Prediger Jens Winkler in der Kirche Guttau/Malschwitz

Bibel - Gottes Wort - Errettung - Gottes Sohn -Jesus Christus -Leben - Glauben

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1. Sonntag n. Epiphanias Predigtgottesdienst in Guttau

Filed under:Allgemein, Predigten, Bibelarbeit — Jens am 11.01.2009 gg. 06:20

Predigt Guttau 1. So. nach Epiph..

Matth 3,13-17

Das Weihnachtsfest, mit all seinen angenehmen Seiten ist vorbei. Die Geschenke sind genug bestaunt.
die neuen Sachen zum ersten Mal getragen worden.
Man ist in jeder Hinsicht gesättigt.
Nach Epiphanias wird bei mir zu Hause, wie bei vielen anderen Familien, der Weihnachtsbaum weggeräumt.
Die Christbaumkugeln und Lichterketten, die das Licht der Geburt verkündigen, werden sicher eingepackt und und auf den Boden verstaut.
Weihnachten, die Geburt des Sohnes Gottes ist vorbei und der Alltag hat uns wieder.
Was bleibt uns von Weihnachten, was nehmen wir in unseren Alltag mit, ins dieses neue Jahr ?
Unser heutiger Predigttext kann uns dazu Wegweisung für unser Leben geben.

Viele Menschen sind damals zu Johannes dem Täufer am Ufer des Jordan gekommen.
Sie fühlten sich von dem angezogen, was er ihnen als sein Auftrag von Gott predigte,
Es waren schon harte Worte über ihr Leben, die sie bei ihm zu hören bekamen.
Johannes redetet die Wahrheit, nahm kein Blatt vor den Mund:
Wer hat denn euch gewiss gemacht, dass ihr dem künftigen Zorn entrinnen werdet. Sehet zu, bringet rechtschaffenen Frucht der Buße!“.”
Wenig Positives bekamen die Menschen an jenem Ufer des Jordan über ihr Leben zu hören.
Und dennoch kamen sie in Scharen.
Sie spürten, dass in der Botschaft dieses Mannes und der Taufe die Möglichkeit einer Wende, einer Umkehr für ihr Leben lag.
Und so kamen sie, haben sich durch die Taufe vor Gott eingestanden, dass in ihrem bisherigen Leben etwas falsch gelaufen ist, dass sie sich als Geschöpf von Gott entfernt haben.
Mit ihrem Weg an den Jordan, durch das Bekenntnis ihrer Sünden und die Taufe des Johannes begannen sie einen Neuanfang in ihren Leben.
Sie bekundeten damit, dass es so, wie sie bisher gelebt hatten, nicht mehr weitergehen konnte.
Johannes beließ es nicht dabei.
Alle Dinge kam zu Sprache: Lüge, Mord und Ehebruch, Meineid und Bestechung.
Es wurde nichts verschwiegen, sondern bekannt und so Umkehr zu Gott ermöglicht.
Johannes, der Täufer weiß, dass er nur Vorbote eines anderen ist , eines Stärkeren, der nach ihm kommen wird.
Er weiß, nach ihm kommt einer, der mit Feuer und dem Heiligen Geist taufen wird.
Aber mit seiner Botschaft vom nahen Himmelreich weckt er bei vielen eine Sehnsucht.
Und die von ihm und seiner Botschaft hören, kommen zu ihm,um von ihm einen Weg aus ihrer Ausweglosigkeit und Gottesferne gezeigt zu bekommen, von ihm getauft zu werden.
Und plötzlich steht er vor ihm, der, von dem er kündigt, Jesus! Der Messias!

