hubertus.
Die besondere Einladung der Hubertuslegende heißt nicht, dass es hier einer geschafft hat, was wir niemals schaffen werden.
Sondern die Botschaft dieser Geschichte lautet:
Du darfst dich von Gott in deinen Leben durch Buße zur Umkehr rufen lassen, kannst umkehren und wirst dadurch im deinen Leben verändern.
Du darfst dich auf dein neuen Lebensweg bringen lassen in deinem Alltag, da wo du deiner Arbeit und deinem Werk nachgehst.
da, wo unser Leben durch Hochmut oder Kummer, durch Stolz oder Verzweiflung direkt ausgesetzt bist.
da, wo wir an der Schnittstelle von Leben und Tod durch die Jagd mit unser waidgerechtes Handeln in die Schöpfung eingreifen.
Wo wir uns Leben aneignen, auch an dieser empfindlichen Stelle des Lebens trägt dir Gott seine Liebe an und stellt dich so auf, dass du sie nicht verlierst in Hochmut und Arroganz.
Vielleicht hat Martin Luther (1483 – 1546) den richtigen Spruch parat, wenn er im Bezug auf die Jäger sagt: „Jagd ist gut und nutz, wenn der gut und nutz ist, der sie ausübt.“
Es macht also einen Unterschied, ob wir jagen nach unseren Auftrag von Gott gemäß oder ob unser Handeln bei der Jagd nur unser eigener, von uns selbst gestellten Maßstab hat.
Es macht einen Unterschied, ob wir uns nach menschlichen Maßstäben festlegen, oder ob wir uns beim Ansprechen des Wildes davon leiten lassen, dass das Wild auch Teil der Schöpfung Gottes ist und wir von Gott einen Auftrag haben.
Es macht einen Unterschied, ob wir uns als Krönung der Schöpfung über alles stellen und dabei alles im Wald schonungslos jagen und erlegen.
Dann stehen wir auf der Seite der sogenannten Schießer, die ohne Sinn und Verstand alles erlegen und gegen die Schonzeiten des Wildes verstoßen.
Oder Erkenntnis entsteht, dass wir ein Teil der Schöpfung Gottes sind, die von Gott einen Auftrag hat, das uns anvertraut Gut in seinen Sinn zu hegen, zu pflegen und zu bewahren.
Ich denke, die Begegnung mit Gott und die Erkenntnis aus seinen Wort heraus ist jene lebenswichtige Umkehr , die wir dringend brauchen, um als Gesellschaft, als Gemeinschaft und als Menschen zu überleben.
Der an sich gottlosen Selbstverherrlichung des Menschen wurde und wird viel zu viel Schöpfung Gottes in der Natur geopfert. Zügellos, unberührt an der Seele wurde dort zerstört, was andere Geschöpfe zum Leben brauchen.
Die meisten Menschen leben so in ihren Lebenseinstellung , als könne sie morgen eine neue Welt kaufen gehen.
Was heißt es aber nun konkret von Gott gerufen zu werden und verändert zu jagen?
Sich also bewusst als Teil der Schöpfung einzubringen?
Von Gott berufen heißt beim jagen, dass im bewusst und gezielt Erlegen des Wildes die Hinwendung zur Erhaltung der Schöpfung erkennbar werden muss.
Wir haben Antworten auf die Frage zu geben, wozu wir Wild erlegen.
Wir haben Antwort auf die Frage zu geben, wen oder was wir schützen, wenn wir einem Tier erlegen.
Wenn wir als Jägerinnen und Jäger ein Tier erlegen , muss in darin Fürsorge für die Schöpfung sichtbar und erkennbar sein. Wenn wir die Abschusspläne einhalten, dann aus solcher Fürsorge.
Wenn wir den Ausgleich von Wild und Landschaft betreiben,waidgerecht jagen, ist das Fürsorge.
Wenn Biotoppflege betreiben, dann ist das Fürsorge und lässt unser Handel als wahre Naturschützler in unserer Heimat deutlich werden.
Waidgerechtes jagen ist gerechtes Handeln an Gottes Schöpfung.
Und es beginnt immer mit der Erleuchtung und Erkenntnis des eigenen Lebens und des Handelns Gott an uns selbst.
Es gilt die Frage zu klären, in wessen Auftrag wir das tun. Es geht um die Frage, ob auch wir Gottes Hinweis und Willen im Antlitz der Schöpfung erkennen,sehen und beherzigen.