Jesus reiht sich ein

Wenn schon für wichtige Personen bei kleinsten Anlässen der rote Teppiche zum Empfang ausgerollt wird, was wird wohl passieren , wenn der Sohn Gottes kommt, wenn Gott zu uns kommt?
Oder hätten sie erwartet, dass Gott in einem Kind in einer Futterkrippe zu uns Menschen kommt?
Hätten sie der Botschaft jener Hirten Glauben geschenkt nach ihren Erlebnissen auf den Feld und im Stall?
Ich denke, wir hätten sicher ebenso gehandelt wie es uns die Jugendlichen in der Christnacht hier in der Kirche zu Guttau nachdenklich vorgespielt haben.
„Geht weg. Haut ab! Wir brauchen euch nicht.“
Nach der Zeit des Wartens ist der Messias endlich gekommen, er ist da, daran besteht für Johannes nicht der geringste Zweifel.
Um so überraschter ist er, als er sieht, was Jesus macht.
Der Gottessohn reiht sich ein in die Schlange der Suchenden, stellt sich ebenso in eine Reihe mit den Ehebrechern, Aussätzigen und Armen wie mit den Gesetzestreuen und Reichen.
In die Reihe derer, die Frieden mit Gott suchen.
Diesen Menschen ist Jesus immer nachgegangen, sie hat er gesucht, von ihnen hat er sich finden lassen, zu ihnen hat er geredet, ihnen gilt sein Handeln..
Jesus hat den Kontakt mit den Ausgegrenzten gesucht, ist denen nicht aus dem Weg gegangen, die am Rand der Gesellschaft und Gemeinschaft standen.
Aber er hat sich auch derer angenommen, die wohl äußerlich Macht, Wohlstand und Einfluss besaßen, aber innerlich doch einsam, arm und hilflos waren.
Jesus kommt zu denen, die um ihre Schuld, ihre Sünde und um ihr getrennt sein von Gott wissen.
Er kommt zu denen und reiht sich bei denen ein, die Frieden mit Gott suchen.
Er kommt zu denen, die mit IHM ins reine kommen wollen, die Vergebung suchen.
Der Sohn Gottes, der von keiner Sünde wusste, wird einer von ihnen.
Jesus weiß um die Niedrigkeiten des Menschenlebens, er kennt die absoluten Tiefpunkte und die Gottverlassenheit.
Er weiß um die Zwietracht , die Gemeinheiten und alle Heuchelei der Menschen.
Nichts, gar nichts ist ihm verborgen.
Hier im Jordantal, an einem der absoluten Tiefpunkte der Erde beginnt sein Kreuzweg.
Hier beginnt sein Weg für uns, für sie und für mich. Jesus will keinen extra Weg,
will keine Sonderbehandlung, er geht den Weg für uns, für einen jeden persönlich im Gehorsam zum Vater!
Weil er ganz Mensch geworden ist, stellt ER sich mit den Sündern gleich, wird gleichsam einer von ihnen.
Der Apostel Paulus schreibt darüber an die Korinther, dass er „allen alles geworden ist“.
Zum anderen stimmt es mich nachdenklich, nachdenklich bezüglich meinem eigenen Umgang mit denen, die Hilfe brauchen, den Ausgegrenzten, den Irrenden,den Fragenden und Suchenden.
Mit jedem, die Johannes tauft kommt Jesus ein Stück näher auf ihn zu.
Und nun steht er vor ihm und möchte von Johannes getauft werden.
Johannes wehrt ab und sagt: “Ich habe nötig von dir getauft zu werden. Und du kommst zu mir?”
In der Begegnung Jesus mit Johannes wird für mich persönlich etwas besonderes klar:
Wie Johannes sich erkennt, wird es möglich, dass ich mich erkenne im Lichte Gottes, wird mein Leben vor Gott offenbar und zugleich das, was ich nötig habe und was mir fehlt!
“Lass es jetzt so sein! Denn so gebührt es uns, alle Gerechtigkeit zu erfüllen!”
Mit dieser Satz antwortet Jesus auf den Einwand von Johannes.
Aber das ist letztlich der Grund für sein Kommen, für das Kommen Jesus:

Jesus erfüllt alle Gerechtigkeit

Wieso erfüllt sich in der Taufe alle Gerechtigkeit?
Das entspricht nicht unserer Vorstellung von Gerechtigkeit.
Gerechtigkeit entsteht doch nicht, wenn sich einer taufen lässt,
Gerechtigkeit entsteht doch dann, wenn ich mich in entsprechender Weise in meinen Leben verhalte.
Dann, wenn ich in meinen Handeln den anderen nicht über den Tisch ziehe, oder dann, wenn jemandem durch mich zu seinem Recht verholfen wird.
Dann, wenn ich den Kreislauf von „wie du mir, so ich dir“ durchbreche.
Aber das hier?
All diese Dinge sind richtig und wichtig und wir sollten sie auf keinen Fall für zu gering achten oder gar aus unserem Leben ausklammern.
Aber eines sollte uns auch klar sein:
Die Tür zu Gott, die seit jenem Sündenfall zugestoßen und verschlossen war, öffnen wir damit nicht.
Johannes hat schon recht, wenn er Umkehr und Veränderung predigt, das tut Jesus in seinen Handeln auch.
Er hat recht, wenn er echte Zeichen der Buße fordert. Aber, und dies beginnt er in der Begegnung mit Jesus am Jordan zu lernen, Umkehr vollzieht sich nicht dadurch, dass ich neue moralische oder ethische Maßstäbe oder neue Gesetze aufstelle und versuche, diese zu erfüllen.
Die verschlossene Tür zu Gott, der versperrte Weg zum Schöpfer, kann ich nicht durch meine eigenen Anstrengungen und Handeln im Leben öffnen.
Gott schenkt uns durch seine Gnade die Vergebung in unseren Glauben.
Die Tür zum ewigen Leben, die verschlossen war, hat er wieder geöffnet.
Nicht, damit mir Gott vergibt und ich mir einen gnädigen Gott schaffe und seine Anweisungen halte , sondern weil Gott mir vergeben hat, versuche ich seine Gebote zu halten!
In der Taufe erhalte ich die persönliche Zusage der Gotteskindschaft und bringe damit zum Ausdruck, dass ich dieses Geschenk annehme.
Ich kann an dieser Stelle die Spannung nicht auflösen, die sich für viele dadurch ergibt, dass der Taufe und persönlicher Glaube und Bekenntnis zeitlich auseinander fallen.
Wenn aber nach der Taufe der Glaube nicht dazu kommt, der sich im Bekenntnis und Leben äußert und niederschlägt, nützt mir die Taufe nichts!
Jesus beginnt hier seinen Kreuzweg, damit sich Gottes Weg und seine Gerechtigkeit an uns erfüllen kann.
Nicht weil wir es verdient hätten, sondern weil wir es nötig haben.
Jesus erkennt den Willen Gottes und stellt sich darunter, auch wenn er lieber anderes tun würde, er andere Wünsche und Vorstellungen hat.
Meine Taufe ist Anspruch und Möglichkeit zugleich, immer wieder nach dem Willen Gottes zu fragen, zu verstehen was er will, nicht nur im allgemeinen, sondern auch für mich ganz persönlich!
Deshalb halten wir auch in unserer Gemeinde Taufgedächtnisgottesdienst.
Johannes tauft Jesus, er wehrt sich nicht mehr und erfüllt somit auch seine Verpflichtung bei Gottes Handeln.
Und nun ereignet sich für mich das entscheidende, quasi die Botschaft des heutigen Sonntags:

Der Himmel öffnet sich

Die Menschen damals bei der Taufe erleben die öffentliche Einsetzung Jesus als Gottes Sohn,
Gott bekennt sich in eindrücklicher Weise zu seinem Sohn. Jetzt steht uns der Himmel offen!
Was für eine Hoffnung in dieser hoffnungslosen Welt!

Haben sie darüber schon einmal nachgedacht, was das für einen jeden bedeutet?
Die Himmel sind geöffnet, wir stehen nicht mehr vor verschlossenen Türen und müssen Einlass begehren.
Jesus Christus,der gekreuzigte Sohn Gottes, der Sieger von Golgatha hat den Weg frei gemacht.
Und so wie sich Gott zu seinem Sohn bekennt, so bekennt er sich auch zu uns.
Zu jedem Menschen, der sich in die Gemeinschaft mit ihm und zur Umkehr vom verkehrten Weg rufen läßt.
Die Trennung ist aufgehoben.

Gewiss werden wir immer wieder mit unserer Schwachheit, unserer Sünde, unserem Unvermögen und unserer Schuld konfrontiert werden.
Wir werden immer wieder die Erfahrung machen, dass wir mit dem, was wir wollen, was ich mir vorstelle und auch dem, was sich Gott für mein Leben vorstellt, nicht gerecht werden.
Aber ich bin und bleibe ein Kind Gottes!
Nichts und niemand kann mir das nehmen und streitig machen.
Und als Kind Gottes steht mir der Himmel offen.
Darum können auch wir uns den Herausforderungen stellen, die uns in unserem Leben begegnen werden.
So wie Jesus, der nach seiner Taufe in die Wüste gegangen ist .
Er wusste, der Vater blickt auf mich herab, ich bin in seiner Hand.
So dürfen auch wir das wissen.
Wir sind in Gottes Hand und nichts kann uns aus dieser Hand reißen.
Unser Leben wird dadurch nicht einfacher oder müheloser,wird dadurch nicht frei von jeglicher Sorge, aber wir haben eine Hoffnung, die Bestand hat in einer vergehenden Welt.
Wir dürfen uns von Gott angenommen wissen. Johannes der Täufer , als der letzte alttestamentliche Prophet und Vorbote, hat dies an jenem Tag erkannt.
Er erfährt nun das alles, was seine Vorgänger als Propheten über das Kommen des Messias gesagt haben, sich in diesen Jesus erfüllt.
Gott hat mit Jesus sein Reich in dieser Welt aufgerichtet und es wird für diejenigen erfahrbar, die sich darauf einlassen.

Was haben sie sich vom Feste mitgenommen, was ist ihnen geblieben für die Zeit danach?
Weihnachten/ Christfest heißt für mich:
Gott kommt zu uns in diese Welt, um uns zu erretten
und das nehme ich aus dem heutigen Predigttext mit:
„Der Himmel steht uns, ihnen und mir offen!“
Gott hat sich uns, ihnen und mir zugewandt.
Die Tür der Gnade und des Glaubens zu ihm ist weit aufgestoßen.
Es ist noch jetzt Gnadenzeit.
Sagen wir „Ja“ zu ihm, wie er zu uns als seine Geschöpfe „Ja“ gesagt hat,
Kehren wir um und beginnen ein neues Lebens im Lichte des Lebendigen Gottes.

Amen!

Das gesprochen Wort gilt!

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