Die gerechte Jagd

Gerufen und im Leben von Gott berührt und verändert zu jagen heißt:
Ich lasse mich in den Dienst nehmen. Ich unterwerfe mich mit meinen Handels als Jäger dem Gedanken, dass die Schöpfung einen ganz eigenen Wert hat. Einen eigenen Wert, der nicht in meinem Denken und Verstehen begründet ist,.sondern der mir als Ordnung und Richtschnur von Gott vorgegeben ist.
Ich lasse mir auch und gerade als Jägerin und Jäger eine übergeordnete geistliche Instanz gefallen.
Ich bin mir bewusst , der ich Rede und Antwort dereinst im Gericht stehe muss für mein Handeln.
Die Schöpfung ist eine Form, in der Gott mir als Schöpfer entgegen tritt.
Und überall in dieser Schöpfung steht das Kreuz. Das Kreuz als Zeichen der Liebe Gottes für uns Menschen, die uns nicht in unseren täglichen Verfehlungen und Sünden lässt, sondern der uns anspricht, uns Erkenntnis schenkt und von neuem mit seinen Handeln persönlich im Leben berührt.
Hier erst finde ich als Mensch zu meiner Bestimmung.Hier erkenne ich den Sinn in meinen Leben in Gott.
Hier sehe ich, mit welcher Geduld mich Gott in meinen Leben trägt, ganz gleich wie es manchmal verlaufen mag.
Die entscheidende Frage an uns alle lautet: Bringen wir mit dem, was wir tun und lassen, das Leben und die uns anvertraute Schöpfung zu seinem Recht?
Oder erkennt man in unserem Handeln bei der Jagd beziehungslose Raublust ?
Ebene nur jener dunkle Teil von mir, der von Gott neu berührt werden muss?
Hubertus, so wird erzählt, hat in solcher Dunkelheit erlebt und in ihr gejagt. Geistig umnachtet, sei es aus Hochmut oder Traurigkeit
Gott stellte sich ihm mit den Hirsch in den Weg und erhellte, berührte und ruft diesen Menschen..
Jägergottesdienst/ Erntedankfeste der Jäger sind keine musikalischen Veranstaltungen.
Die Jagdhörner blasen und rufen uns damit heute zu einen Aufbruch, in einen neuen Weg in unseren Leben.
Zum Aufbruch einer bedeutungsvollen Jagd.
Zum Aufbruch auf Suche nach Gottes Zeichen für uns in unseren Leben, wo es wie bei Hubertus, uns deutliche Hinweise geben will für unser Leben.
Und wir sollen die Augen offen halten, damit wir unseren Berührungshirsch, unseren Umkehrhirsch, unser Zeichen nicht verpassen oder übersehen.
Umkehren und Buße tun auf einen Weg,der zu Gott führt in Ewigkeit führt und Bestand in einer Welt hat, wo in letzter Zeit alles zu vergehen scheint.
Gott ruft heute noch genauso wie damals bei Hubertus zur Umkehr zu ihn. Sind wir dazu bereit?
Dann werden wir seine uns gemachten Verheißungen empfangen, wie es im Vers des Hebräerbriefes geschrieben ist.
Darum feiern Jägerinnen und Jäger in den Jägergottesdiensten sich nicht selbst, sondern bitten um Belebung des Glaubens und Erneuerung ihrer persönlichen Beziehung zu Gott und um Begegnung mit dem Geist Gottes , der uns Schöpfung und Leben mit Gottes Augen sehen lehrt.

Amen

Das gesprochene Wort gilt!

Keine Kommentare

No comments yet.

RSS feed for comments on this post.

Sorry, das Kommentarfeld ist zur Zeit nicht verfügbar.